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WM tvDIGITAL SPEZIAL: Mission WM-Titel ★★★★☆


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TV Digital XXL-Ausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 01.06.2018

Holen die Jungs den fünften Stern für Deutschland – und verteidigen den Titel von 2014? Vor derFußball-WM 2018 in Russland spricht TV DIGITAL mit den wichtigsten TV-Experten über das Gastgeberland und das deutsche Team


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Entspannte Titelverteidiger: Toni Kroos, Thomas Müller und Mats Hummels (v. l.)


DO 14.6.

Russland – Saudi-Arabien

ARD, SKY SPORT UHD, 17 UHR

LIVE Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2018 in Moskau
On Demand

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Bundestrainer Joachim Löw (M.) stimmt seine Mannschaft auf die Weltmeisterschaft 2018 ein


Siegen oder sterben“, forderte Diktator Benito Mussolini 1938 von den Spielern der italienischen Nationalmannschaft. Tatsächlich gewannen sie das WM-Finale gegen Ungarn 4:2 und verteidigten damit ihren Titel – dies gelang nur noch Brasilien im Jahr 1962.Ganz so martialisch wird das deutsche Team 2018 nicht motiviert werden müssen, doch zu Beginn der 21. Fußball-WM in Russland werden auch ernstere Themen als Viererkette und falsche Neuner diskutiert. Gastgeber Russland gilt wegen der kriegerischen Akte in der Ukraine oder Syrien, wegen Staatsdopings und des Hooligan-Problems nicht unbedingt als idealer WM-Gastgeber. Vor dem Auftaktspiel der Russen gegen Saudi-Arabien in der erstaunlich leichten Gruppe A befragt TV DIGITAL die wichtigsten TV-Experten zum Stand der Dinge – und natürlich zu den Chancen von Jogi Löws Team für eine historische Titelverteidigung.

Laut eines – nie bewiesenen! – Medienberichts sollen alle 23 Spieler des russischen WM-Kaders 2014 gedopt gewesen sein. Genützt hat es nichts, das Team schied in der Vorrunde aus, so wie bisher immer. Ob Russland 2018 erwischt wird, kann man nicht voraussehen, zumindest darf ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt nun doch ins Land einreisen. Thema Sicherheit: „Die russischen Hooligans haben zu Recht einen furchtbaren Ruf, aber die Gastgeber haben alles versucht, um das Thema in den Griff zu bekommen“, sagt ZDF-Korrespondent Andreas Kynast. „Beim Confed Cup 2017 ist nichts passiert. Es gibt ein Sicherheitskonzept, das auch vom Innenministerium und Geheimdienst erarbeitet wurde. Das ist schon fast beruhigend.“


Die Qualität ist da, um das Turnier zu gewinnen.
THOMAS HITZLSPERGER ÜBER DIE CHANCEN DES DEUTSCHEN TEAMS


Das Land selbst gilt nicht als Vorreiter der Demokratie, sondern ist „autokratisch, das trifft es noch am ehesten“, so Kynast. „Putins Russland 2018 würde ich aber nicht vergleichen mit Mussolinis Italien bei der WM 1934 oder Videlas Argentinien 1978. Gäbe es diese Diktaturen heute, hätten wir keinen Kontakt zu ihnen und würden sie mit Sanktionen belegen. Für Staatspräsident Putin ist die WM ein Mittel, auf die politische Weltbühne zurückzukehren. Er ist aus der G8 ausgeschlossen worden, aber nun werden womöglich beim Endspiel G7-Führer zu ihm pilgern müssen, weil ihre Mannschaften im Endspiel sind.“

Dafür hat Russland keine Mühe gescheut. Neun der zwölf Stadien sind neu, die teuerste WM aller Zeiten soll zehn Milliarden Euro gekostet haben. Um die von der FIFA geforderte Mindest-Zuschauerzahl von 35 000 pro Spielstätte zu erreichen, wurden in Jekaterinburg sogar Sitzplätze außerhalb des Stadions gebaut.

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LOTHAR MATTHÄUS
Der Kapitän des deutschen Weltmeister-Teams von 1990 ist heute Experte bei Sky


Auch die übertragenden Sender haben sich einiges einfallen lassen. Zwar zeigen ARD und ZDF die 64 WM-Spiele im Free-TV aus der Sendezentrale in Baden-Baden und damit erstmals nicht aus dem Gastgeberland. Doch hat die ARD zumindest eine eigene Kamera in jedem Stadion und zudem starke Akteure neben dem Platz: So wird Philipp Lahm, Kapitän der SiegerElf 2014, dreimal täglich vom Tegernsee zugeschaltet, und die Comedians Micky Beisenherz und Jörg Thadeusz geben an den ARD-Tagen ab 22.30 Uhr ihre Kommentare zur Lage der Fußballnationen ab. „Wir müssen im Elendsviertel bleiben“, beschreibt Beisenherz die Location der Sendung, den coolen Mojo Club auf der Reeperbahn. Voll ins Schwarze trifft auch der Pay-TV-Sender Sky: An jedem WM-Spieltag wird die wichtigste Partie auf Sky Sport UHD (s. Seite 34) live gezeigt – insgesamt 25 Partien, darunter alle deutschen, kommentiert von Wolff-Christoph Fuss (s. Spielplan Seite 14).

Die deutsche Mannschaft gilt als einer der großen Favoriten. „Die Qualität ist da, um das Turnier zu gewinnen“, sagt ARD-Experte Thomas Hitzlsperger, der für Deutschland bei der WM 2006 und EM 2008 spielte. „In der Breite ist sie sogar seit 2014 besser geworden.“ Sky-Experte Lothar Matthäus sieht das Team als einen der Top-drei-Favoriten gemeinsam mit Frankreich und Brasilien. Für den ZDF-Experten Holger Stanislawski hat Bundestrainer Joachim Löw „eine sehr gewachsene, gute Struktur. Das macht es jungen Spielern wie Werner und Sané einfach, in die Mannschaft reinzukommen.“ Der Hamburger sieht in seinem Dream-Team (s. links) Manuel Neuer als Nummer eins im Tor, obwohl dieser lange verletzt war und zuletzt im September in der Bundesliga spielte. Lothar Matthäus, Kapitän des WM-Teams von 1990, glaubt: „Neuer wird gegen Mexiko nicht fit sein.“ Thomas Helmer, Europameister 1996, ergänzt: „Ich kriege aber keine Bauchschmerzen, wenn Marc-André ter Stegen spielt.“ Der Sport 1-Moderator tippt im Teamcheck (s. Seite 10) auf Deutschland im Finale gegen Spanien. Zwei Baustellen sieht er im deutschen Kader: „Kann man die Jungen wie Werner und Sané tatsächlich bedenkenlos reinschmeißen? Zudem sind wir defensiv links etwas dünn besetzt. Hector und Plattenhardt haben ihre Stärken eher nach vorn, nicht nach hinten.“

STANISLAWSKIS DREAM-TEAM

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Für das WM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko wünscht sich ZDF-Experte Holger Stanislawski sechs Spieler des WM-Finales 2014. Hinzu kommen mit Hector und Kimmich zwei neue Außenverteidiger, Gündog˘an im zentralen Mittelfeld, Sané auf links und Gomez als echter Neuner. Sollte es um schnellen Kombinationsfußball gehen, sieht „Stani“ Timo Werner (22) auf der Mittelstürmerposition.

Das Prunkstück beim WM-Sieg 2014 war das deutsche Mittelfeld. „Da haben wir auch jetzt ein Überangebot, da kann Jogi Löw würfeln“, so Holger Stanislawski. „Ich sehe Gündog˘an derzeit stärker als Khedira. Kroos ist gesetzt, er ist ein perfekter Ballverteiler. Und: Ich bin ein Freund von Sané. Özil ist herausragend, wenn er einen guten Tag hat, aber manchmal hat er eine Körpersprache wie ein Sack Kartoffeln. Da wirst du wahnsinnig.“ Auch Lothar Matthäus findet einen kleinen Kritikpunkt: „Mir fehlt ein aggressiver Sechser wie Martínez oder Vidal.“

Dreimal hat Deutschland versucht, den WM-Titel zu verteidigen, nie hat es geklappt. 1958 musste ein mit 38 Jahren viel zu alter Fritz Walter ran, 1978 fehlten etwa Beckenbauer und Gerd Müller. 1994 hätte es an sich funktionieren müssen. Helmer, damals dabei, verrät, warum es schiefging: „Ich habe nie wieder mit so guten Leuten zusammengespielt. Aber wir haben es nicht geschafft, ein Team zu werden, ganz einfach. Es waren drei Gruppen von Spielern: die, die 1990 die WM gewonnen hatten; die Neuen wie ich; und Sammer und Kirsten, die nach der Wende dazukamen.“ Weltmeister Lothar Matthäus weiß, was 2018 anders ist als 1994: „Wir hatten mit Berti Vogts einen neuen Trainer nach Franz Beckenbauer 1990. Heute haben alle Nationalspieler Jogi Löw ihren Status zu verdanken. Grüppchenbildung wird es nicht geben – so ist auch die Entscheidung gegen Sandro Wagner zu verstehen.“ Bei so viel Harmonie klappt’s vielleicht endlich mit der Titelverteidigung – ganz ohne Todesdrohung.

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HOLGER STANISLAWSKI
Der frühere FC St. Pauli-Spieler und -Trainer ist seit 2015 Experte beim ZDF


FOTOS: DFB (11), ADIDAS, GETTY IMAGES (2), COMMERZBANK, DPA PICTURE-ALLIANCE (4)

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