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Wo der Weihnachtsmann wohnt


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Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 27.10.2022
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Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 11/2022

Der Weg in den Dauerwinter (knapp 200 Tage Schnee!) ist nicht ganz unbeschwerlich. Ohne Umsteigen geht’s nicht. Und eine Reise nach Lappland dauert Minimum sieben Stunden. Wer aus Deutschland fliegt, landet meist für einen Zwischenstopp in Helsinki und muss dann noch mal einsteigen und weitere 800 Kilometer nördlich nach Rovaniemi reisen. Mitten ins Wintermärchen. Von dort ist der finnische Winter samt Weihnachtsmann – in Finnland „Joulupukki“ genannt – nicht mehr weit. Zum Santa Claus Village gibt es übrigens einen Santa Claus Bus, ihr spart euch also den Mietwagen.

Rovaniemi ist die Hauptstadt von Lappland und auch das offizielle Zuhause des Weihnachtsmanns. 1992 hat in Rovaniemi ein Büro des Weihnachtsmanns aufgemacht, das große Santa Claus Village. Ihr könnt bei eurem Besuch sogar den Polarkreis überqueren. Der Eintritt ist frei, und der Tag wird ein einziges Erlebnis. Versprochen.

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... Rentiere, dann Huskys

Eigentlich gibt es im Weihnachtsdorf nichts, was es nicht gibt. Und das das ganze Jahr über. Im Büro arbeiten der Weihnachtsmann und seine Elfen, die „Tonttus“, einfach immer. Ihr könnt zum Beispiel im Postamt das ganze Jahr über Postkarten direkt vom Weihnachtsmann (mit Sonderstempel) verschicken – die aber alle erst rund um Weihnachten ankommen. Oder eure Kids mal kurz auf seinem Schoß sitzen lassen und euch das größte Geheimnis erklären lassen: den Geschwindigkeitsregulator! Ohne den würde der Weihnachtsmann es schließlich gar nicht schaffen, alle Geschenke rechtzeitig zu verteilen (und auch nicht ohne die Paw Patrol …).

Mindestens so wichtig wie der Weihnachtsmann sind natürlich auch die Rentiere. Eine Rentierschlittenfahrt ist so etwas Magisches, und ihr kriegt das auch nur in der Polarregion. Manchmal reicht es aber auch schon, die Rentiere (sehr süß!) nur zu streicheln. Mehr Spaß gibt’s auf dem Huskyschlitten, denn den könnt ihr selber steuern und kriegt so ein ungefähres Gefühl, wie es wäre, so was mal für mehrere Tage zu machen.

Die Huskys sind für viele Kids das Highlight. Schließlich werden sie nicht nur vor den Schlitten gespannt, sondern können auch danach noch gestreichelt und geknuddelt werden. Und ja: Da möchte man schon einen mit nach Hause nehmen.

Noch rasanter wird es mit dem Schneescooter, den ihr bei geführten Touren über verschneite Seen jagen könnt. Und es hat schon was, mit so einem Mobil durch tiefen Schnee zu brettern.

Die Filiale ist genauso stimmungsvoll

Kleiner Geheimtipp: Der Weihnachtsmann hat noch ein zweites Büro.

Wem das Santa Claus Village etwas zu touristisch ist, dem rate ich zu einem Besuch im deutlich unbekannteren Cottage in Ruka. Hier fliegt ihr nicht nach Rovaniemi, sondern nach Kuusamo und reist von dort ins 25 Kilometer entfernte Ruka weiter. Von Ruka aus gibt es einen Transfer zum Santa Cottage. Ruka ist nicht nur Heimat für das Weihnachtsmanncottage im Nichts, sondern auch ein ziemlich großes Skigebiet. Und einer unfassbaren Natur drum herum, dem Oulanka-Nationalpark sei Dank.

HierbestehtzumBeispieldieMöglichkeit, Skifahren mit einem Besuch beim Weihnachtsmann zu verbinden. Allerdings: Hier kostet der Eintritt Geld, ab 88 Euro pro Person ab drei Jahren (inklusive Transfer und allem, was man machen kann, also Essen, Weihnachtsmannbesuchen, Schlittenfahren, Führung etc.). Das kann im ersten Moment abschrecken, aber für alles, was ihr im Santa Claus Village extra zahlt, kommt ihr etwa auf die gleiche Summe.

Im Cottage bucht ihr euch einen Vier-Stunden-Slot, in dem ihr zuerst mit den Tonttus die Umgebung rund um das Cottage kennenlernt, Schlitten fahrt, ein Lagerfeuer macht und Rentierwurst essen könnt. Und dann geht’s zum Weihnachtsmann. Der mit seiner Frau im Cottage schon auf euch wartet und jedem Kind eine kurze Geschichte erzählt. Wirklich ein ganz besonderes Erlebnis und weniger überfüllt – dank Buchungssystem!

Nicht billig, aber einzigartig

Eine Reise nach Finnland ist kein wirklich günstiges Erlebnis, aber es ist absolut einzigartig und in meinen Augen so ein „Once in a lifetime“-Ding. Mit Huskys durch unberührte Landschaften sausen, Rentiere streicheln, den Weihnachtsmann treffen und vor dem Schlafengehen noch mit dem gewaltigsten Naturschauspiel am Himmel, den Polarlichtern (siehe Bild S. 60/61), belohnt zu werden – das ist kaum zu toppen, egal wie dick man sich dafür einpacken muss.MeinTipp:Installiert eine Polarlicht-App. Die informiert euch darüber, ob die Nacht leuchten wird. Selbst bei 30 Prozent Nordlichtgarantie lohnt es sich, aufzustehen. Ihr werdet es nicht bereuen, eure Kids dafür nachts in den Schnee zu jagen.

Auf nach Lappland!

Wohnen

Ob Ferienwohnungen, Iglus, Cottages oder Hotels – ihr kriegt alles und in allen Preisklassen. Besonders toll sindGlasiglus,in denen ihr direkt aus dem Zimmer die Nordlichter sehen könnt. Die sind nicht ganz billig, die Magical Ponds gibt’s für eine Familie mit zwei Kids unter zwölf Jahren ab 220 Euro die Nacht – und sie sind sehr beliebt und früh ausgebucht. MehrInfos: Preisgünstiger sind Ferienwohnungen,z. B. die Ruka Ski Chalets direkt an der Piste. Kosten pro Nacht: 160 Euro für 2 Erwachsene und 2 Kinder. MehrInfos:rukaskichalets.fi Cottages,z. B. das Ruka Korpi, gibt’s in der Hochsaison für 475 Euro für drei Tage. Hier passen acht bis zehn Leute rein, für große Familien oder einen Urlaub mit Freunden eine sehr günstige und schöne Alternative. MehrInfos:rukakorpi.com

Huskytouren

Eine Tour für die ganze Familie gibt’s inklusive Guide ab 30 Euro (für 30 Minuten Schlittenfahrt und hinterher noch Huskystreicheln), längere Touren sind auch möglich, kosten dann eben mehr.MehrInfos:

Wandern

Auch ganz toll: eine Schneeschuhwanderung durch den Oulanka-Nationalpark. Das geht auch schon mit kleinen Kids. Hauptsache, Schnee; Hauptsache, raus.

Und klar tut es auch ein Spaziergang. Die Wege lassen sich auch mit einem Schlitten begehen.

Skifahren

Ruka istdasSkigebiet und eignet sich super für Anfänger. Die Pisten sind flach und breit, und die Verletzungsgefahr echt gering, denn selbst die Bäume sind so eingeschneit, dass es gar nicht wehtut, wenn man doch mal einen erwischt.

Eisangeln

Für Hartgesottene! Dazu braucht es einen Eisbohrer und natürlich eine Angel. Außerdem einen guten Schneeanzug – und viiiiiiel Geduld …

Beste Zeit für einen Besuch ist definitiv ab Dezember bis in den März hinein. Es liegt zu 100 Prozent Schnee, die Chance auf Nordlichter ist ziemlich hoch. Also, wenn es mal etwas mehr Magie sein soll, der Besuch beim Weihnachtsmann ist keine so schlechte Idee.