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WOHNTEST La Strada Avanti H Plus: DAS Space-Shuttle


Camper Vans - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 23.08.2019

Großer Wohnkomfort für zwei lautet das Motto für den 6-Meter-Kastenwagen Avanti H von La Strada. Mit dem Plus wächst die Länge auf 6,36 Meter und der Stauraum natürlich auch.


Dabei bietet ein Ducato schon in der L3H4-Ausführung, also 5,99 Meter lang und 2,76 Meter hoch, für zwei Personen meist schon fürstliche Platzverhältnisse. Als L4, bei gleichem Radstand, aber größerem Hecküberhang, ist das Platzangebot riesig. Wer kein Fahrrad quer in den Laderaum stellt, kann zusätzlich zu den kleinen, seitlichen Fächern noch zwei Regalböden herunterklappen, die mit einer Tiefe von 42 Zentimetern und einer Breite ...

Artikelbild für den Artikel "WOHNTEST La Strada Avanti H Plus: DAS Space-Shuttle" aus der Ausgabe 5/2019 von Camper Vans. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Camper Vans, Ausgabe 5/2019

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... von 121 Zentimetern eigentlich fast schon für ein komplettes Urlaubsgepäck für zwei Personen ausreichen. Dadurch, dass der kurze Avanti einen, wenn auch bescheidenen Heckstauraum bietet, ist die nutzbare Tiefe am Boden auf 56 Zentimeter angewachsen. Mit dem Raum, der sich unter dem Regal direkt auf dem Fahrzeugboden ergibt, können Zelt, SUP oder Bouldermatte spielend einfach im Heck des Fahrzeugs verstaut werden. Etwas Vorsicht ist beim Packen allerdings geboten, denn die Füße, die die Regale abstützen, sind aus dem gleichen dünnen Sperrholz wie die Möbel und verbiegen sich ganz schön, wenn Gepäck dagegen drückt.

Der riesige Dometic-134-Liter-Absorberkühlschrank mit 12-Liter-Gefrierfach ist mehr als ausreichend für die maximal drei Bewohner im Avanti.


Platz gibt es überall mehr als genug. Praktisch, wenn nach einem Regenschauer die Jacken zum Abtropfen im Bad hängen können.


Das Bad bietet genügend Schränke und Ablagen, aber die nach innen zu öffnende Tür und die Beleuchtung können nicht überzeugen.


Der Testwagen mit dem 2,3-Liter-Multijet und 178 PS hatte mit den gut 3,5 Tonnen kein Problem. Der Verbrauch lag bei rund 10 Litern .


Mit dem Dreiflammen-Gaskocher mit elektrischer Zündung sollte man die Besatzung, die zum Fahren aus vier, zum Schlafen mit optionalem Bett an der Sitzgruppe aus drei Personen bestehen kann, schon sattbekommen. Zu groß dürfen die Töpfe und Pfannen jedoch nicht sein. Das Spülbecken hat dafür die perfekte Größe, um schnell Klarschiff zu machen.

Nochmals zurück zu den Sitzplätzen: Fahrer und Beifahrer sitzen recht bequem auf Aguti-Sitzen mit integriertem Gurt und einstellbaren Armlehnen. Wenig Kontur und Seitenhalt, aber ein Camper ist ja kein Sportwagen. Nur zu kurze Beine sollte der Fahrer nicht haben, sonst muss er zum Treten der Kupplung aufstehen. Viel wichtiger sind aber die Passagiere im Fond. Oft werden die Rückbänkler mit unbequemen Sitzen und Rückenlehnen im 90-Grad-Winkel zur Sitzfläche gequält. Im La Strada hingegen lassen sich Sitzfläche und Lehne einstellen, was lange Fahrten deutlich angenehmer macht. Für die kleinsten Mitfahrer gibt es sogar noch Isofix.

Die Versorgung mit kühlen Getränken ist prinzipiell mehr als gesichert, denn der angenehm auf Stehhöhe angebrachte 134-Liter-Kühlschrank mit zusätzlichem 12-Liter-Tiefkühlfach bietet mehr als genügend Stauraum. Der große Absorber Slim Tower wählt seine Energiequelle automatisch. Beim Fahren heizt er mit 12 Volt von der Lichtmaschine, im Stand mit Gas und auf dem Campingplatz mit 230 Volt aus der Steckdose. In der Regel funktioniert diese Kombination ohne Probleme – doch bei Temperaturen über 30 Grad bleibt die Butter meist schön streichzart und das Bier in der Kneipe ist definitiv kühler. Dabei wäre unser Avanti H Plus mit optionaler 150-Ah-Gel-Batterie und 100 Watt Solar auf dem Dach doch geradezu prädestiniert für einen von der Umgebungstemperatur unabhängigen Kompressorkühlschrank.

Ein weiteres Highlight, welches den Avanti gleichzeitig ziemlich ungewöhnlich macht, ist das über fast die komplette Fahrzeugbreite gehende Bad im Heck. Eine schöne große Dusche mit separater Duscharmatur und Kunststoff-Faltwand, ein Waschbecken mit Unter- und Oberschrank und ein großer Spiegel. Auf den ersten Blick perfekt und riesig für einen Kastenwagen. In der Praxis offenbaren sich ein paar Schwachstellen. Bei der Übergabe wurde zwar extra betont, weshalb die Türflügel nach innen aufgehen, im Alltag will ich aber, wenn ich ins Bad gehe, ins Bad und nicht an den Kleiderschrank. Die Türen gehen nach innen auf und stehen somit in dem deutlich kleineren Raum. Schnell ins Bad, die Sonnencreme aus dem Schrank holen. Das geht nur, wenn man komplett ins Bad steigt und die Tür schließt, denn der Badschrank mit seinen asymmetrischen Türen lässt sich nicht öffnen, da der Flügel an die Badtür schlägt. Würde man die Türflügel vertauschen, könnte man den Schrank auf der rechten Seite öffnen, auch wenn die Badtür geöffnet wäre – falls die Türen wirklich nach innen aufgehen müssen. Das nächste Ärgernis: wenn man die Duschwanne putzen will. Entweder man verbiegt sich halb um die Kloschüssel und putzt bei geschlossenen Türen mit Kopf unter, da die Wanne ja abgesetzt ist, oder putzt vom Gang aus irgendwie unter der Tür durch. Und wenn wir uns schon beim Hersteller unbeliebt machen: Ein zentraler Lichtschalter und Licht von vorne, wenn ich in den Spiegel schaue, wären auch schön.

Teilweise wird sehr verschwenderisch mit dem Platz umgegangen. Im Regal fehlen ein paar Zwischenböden und ein Rüttelboard.


Das Schöne an so viel Platz ist, dass es immer aufgeräumt ist. Man muss nicht stopfen oder stapeln, im Kastenwagen eher eine Seltenheit.


„Wer auch nur annähernd versucht, den Avanti H Plus vollzuladen, hat schon mit halber Ladung das Fahrzeug überladen.“


So großzügig dimensioniert und bequem das Hubbett auch ist, die Lösung mit der Leiter zum Zusammenbauen im Doppelboden passt nicht zu den sonst so perfekten La Stradas - an einer Lösung wird bereits gearbeitet.


Schlafen: Um das 1,28 mal 2,00 Meter große Bett einsatzbereit zu machen, müssen zuerst die Sitze entgegen der Fahrtrichtung gedreht werden – spontane Powernaps werden etwas umständlicher. Zusätzlich müssen noch die Oberflächen der Schränke, auf denen das Bett aufliegt, freigeräumt werden, bevor die Liegefläche gegen den Widerstand der Gasdruckdämpfer nach unten gezogen werden kann. Jetzt muss außerdem noch die zweiteilige Leiter aus dem doppelten Boden geholt und zusammengebaut werden, bevor man sich an den Aufstieg machen kann. Ob der Kopf vorne an der Dachschräge oder hinten am Aufstieg liegt, ist egal. Helle Touch-Lesespots gibt es für beide Richtungen, für hinten spricht aber das große Dachfenster und die Erreichbarkeit von Lichtschaltern und Bedienpanel – auch wenn schlimmstenfalls bei Nacht das Kopfkissen auf den Boden fällt. Das Bett ist mit einer rund 70 Millimeter großen Kaltschaummatratze und Federteller-Rost straff, aber bequem gepolstert. Praktisch für die, die gerne noch im Bett lesen, sind die großen Ablagen, in denen sich alles Mögliche verstauen lässt. Dass aber, wenn schon Kabel zum Einschalten der Ambiente-Beleuchtung gelegt wurden, nicht gleich noch eine USB Steckdose in das Fach gebaut wurde, ist nur schwer zu verstehen. Vor dem Frühstück muss das Bett wieder nach oben geschoben werden. Ganz dünnes Bettzeug kann auf dem Bett liegen bleiben, wenn es ordentlich ausgebreitet ist. Die Leiter kommt den Tag über einfach ins Bad, erst vor der Weiterfahrt wird sie wieder zerlegt und aufgeräumt. An der geräumigen Sitzgruppe mit großem, erweiterbarem Tisch kann gemütlich gefrühstückt werden, Platz gibt es für vier Personen genug. Selbst nach einigen Tagen ist die Summe der Schränke und Schubladen noch eine Herausforderung – man verliert einfach den Überblick, was wo verstaut wurde. Einfacher ist das Thema mit der Wäsche, die zwangsläu-fig anfällt. Die wird einfach in einem der sechs Staufächer im Doppelboden untergebracht. Das ist ungemein praktisch, es tritt jedoch ein Problem zutage. Selbst ohne Sandstrand und bei mehrmaligen Fegen am Tag, es fallen permanent Schmutz, Sand und Steinchen in die Ritzen. Durch Bewegungen und Vibrationen wird der Dreck auch unter die Klappen geschüttelt und beim Gehen auf dem Boden drückt man besonders die harten Sandkörnchen in die Beschichtung des Bodenbelags. Ohne kräftigen Staubsauger mit einer Polsterbürste lässt sich der festgetretene Dreck kaum entfernen. Die aufpreispflichtigen Wohnraumteppiche können das Problem zwar mindern, sind unterwegs allerdings viel umständlicher sauber zu halten.


„Nichts klappert und nichts scheppert. Auf Qualität und Verarbeitung kann man sich bei La Strada verlassen.“


Das ist alles Jammern auf hohem Niveau, aber La Strada baut Fahrzeuge auf höchstem Niveau und da darf und muss man ja auch ein bisschen pingelig sein. Denn ansonsten würde uns das Fahrzeug durchweg begeistern. Die Verarbeitung ist mit den meisten anderen Kastenwagen nicht zu vergleichen. Nichts klappert, nichts scheppert und nirgends hat man Angst, dass gleich was abfällt. Klappen und Schubladen sind mit Soft-Close, alle Ecken und Fugen sind sauber mit Silikon ausgefugt. Wäre es meiner, würde ich als erstes die Klap pen des Oberschranks über dem Waschtisch tauschen, damit wenigstens ein Teil des Schranks bei geöffneter Tür zugänglich ist und für die Leiter würde sich sicher auch noch ein Plätzchen an der Wand finden. An die Bodenklappen würde ich Filz- oder Gummi-Abstandshalter kleben, damit sich der unvermeidbare Dreck wenigstens nicht in der Beschichtung festtritt. Denn abgesehen von den kleinen Mängeln ist der Avanti H Plus ein sehr interessantes Fahrzeug und in der gefahrenen Konfiguration mit 177 PS auch ein klasse Reisewagen.

Der riesige Heckstauraum bleibt bei einem Leergewicht von gut 3100 Kilogramm hauptsächlich großen, sperrigen und leichten Sachen vorbehalten. Endlich Platz für die Bouldermatte.


Der rund zehn Prozent höhere Grundpreis, in Relation zu den vergleichbaren Mitbewerbern im hart umkämpften Markt, ist aufgrund der besseren Verarbeitung sowie der Ausstattung völlig gerechtfertigt.

Und überhaupt, vergleichbares gibt es eigentlich kaum, denn der Grundriss, das Platzangebot und das Zweimeterbett sind in diesem Segment ziemlich einzigartig. Ebenfalls einzigartig, aber wenn, dann natürlich nur in einer Manufaktur wie bei La Strada erhältlich, ist die große Auswahl an Möbel- und Polster-Dekorvarianten. Von gediegen bis poppig ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Das Ganze lässt sich sogar online auf der La-Strada-Homepage live mit Vorschaubild in Echtzeit konfigurieren.

Der Avanti H Plus ist sicher nicht für jedermann geeignet. Man muss schon wissen, was man mit dem Platz alles vorhat – und zu schwer darf das zu transportierende Material nicht sein, zumindest so lange man sich im Bereich bis 3,5 Tonnen bewegen möchte. Mit Querbetten lässt sich die Bettlänge nicht realisieren, mit Längsbetten gibt es kein so großes Bad. Wie gesagt, der Plus ist speziell, wird aber sicher auch seine Fans finden.

Das fiel uns auf

In die Schränke des H Plus passt wirklich ein kompletter Kleiderschrank. Ob Fluch oder Segen muss jeder für sich selbst entscheiden.


Platz gibt es überall mehr als genug. Der Stauraum kann vor Ort als Fahrradgarage oder Abstellraum genutzt werden.


Die Konstruktion des Badschranks in Kombination mit der Tür ist ärgerlich


Manchmal ganz praktisch: die Kamera und das elektronisches Abwasserventil


Dreck, Sand und Steine fallen ungehindert in die Fugen des Bodens.


Das Licht im Bad kommt nur von einer Seite. Hier fehlt eine weitere LED-Lichtleiste oberhalb des Spiegels, um etwas erkennen zu können.


TECHNISCHE DATEN

Basisfahrzeug: Fiat Ducato 180 MultiJet mit selbsttragender Karosserie und Hochdach, McPherson-Federbeine vorne, Starrachse mit Blattfederung hinten, 130 kW/177 PS-Turbodiesel, Hubraum 2.287 cm³, Sechsgang-Schaltgetriebe und Frontantrieb. Euro 6b
Maße und Massen: (L x B x H) 636 x 205 x 289 cm, Radstand: 404 cm. Masse im fahrbereiten Zustand: 3.151 kg, zulässige Gesamtmasse: 3.500 kg
Aufbau: Stahlblechkarosserie mit Superhochdach, isolierte Rahmenfenster. Isolierung Dach und Wände 12 mm, Doppelboden 10 mm Polyethylen-Schaum. 2 Dachluken, 1 Dachfenster.
Bett: Dach-Hubbett 200 x 129 cm
Füllmengen: Frisch-/Abwasser: 100 l innenliegend/90 l außen isoliert, Gas: 2 x 11 kg, Diesel 120 l
Serienausstattung: 134-l-Absorberkühlschrank, Raumbad mit Dusche, Dreiflammen-Gaskocher, Truma MonoControl mit Crashsensor, 100-AHAufbaubatterie
Sonderausstattung (Auszug): Technikpaket, Komfortpaket, Safe, Radio mit Navigation, Solaranlage 100 Wh
Testverbrauch: 10,2 l/100 km
Grundpreis: 63.252 €

Testwagen: 81.075 €