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Wohnungslos! Charlie (20) und ihr Baby suchen verzweifelt ein Zuhause: Das wird unser traurigstes Weihnachten


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 50/2018 vom 07.12.2018

Die junge Mutter hat schon viel durchgemacht in ihrem Leben. War obdachlos, fand in einer sozialen Einrichtung Unterschlupf. Als sie schwanger wird, fliegt sie dort raus. Hier erzählt sie vom Gefühl, nirgendwo willkommen zu sein


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 50/2018

Hofft, bald ein eigenes kleines Reich zu haben, um niemandem mehr zur Last zu fallen: Jung-Mama Charlie mit Baby Lian


Charlie (20) ist müde, Lian hat letzte Nacht viel geschrien. Und auch die Nächte davor waren alles andere als erholsam. Die junge Frau ist mit ihrem fünf Wochen alten ...

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... Säugling notdürftig bei ihrer Mutter untergekommen. Seit sieben Monaten schläft sie auf der Couch im Wohnzimmer. Und das, obwohl in der Wohnung gar kein Platz für sie ist – neben ihren beiden jüngeren Geschwistern Jenny (13) und Maxi (6).

Die Berlinerin wohnt eigentlich auch schon lange nicht mehr bei ihrer Mutter: mit 14 Jahren zieht sie zu Hause aus. Weil ihr „was Schlimmes“ passiert ist, etwas, über das sie bis heute nicht reden will. Sie kommt in eine Jugendeinrichtung, in der es zunächst ganz gut läuft. Sie schafft ihren Hauptschulabschluss, fliegt trotzdem aus der Einrichtung. „Weil ich ab und zu ausgerissen bin“, gibt Charlie zu. „Ich wollte doch immer wieder zu meiner Mutter.“ So geht es hin und her zwischen Familie und Einrichtungen bis sie 18 Jahre alt ist.

Im Sommer 2017 lernt sie Ben (22) kennen, Lians Vater. Die beiden verlieben sich. „Wir waren obdachlos, haben beide auf der Straße geschlafen“, erzählt Charlie. Das junge Paar besucht oft die „StreetWorkstatt“ in der Warschauer Straße, ein Tagesangebot von „Straßenkinder e. V.“. Der spendenfinanzierte Verein kümmert sich um junge Leute in Not. „Die Mitarbeiter dort haben immer ein offenes Ohr“, sagt Charlie. Vici, eine der Streetworkerinnen, wird ihre Vertraute.

Im Januar 2018 wird sie von Ben schwanger. Kurze Zeit ist sie glücklich, träumt von einer kleinen Familie. Aber Ben ist unzuverlässig, hat Affären mit anderen Frauen. Und: Er ist kriminell, beklaut Charlies Mutter und Schwester, räumt sogar ihr Girokonto leer. „Trotzdem konnte ich mich lange nicht von ihm trennen, meine Sehnsucht war größer als meine Bedenken“, erzählt Charlie. Weil Ben sie immer wieder in ihrer Einrichtung besucht, fliegt sie raus. Mitten in der Schwangerschaft.


Auf den Vater des Kindes ist kein Verlass – das weiß Charlie inzwischen


„Ein Unding“, findet Vici. Um nicht wieder draußen zu schlafen, bittet Charlie ihre Mutter um den Not-Unterschlupf. „Aber seit Lian auf der Welt ist, ist es einfach zu eng für uns alle. Ich fühle mich echt schlecht, ich falle meiner ganzen Familie zur Last“, sagt Charlie traurig. „Ich bin meiner Mama ja dankbar, aber ich weiß auch, dass das so nicht weitergeht. Das wird kein schönes Weihnachten für uns alle.“

Der jungen Mutter steht eigentlich die Unterbringung in einer Mutter-Kind-Einrichtung zu – aber beim Jugendamt geht’s nur langsam voran. „Das liegt vor allem am Geldund Personalmangel“, weiß Expertin Vici. „Trotzdem kann es nicht sein, dass jemand wie Charlie mit ihrem Baby auf der Warteliste landet. Und Charlie ist kein Einzelfall!“ Die Mitarbeiterin von „Straßenkinder e. V.“ will Charlie helfen, Druck zu machen, damit sie endlich in ihre eigenen, kleinen vier Wände einziehen kann. „Das wäre mein schönstes Weihnachtsgeschenk.“

An die Zeit auf der Straße (l.) denkt Charlie nicht gerne zurück. Trost findet sie bei Streetworkerin Vici (o.)


Fotos: Andreas Friese