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Wo die WILDEN PONYS wohnen


Gong - epaper ⋅ Ausgabe 34/2021 vom 20.08.2021

Artikelbild für den Artikel "Wo die WILDEN PONYS wohnen" aus der Ausgabe 34/2021 von Gong. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gong, Ausgabe 34/2021

GRENZENLOS Freiheit: Auf etwa 300 Quadratkilometern können sich die Tiere richtig austoben

3000 HALBWILDE PONYS leben im Nationalpark

Hallo, große weite Welt! Mit geblähten Nüstern mustert das Fohlen den Wald. Wenige Stunden ist es erst alt. Unsicher beschnuppert es seine Umgebung: Büsche, Blätter, Baumstämme. Dann jagt es in übermütigen Bocksprüngen zurück zu seiner Mutter. Aufregend!

Annähernd 3000 New-Forest-Ponys genießen in Südenglands gleichnamigem Nationalpark ein Leben in Freiheit. Und die Vierbeiner sind in bester Gesellschaft: Auch Hirsche, Greifvögel und Otter fühlen sich in dem 571 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet heimisch. Das grüne Paradies blickt zurück auf eine bewegte Geschichte. 1079 entdeckte Wilhelm I. von England es für die royale Hirschjagd.

Noch heute gehören 90 Prozent des New Forest der ...

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... britischen Krone. Eine neue TV-Doku (siehe TV-Tipp Seite 14) zeigt die Schönheit des Parks und begleitet ein Fohlen durch sein erstes Lebensjahr im Wald.

Tierische Nachbarn

Die robusten New-Forest-Ponys leben in einem abgegrenzten Bereich auf einer Fläche von rund 300 Quadratkilometern. Hier durchstreifen die bis zu 1,48 Meter großen Vierbeiner Wälder, Moor- und Heidelandschaften – und leisten ganz nebenbei einen Beitrag für die Umwelt. Durch das Äsen von Gräsern, Blättern und Ästen halten sie Lichtungen frei, kontrollieren das Wachstum der Bäume und gestalten so die Landschaft entscheidend mit.

Auch zahlreiche Menschen wohnen in den Weiten des Nationalparks. Rund 38.000 Einheimische haben sich hier in kleinen Dörfern niedergelassen. Spezielle Viehgitter verhindern, dass regelmäßig ein neugieriges Pony in ihrem Vorgarten steht. Doch die Bewohner kümmern sich auch um ihre vierbeinigen Nachbarn. Jedes Pony wird mittels Brandzeichen einem der Landwirte zugeordnet. Die Konwohnen trolle der Tiere ist bestens organisiert: Die Bauern wählen zehn Verwalter aus, sogenannte Verderer, die den Überblick über die Population behalten: „Es wird extra darauf geachtet, dass jeden Tag jemand die Gesundheit der Ponys im Blick behält“, berichtet Richard Stride, selbst Landwirt und Verderer. „Gibt es irgendwelche Probleme, werden die Tiere anhand ihrer Brandzeichen identifiziert und ihren jeweiligen Besitzern gebracht.“

HENGSTE für die Herde

Der Bestand an New-Forest-Ponys wird genaustens dokumentiert. Damit für alle Vierbeiner stets genügend Wasser und Nahrung vorhanden ist, darf nur eine begrenzte Anzahl an Tieren durch den Park galoppieren. Um die Fortpflanzung der Ponys zu regulieren, werden nur von April bis Juli Hengste zum Rest der Herde gelassen. Nach elf Monaten Tragzeit bringen die Stuten ein Fohlen zur Welt. Alle drei bis vier Jahre tauschen die Verantwortlichen des Parks die Hengste aus, um Inzucht zu vermeiden. Auch männliche Fohlen dürfen in der Regel nur ein knappes Jahr beim Rest der Herde bleiben. Danach heißt es für die übermütigen Jungtiere Abschied nehmen.

571 QUADRATKILOMETER Fläche umfasst der Park insgesamt

Um den Bestand an Ponys konstant zu halten, treiben die Verderer sie regelmäßig bei sogenannten „drifts“ zusammen. Alle Tiere werden einem kurzen Gesundheitscheck unterzogen, einige von ihnen anschließend der Herde entnommen. Mehrmals jährlich bieten die Landwirte ihre halbwilden Vierbeiner daraufhin beim Beaulieu Road Pony Sale, einem der größten Pferdemärkte des Landes, zum Verkauf an. Robust, unerschrocken, ausdauernd und gutmütig: New-Forest-Ponys bringen viele Eigenschaften mit, die sie zu idealen Reittieren machen. Egal ob im Spring-, Dressur-, oder Polosport: Von erfahrenen Besitzern lassen sich die vielseitigen Vierbeiner für unterschiedlichste Einsatzgebiete ausbilden. Auch als Reitponys für Kinder eignen sie sich gut.

BEOBACHTEN aus der Distanz

Jahr für Jahr strömen zahlreiche Besucher in den New Forest National Park, um die Ponys aus nächster Nähe zu beobachten. Zu Fuß, per Bus, Auto oder hoch zu Ross durchqueren Gäste die Landschaft. Doch auch wenn es verlockend scheint, die Vierbeiner zu streicheln oder zu füttern, bitten Naturschützer und Landwirte ausdrücklich darum, Abstand zu wahren. Die Tiere könnten einerseits beißen, dürfen sich andererseits nicht an Menschen gewöhnen, da sie schnell von deren Futter abhängig werden. Beobachtet wird nur aus sicherer Distanz – damit die Ponys auch in Zukunft ihr wildes Leben in den Weiten des Nationalparks genießen können.

MELANIE KOCH