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WLAN für alle


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 03.09.2021

Netzwerk

Es ist wieder an der Zeit, sich zu treffen und zusammen zu feiern. Für viele Gäste gehört neben netten Gesprächen sowie Essen und Trinken ein problemloser Zugang ins Internet zu Annehmlichkeiten, die man erwartet. Gleich, ob Sie Freunde empfangen, eine größere Feier veranstalten oder Personen Ihre Wohnung kurzfristig überlassen: Mit einem aktuellen Router ist es problemlos möglich, ein sicheres WLAN für Besucher einzurichten und dessen Kennwort geschützt und schnell an sie weiterzugeben.

Die besten Einstellungen für das Gäste-WLAN

Der sicherste Weg, Freunde und Besucher ins WLAN zu lassen, ist ein Gastnetzwerk. Sie können es auf jedem halbwegs aktuellen Router einrichten: Wenn sich die WLAN- Geräte der Besucher dort anmelden, kommen sie problemlos ins Internet, haben aber keinen Zugriff auf die Geräte in Ihrem Heimnetz beziehungsweise Ihrem eigentlichen WLAN. Denn die Netze sind logisch ...

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Bildquelle: PC Welt, Ausgabe 10/2021

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Auch ein Gast-WLAN sollten Sie mit einem Passwort sichern: Das erhöht den Schutz, und mit den richtigen Verfahren lässt sich das Passwort sehr leicht an alle Besucher weitergeben, die es nutzen wollen. Über das Passwort hinaus haben Sie abhängig vom Routermodell zusätzliche Möglichkeiten, zu kontrollieren, was im Gast-WLAN passiert und wer sich dort wie lange aufhalten darf.

Auf einem Fritzbox-Router mit einen aktuellem Fritz-OS lässt sich ein privater oder öffentlicher Gastzugang einrichten. Beim öffentlichen WLAN-Hotspot gibt es kein Passwort, daher ist er für den Einsatz zu Hause nicht geeignet. Allerdings aktiviert die Fritzbox beim Einrichten eines öffentlichen WLAN-Gastzugangs automatisch die Funktion OWE (Opportunistic Wireless Encryption): Damit handeln die beteiligten Geräte selbstständig einen Schlüssel aus, mit dem sie den Datenverkehr schützen, sofern sie OWE beherrschen. Das ist bei der Fritzbox der Fall wie auch bei Mobilgeräten mit Android 10 und bei PCs ab Windows 10 Version 2004. Allerdings muss die WLAN- Karte im PC ebenfalls OWE unterstützen – diese Angabe sollte sich im Handbuch beziehungsweise den technischen Daten finden. iOS-Geräte verstehen OWE übrigens nicht. Doch selbst wenn OWE aktiviert ist, können sich Geräte, die diese Funktion nicht unterstützen, mit dem WLAN-Router verbinden – aber eben ohne Verschlüsselung.

In einer Fritzbox nutzen Sie zur Kontrolle des Gastzugangs Funktionen, die Sie unter „WLAN –› Gastzugang –› Weitere Einstellungen“ finden. Dort lässt sich zum Beispiel der Push-Service aktivieren. Damit bekommen Sie täglich eine E-Mail zugesandt, die Sie über An- und Abmeldungen im Gastnetz informiert. In Echtzeit sehen Sie alle dort eingebuchten Geräte in der Übersicht unter „Heimnetz –› Mesh“: Sie erkennen Besuchergeräte am Koffersymbol.

Vor allem für Firmen empfiehlt es sich, eine Vorschalt-Webseite anzuzeigen: Dort können Sie zum Beispiel ein Firmen-Logo platzieren, damit die Nutzer erkennen, dass sie sich in einem WLAN-Hotspot anmelden. Außerdem lassen sich dort Mitteilungen oder Nutzungsbedingungen unterbringen sowie die Besucher nach der Anmeldung auf eine bestimmte Webseite umleiten – zum Beispiel die Ihrer Firma.

Wichtiger für private Gast-WLANs ist die Zeitsteuerung des Zugangs: Über ein Dropdown-Menü legen Sie einen Zeitraum fest, in dem dieses Funknetz aktiv ist. Als Alternative markieren Sie die Option „erst deaktivieren, wenn alle Gäste abgemeldet sind“ – dann schaltet sich der Gastzugang erst ab, wenn alle Besucher gegangen sind.

Im Abschnitt „Geräte im Gastzugang oder Hotspot“ bestimmen Sie, was die Besucher im abgeschirmten Funknetz machen dürfen. Aktivieren Sie zum Beispiel die Option „WLAN-Geräte dürfen untereinander kommunizieren“, können die im Gastnetz eingebuchten Rechner und Mobilgeräte direkt Dateien austauschen. In den meisten Fällen sollte das aber nicht notwendig sein: Zum Beispiel können Sie Besuchern einen Drucker über eine Verbindung mit Wi-Fi Direct anbieten; der Dateiaustausch zwischen Mobilgeräten mit iOS funktioniert per Airdrop, bei Android-Phones lässt sich die Funktion „Nearby Share“ einsetzen.

Was Ihre Besucher im Internet treiben, limitieren Sie mithilfe der Option „Internetanwendungen beschränken“. Wenn Sie sie aktivieren, haben die Geräte im Gastnetz noch Zugriff auf Webseiten und E-Mail. Andere Protokolle oder Ports sperrt die Fritzbox. Detaillierter gehen Sie vor, indem Sie das Zugangsprofil „Gast“ bearbeiten, das die Fritzbox automatisch den Geräten im Gast-WLAN zuweist. Sie erreichen es über „Internet –› Filter –› Zugangsprofile –› Gast“. Bei „Gesperrte Netzwerkanwendungen“ lassen sich zum Beispiel Peer-to-Peer- Tauschbörsen mithilfe einer Vorauswahl sperren. Unter „Internet –› Filter –› Listen“ können Sie gezielt für andere Anwendungen Sperren anlegen, die Sie danach für das Gastprofil auswählen.

Zudem lassen sich für Besucher bestimmte Internetseiten über die Optionen bei „Filter für Internetseiten“ vorenthalten sowie – anstatt der limierten Zeitdauer beim Einrichten des Gastnetzes – bei „Zeitbeschränkungen“ die WLAN-Nutzung zu bestimmten Zeiten ausschließen.

Um sicherzustellen, dass Sie selbst noch das Internet problemlos nutzen können, auch wenn Gäste da sind, können Sie in der Fritzbox eine bestimmte Bandbreite fürs Heimnetz reservieren: Das geht unter „Internet –› Filter –› Priorisierung“ ganz unten bei „Geschwindigkeit im Heimnetz“.

Gastnetzwerk bei anderen Routern einrichten

Bei anderen Routern finden Sie meist ähnliche Einstellungen für das Gastnetz. Bei einem Speedport Smart 3 der Telekom schalten Sie das Gastnetz unter „Netzwerk –› WLAN-Einstellungen –› WLAN-Gastzugang“ ein. Außerdem können Sie festlegen, wie lange das Gast-WLAN aktiv sein soll und ob die dortigen Geräte auch ins Heimnetz dürfen, was Sie mit der Option „Gäste haben nur Zugang zum Internet“ verbieten sollten. Anders als bei der Fritzbox werden die Geräte, die mit dem Gast-WLAN verbunden sind, nur im dortigen Menü angezeigt, nicht in einer Übersicht aller verbundenen Geräte. Bei einem Asus-Router können Sie neben der Zeitdauer auch die Bandbreite für den Gastzugang limitieren. Außerdem haben Sie über die Option „Access Intranet“ die Möglichkeit, Gastgeräte auch ins Heimnetz zu lassen.

Bei Modellen von TP-Link lässt sich in den Einstellungen fürs Gastnetzwerk außerdem auswählen, ob sich die Geräte im Gastnetzwerk untereinander sehen können.

Passwort für den Gastzugang einfach an Besucher verteilen

Das Passwort für die Gäste muss sich zum einen natürlich von dem für Ihr WLAN unterscheiden. Zum anderen ist es in den meisten Fällen nicht sinnvoll, das Besucher- WLAN ungeschützt zu lassen, da Sie sonst keinerlei Kontrolle darüber haben, wer sich dort anmeldet.

Um das Passwort an Gäste und Besucher weiterzugeben, bieten Ihnen aktuelle Router zahlreiche Funktionen. Auch Smartphones sowie zahlreiche Apps lassen sich dafür einsetzen. So vermeiden Sie, ein einfaches Passwort für den Gästezugang wählen zu müssen: Denn statt den WLAN-Schlüssel aufzuschreiben oder zu diktieren, können Sie so ein kompliziertes – und damit sicheres – Passwort einfach teilen.

Ob Sie das Gästepasswort regelmäßig ändern oder nicht, bleibt Ihnen überlassen: Ein gleichbleibender WLAN-Schlüssel erleichtert regelmäßigen Besuchern die Funknetzverbindung, da sich deren Geräte das WLAN merken. Andererseits möchten Sie vielleicht bestimmten Gästen nicht die Möglichkeit geben, sich ohne Ihre Erlaubnis erneut mit dem Gastnetz zu verbinden.

Wie beim eigenen WLAN sollten Sie auch den Gästezugang mit der aktuell besten Verschlüsselungsmethode WPA3 sichern. Die meisten WPA3-Router bieten dafür den sogenannten „Transition Mode“ an, der auch WPA2-Geräten den geschützten Zugang ins WLAN ermöglicht. Bestimmte Geräte haben damit aber Probleme: Um jedem Besucher zuverlässig die Verbindung zu ermöglichen, ist eine Verschlüsselung mit WPA2 die sichere Wahl.

Fritzbox: Passwörter teilen mithilfe des Routermenüs

Ein AVM-Router mit aktueller Firmware bietet Ihnen im Menü mehrere Möglichkeiten, das WLAN-Passwort des Gastzugang zu teilen: Haben Sie es unter „WLAN –› Gastzugang“ aktiviert sowie SSID, Verschlüsselung und Netzwerkschlüssel gewählt, speichern Sie die Einstellungen mit „Übernehmen“. Anschließend können Sie unter „Schnell verbinden“ einen „QR-Code anzeigen“. Es öffnet sich ein neues Fenster, in dem auf der linken Seite SSID und Passwort stehen und rechts ein QR-Code angezeigt wird. Gäste mit einem Smartphone können diesen direkt per Kamera oder passender App fotografieren und sind dann sofort mit dem Besucher-WLAN verbunden. Bei einer Feier ist es praktischer, diese Angaben mit dem Druckbefehl rechts oben auszudrucken und in der Wohnung an einer geeigneten Stelle anzubringen.

Für Windows-Rechner können Sie die automatische Anmeldung per WPS (Wi-Fi Protected Setup) nutzen. Bei den meisten Smartphones funktioniert dieses Verfahren dagegen nicht – Android unterstützt zum Beispiel seit Version 9 WPS nicht mehr. Auch iOS-Geräte lassen sich nicht per WPS automatisch mit dem WLAN verbinden. Beim Windows-PC rufen Sie die SSID des Gäste-WLANs auf und klicken auf „Verbinden“. Nun drücken Sie im Fritzbox-Menü auf den Eintrag „WPS starten“. Der Rechner ruft die Anmeldeinformationen nun vom Router ab und ist kurz darauf mit dem Besucher-WLAN verbunden.

So geben Sie das Gästepasswort bei einem Telekom-Router weiter

Im Menü für den WLAN-Gastzugang finden Sie beim Telekom Speedport Smart 3 die Einstellungen zur Weitergabe des Gastpass- worts. Mit einem Klick auf „QR-Code zeigen“ erscheint ein Browserfenster mit WLAN-Name und WLAN-Schlüssel sowie einem QR-Code. Über „Zugangspass drucken“ bringen Sie diese Angaben zu Papier. Wie bei einer Fritzbox lässt sich außerdem WPS beim Gast-WLAN einsetzen – mit den genannten Einschränkungen. Markieren Sie dazu die Option „WPS zur Anmeldung Ihrer Gäste nutzen“, und klicken Sie auf „Speichern“. Anschließend verbinden Sie sich auf dem Windows-PC mit dem Gastzugang und drücken am Speedport-Router die Taste „Anmelden/WPS“.

WLAN-Passwort teilen mit Fritzbox-App und -Zubehör

Mit der Fritz-WLAN-App von AVM teilen Sie besonders bequem Ihr Gast-WLAN. Verbinden Sie Ihr Smartphone dazu mit dem Haupt-WLAN der Fritzbox. Tippen Sie anschließend in der App auf die drei Striche oben links, bei einem iOS-Gerät auf „WLAN-Gastzugang“. Bei einem Android- Phone wählen Sie „WLAN teilen“ aus, eventuell müssen Sie nun noch die richtige Fritzbox auswählen. Anschließend erscheint auf dem Handy-Display ein QR-Code sowie das WLAN-Passwort im Klartext. In der App können Sie außerdem das Gast-WLAN abschalten (Schaltfläche „Deaktivieren“). Mit „Anpassen“ verändern Sie die SSID oder das Passwort für den Gastzugang.

Gäste können sich mithilfe der App außerdem im Gäste-WLAN anmelden: Mit der Option „QR-Scan“ starten sie die Kamera, um den passenden QR-Code zu fotografieren, den ein anderes Phone anzeigt. Hat das Gast-Handy den QR-Code erkannt, kommt es ins Besucher-Netzwerk – je nach Handy muss dazu noch die Schaltfläche „Verbinden“ angetippt werden.

Auch per NFC lassen sich die Zugangsdaten fürs Gast-WLAN weitergeben – sofern Ihr Android-Smartphone und das des Gastes die Nahfunktechnik beherrscht. Als Gastgeber verbinden Sie sich mit dem WLAN der Fritzbox und tippen in den Einstellungen der WLAN-App auf „NFC“, danach auf „Teilen“. Der Gast ruft ebenfalls „NFC“ auf, aber wählt „Empfangen“. Um die WLAN-Daten zu übertragen, müssen die Smartphones nun mit der Geräterückseite aneinandergehalten werden. Diese Weitergabe per NFC funktioniert nicht mit iOS-Geräten.

Mit einem Fritzfon oder einem Wandtaster von AVM können Sie das WLAN-Passwort für den Gastzugang ebenfalls unter die Leute bringen: Im Dect-Telefon geht das im „Menü –› Heimnetz –› WLAN“. Drücken Sie auf „Gast-Zugangsdaten“ erscheint ein QR- Code auf dem Telefondisplay, über den sich Smartphones anmelden können. Auch auf dem Wandtaster Dect 440 lässt sich ein entsprechender QR-Code einblenden.