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WÖLFE IM WANDEL


Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 16.06.2021

Artikelbild für den Artikel "WÖLFE IM WANDEL" aus der Ausgabe 7/2021 von Metal Hammer. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Metal Hammer, Ausgabe 7/2021

Was macht CALL OF THE WILD in euren Augen so wild und lebendig?

Matthew Greywolf: Ich glaube, es ist im wahrsten Sinne des Wortes unser wildestes Album. Nicht in dem Sinn, dass es unglaublich brutal hart geworden wäre, sondern eine bunte Reise: Als solche betrachte ich ein Album immer, und diesmal gibt es sehr viele unterschiedliche Szenen. Es ist ein wilder Ritt geworden, und das fasst der Albumtitel für mich sehr schön zusammen.

Falk Maria Schlegel: CALL OF THE WILD kann auch für den Aufruf stehen, wieder wild zu sein. Dass man sich in gewissen Phasen in dieser Zeit hängen lässt, mag sein; es ist ein Weckruf, zu sagen: eben nicht! Das Album hat für mich eine unfassbare Kraft und Dynamik. Man kann es auch anders interpretieren: Wir betrachten uns und unsere Fans als die Wilden, als positiv Verrückte – du würdest bei einer Powerwolf-Show nie sagen, das war jetzt ruhig und besinnlich, sondern eher ...

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... wild und laut.

Das Album klingt einerseits natürlich und lebendig, andererseits größer und pompöser denn je. Womöglich kommt auch der Einfluss von Co-Produzent Joost van den Broek durch: Mit ihm habt ihr schon bei den Neuaufnahmen zu BEST OF THE BLESSED (2020) und der Orchestrierung für THE SACRAMENT OF SIN (2018) gearbeitet – was hat euch an ihm und seiner Arbeit begeistert, dass ihr ihn wieder ausgewählt habt?

Matthew: Zum einen ganz banal, dass wir mit ihm prima auf einer Wellenlinie liegen. Mit ihm kann man wunderbar arbeiten, und er hat einen sehr, sehr breiten musikalischen Background. Wir haben ihn diesmal, im Unterscheid zur bisherigen Arbeitsweise, von den ersten Demos an ins Songwriting einbezogen. Wir haben sehr früh orchestrale Ideen skizziert; uns ging es darum, organsicherer mit solchen Elementen umzugehen als in der Vergangenheit. Bisher war es oft so, dass der Song stand, und dann hat man obendrauf noch Würze in Form von Orchestrierungen und Chor-Arrangements gegeben. Diesmal wollten wir schon sehr früh dieses Wechselspiel aus Band und Band-fremden Elementen ins Songwriting einbeziehen. Man hat sich die Bälle hin und her geworfen, und die Nummern sind daran auch gewachsen. Zudem haben wir bei manchen Stücken festgestellt, dass man weniger braucht – der Titel-Track zum Beispiel ist für mich ein Song, der eher reduziert funktioniert, diese Leichtfüßigkeit behalten hat. Das hat uns bereichert, wobei wir ohnehin sehr offen an das Songwriting herangegangen sind.

Falk: Was die Dynamik angeht, sage selbst ich als Orgler gerne mal: Man kann sie auch leiser machen. Wir sind noch immer eine Heavy Metal-Band! Es ist auch wichtig, dass die Grundzutaten im Vordergrund stehen. Der Titel-Song war einer, bei dem ich sagte, hier und da kann man Dinge, die bereits aufgenommen sind, reduzieren – das ist nicht immer eine leichte Entscheidung.

Matthew: Wir hatten im Mix immer die Regel: Im Zweifel gewinnt die Gitarre. Das war die Maßgabe.

Falk: Ein Song muss auch nackt funktionieren, im metaphorischen Sinn. Wenn man ihm die Basics gibt und er ist gut, dann funktioniert er auch, wenn man etwas dazugibt. Diese Dynamik des Albums, die wir auch schon auf dem Vorgänger eingeschlagen hatten, haben wir konsequent fortgesetzt – und das, finde ich, tut uns gut.

Matthew: Ich glaube, THE SACRAMENT OF SIN hat uns darin bestärkt, diese Wege noch konsequenter und selbstbewusster zu gehen. Schlussendlich klingt es nach Powerwolf, denn Attila (Dorn – Anm.d.A.) hat seine Art zu singen, und Falk kommt mit der Kirchenorgel – egal, was wir tun, es wird immer irgendwie nach Powerwolf klingen. Und das war eine sehr schöne Ausgangsbasis.

Obwohl CALL OF THE WILD hundert Prozent nach Powerwolf klingt und nur kommende Livehits enthält, seid ihr nicht auf Nummer sicher gegangen, sondern hattet hörbar Spaß daran, Dinge auszuprobieren. Wie viel Entwicklung könnt und wollt ihr zulassen, und wo geht es zu weit, weil das Orchester zu sehr im Vordergrund steht oder die Orgel zu laut ist?

Falk: Die Orgel kann nie zu laut sein.

Matthew: Jetzt zeigt er sein wahres Gesicht! (beide lachen) Ich würde das gar nicht an einzelnen Bestandteilen wie einer Orgel oder einem Orchester ausmachen, sondern an der Atmosphäre. Es gibt manchmal Songs oder Ideen, an denen arbeitet man und merkt dann, dass etwas fehlt, ohne sich erklären zu können, woher es kommt. Da schätze ich zum Beispiel Attila, der dahingehend brutal ehrlich ist: Der Mann hat kein Problem damit, selbst wenn wir wochenlang an etwas gearbeitet haben, irgendwann zu sagen: Pass auf, das ist alles scheiße, das schmeißen wir jetzt weg.

Gut, dass ihr so ehrlich zueinander sein könnt!

Matthew: Absolut. Wir spielen schließlich seit Menschengedenken in dieser Besetzung zusammen. Ich sage immer halb im Spaß: Da kommt niemand lebend raus. Wir können wirklich brutal ehrlich zueinander sein, und das braucht es in einem kreativen Prozess wie jetzt bei CALL OF THE WILD. Wir haben gesagt: Wir gehen total open-minded ran und probieren auch mal Dinge aus. Da braucht es wirklich die Ehrlichkeit zu sagen, was für uns super funktioniert und was nicht.

Falk: Auch wenn es schmerzt – wir gehen wild miteinander um, das ist richtig.

Womit der Albumtitel noch eine weitere Dimension bekommen hätte. Von den logistischen Herausforderungen der Studioaufnahmen hatte uns Matthew bereits im Studioreport (METAL HAMMER 06/2021) berichtet – unter anderem mussten die Chorgesänge, aber auch eure Parts, in getrennten Räumen aufgenommen werden. An ein echtes Orchester war dabei erst recht nicht zu denken, oder?

Matthew: Genau. Es ist auch nicht mein erklärter Lebenstraum, einmal mit einem echten Orchester zu arbeiten. Ich bin diesbezüglich sehr schmerzfrei (lacht) – ich arbeite gerne mit echten Gitarren, aber nicht so gerne mit einem echten Orchester. So weit geht die Begeisterung bei mir nicht. (Falk lacht im Hintergrund)

Falk, wie geht es dir damit – würdest du gerne mal gegen ein echtes Orchester anorgeln?

Falk: Ehrlich gesprochen, halte ich es genauso.

Matthew: Boah ey, „anorgeln“ ist ein prima Wort.

Falk: Anorgeln hört sich prima an. In der Vergangenheit haben wir einige Happenings geschaffen zu diesem Thema – Chöre in echten Kirchen aufgenommen, sowieso die Orgel in der Kirche. Ein echtes Orchester – ich sage niemals nie, aber wie erwähnt: Das ist nicht das Entscheidende, was wir als nächstes machen müssen.

Zumal man den Unterschied heutzutage sowieso kaum noch hört.

Falk: Das kommt darauf an, wen du fragst. (lacht)

Aber Joost kann das.

Matthew: Er kann das, und um für uns zu sprechen: Am Ende sind wir Metal-Musiker.

Neben dem vordergründigeren Orchester habt ihr weitere neue Einflüsse auf CALL OF THE WILD zugelassen: ‘Dancing With The Dead’ fügt in Sachen Sound neue Elemente hinzu. Die Synthies erinnern mich an Iron Maidens SOMEWHERE IN TIME – das hat man von euch so von noch nicht gehört.

Matthew: Das ist richtig, und sehr schön, dass du SOMEWHERE IN TIME erwähnst. Da musste ich bis hinter die Ohren grinsen – genau das hatte ich nämlich auch im Sinn: Im Prinzip spielt ein Synthie das, was üblicherweise eine zweite Gitarrenharmonie tut, und das hatte für mich auch gleich diesen ‘Wasted Years’-Touch. Für mich war das von vornherein ein Begeisterungsfaktor für diesen Song. Es ist ein Stück, bei dem es uns allen total in den Fingern juckt, es endlich auf der Bühne zu spielen, und das im Albumkontext unglaublich Spaß macht. Es hat eine gewisse Leichtigkeit, zugleich kann ich dabei nicht ruhig sitzenbleiben, und das brauche ich auf einem Album.

Falk, hast du diese Synthies eingespielt oder dich auf die Orgel beschränkt?

Falk: Nein, das ist mein Part, und das unterstreicht auch, dass wir Keyboard oder Orgel nie als Teppich gesehen haben. Sie haben schon immer eine tragende oder melodische Rolle bei uns gespielt, statt nur die Akkordbegleitung zu sein, die am Ende keiner wirklich braucht. (lacht) Daher war es wieder ein Entwicklungsschritt zu sagen, man macht das mal mit dem Keyboard als zweite Melodie, weil wir ein Stück weit offener sind. Das Zitat von Iron Maiden – SOMEWHERE IN TIME ist eines ihrer unterschätztesten Alben!

Matthew: Da sind wir uns einig, SOMEWHERE IN TIME ist ein unterschätztes Meisterwerk. Und vor allem auch in dem zeitlichen Kontext; es war damals völlig gewagt, das in dieser Form zu machen. Viele Bands sind an Lead-Synthies grandios gescheitert, aber Maiden haben das für meinen Geschmack, und auch im „test of time“, super gemacht.

Eine recht neue Tradition habt ihr fortgesetzt: Mit der Ballade ‘Alive Or Undead’ hat ‘Where The Wild Wolves Have Gone’ seinen Nachfolger gefunden. Wie habt ihr versucht, da nachzulegen, ohne zu kopieren?

Matthew: Bewusst eigentlich gar nicht. Im Gegenteil: Zu Beginn des Songwritings war ich der Meinung, wir schreiben keine Ballade, weil es unmöglich wird, ‘Where The Wild Wolves Have Gone’ irgendwas Gleichwertiges zur Seite zu stellen. Irgendwann saß ich trotzdem am Klavier und habe diese Grundakkorde gespielt. Falk als Experte hat dem etwas hinzugefügt. Es hat sich ganz schnell gezeigt, dass wir alle wirklich dafür brannten, diese Idee umzusetzen. ‘Alive Or Undead’ hat für mich ein anderes Feeling und klingt auch anders, und das war entscheidend: Einen „Teil 2“, das Gleiche noch mal, wäre für mich eher ein Gegenargument gewesen. Speziell Attila und ich sind große Balladen-Fans – ‘Where The Wild Wolves Have Gone’ hatten wir einfach ohne Diskussionen durchgeboxt, und es wurde am Ende ein absoluter Publikumsliebling und auch für uns ein Highlight im Liveset. Ich erinnere mich, als Attila im Demostadium den ‘Alive Or Undead’-Chorus zum ersten Mal gesungen hatte: Wir haben uns nicht gesehen, weil er in einem anderen Raum war, und ich hörte ihn nicht mehr. Ich habe kurz gerätselt: Fand er das jetzt so blöd, dass er nicht mehr mit mir redet, oder was ist los? Irgendwann hat er sich dann gemeldet und meinte, er sei sprachlos, er rede mit mir jetzt über alles, aber nicht darüber, ob dieser Song aufs Album käme oder nicht.

Falk: Ich glaube, man kann nicht bewusst sagen, ich schreibe eine Ballade oder diese und jene Nummer – das entwickelt sich. Mir kommt jetzt auch wieder der Moment in den Sinn, als wir ‘Where The Wild Wolves Have Gone’ 2019 abends im Set auf dem Wacken gespielt haben; bei einem Open Air eine Ballade zu später Stunde zu spielen, das ist durchaus etwas, das auch schiefgehen kann – bei aller Theatralik, die wir einsetzen. Aber es ist genau das Gegenteil geschehen: Ich hatte das Gefühl, es hat die Menschen noch enger zusammenrücken lassen. Das hat eine besondere Energie erzeugt, die ich in dieser Form von unseren eigenen Shows nicht kannte. Durchaus möglich, dass so etwas miteinfließt, wenn man an neue Songs rangeht.

„GLAUBENSKRAFT HAT BEI MIR AUTOMATISCH ETWAS NEGATIVES, VON VERTUSCHEN ODER SICH SELBST ZU BELÜGEN, BIS MAN FALK MARIA SCHLEGEL GLAUBT, DASS ES SO IST.“

FALK MARIA SCHLEGEL

Zumal ‘Alive Or Undead’ wirklich ein sehr eigener Song geworden ist und mehr breitbeinige Rock-Epos-Attitüde wagt.

Matthew: Das ist richtig. Für mich klingt es – und das sage ich bewusst – nach einer Rock-Ballade, nicht einer Metal-Ballade. Im Mix waren wir irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem wir gesagt haben: Lass mal in den Refrains die Gitarre nur Begleiterscheinung sein. Den Refrain macht für mich das Piano aus.

Ich bin alter Savatage Fan – bei deren großen Balladen war es auch immer so, dass die Gitarre ihre Momente hatte, aber im Grunde ging es um das Klavier.

Falk: Und vor dem geistigen Auge sieht man Jon Oliva spielen.

Matthew: Falk hat gegen die Band anklaviert.

Falk: Die Steigerung geht also: Angrillen, anklavieren, anorgeln.

Neue Felder betretet ihr auch thematisch be - ziehungsweise pflügt ihr tiefer als bislang: In mehreren Songs behandelt ihr Mythologie und Folklore rund um Werwölfe und „Kreaturen der Nacht“ vielschichtiger und mit viel historischem Hintergrund. Was war euer Antrieb dafür?

Matthew: Ich könnte jetzt banal sagen: Wir hatten 2020 viel Zeit zu lesen, die uns sonst oft gefehlt hat. Auf Tour nimmt man gerne einen großen Stapel Bücher mit, und am Ende packt man den Koffer aus und hat keines davon auch nur aufgeschlagen. Aber Spaß beiseite: Inspiration ist das persönliche Nerdtum, dann muss die richtige musikalische Idee dazukommen, und dann wächst so etwas zu einem Song. Einige dieser Ideen, konkret ‘Beast Of Gévaudan’, gehen mir seit fast zehn Jahren durch den Kopf. Ich bin über eine der Abhandlungen gestolpert, und es gibt auch den Film ‘Pakt der Wölfe’. Seitdem, ich glaube, es war das Songwriting zu BIBLE OF THE BEAST (2009), hatte ich diese Geschichte im Kopf und wollte darüber etwas schreiben. Aber da sind wir wieder beim Erzwingen: Man kann nicht gegen die Intuition andichten, um die Reihe fortzuführen – wenn sich das Biest nicht zeigt, zeigt es sich nicht. Man muss auch musikalisch eine passende Idee haben. Und das hat sich in dem Fall zumindest bei drei Songs einfach so ergeben. Das waren ‘Beast Of Gévaudan’, ‘Varcolac’ und ‘Blood For Blood (Faoladh)’. Es ist sehr faszinierend, sich mit solchen Legenden aus aller Welt zu beschäftigen.

Falk: Das Schöne ist, dass alle drei Geschichten aus unterschiedlichen Ländern aus ganz Europa stammen.

Und man hat immer auch diese Verbindung zur Religion und religionsgeschichtlichen Aspekten, was bei uns immer ein Hauptthema ist. Es ging immer ein Stück weit um den Glauben: Beim Biest von Gévaudan wurden um die hundert Menschen getötet und keiner wusste, von wem und warum. Dann braucht man etwas, woran man sich festhält. Meist ist es die Bestie, der Wolf oder ein Wolfsmensch – man hat damals noch kaum an Serienkiller gedacht. Und als es nicht geklappt hat, die Bestie zu fangen, begannen die Geistlichen zu erklären, dass es eine Strafe Gottes ist: Seht her, ihr Sünder, ihr habt wieder zu sehr fürs Diesseits gelebt anstatt fürs Jenseits, und jetzt werdet ihr mit Zähnen und Klauen bestraft. Sie haben daran geglaubt, dass Gott jemanden gesendet hat; das finde ich spannend, ich will am Ende gar nicht wissen, was wirklich passiert ist, sondern wir wollen diese Mystik bewahren. Ein wunderbares Thema für Powerwolf.

Weit auseinander gehen auch die Interpretationen rund um den ‘Varcolac’: Im Griechischen ist der „Wrukolakas“ eine Art Vampir, im Slawischen ein Werwolf. Woanders gleicht er dem Fenris-Wolf, der den Mond frisst...

Matthew: Da sind wir dann wieder bei der rumänischen Mythologie. Der Varcolac als der mächtigste der Werwölfe, der dazu in der Lage ist, die Sonne und den Mond zu verschlingen – total spannend, dass es hier auch die Verbindung zu Fenrir im Norwegischen gibt: Woher kommt diese Deutung? Ist es reiner Zufall, dass es sie zweimal gibt? Wir sind schließlich nicht im Zeitalter von Wikipedia, sondern dem von mündlicher Überlieferung über Generationen hinweg. Es gibt den griechischen Ursprung des Worts, dieser hat sich auf den Balkan übertragen, aber wir finden eine Geschichte, die letztlich der nordischen Mythologie sehr gleichkommt.

Musikalisch wirkt ‘Varcolac’ wie der geistige Nachfolger zu ‘Werewolves Of Armenia’. Ist euch das bewusst geworden?

Matthew: So weit würde ich nicht gehen, aber klar: In dem Moment, wenn Powerwolf ein „Hu-ha!“ aufnehmen, denken wir natürlich auch an einen Song, den wir mal geschrieben haben. Ein Eigenzitat, wie ich es liebevoll nenne. Ich mag es, ab und zu so etwas aufzugreifen und ich glaube, der Hörer mag es auch. Das hat also nichts damit zu tun, dass uns nichts anderes eingefallen wäre. Auch wolfsfremde Zitate bauen wir gerne ein, um unsere Inspirationen offen auf der Hand zu tragen. Kleine Eastereggs gibt es immer wieder bei Powerwolf, da kommt ein bisschen der Metal-Nerd durch. Aber natürlich ist ‘Varcolac’ auch atmosphärisch an ‘Werewolves Of Armenia’ dran.

Den dritten Song in dieser Reihe hast du bereits angesprochen, und ich werde ihn bestimmt falsch aussprechen: ‘Blood For Blood (Faoladh)’.

Matthew: Ursprünglich hieß der Song nur ‘Faoladh’. Die nahestrichtige Aussprache, die ich mir gemerkt habe, war „Fällahd“, so ist es wohl im Alt-Irischen. Das Lustige war, dass wir als Band immer per Skype kommunizieren mussten, und es dann immer nur um „diesen Song“ ging – niemand wollte den Titel nennen, weil jeder Angst davor hatte, ihn völlig falsch auszusprechen. Irgendwann habe ich dann klein beigegeben und das Wort nur zum Untertitel gemacht. Ich fand jedoch die Geschichte, über die ich gestolpert bin, viel zu gut, um sie nicht zu verwenden. Faoladh ist in der irischen Folklore ein Werwolfwesen, das im Gegensatz zu den meisten anderen Werwolfgeschichten in vielen Legenden positiv konnotiert ist, nämlich als Wächter oder Beschützer der Kinder und Verwundeten.

Falk: ... und der verlorenen Seelen! Er kann aber auch anders, das ist der spannende Widerspruch.

„DER POWERWOLF IST EIN WANDELBARES WESEN.“

MATTHEW GREYWOLF

Matthew: Genau, auf der anderen Seite, und daher rührt der Titel ‘Blood For Blood’, gibt es auch die Legende des Faoladh, der als Söldner irischer Könige kämpfte und als Sold das Blut der Erstgeborenen forderte. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern jeder Mensch und jede Kreatur ist komplex – überall gibt es verschiedene Aspekte. Trotz der Aussprache und der Unwegsamkeiten musste deshalb ein Song daraus werden.

Und welche Form ist Powerwolf am ähnlichsten?

Matthew: Der Powerwolf ist ein wandelbares Wesen. Das ist eine Politikerantwort. (lacht) Ganz in der Tradition dieser Legenden definieren wir Powerwolf nie. Ich wurde vor Kurzem gefragt, ob der Wolf, der bei uns immer wieder auftaucht, ähnlich wie Eddie von Iron Maiden einen Namen hat. Nein, hat er nicht. Das personifizieren wir tatsächlich nicht, sondern lassen es sehr offen.

‘Blood For Blood (Faoladh)’ ist euer zweiter Folk Metal-Song nach ‘Incense & Iron’ – warum habt ihr erst so spät gemerkt, dass das mit Powerwolf so gut zusammengeht, und warum geht das so gut zusammen?

Matthew: Ich habe keine Erklärung. Das kommt von unserer offenen Herangehensweise, die wir bis THE SACRAMENT OF SIN perspektivisch nicht hatten. Nicht, dass wir es bewusst dogmatisch ausgeblendet hätten; es war damals einfach so, dass wir beim Songwriting offener und breiter rangegangen sind und gemerkt haben, dass es echt spannend ist, Akzente zu setzen, die trotzdem absolut nach Powerwolf klingen. In diesem Fall war es eben so, dass ich bei dieser irischen Sage schnell die musikalischen Stereotype im Kopf hatte, nämlich keltische Instrumentierung. Tatsächlich habe ich diesen Song auf einer Akustikgitarre geschrieben, also genau wie man sich das bei einem folkigen Stück auch vorstellt. Schlagzeug und Metal-Instrumentierung kamen erst ganz spät dazu – es hat einfach die Erfahrung von THE SACRAMENT OF SIN gebraucht, derart konsequent diese Wege zu gehen, ein Lied als Folk-Song zu schreiben und dann mit allen Powerwolf-Zutaten umzusetzen.

Falk: Ein absoluter Live-Song, und ich kann mir schon jetzt gut vorstellen, wie er live klingen und ähnlich wie ‘Incense & Iron’ Spaß machen wird.

Ein Sprung zum Albumanfang: ‘Faster Than The Flame’ klingt textlich nach Metal-Klischee, soll aber eine doppelbödige Geschichte über Opfer der Inquisition erzählen, deren Geschichten sich vom Scheiterhaufen aus wie Feuer weiterverbreiteten, statt zu verstummen. Lässt sich das da herauslesen? 

Matthew: Generell ist alles, was wir textlich umsetzen, sehr, sehr metaphorisch. Mir ist es auch sehr wichtig, dass es bei Powerwolf zwei Ebenen gibt. Zum einen gibt es einen „Heavy Metal-Text“, wie du es auch schon nennst. Dieser muss Spaß machen, er muss Metal-Vokabular enthalten – bei Powerwolf muss es einfach ohne darüber nachzudenken erlaubt sein, mit der Faust in der Höhe Spaß zu haben. Und es gibt die zweite Ebene: in sie kann ich eintauchen, wenn ich will, muss es aber nicht. ‘Faster Than The Flame’ bedeutet für mich: Die Botschaft ist schneller als die Flamme, mit der du etwas verbrennen kannst. Dazu war es für mich gar nicht notwendig, eine Verbrennung zu beschreiben oder textlich zu nah ranzugehen. Es ist einfach diese symbolische Ebene, auf der das funktioniert.

Weniger hintergründig, sondern eine Band-typische Schlüpfrigkeit, ist ‘Undress To Confess’. Es klingt, als hätte Attila viel Spaß beim Einsingen gehabt.

Matthew: Den hatte er, und ich glaube, das hört man.

Das gehört einfach zu Powerwolf dazu – wir hatten schon immer dieses Augenzwinkern hier und da, und wir haben auch schon immer gesagt, das ist Mittel zum Zweck: Religion und Religionskritik sind keine einfachen Themen. Wir sind nicht religiös, sondern lieben diese Thematik, diese Ästhetik, wir schreiben darüber, aber wir predigen nichts. Auf CALL OF THE WILD war es mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig, einen Song als Gegenstück zu ‘Undress To Confess’ zu haben, und der nennt sich ‘Glaubenskraft’.

Darauf wollte ich hinaus. ‘Glaubenskraft’ klingt nach einem ernsten Hintergrund, nämlich sexueller Belästigung hinter Klostermauern.

Matthew: Richtig. Zum ersten Mal in der Geschichte von Powerwolf habe ich mich als Künstler dazu genötigt gefühlt, einen ernsten Text mit bitterbösem Hintergrund zu schreiben. Es geht in ‘Glaubenskraft’ um Amtsmissbrauch, konkret den Missbrauch in den Reihen der Katholischen Kirche. Wobei mich dabei gar nicht so sehr die Tatsache selbst auf die Palme gebracht hat – nicht falsch verstehen, nicht, dass ich das gutheißen wollte –, sondern dass die Verfolgung und Aufarbeitung dieser Fälle der Kirche überlassen wird. Da wird Kirchenrecht über Staats-und Strafrecht gestellt. Da war der alte Matthew nach so vielen Jahren wirklich mal sprachlos...

Falk: Im Prinzip werden die Opfer dadurch zwei Mal bestraft.

Matthew: Natürlich sind wir noch immer Powerwolf, also ist das Ganze derart verpackt, dass man auch einfach den Text mögen kann. Davon abgesehen ist das für mich auch keine Religionskritik, denn es ist so weit weg von eigentlicher Religion, dass es für mich ein rein gesellschaftliches Thema ist. Und genau in diesem Kontext ist es mir wichtig, den Ausgleich wieder in einem leichten, etwas albernen Song zu haben, denn auch wenn wir als Künstler auf sehr zynische Weise ernste Themen ansprechen, sind wir am Ende Entertainer. Ich bin kein Philosoph, Sozialkritiker oder Staatsanwalt, sondern Musiker.

Sind deutsche Song-Texte noch immer eine besondere Herausforderung?

Falk: Die Klangästhetik der deutschen Sprache ist eine andere als die der englischen. „Power Of Belief“ klingt eher nach Roxette. ‘Glaubenskraft’, ‘Kreuzfeuer’, ‘Stoßgebet’ sind sehr harte Worte, die es auch zum jeweiligen Lied braucht. Und jetzt war es auch noch mal eine Unterstreichung des Inhalts. Ich glaube, wenn jemand das deutschsprachige Wort „Glaubenskraft“ hört, hat er schnell Assoziationen dazu.

Matthew: Das Wort hat diese interessante Zweideutigkeit: Eigentlich positiv konnotiert, der Glaube kann Berge versetzen. Wir drehen es um: Die Kraft des Glaubens missbraucht, das hat plötzlich etwas sehr Finsteres.

Falk: Komischerweise ist es bei mir eher negativ konnotiert. Glaubenskraft hat bei mir automatisch etwas Negatives, von Vertuschen oder sich selbst zu belügen, bis man glaubt, dass es so ist. Das wird der Tragweite des Songs und des ernsten Themas dann auch gerecht.

Eine rein sprachliche Frage habe ich noch zu ‘Reverent Of Rats’: Meines Wissens lässt sich „reverent“ mit „andächtig“, „ehrfürchtig“, „pietätvoll“ übersetzen – im Gegensatz zum „Reverend“, also dem „Pfarrer der Ratten“. Oder bin ich auf dem Holzweg?

Matthew: Da bist du auf dem Holzweg, es geht tatsächlich um den Pfarrer der Ratten, sozusagen. Wobei er metaphorisch zu sehen ist: Wir mögen es manchmal einfach, mit Worten Bilder zu zeichnen – jeder hat die Gestalt jetzt vor sich. Es geht aber eigentlich um etwas ganz anderes – wir sind in der Zeit der klassischen Aufklärer wie Feuerbach, als die These entwickelt wurde, dass das Gottesbild die Projektion des eigenen menschlichen Ideals auf ein höheres Wesen ist. Ich habe ein Essay darüber gelesen, das mit fast kindlichen Worten geschrieben war: Für den Menschen ist Gott die Idealprojektion des Menschen; ist dann für die Ratte Gott eine Ratte? Eine völlig banale, fast lustige Aussage, aber es steckt so viel Wahrheit über das Spirituelle darin und wie greifbar wir es machen können. Das war der Ausgangspunkt für diesen, je nach Sichtweise, sehr lustigen oder sehr philosophischen Song-Titel. Man darf aber gerne, und da sind wir wieder bei den zwei Ebenen von Powerwolf, die Faust heben und den Priester der Ratten besingen.

„ZUM ERSTEN MAL IN DER GESCHICHTE VON POWERWOLF HABE ICH MICH ALS KÜNSTLER GENÖTIGT GEFÜHLT, EINEN ERNSTEN TEXT MIT BITTERBÖSEM HINTERGRUND ZU SCHREIBEN.“ 

MATTHEW GREYWOLF

Wechseln wir die CD und kommen zum Hauptbonusalbum: Auf MISSA CANTOREM finden sich diverse Gesangs-Cover-Versionen von Powerwolf-Klassikern. Welche gefällt euch persönlich besonders?

Matthew: Die Gretchenfrage. Denn mir gefallen natürlich alle – das ist die politische Antwort, die aber auch wahr ist. Denn mir ging es immer darum, die einzigartige Interpretation eines jeden Sängers zu hören, und die fand ich bei allen völlig faszinierend. Es gibt eine Version, die mich völlig überrascht hat, weil ich den Sänger nicht gut kannte und ihn ganz anders vermutet hätte: Jaari (Mäenpää – Anm.d.A.) von Wintersun. Er hat eine sehr große Bandbreite in seinem Gesangsstil – und als er sich ‘Saturday Satan’ ausgesucht hat, hatte ich die Vorstellung von einer sehr harten Version, wahrscheinlich eher im Bereich des unmelodischen Gesangs. Aber er hat diese superklassische Power Metal-Geschichte abgeliefert, die mich total von den Socken gehauen hat, einfach weil ich es gar nicht vermutet hatte. Das war so ein Moment, an dem ich vom eigenen Projekt überrollt wurde und von der Kreativität der Kollegen fasziniert war. 

Falk: Ähnlich wie du es sagst, finde ich alle Versionen supergeil. Überraschend fand ich Johannes (Eckerström – Anm.d.A.) von Avatar, der ‘We Drink Your Blood’ durchaus anders interpretiert hat. Aber vielleicht ist es ‘Nightside Of Siberia’ von Johan (Hegg, Amon Amarth – Anm.d.A.). Dieser Song hat einen gewissen Amon-Vibe und ist ein bisschen der Geburts-Song des ganzen Projekts. In Mexiko hatte ich mich mit Johan – nach einem dieser Abende – am Frühstücksbüffet getroffen und ihn lapidar gefragt, ob er nicht Bock darauf hätte, das mal zu singen. Das war noch, ohne dieses Projekt im Hinterkopf zu haben, sondern nur, um es mal zu hören. Das war der Startschuss, deshalb bin ich ein bisschen voreingenommen.

Apropos mit Amon Amarth in Mexiko: Wann war euer letztes Konzert?

Falk: Das letzte selbst gespielte Konzert war am 14. März 2020, das Hell And Heaven Festival in Mexiko. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie es an dem Tag vor der Show viel darum ging, wie wir danach nach Hause kommen. Wegen der Zeitverschiebung waren wir hintendran. Tickets zu buchen, hat nicht geklappt, aber wir wollten auch nicht stranden. Zwei Stunden vor der Show haben wir gesagt, wir blenden alles aus und genießen einfach eine Show in Mexico City bei einem geilen Festival. Und die letzte Show, die ich besucht habe, war vor der Südamerika-Tour: Lord Of The Lost und Equilibrium in der Saarbrücker Garage. Viele Fans kamen zu mir: „Hey, geil, es geht nach Südamerika, viel Spaß.“ Und selbst als wir aus Südamerika zurückkamen, war ich der Überzeugung, dass es im Sommer wieder weitergeht. Ich bin gerne ein Stück weit gutgläubig und naiv, ein optimistischer Mensch. Deshalb glaube ich auch, dass alles wiederkommen wird.

Matthew: Mein letztes Konzert mit Powerwolf ist schon länger her, weil ich in Mexiko nicht dabei war. Wir waren davon ausgegangen, dass 2020 einige Festivals anstehen, weshalb ich im Januar die Reißleine gezogen hatte, um anzufangen, das Album vorzubereiten. Mittlerweile wissen wir, dass wir doch genug Zeit gehabt hätten. Ich habe schweren Herzens angefangen, zu Hause am Album zu arbeiten, während die Band in Südamerika war – wir hatten mit Markus Pohl einen genialen Ersatz-mann. Daher war mein letztes Konzert im Dezember 2019 in Bern, das Ende des letzten Runs der Europatournee. Mein letztes besuchtes Konzert ... ist sehr schwierig, ich erinnere mich nicht. Das ist jetzt ganz schlimm.

Deshalb wird es höchste Zeit, dass es weitergeht. Was vermisst ihr am meisten?

Falk: Das Live-Spielen, auf der Bühne zu stehen, Energie zu geben und Energie aufsaugen. Ich vermisse ganz banale Sachen – ohne Witz: Wenn der Nightliner bei uns am Lager steht, bevor es zu einer Tour losgeht, fahre ich, obwohl ich ja vier Wochen darin schlafe, schon eine Nacht vorher hin, um mir ein Bier aufzumachen, mich dorthin zu setzen und es zu genießen. Es ist so eine Art ... nicht Klassenfahrt, aber Wegfahren mit Freunden. Ich steige in diesen Mikrokosmos ein, wenn ich diese Tür betrete, und liebe es. All dieses Aufsaugen von Erfahrungen, mit den Fans sprechen, die Show spielen, den Tag erleben. Diese Sachen fehlen mir unheimlich. Der Adrenalin- Kick, aber auch der tägliche Erfahrungsaustausch.

Matthew: Mir fehlt ganz allgemein der Austausch. Menschen zu treffen, mich mit Menschen zu unterhalten, den eigenen Standpunkt relativieren, was man ganz unbewusst tut, wenn man viel mit Menschen spricht, und, ganz simpel: Mir fehlen meine besten Freunde, und das ist die Band. Wir hängen sonst so viel aufeinander, dass man das gar nicht so wahrnimmt, bis man sich dann nur noch ganz selten sieht. Beim ersten Videodreh waren wir zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder als Band komplett zusammen, und das hat eine ganz besondere Magie. Alle sind da, es entsteht Energie, fühlt sich gut an, und man ist zu Hause.

Das nimmt womöglich die Antwort auf meine letzte Frage vorweg: Powerwolf haben ein enorm stabiles Line-up – was ist das Geheimnis des Rudels?

Falk: Ich denke, das ist Freundschaft. Der Besetzungswechsel, den es einmal gab, 2011, als Roel (van Helden, Schlagzeuger – Anm.d.A.) dazukam, hat auch menschlich wunderbar gepasst, was ganz entscheidend war. Wir haben es im Verlauf des Interviews schon gesagt: Man kommt da nicht mehr lebend raus. Das ist etwas, das ich mir in zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren noch vorstellen kann: Mit den gleichen Leuten auf der Bühne Musik zu spielen. 

Matthew: Und ich kann mir vor allem das Gejammer nach der Show vorstellen, wenn in 15 Jahren der Rücken nicht mehr so mitmacht.

Falk: Das haben wir ja heute schon. (lacht) Aber auch, wie vorhin angesprochen, dass Attila sagt: „Das braucht keiner“ oder „Das singe ich nicht“ – Dinge so auszusprechen, wie sie sind, und keine Zeit mit Drumherumreden zu verschwenden – das finde ich bei diesem Haufen, diesem Rudel, wunderbar, und das ist das Band, welches uns unsichtbar zusammenhält: Man kann sich immer auf den anderen verlassen.

SEBASTIAN KESSLER

Das ausführliche Review und mehr zu

CALL OF THE WILD und POWERWOLF

findet ihr in der nächsten METAL HAMMER-Ausgabe!