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WOHNGESUNDE MATERIALIEN: Hol die Natur ins Haus


Unser Haus - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 25.09.2019

Oft unwissentlich bringen wir beim Innenausbau Schadstoffe ins Haus. Doch wer die Materialien vor ihrem Einsatz systematisch auf gesundheitsschädliche Bestandteile hin abklopft, beugt Allergien und anderen Erkrankungen vor.


Artikelbild für den Artikel "WOHNGESUNDE MATERIALIEN: Hol die Natur ins Haus" aus der Ausgabe 11/2019 von Unser Haus. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Unser Haus, Ausgabe 11/2019

Gerade Familien mit kleinen Kindern informieren sich vor dem Hausbau meist umfassend zum Thema „Wohngesundheit“. Wandaufbau, Dämmung und Lüftungssystem tragen maßgeblich zu einem guten Raumklima bei. Doch nicht minder wichtig ist der Innenausbau. Decken und Wände nehmen beispielsweise von der Oberfl äche her den meisten Raum ein. Dünsten sie Schadstoffe aus, kann dies ...

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... unterschiedlichste gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben.

Natürlich gesund

Bei der Anschaffung neuer Möbel sollten Sie darauf achten, dass diese aus Massivholz und nicht aus Span- oder anderen Holzwerkstoffplatten gefertigt sind. Oftmals wird zur Herstellung dieser Platten nämlich Formaldehyd (HCHO) als Bindemittel eingesetzt, das bis zu zwei Jahrzehnte lang ausdünsten kann. Lösemittel und andere fl üchtige Schadstoffe, sogenannte VOC (volatile organic compounds), sind oft in Farben, Klebern und Lacken enthalten, aber auch in Kunststoffen, Bauteilen und Möbeln. Sie sind neurotoxisch, manchmal sogar krebserregend. Anders als VOC sind Pestizide und andere schwerfl üchtige Schadstoffe, wie z.B. Chlorpestizide, PCP, Lindan, DDT oder Weichmacher, nur schwer durch Lüften zu entfernen, weil sie Bestandteil von Oberfl ächen und geruchlich kaum wahrnehmbar sind. Sie gelangen sowohl über die Atemluft als auch über die Haut in den menschlichen Organismus und können dort erhebliche gesundheitliche Schäden anrichten.

Wie die Rinde eines Baumes mutet die Oberfl äche der Massivholztür der Wandgarderobe „V-Organo“ an und steht damit sinnbildlich für Natürlichkeit und gesundes Wohnen. Voglauer


Ohne Weichmacher und PVC: Die Kollektion „Silk Road“ der Marburger Tapetenfabrik wird im Siebdruckverfahren hergestellt und mit wässrigen Farben bedruckt. Marburger Tapetenfabrik


Wohngesund ist auch ein Laminat. Die Laminatböden von Logoclic bestehen zu 95 Prozent aus Holz von nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und weisen keine gesundheitsschädlichen Stoffe auf. Logoclic


Gerade bei der Gestaltung des Kinderzimmers ist es besonders wichtig, auf ökologische Wandfarben zurückzugreifen, die keinerlei Schadstoffe ausdünsten. Auro


Zertifizierte Qualität

Immer mehr Hersteller produzieren daher ökologische Möbel, die meist auch hohen Designansprüchen gerecht werden. Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Wohngesundheit erkennen Sie daran, dass die Unternehmen auf regionale Laubhölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft setzen, diese formaldehydfrei verleimen und wasserlösliche Kleber sowie Lacke auf Wasserbasis verwenden. Weitere Kriterien sind die Wiederverwertbarkeit der Produkte sowie eine mögliche Entsorgung ohne Schadstoffrückstände. Ein Augenmerk sollten Sie außerdem auf Umweltsiegel legen, darunter das internationale Umweltlabel „FSC“, das für Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft steht, das „Goldene M“, ein Gütezeichen für Qualität, Sicherheit und Gesundheit/ Umweltschutz der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel e.V. (DGM), und der „Blaue Engel“, das Umweltzeichen der Bundesregierung. In Deutschland gibt es zudem das RAL-Gütezeichen, das gewisse Mindeststandards setzt, bestimmte Weichmacher jedoch zulässt. Vom Kauf nicht gekennzeichneter Produkte aus anderen Ländern sollten Sie absehen.

Farben und Tapeten

Wandbekleidung und -farbe geben die in ihnen enthaltenen Schadstoffe ebenfalls direkt an die Raumluft ab. Über die letzten Jahre haben Hersteller daher versucht, den Anteil an flüchtigen organischen Verbindungen in Farben und Tapeten erheblich zu reduzieren. Aber auch auf Konservierungsstoffe, die normale Dispersionsfarben haltbar machen, reagieren immer mehr Menschen allergisch. Manche Unternehmen können jedoch dank optimierter Produktionsmethoden mittlerweile auf diese Zusätze verzichten. Per se schadstoffarm und noch dazu schimmelhemmend sind mineralische Silikat- und Kalkfarben.

Bei Wandbekleidungen nahezu immer unbedenklich einsetzen können Sie Raufaser-, Papier- und unbedruckte Vliestapeten. Genauer hinsehen sollte man allerdings bei strukturierten Vlies- und Vinyltapeten. Zur Strukturbildung wird hier eine Kunststoffpaste verwendet und mit Hitze behandelt, die dann später fl üchtige, oftmals problematische, organische Verbindungen an die Raumluft abgibt. Sensible Menschen reagieren darauf mit Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Häufi g fi nden sich in diesen Tapeten außerdem Weichmacher, wie zum Beispiel Phthalatverbindungen, die laut Umweltbundesamt als gesundheitsgefährdend gelten. Wenn Sie eine Tapete mit Farbmuster möchten, entscheiden Sie sich für eine Papiertapete, am besten noch zertifi ziert mit dem Blauen Engel. Und auch bei wohngesundem Material gilt: Lüften Sie nach dem Streichen oder Tapezieren immer mehrere Tage lang ausgiebig! Denn die Feuchtigkeit muss den Raum verlassen, damit sie nicht Ursache für Schimmelbildung wird.

Fliesen sind raumluftneutral. Sie setzen weder bei der Herstellung noch bei der späteren Nutzung Schadstoffe frei. Tile of Spain/Porcelanito


Im Schlafzimmer sind wohngesunde Möbel besonders wichtig: Dieses Vollholzbett mit einer Matratze aus hochwertigen Naturmaterialien garantiert einen erholsamen Schlaf. Voglauer


Mithilfe von Licht kann die Spezial-Wandfarbe „Frischeweiß“ Schadstoffe abbauen. Bemerkenswert ist, dass der Wirkungsgrad über die gesamte Lebensdauer des Anstrichs hin konstant bleibt. Auro


Böden

Bei Bodenbelägen sollten Sie in erster Linie darauf achten, dass auf Weichmacher verzichtet wurde, insbesondere wenn Sie sich für einen günstigen PVC- oder Teppichboden entscheiden. Ebenfalls meiden sollten Sie Böden mit Formaldehyd, der in Holzwerkstoffen enthalten sein kann, aus denen beispielsweise Laminat oder Fertigparkett produziert wird. Eine wohngesunde Alternative sind Massivholzparkett oder -dielen. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie diese nur mit einem formaldehydfreien Klebstoff fi xieren oder einen Boden wählen, der mithilfe von Klicktechnik verlegt werden kann! Denn Schadstoffe durchdringen sogar einen an und für sich gesunden Bodenbelag. Eine mit Wohngiften belastete Versiegelung kann daher auch einen wohngesunden Linoleum- oder Korkboden zum Gesundheitsrisiko machen! Baubiologisch empfehlenswert, so haben unabhängige Kontrollinstitute bestätigt, ist die Fliese, da sie keine umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffe ausdünstet. Aufgrund der geschlossenen Oberfl äche ist sie abweisend gegenüber Bakterien, Schimmelpilzen und Hausstaubmilben und muss nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln behandelt werden. So danken es Ihnen Umwelt und Gesundheit, wenn Sie beim Innenausbau ausschließlich auf wohngesunde Materialien zurückgreifen.
ce

Mehr zum Thema „Wohngesundheit“ finden Sie online unter www.livvi.de/nachhaltig-wohnen

SIEGEL

Blauer Engel:
Seit 40 Jahren garantiert der Blaue Engel hohe Standards zum Schutz unserer Umwelt und Gesundheit. Über 12.000 umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen von circa 1.500 Unternehmen wurden bisher mit dem Umweltzeichen der Bundesregierung ausgezeichnet.

FSC und PEFC:
Das FSC- und das PEFCLabel kennzeichnen Holz aus nachhaltigem Anbau.

eco tested product:
Das Zeichen des privaten eco-Instituts wird für emissionsarme Bauprodukte, Möbel, Matratzen und Einrichtungsgegenstände vergeben und hat ähnlich strenge Anforderungen wie das natureplus-Zeichen.

Das Goldene M:
Das RAL-Gütezeichen der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel ist eine Auszeichnung für Möbel, die hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Gesundheit/Umweltschutz strenge Kriterien erfüllen.

natureplus:
Das natureplus-Umweltzeichen bestätigt die Einhaltung hoher Qualitätsnormen auf allen für Nachhaltigkeit relevanten Gebieten. Es wurde bislang an über 600 Bauprodukte in Europa vergeben.


Foto: iStock: wesvandinter

Illustration: igetty/OliaFedorovsky