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Wo viel Licht ist…


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 14.11.2018

Panasonic Lumix LX100 II: Panasonic hat die Lumix LX100 nach vier Jahren runderneuert und die Version II kann in der Summe der Details überzeugen – darunter ein Sensor mit höherer Auflösung. Doch auch die eine oder andere kleine Schwäche brachte unser Test ans Licht.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 12/2018

Als die Panasonic Lumix LX100 vor rund vier Jahren auf den Markt kam, hatte Sony gerade die Kompaktkamera neu erfunden. Die Modelle der Sony RX100-Reihe 1-Zoll-Sensor feierten bei qualitätsbewussten Fotografen große Erfolge, viele legten sich eine als Immer-dabei-Kamera für die Hosentasche zu. Die Panasonic LX100 packte mit ihrem etwa ...

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Als die Panasonic Lumix LX100 vor rund vier Jahren auf den Markt kam, hatte Sony gerade die Kompaktkamera neu erfunden. Die Modelle der Sony RX100-Reihe 1-Zoll-Sensor feierten bei qualitätsbewussten Fotografen große Erfolge, viele legten sich eine als Immer-dabei-Kamera für die Hosentasche zu. Die Panasonic LX100 packte mit ihrem etwa doppelt so großen FourThirds-Sensor noch einen drauf. Jetzt kommt das Nachfolgemodell Lumix LX100 II mit dem gleichen lichtstarken Leica-Dreifach-Zoom 1,7- 2,8/10,9-34 mm.
Wichtigste Neuerung ist der Wechsel vom 16-Megapixel-MFT-Sensor zum aktuellen 20-Megapixel-MFT-Sensor. Weiterhin nutzt die LX100 II aber nicht die gesamte Sensor-Fläche, sondern liefert mit Rücksicht auf das Objektiv „nur“ 17-Megapixel-Bilder.

Gehäuse und Ausstattung

Mit den Abmessungen von 115 x 66 x 64 mm und einem Gewicht von 395 Gramm ist die LX100 II kleiner und leichter als spiegellose Systemkameras, aber größer und schwerer als Kompaktkameras. Zum Vergleich: Die neue Sony RX100 VI misst nur 102 x 58 x 43 mm und bringt 300 g auf die Waage. Nur im Griffbereich an der rechten Kameravorderseite und im Daumenbereich an der Kamerarückseite ist das Oberflächenmaterial strukturiert. Für besseren Halt könnte das an der Vorderseite verwendete Material etwas griffiger sein – es ist zwar strukturiert, aber dennoch glatt.

Klassiker
Der Brennweitenbereich von 24-75 mm KB ist praxisgerecht, die hohe Lichtstärke durchaus ein überzeugendes Argument für diese Kamera.


Das Objektiv ist ein Leica DC Vario-Summilux mit f1,7-2,8/10,9-34 mm (entspricht 24–75 mm KB). Die hohe Lichtstärke ist durchaus ein überzeugendes Argument für diese Kamera, der Brennweitenbereich praxisgerecht. Die Weitwinkelseite bringt auch unter beengten räumlichen Verhältnissen viel Motiv auf den Sensor und auf der Teleseite ist die Kombination von 75 mm (KB) Brennweite bei einer Öffnung von f2,8 der Porträt-Klassiker. Allerdings stört bei offener Blende ein deutlicher Leistungsabfall zum Rand hin. Die Verwendung von Filtern und anderem Einschraub-Zubehör ermöglicht ein Filtergewinde von 43 mm. Ein optischer Bildstabilisator, der auch in den G-Modellen verbaut ist, reduziert Verwacklungsunschärfen. Ein Blitz ist nicht integriert, dafür liegt nun ein kleines Blitzchen (LZ6) bei, das in den Blitzschuh geschoben wird. Über das Kameramenü wird es gesteuert.
4K-Video beherrschte schon die LX100 – damals ein Novum bei den Kompakten. Diese 4K-Videos nimmt die LX100 II jetzt mit 30 Bildern pro Sekunde auf (LX100: 25 Bilder/s) und stellt für den Kreativbetrieb verschiedene Fotound Video-Modi zur Auswahl. Die Kamera verbindet sich via Bluetooth oder WLAN mit iOS und Android-Smartphones. Dort sollte die „Panasonic Image“-App installiert sein, um den Funktionsumfang voll nutzen zu können. Dann kann die Kamera z.B. auch die GPS-Daten des Smartphones übernehmen.

Bedienung und Display

Bei dem relativ kleinen Kameragehäuse liegen die Bedienelemente etwas eng beieinander – das braucht etwas Übung. Statt des an vielen Kameras üblichen Moduswahlrads für P, A, S, und M findet sich hier ein Verschlusszeiten-Einstellrad. Die Modi P, A, S, M plus zwei „Intelligente Automatik“-Funktionen, werden stattdessen durch unterschiedliche Eingabe-Abläufe aufgerufen: „ Automatische Blende“ startet die Verschlussvorwahl, „Automatische Verschlusszeit“ die Blendenpriorität. Je nach Kameraeinstellung wird der jeweilige Modus zur Kontrolle am Display und/oder im Sucher angezeigt. Wichtige Funktionen haben eine Druck- oder Schiebetaste, etwa Formatauswahl, Fokus-Funktionsweise, intelligente Automatik und Lichtempfindlichkeit. Sie lassen sich ohne Umwege direkt ansteuern.
Von sehr guter mechanischer Qualität sind die um das Objektiv angeordneten Ringe. Der stufenlos, butterzart drehbare Steuerring hilft beim Aufrufen der verschiedenen Einstellungen, davor liegt der exakt rastende Blendenring.

Direktzugriff
Für schnelle Einstellungen lassen sich im Aufnahmemenü zehn Fn-Varianten konfigurieren.


Weiterhin sind um das Objektiv herum zwei Schalter für Fokusvarianten und Bildseitenverhältnisse angebracht, ebenfalls feinste Mechanik. An der Kamerarückseite befinden sich acht Tasten und ein Vierwegetaster. Dessen äußerer Ring ist zusätzlich drehbar und ermöglicht so weitere Kamera-Einstellungen.
Sowohl das Menü für Aufnahmeeinstellungen als auch zur Bildwiedergabe sind sehr umfangreich. Zur Entzerrung und für schnellen Direktzugriff auf die unterschiedlichen Funktionen lassen sich beim Aufnahmemodus zehn Fn-Varianten und beim Wiedergabemodus fünf Fn-Varianten konfigurieren. Ein übersichtliches Quick-Menü mit Direktzugriff auf die unterschiedlichen Aufnahmeparameter bietet weitere individuelle Einstellmöglichkeiten.
Das 3“- TFT-LCD-Display hat eine Auflösung von 413334 RGB-Bildpunkten. Helligkeit, Kontrast, Sättigung, Rotton und Blauton sind einstellbar. Die Abbildung am Display ist knackig scharf, eine Winkelabhängigkeit ist nicht zu erkennen. Das Display hat eine Touch-Funktion, für die man allerdings spitze Finger braucht, um die kleinen Funktionsfelder zu treffen. Leider ist das Display fest eingebaut, weder dreh- oder schwenkbar. Das würden wir uns anders wünschen. Der 0,38“ große LVF-Sucher hat eine Auflösung von 920000 Bildpunkten. Seine Abbildung mit 100% Bildfeld und 0,7-facher Vergrößerung ist scharf und kontrastreich. Der Sucher hat an der rechten Seite ein kleines Einstellrädchen für den Dioptrienausgleich.

Belichtung und Autofokus

Das Scharfstellen funktioniert per Kontrastautofokus mit DFD-Unterstützung. Letztere kann aus zwei unscharfen Fotos die Richtung und den Verstellweg errechnen und somit die AF-Zeit verkürzen. Der AF entspricht dem in der GX9 und arbeitet ebenfalls mit bis zu 49 Messfeldern. Damit hat die Kamera auch bei schneller und bei unregelmäßiger Bewegung kein Problem, den AF-Punkt zu finden. Die AF-Zeiten von 0,20 s bei 300 Lux und 0,30 s bei 30 Lux sind nicht ganz so rasant wie in der GX9, fühlen sich in der Praxis aber trotzdem flott an.
Der mechanische Verschluss der LX100 II beherrscht als kürzeste Zeit 1/4000 s, ein zusätzlicher elektronischer Verschluss schafft 1/16000 s. Die längste Verschlusszeit beträgt 30 Minuten, damit eignet sich die Kamera auch für Nachtaufnahmen bestens. Serien kann die LX100 II mit über 11 Bildern/s schießen (JPG 11,3 B/s, bis 104 Bilder in Serie, RAW 11,1 B/s, bis 40 Bildern in Serie). Die Bracketing-Optionen wurden gegenüber dem Vorgängermodell um Fokus und Blende erweitert.
Die 4K-Fotofunktionen erlaubt Bilder mit 8 Megapixeln und Panasonic hat der LX100 II die Funktionen der aktuellen G-Kameras zukommen lassen: So erlaubt Post Focus das Auswählen einer Schärfeebene aus einem 4K-Video und mit Focus Stacking lassen sich mehrere Fokusebenen zu einem Bild mit maximaler Schärfentiefe kombinieren.

Bildqualität

Das Rauschverhalten ist bei ISO 200 und 400 sehr gut, steigt bei ISO 800 aber schon deutlich an. Dann machen sich in unseren Testaufnahmen auch deutliche Artefakte bemerkbar sowie die nachlassende Feinzeichnung, sodass man ab 800er-Stufe das RAW-Format vorziehen sollte. Bei niedriger Empfindlichkeit sind auch die JPGs sehr gut und man kann sich den RAW-Aufwand meist sparen.

Leica DC Vario-Summilux f 1,7-2,8/10,9-34 mm

Die Weitwinkeleinstellung liefert mittig bei Bl 1,7 ein ordentliches aber kein Top-Ergebnis. Abblenden bringt ein sichtbares Plus bei Auflösung und Kontrast. Der Randabfall, besonders des Kontrastes, bleibt auch abgeblendet zu hoch, doch hilft das höhere Niveau der Bildmitte zu nutzbaren Rändern. In der mittleren Zoomstellung und offen Bl 2,5 liegt die Auflösung fast 200 LP/BH über dem Wert für das Weitwinkel bei Blende 1,7. Auch der Kontrast ist in der Bildmitte höher, der Randabfall jedoch erneut sehr kräftig. Abblenden reduziert den Randabfall bei moderaten Auflösungsverlusten in der Bildmitte. Am langen Ende liegt die Auflösung bei offener Blende 2,8 fast 300 LP/BH unter dem Wert für die mittlere Telestellung, zugleich fällt auch der Kontrast in der Bildmitte signifikant geringer aus. Das kann auch der vergleichsweise geringe Randabfall der Auflösung nicht ausgleichen. Abblenden hebt allerdings die Mittenwerte an. Insgesamt muss man bei diesem Objektiv mit Verlusten an den Rändern rechnen. In der Bildmitte stimmen die Werte abgeblendet und im Fall der mittleren Brennweite auch offen.

Bildqualität

Die vielleicht wichtigste Neuerung der LX100 II gegenüber dem Vormodell ist der Sensor. Panasonic hat die Auflösung auf 21,8 Megapixel erhöht, effektiv lassen sich 16,8 MP beim Seitenverhältnis 4:3 nutzen. Beim 16-MP-Sensor der LX100 Mark I blieben effektiv nur 12,8 MP übrig. Außerdem verzichtet Panasonic auf das Tiefpassfilter. Damit erreicht die LX100 II bei ISO 200 eine Auflösung von 1748 LP/BH, die bis ISO 1600 oberhalb der 1600 LP/BH bleibt.
Die Dead-Leaves-Kurven mäandern bei der niedrigsten Empfindlichkeit um die 1,0 herum, steigen aber nirgendwo deutlich darüber. Gut. Die Kantenprofile zeigen jedoch markante Spitzen – es wird also ordentlich nachgeschärft. Das Rauschverhalten ist bei ISO 200 und 400 sehr gut (ISO 200: VN 0,8; ISO 400: VN 0,9), steigt bei ISO 800 aber schon deutlich an (VN 1,5). Dann werden Artefakte sichtbar. Hier sollte man auf jeden Fall das RAW-Format vorziehen, bei niedriger Empfindlichkeit sind auch die JPGs sehr gut.

Fazit

Die Panasonic Lumix LX100 II ist eine solide und tadellos verarbeitete Kamera. Doch nicht nur die Hardware ist super – wenn man von Schwächen des Zooms an den Rändern absieht –, auch die softwareseitige Ausstattung beeindruckt: WLAN, Bluetooth, Fotostacking, Post Fokus und HDR. In der Panasonic LX100 II ist fast alles drin, was man sich wünscht.
Allein das fest verbaute Display scheint nicht mehr zeitgemäß, hier würden wir uns schon eine schwenk- und drehbare Variante wünschen – Kauftipp kompakt.

Bei Auflösung, DeadLeaves (DL) und Dynamik stehen hohe Zahlen für gute Messwerte. Das Rauschen (VN) sollte möglichst klein sein.


Fotos: Hersteller, Image Engineering, Erich Baier