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Wo bleiben die Fachkräfte? Nachwuchs gesucht!


Die Deutsche Bühne - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 04.10.2019

Viele Bühnen haben mit Überalterung im Backstagebereich zu kämpfen. Größere Familienfreundlichkeit und ein breiteres eigenes Ausbildungsangebot sollen Abhilfe schaffen. Drei Beispiele aus Sachsen


Das Handwerk hat viele spannende Berufe zu bieten – gerade am Theater. Hier kann man sich beispielsweise als Tischler, Maßschneider, Modist oder Schlosser direkt an künstlerischen Prozessen beteiligen. Doch Azubis in handwerklichen Berufen werden auch an Schauspiel- oder Opernhäusern immer seltener, die Mitarbeiter immer älter. „Bis 2030 müssen wir allein in den Sächsischen Staatstheatern mit circa 100 ...

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Bildquelle: Die Deutsche Bühne, Ausgabe 10/2019

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... unbesetzten Stellen in theaterspezifischen Handwerksberufen rechnen“, warnt Wolfgang Rothe, Geschäftsführer der Dresdner Staatstheater.


„Gerade die Rahmenbedingungen für den familiären Bereich müssen innerhalb unserer betrieblichen Notwendigkeiten attraktiver gestaltet werden.“
Wolfgang Rothe, Sächsische Staatstheater Dresden


Initiativen in Dresden

Weil die Situation in Dresden gänzlich anders ist, gibt es an der Semperoper seit etwa zwei Jahren Überlegungen für eine Ausbildungsoffensive. Wolfgang Rothe: „Ausgehend von unseren bisherigen sechs Ausbildungsplätzen mit einer Ausbildungsdauer von jeweils drei Jahren könnten wir in zehn Jahren maximal 18 Fachkräften die Ausbildung ermöglichen. In Übereinkunft mit dem Verwaltungsrat und den Ministerien haben wir eine schrittweise Steigerung des Ausbildungsangebots beschlossen, um zukünftig eine qualifizierte Nachfolge für die ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern. Mit dem letzten Doppelhaushaltsbeschluss ist es uns möglich, nun ab dem 1. 9. 2019 weitere 15 Ausbildungsplätze und ab dem 1. 9. 2020 sogar noch einmal zehn weitere Plätze mehr anzubieten. Aber es bedarf selbstverständlich für die Betreuung der Auszubildenden der entsprechenden Kolleginnen und Kollegen, die dann wiederum an anderer Stelle fehlen. Zur Kompensation dieses Engpasses haben wir befristet auf die Dauer der Ausbildungsoffensive fünf zusätzliche Stellen genehmigt bekommen, was angesichts der Vielzahl der Gewerke eher knapp bemessen ist.“

Zwar wurde man nicht gerade von einer Bewerbungslawine überrollt, aber es hätten sich geeignete Bewerberinnen und Bewerber in ausreichender Zahl gemeldet, man könne sich dem eigenen Ziel nun systematisch annähern. Die Konsequenzen, die drohen, wenn man das selbstgesteckte Ziel verfehlen würde, benennt Wolfgang Rothe anschaulich: „Ich persönlich bin sehr froh, dass wir den Freistaat Sachsen von der Notwendigkeit dieser Maßnahmen überzeugen konnten, da andernfalls die Spielfähigkeit der Häuser insgesamt gefährdet wäre. Das hieße in der Konsequenz, dass wir weniger spielen könnten, was wiederum Einnahmeausfälle und im Gegenzug größeren Zuschussbedarf mit sich brächte. Ebenso wäre mit Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Dresden zu rechnen, da die Kultur in Dresden einen bedeutenden regionalen Wirtschaftsfaktor darstellt.“


„Sie arbeiten dann auf einem Kreuzfahrtschiff und gucken sich die Welt an, oder sie machen sich selbstständig und arbeiten auf Festivals. Das Theater ist für sie unattraktiv.“
Yvonne Meßing, Theater Plauen-Zwickau


Allerdings ist Wolfgang Rothe überzeugt davon, dass ein größeres Ausbildungsplatzangebot allein den Nachwuchsmangel in handwerklichen Theaterberufen nicht beheben kann. Seiner Meinung nach müssen die Bühnen als Arbeitgeber vor allem familienfreundlicher werden. „Gerade die Rahmenbedingungen für den familiären Bereich müssen innerhalb unserer betrieblichen Notwendigkeiten attraktiver gestaltet werden, und ich hoffe, dass die Theater dabei insgesamt mehr unterstützt werden. So sollten perspektivisch betriebliche Lösungen gefunden werden, gerade im Bereich der Kinderbetreuung, um den Bedürfnissen des Zusammenlebens von Familien und Paaren gerecht zu werden.“

Also gibt es nach der Schweriner „Handwerker- Kita“ in Zukunft vielleicht eine „Theater-Kita“ in Dresden?

Mitarbeiterin im Fundus
Ein Quereinsteigerberuf, für den handwerkliches Geschick und Theaterwissen erforderlich sind, aber keine klassische Ausbildung. Die ausgebildete Damenschneiderin Franka Roscher herrscht in Dessau über alle Kostümfundusbereiche


Schlosser
Hierfür benötigt man einen Gesellenbrief als Metallbauer, eine Kombination der Berufsbilder Schlosser und Schmied (dreieinhalb Jahre Ausbildung). Harald Berls, hier an der Maschinenbügelsäge, ist Schlossermeister am Anhaltischen Theater