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Wohnen & Deko: STYLE IT DARK


g&v Gestalten & Verkaufen - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 03.09.2018

Jahrzehntelang galt weiß gestrichene Raufasertapete als Nonplusultra der Raumgestaltung. Mit Weiß kann man schließlich nichts falsch machen: Es ist leicht, freundlich, kombinierbar ohne Ende und ein hervorragender Vermittler zwischen Farben, Mustern, Materialien. Doch irgendwie ist es auch monoton. Fantasielos. Standard eben … Da unsere Welt aber schon normiert genug ist, sind fürs häusliche Umfeld Alternativen gefragt. Zum Beispiel, indem man das Weiß durch dunkle Farben ersetzt. Klingt spannend – und ist es auch. Von Ingrid Bednarsky


Artikelbild für den Artikel "Wohnen & Deko: STYLE IT DARK" aus der Ausgabe 9/2018 von g&v Gestalten & Verkaufen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: g&v Gestalten & Verkaufen, Ausgabe 9/2018

Zimmerpflanzen lockern dunkle Räume wohltuend auf, werden beinahe ...

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... theatralisch in Szene gesetzt. Glänzende Oberflächen schaffen lichte Momente


Foto: Madam Stoltz

Foto: Georg Jensen

Foto: Bloomingville

Foto: GreenGate

Foto: Madam Stoltz

Nachdem helle Farben lange Zeit als Nonplusultra der Raumgestaltung galten, ziehen wir uns nun in eine schützende dunkle Wohnhöhle zurück

„Dark Chic“, „Style it dark“, „Dark and daring interiors“: Solche und ähnliche Begriffe machen aktuell die Runde. Auf Blogs und in sozialen Netzwerken, aber ebenso in den neuesten Katalogen von Herstellern der Einrichtungsbranche findet man Raumideen mit nachtblauen, tannengrünen, weinroten, purpurvioletten oder graphitgrauen Wänden und Möbelstücken. Inszenierungen, die sicher erst einmal gewöhnungsbedürftig sind, aber gleichzeitig motivieren, altbekannte Wohnvorstellungen über Bord zu werfen. Denn die Foto-Beispiele führen das Vorurteil, dunkle Räume würden beengt, erdrückend und düster wirken, schnell ad absurdum. Vielmehr erinnern sie an schützende Höhlen, gemütlich und edel zugleich. Und das ist nicht das einzige, was den „Dark Style“ interessant macht.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass unser Privatleben im Zeitalter von WhatsApp, Instagram und Co immer transparenter wird. Jede Information kann sofort kommuniziert, geteilt, kommentiert werden. Aber der Mensch hat auch geheime Wünsche, Fantasien, Gedanken, die nicht in die Öffentlichkeit gehören. Dafür braucht man Raum ganz für sich allein, den man vor allem in der Dunkelheit findet – nicht nur des Nachts, sondern auch, indem man sein Zuhause bewusst „verhüllt“.

Starke Persönlichkeit

Wer Wert auf ein „reiferes“ Wohnambiente legt, ist mit dunklen Farben ebenfalls gut beraten: Sie verleihen einem Raum Charisma, Persönlichkeit und machen selbst ein eher unscheinbares Zimmer zur ausdrucksstarken Erscheinung. Das gilt übrigens auch für kleine Räume, denen der Ruf anhaftet, sie würden mit weißen Wänden offener, großzügiger wirken – was aber nur funktioniert, wenn genug Tageslicht einströmt. Anderenfalls hat man hier mit dunklen Wänden ebenfalls die besseren Karten: Da Schatten kaum sichtbar sind, entziehen sich Ecken und Kanten dem Blick, was den Raum optisch ausdehnt.

Und schließlich kommen Kunstwerke, Antiquitäten sowie wertige Einzelstücke vor einem dunklen Hintergrund viel besser zur Geltung als vor sterilem Weiß.

Vielseitiges Talent

Um sich den Reiz des „Dark Chic“ nach Hause zu holen, muss man nicht gleich die ganze Wohnung in dunkle Farben tauchen. Man kann zunächst mit einer Wand beginnen. Oder mit einem Raum – egal welchem. Denn der Trend hat viele Seiten, funktioniert im Wohnzimmer genauso wie in der Küche, im Bad genauso wie im Schlafzimmer. Wichtig ist, sich darüber klar zu werden, welchen Effekt man erreichen will. Soll das Wohnzimmer beispielsweise einen Hauch von Luxus ausstrahlen, kann man vor der dunklen Wand Polstermöbel aus Samt in Puderrosa oder Silbergrau sowie goldene Accessoires – Stehlampe, Tischchen, Kerzenständer – platzieren. Ein nobles, aber gleichzeitig modernes Ambiente entsteht, wenn man bei der Gestaltung innerhalb einer Farbfamilie bleibt.

Für ein naturbetontes Esszimmer kombiniert man eine tannengrüne Wand mit Mobiliar aus dunklem Holz, Textilien aus Leinengewebe und einem mit weißem Porzellan gefüllten Geschirrschrank. Eine Tischplatte oder Schale aus Marmor sorgt wiederum für dezente Eleganz.

In einer Küche, die zum kulinarischen Genuss animieren soll, kann man mit Accessoires in satten, fruchtigen Farben – wie Orange, Gelb und Limettengrün – leuchtende Akzente im dunklen Ambiente setzen. Soll es eher mediterran sein, kommen warme, sonnengebleichte Töne wie Terrakotta, Rotbraun, Ocker, Gelborange und Olivgrün zum Zuge.

Licht ins Dunkel

Natürlich braucht auch ein dunkel gehaltener Raum seine lichten Momente, sprich: auflockernde, erhellende Elemente. Hier leisten Möbel mit lackierter Oberfläche oder Glasschränke gute Dienste, die das Licht sanft reflektieren und auf diese Weise für Tiefenwirkung sorgen. Gleiches gelingt mit Accessoires aus Metall, mit Kissen oder Vorhängen aus seidigen und samtigen Stoffen oder Gefäßen mit irisierenden Oberflächen, die derzeit voll im Trend liegen.

Ist nur eine Wand dunkel gestrichen, kann man einen oder mehrere runde Spiegel daran aufhängen, die den hellen Teil des Zimmers wie ein Foto widerspiegeln. Vasen aus farblosem oder buntem Glas reflektieren und gewähren zugleich „Durchblick“, was für außergewöhnliche Effekte sorgt.

Pflanzen in Szene

Vor allem Zimmerpflanzen und Blumen jeder Art lockern dunkle Räume wohltuend auf. Hier wirkt die Wandfarbe wie eine Kulisse, vor der sich das Grün fast schon theatralisch in Szene setzt. Pflanzengefäße mit strukturierten Oberflächen verstärken diesen Eindruck zusätzlich.

Mit Pflanzen lassen sich auch kontrastreiche Übergänge zu hellen Fußböden oder Möbeln abmildern. Denn gar zu hart sollten die Farbunterschiede im „Dark Style“ nicht sein, sondern sanft von einem Ton in den anderen übergehen.

So geht der Trend „Style it dark“

1 „Style it dark“ ist wohl einer der spektakulärsten Lifestyle-Trends der letzten Jahre. Nachdem Weiß oder vielmehr helle Farben im Allgemeinen lange Zeit als Nonplusultra der Raumgestaltung galten, ziehen wir uns nun in eine schützende dunkle Wohnhöhle zurück.
2 Dunkle Farben in der Wohnung erfordern Mut. Um die Wirkung zu testen, kann man zunächst mit einer Wand oder einem kleinen Zimmer beginnen und sich dann vortasten.
3 Der Trend ist in vielen Wohnstilen realisierbar. Ob Ton-in-Ton, in Kombination mit leuchtenden, mediterranen, natürlichen oder metallischen Farben: Dunkles funktioniert immer. Die Übergänge sollten jedoch nicht zu kontrastreich sein.
4 Glänzende Oberflächen, Glas und Spiegel erhellen die Atmosphäre eines dunkel gestalteten Raumes, und Zimmerpflanzen lockern ihn auf.