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Wohin in der Krise mit dem Ersparten?


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Neue Ruhr Zeitung - epaper ⋅ Ausgabe 270/2022 vom 21.11.2022

Hamburg. Die Immobilienpreise fallen, aber wie stark und wie lange noch? Die Inflationsraten erreichen zweistellige Prozentpunkte, die von den aktuell ordentlichen Festgeldkonditionen aber nicht annähernd ausgeglichen werden. Soll man sein Erspartes dennoch längerfristig bei der Bank deponieren? Die Börse zeigt sich äußerst volatil. Von mehr als 16.000 Punkten zu Jahresbeginn ist der Deutsche Aktienindex (Dax) zeitweise auf weniger als 12.000 Zähler abgestürzt und beginnt nun eine Aufholrallye – aber wie lange dauert diese an? Immobilie kaufen? Aktien ins Depot legen? Geld auf dem Festgeldkonto bunkern? Fragen über Fragen rund ums Geld. Was soll ich mit dem Ersparten jetzt machen, mit welcher Strategie winkt die höchste Rendite? Eine Analyse.

Immobilien Lange Zeit konnte man beim Kauf von Immobilien nichts falsch machen. Ob Wohnung oder Haus, ob alt, ob neu, ob zur Eigennutzung oder als ...

Artikelbild für den Artikel "Wohin in der Krise mit dem Ersparten?" aus der Ausgabe 270/2022 von Neue Ruhr Zeitung. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Neue Ruhr Zeitung, Ausgabe 270/2022

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... Kapitalanlage – Immobilien waren über Jahre ein sicheres Investment. Vor allem in attraktiven Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Köln und dem Umland kannten die Preise nur eine Richtung – nach oben. Hauptgrund für diese Entwicklung waren vor allem die sehr niedrigen Hypothekenzinsen unweit der Null-Prozent-Linie. Die Baufinanzierung gab es somit fast kostenlos. Doch das ist vorbei. Mittlerweile werden für einen zehnjährigen Hypothekenkredit im Schnitt vier Prozent Zinsen fällig. Wer sich also für den Hauskauf mit 500.000 Euro verschuldet, muss im ersten Jahr 20.000 Euro nur für den Zinsdienst aufbringen, das sind im Monat mehr als 1600 Euro. Die Konsequenz: Die Nachfrage nach Immobilien bricht ein, die Preise sinken.

Alle seriösen Untersuchungen zeigten, dass ein zu stark ausgeprägter taktischer Aktienkauf fast immer mit Renditeverlusten einhergehe, da der Einstieg zu spät und der Ausstieg zu früh erfolge. Dennoch könne ein gewisses taktisches Verhalten Sinn ergeben. „Bezogen auf den deutschen Aktienmarkt dürfte bereits ein größerer Teil einer Neubewertung in den jetzigen Kursen enthalten sein. Die aktuelle Rallye ist aber wohl aus fundamentaler Sicht etwas übertrieben, sodass wir in diesem Zyklus durchaus noch einmal niedrigere Kursstände erwarten“, sagt Schimmer. Aktuell kaufe man allerdings auch schon günstiger als vor einem Jahr.

Wer jetzt viel Eigenkapital hat, kann aktuell sogar oft ein Schnäppchen machen.

Reiner Braun, Chef des Forschungsund Beratungsinstituts Empirica

Im Klartext: Auf längere Sicht lohne sich der Aktienerwerb, allerdings müsse man mit kurzzeitigen Rückschlägen rechnen. Ob Einzelaktien, ETFs oder Aktienfonds besser oder schlechter sind, lässt sich aus Schimmers Sicht nicht pauschal sagen. „Absolut wichtig und entscheidend ist, bei Einzelaktien eine breite Streuung zu berücksichtigen: Dies gilt für Branchen und insbesondere für Regionen“, so der Anlagestratege. „Zudem sollte die Auswahl sehr aktiv begleitet und laufend angepasst werden.“ Dies sei aufwendig, sodass für viele der Kauf eines „breiten, gut gestreuten internationalen ETFs oder Aktienfonds“ komfortabler als der Erwerb von Einzelaktien sei.

Schaut man auf das gesamte Vermögen des Anlegers, so rät Schimmer bei einer mittleren Risikobereitschaft zu folgender Aufteilung: 45 Prozent Aktien, 35 Prozent Anleihen und Festgeld sowie 20 Prozent Immobilien.

Festgeld Während man vor wenigen Monaten bei den meisten Banken und Sparkassen noch sogenannte Verwahrentgelte für sein Erspartes bezahlen musste, ist nun der Sparzins wieder zurückgekehrt. Bis zu drei Prozent pro Jahr bekommt man mittlerweile von seriösen europäischen Banken wie der französischen Crédit Agricole bei einer Festgeld-Anlage von 24 Monaten. Ist damit schon das Ende des Zinsanstieges bei mittelfristigen Geldanlagen erreicht? „Ein wenig werden die Zinsen wohl noch zulegen“, sagt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ihr Ratschlag:

„Nicht länger als zwei bis drei Jahre fest anlegen.“ Denn man wisse schließlich nicht, wie sich die Konditionen der Banken und die Inflationsraten entwickeln werden. Schließlich mache man bei einer Inflation von sieben Prozent selbst bei einem Jahreszins von drei Prozent immer noch einen realen Verlust. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte zudem nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anlegen. Bis zu dieser Summe greift die gesetzliche Einlagensicherung, auf die man sich in der EU geeinigt hat.

Klug hält vor allem Geldanlagen mit Zinstreppen wie bei der Bausparkasse Mainz für ein interessantes Investment. Dort gibt es beim sogenannten Zuwachssparen im ersten Jahr 0,5 Prozent Zinsen, im zweiten Jahr 1,25 Prozent usw. Im sechsten Jahr steigt der Jahreszins dann auf sieben Prozent. Der Vorteil für den Kunden: Nach einem Jahr Mindestlaufzeit kann er mit einer Dreimonatsfrist seinen festgelegten Betrag ohne Zusatzkosten kündigen. Sollten folglich nach einem Jahr die Konditionen bei anderen Anbietern deutlich besser sein, könnte er sein Kapital abziehen und neu anlegen. Hält er bei der Bausparkasse Mainz sechs Jahre lang durch, kann er sich über eine jährliche Rendite von mehr als drei Prozent freuen. Klug: „Eine ordentliche Rendite.“