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WO BLEIBT MEIN UPDATE?


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 05.08.2022

SOFTWARE-UPDATES

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Bildquelle: connect, Ausgabe 9/2022

Software hat aus Produktsicht gegenüber Hardware einen großen Vorteil: Man kann sie verändern. In Verbindung mit dem Internet ergeben sich weitreichende Möglichkeiten. Bei einem bereits verkauften Smartphone kann ein Hersteller zwar nicht nachträglich ein helleres Display oder eine höhere Kameraauflösung implementieren, aber er kann bestimmte Parameter des Displays wie die Farbtemperatur oder die automatische Regulierung der Leuchtkraft anpassen. Er kann die Fotoqualität optimieren oder neue Kamerafunktionen anbieten, einfach, indem er ein Software-Update ausspielt. Er kann also ein bereits verkauftes Smartphone noch besser und attraktiver machen.

Die Vorteile, die sich daraus für alle Seiten ergeben, liegen auf der Hand. Umso rätselhafter ist daher, warum sich Smartphone-Hersteller lange so schwer mit Software-Updates taten. Noch vor sechs Jahren konnte man froh sein, wenn das ...

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... Highend-Smartphone eine neue Android-Version bekam. Erklären lässt sich das im Rückblick nur mit der Unternehmenskultur: Als tief in der Hardware verwurzelte Produzenten physischer Produkte haben Samsung und Co. das Thema Software lange links liegen lassen und vor allem als Kostenfaktor betrachtet, der die Marge mindert. Denn: Wenn das Smartphone verkauft ist, hat der Hersteller seinen Gewinn verbucht und kann einen Haken dahinter setzen. Statt bereits verkaufte Modelle mit neuer Software aufzuwerten, hat man lieber darauf spekuliert, neue Geräte zu verkaufen. Neue Funktionen, bessere Fotos? Bekommt der Kunde gern – mit der nächsten Modellgeneration.

Die Situation auf dem damaligen Smartphone-Markt lässt sich mit dem heutigen Automarkt vergleichen. Hersteller wie VW mussten plötzlich erkennen, dass Software längst elementarer Bestandteil des Produkts ist. Und es musste erst ein Hersteller wie Tesla kommen, damit diese Erkenntnis reifen konnte. Um den Kreis zum Thema zu schließen:

Der Tesla der Smartphone-Branche war damals Apple. Kalifornien hat seine iPhones von Anfang an mit Updates versorgt und zählt nach wie vor zu den Herstellern mit dem besten Software-Support. Das Ergebnis heute: hohe Wertstabilität der Smartphones, zufriedene Kunden, Marktführer bei hochpreisigen Smartphones. Wer mit einem iPhone liebäugelt, weiß: Es ist teuer, aber ich kann es auch in fünf Jahren noch gut benutzen. Warum es trotz dieses positiven Vorbilds so lange gedauert hat, bis auch die Android-Hersteller auf diesen Zug aufgesprungen sind, lässt sich mit der eingangs erwähnten Unternehmenskultur erklären.

APPLE

Die im September 2015 vorgestellten Modelle iPhone 6s und 6s Plus haben ein Update auf die neueste Version iOS 15 erhalten. Das bedeutet mehr als fünf Jahre Software-Support mit Versionsupdates. Apple ist damit einsame Spitze. Allerdings gilt das nicht für die Kommunikation: Während es für die neue iOS-Version mit dem Herbst ein festes Zeitfenster gibt, werden „kleinere“ Updates (Sicherheitslücken, Bugfixes) unangekündigt ausgerollt. Zudem gibt es keine Update-Garantie: Erst mit der Vorstellung einer neuen iOS-Version gibt Apple bekannt, welche älteren Geräte ein Update erhalten. Bisher hat Apple die fünf Jahre allerdings bei keinem Phone unterlaufen. Alle Updates bis hin zum kleinen Patch sind auf der Support-Website von Apple übersichtlich dokumentiert und beschrieben.

GOOGLE

Für seine Modelle der Pixel-Serie sichert Google System- und Sicherheitsupdates für mindestens drei Jahre zu. Das bedeutet konkret, dass das im Mai 2019 vorgestellte Pixel 3a im Mai 2022 sein letztes Sicherheitspatch erhielt. Die Sicherheitspatches werden monatlich ausgerollt. Bei den Topmodellen Pixel 6 und 6 Pro geht Google über das Drei-Jahres-Fenster hinaus und garantiert Sicherheitsupdates für fünf Jahre, also bis zum Oktober 2026. Auf einer Support-Website sind die Update-Zeiträume für jedes Modell gut dokumentiert.

Vor fünf Jahren kam Bewegung in die Sache, als Nokia-Lizenznehmer HMD Updates zu einem wichtigen Bestandteil seiner Verkaufspolitik erklärte. Den Stein so richtig ins Rollen brachte dann Marktführer Samsung, der im August 2020 bekannt gab, den Update-Zeitraum für seine Topmodelle von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Anfang 2022 legten die Koreaner noch einmal nach, indem sie den Zeitraum auf fünf Jahre ausweiteten und auch Mittelklassemodelle einschlossen. Mit einem Software-Support, der fast an den von Apple heranreicht, hat Samsung auch andere Android-Hersteller unter Zugzwang gesetzt.

Stagefright als Zeitenwende

Dass sich Updates so stark in den Vordergrund gedrängt haben, liegt nicht nur an den Kunden, die ihre Smartphones immer länger benutzen und eine entsprechende Produktpflege erwarten. Die sich immer stärker abzeichnende Klimakrise hat das gesellschaftliche Klima grundlegend verändert. Das ist in der Politik angekommen, die die Hersteller per Gesetz zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet. Nach der DSGVO ist die EU wieder einmal der weltweite Vorreiter mit einer Nachhaltigkeitsrichtlinie, die USB-C als einheitlichen Anschlussstandard vorschreibt und nicht nur die Hersteller von Smartphones zu Software-Updates verpflichtet. Obwohl die letzten Details noch nicht ausgearbeitet sind, ist klar, dass Updates künftig ein Bestandteil von Smartphones sind, auf den der Kunde beim Kauf ein Anrecht hat.

HONOR

Auf Nachfrage erklärte der Hersteller, der nun losgelöst von Huawei als eigenständiges Unternehmen agiert: „Wir möchten, dass unsere Kunden ihre Honor-Geräte für eine lange Zeit sicher und komfortabel nutzen können. Entsprechend überarbeiten wir aktuell unsere Richtlinie zu Software-Updates. Das erste Gerät im Rahmen der neuen Update-Richtlinie ist das Magic4 Pro, das mindestens zwei größere Android-Software-Updates sowie mindestens vier Jahre lang Sicherheits-Updates erhalten wird.“ Zu den Einsteiger- und Mittelklassemodellen (Magic4 Lite, 50 Lite) gibt es bisher keine Aussagen, wir halten zumindest eine neue Android-Version für wahrscheinlich. Noch gibt es keine Übersichtsseite mit Infos zu Smartphones und Updates.

MOTOROLA

Auch bei Motorola hat man erkannt, dass Updates an Bedeutung gewinnen und Richtlinien dafür aufgestellt: Die Modelle der Serien G und Edge, die 2022 vorgestellt wurden, erhalten drei Jahre lang monatliche Sicherheitsupdates sowie zwei neue Android-Versionen. Die Einsteiger der E-Serie bekommen immerhin noch zwei Jahre lang Sicherheitsupdates. Dieser Fahrplan gilt auch für die 2021er-Modelle, allerdings mit der Einschränkung, dass bei der G-Serie die Sicherheitspatches auf zwei Jahre reduziert werden und dass G10 und G20 keine neue Android-Version bekommen. Es gelten also für jedes Modell andere Regeln, was die Übersicht erschwert. Leider gibt es keine zentrale Anlaufstelle im Internet, wo Zeitpläne und Veröffentlichungstermine aufgelistet sind.

Die Fragmentierung von Android mit Herstellern, die dem System eine eigene Benutzeroberfläche aufprägen, war vor allem in den Anfangsjahren ein riesiges Problem.

NOKIA

Ein starker Software-Support mit einem transparenten und klar kommunizierten Update-Fahrplan gehört zur DNA von Nokia-Lizenznehmer HMD. Die Modelle der X-Serie erhalten Versions- und Sicherheitsupdates über drei Jahre, für die G-Serie gibt es zwei neue Android-Versionen, Sicherheitspatches werden aber auch hier drei Jahre lang ausgeliefert. Alle Updates, auch die Sicherheitspatches, sind auf der Website von Nokia/HMD genauestens dokumentiert. Demnach hat allein das Mitte 2020 vorgestellte 150-Euro-Modell Nokia 1.3 seit dem Marktstart mehr als 30 Aktualisierungen erhalten. Vor allem im Einsteigerbereich bietet Nokia damit ein starkes Alleinstellungsmerkmal.

ONEPLUS

Obwohl der für seine starken Topmodelle bekannte Hersteller Oneplus sein Produktportfolio seit Mitte 2020 stark in Richtung der günstigen Nord-Serie ausbaut, hält er den Software-Support weiter hoch. Während die Flaggschiffe (8, 9, 10 und Pro) drei neue Android-Versionen und vier Jahre lang Sicherheitspatches bekommen, sollen die Mittelklasse-Smartphones „2+3“ erhalten, also zwei große Systemupdates und drei Jahre lang Sicherheitspatches. Im Internet ist für jedes Modell das aktuelle Software-Update aufgelistet und kann dort auch heruntergeladen werden.

Hinter jedem Update stand ein hochkomplexer Prozess, in dem jeder Beteiligte ein Wörtchen mitzureden hatte: Wenn Google den Code freigab, haben nicht nur die Smartphone-Hersteller draufgeschaut. Der Code musste konform sein mit den Treiberpaketen der Prozessorlieferanten, vor allem Qualcomm und Mediatek seien hier genannt. Am Ende haben sogar die Netzbetreiber bei jedem kleinen Update den Knopf für die Freigabe gedrückt. Das führte zu der absurden Situation, dass Kunden ein vom Hersteller freigegebenes Update gar nicht oder verspätet erhielten, da sie ihr Gerät über die Telekom oder Vodafone und nicht im freien Handel erworben hatten. Der Weckruf kam 2015 mit der unter dem Namen Stagefright bekannten Sicherheitslücke. Plötzlich war die Industrie damit konfrontiert, dass weltweit fast eine Milliarde Smartphones dringend ein Update brauchten, aber keine Infrastruktur existierte, um es schnell auszuliefern. Mobile Banking und mobile Payment waren damals noch nicht so verbreitet wie heute, aber das Smartphone war bereits das wichtigste Gerät im Alltag der meisten Menschen, der Anker für fast alle digitalen Daten und Anwendungen. Und es war offen wie ein Scheunentor. Stagefright war die Zeitenwende für das Android-Ökosystem: Es gibt ein Davor und ein Danach und eine klare Trennlinie zwischen beiden Zuständen.

OPPO

Oppo ist bei Updates ähnlich aufgestellt wie Oneplus: Für die Flaggschiffe aus der Find-X-Pro-Serie verspricht man drei Jahre lang Software-Updates und vier Jahre lang Sicherheitspatches. Eine Preisklasse tiefer, also bei den Find-X-Modellen ohne „Pro“, bei der Reno-Serie und bei Teilen der A-Serie, verkürzt sich der Support auf „2+3“, also auf zwei Systemupdates und drei Jahre lang Sicherheitspatches. Nicht so ganz klar ist, wie die Aussage „Teile der A-Serie“ im Detail zu verstehen ist. Im Gegensatz zu Oneplus bedient Oppo auch das unterste Ende der Preisskala. Bekommt zum Beispiel ein Oppo A16 für 145 Euro zwei neue Android-Versionen? Darauf würden wir keine Wette eingehen.

REALME

Bei Realme ist die Situation ähnlich wie bei Oppo. Das ist keine Überraschung, da Realme eine Ausgründung von Oppo ist und eine modifizierte Version von Oppos Benutzeroberfläche Color OS verwendet. Für die Topmodelle der GT2-Serie verspricht der stark wachsende Hersteller drei neue Android-Versionen und vier Jahre lang Sicherheitspatches. Für die Mittelklässler der Serie Neo2 schrumpft das Zeitfenser auf zwei und drei Jahre, was in Anbetracht der günstigen Preise immer noch ein guter Zeitraum ist. Wenn man tiefer hinuntergeht, wird es dagegen genauso nebulös wie bei Oppo. Erhalten etwa die Einsteiger der Narzo-Serie neue Systemversionen? Auf Nachfrage konnte man uns dazu keine belastbaren Infos liefern.

Sicherheit und Zentralisierung

Nach Stagefright fing Google an, monatliche Sicherheitspatches für Android zu veröffentlichen. Aktuelle Probleme werden heute in den Sicherheitsbulletins unter source.android. com veröffentlicht, und man kann sagen, dass das Android-System mittlerweile sehr hohe Sicherheitsstandards erfüllt. Damit die Patches auch das Smartphone erreichen, ist man nach wie vor auf die Hersteller angewiesen, die die Updates an die Geräte ausliefern müssen. Google hat daher parallel damit begonnen, das Android-System in Module aufzuteilen, die sich unabhängig vom Kernsystem aktualisieren lassen – die wichtigsten Bemühungen sind als Project Treble (2017) und Project Mainline (2019) bekannt. Diese modulare Struktur versetzt Google in die Lage, bestimmte Systemkomponenten unabhängig vom Hersteller zu aktualisieren.

SAMSUNG

Kein Android-Hersteller kommuniziert so klar und gibt so weitreichende Update-Versprechen wie Samsung. Die Koreaner veröffentlichen eine Vielzahl von Informationen über die neuen Versionen im Internet und in der App „Samsung Members“. Dort findet man auch präzise Informationen darüber, wann welches Modelle eine neue Version bekommt. Die Topmodelle der S- und Z-Serie erhalten vier neue Android-Versionen und fünf Jahre Security Patches. Dieses großzügige Update-Versprechen hat Samsung kürzlich auch auf die A-Serie (A33 und A53) ausgeweitet. Ein so langer Support-Zeitraum schlägt sogar Google. Selbst die Einsteigermodelle der A-Serie unterhalb von A33 und A53 werden noch mit mindestens zwei Systemupdates versorgt und erhalten vier Jahre lang Sicherheitspatches.

SONY

Die Japaner lassen sich bei Updates nur ungern in die Karten schauen. Das diesjährige Flaggschiff Xperia 1 IV war das erste Smartphone, für das Sony direkt bei der Produktvorstellung eine klare Ansage gemacht hat: zwei neue Systemversionen und drei Jahre lang Sicherheitspatches. Dass Sony bei Updates nur unzureichend kommuniziert, macht die Verwirrung um das letztjährige Top-Smartphone Xperia 1 III deutlich. Hier kam das Gerücht auf, es solle nur ein großes Update erhalten. Inzwischen ist klar, dass es mindestens zwei neue Android-Versionen bekommen wird. Aber wie steht es um Sicherheitspatches? Auch zur Mittelklasse-Serie 10 fehlen konkrete Angaben. Fakt ist, dass das im letzten Jahr vorgestellte 10 III bereits einen Sprung von Android 11 auf Android 12 gemacht hat.

Dass der führende Android-Entwickler damit die Kontrolle über das Android-Ökosystem verstärkt und seine zentrale Rolle ausgebaut hat, ist eine Folge, die nicht unbedingt positiv zu betrachten ist. Aber es ist eine Entwicklung, die zum aktuellen Zeitpunkt alternativlos scheint. Eine Katastrophe wie Stagefright würde heute nicht mehr passieren, denn die damals betroffenen Multimedia-Bibliotheken sind nun Bestandteil der Play-Systemupdates, die direkt von Google ausgerollt werden. Heute sorgt der modulare Aufbau des Android-Systems dafür, dass mehrere Update-Systeme ineinandergreifen und das Smartphone effektiv vor neu entdeckten Sicherheitslücken schützen, auch ohne dass die Anwender etwas davon mitbekommen.

VIVO

Vivo bewegt sich in Deutschland zu Unrecht unter dem Radar. Denn auch die Update-Politik des chinesischen Smartphone-Spezialisten, der zu den Top 5 der Welt gehört, ist sehr gut. Das kürzlich vorgestellte Highend-Modell X80 Pro bekommt drei neue Android-Versionen und drei Jahre lang Sicherheitsupdates. Bei der Mittelklasseserie V und auch bei der Einsteigerserie Y (unter anderem das für 190 Euro erhältliche Y20s) sind es immer noch zwei neue Android-Versionen. Auch diese Modelle werden drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt.

XIAOMI

Bei Xiaomi gibt es für die Modelle der Serien 11 und 12 (das 12 und das 12 Pro) eine Update-Garantie für drei Android-Versionen sowie vier Jahre Sicherheitspatches. Auch weitere Modelle bis hinunter in den Einsteigerbereich bekommen Updates und Sicherheitspatches, allerdings kommuniziert das Unternehmen die Bedingungen nicht sehr transparent. Rollout-Pläne werden sporadisch über Facebook veröffentlicht. Eine Garantie, dass das eigene Modell ein Update bekommt, gibt es nicht. Mit sinkendem Preis nimmt auch die Update-Wahrscheinlichkeit ab.

* für ausgewählte Modelle

Nach Apple kommt Samsung

Den Nutzer interessiert vor allem die nächste Android-Version, da sie das Gerät mit neuen Funktionen aufwertet. Samsung nimmt hier eine Führungsrolle ein, mit einem Update-Zeitfenster, das nahe an das von Apple heranreicht und sogar die Pixel-Serie von Google übertrumpft. Der Software-Support bei Android hat aber generell einen großen Sprung gemacht und ist heute viel besser als sein Ruf. Vor allem für die Top-Smartphones bekommt man herstellerübergreifend mindestens zwei neue Android-Versionen. In den tieferen Preisregionen ist das Bild differenzierter, hier hinken vor allem die chinesischen Hersteller ein wenig hinterher, sowohl bei der Kommunikation als auch bei der Auslieferung, was damit zu erklären ist, dass sie stärker auf ihren Heimatmarkt fixiert sind, wo sie ein grundlegend modifiziertes Android-System ohne Google-Dienste verwenden. Aber in Zukunft wird es besser, denn, wie der deutsche Pressevertreter eines großen chinesischen Herstellers kürzlich im Gespräch erklärte: „Wir legen der Zentrale das Thema immer wieder auf den Tisch.“ Gut so.

Andreas Seeger