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Women talk Business


Startup Valley News - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 30.08.2019

Das „Davos der Frauen“ zu Gast in Basel


Im Juli 2019 fand der Global Summit of Women (kurz: GSW) zum 29. Mal und dabei erstmals in der Schweiz statt. Das im Dreiländereck zu Deutschland und Frankreich gelegene Basel war drei Tage eine charmante Gastgeberin. 1.000 Führungsfrauen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aus 70 Ländern trafen sich von den Medien vielbeachtet unter dem Kongressmotto „Women: Redefining Success“ und dem Hashtag #GSW2019. Die größten Delegationen kamen aus China, Vietnam, Kasachstan, Frankreich, USA und Korea.

Man nennt den GSW nicht umsonst das „Davos der Frauen“: Auf keinem ...

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Bildquelle: Startup Valley News, Ausgabe 5/2019

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... anderen Kongress weltweit trifft man so viele Ministerinnen, Parlamentarierinnen, hunderte von CEOs und weiblichen Spitzenkräfte aus 5 Kontinenten. Den Begriff kreierte eine südafrikanische Ministerin und Teilnehmerin des Davoser Weltwirtschaftsgipfels. Seitdem hat er sich etabliert. Treibende Kraft des GSW ist seine US-amerikanische Gründerin und Präsidentin Irene Natividad. Der Summit lebt von der jährlichen Face-to-Face-Begegnung, die durch nichts zu ersetzen ist. Daher forderte Irene Natividad die Teilnehmerinnen zum Kongressbeginn auf, die Zeit gut zu nutzen und mindestens 20 Kontakte während des #GSW2019 zu machen. Sehr gerne, done!

Diversity unter dem Aspekt der stärkeren Teilhabe von Frauen an Führungspositionen widmete sich das „Male CEO Forum“, das Forum männlicher CEOs. Es diskutierten u.a. Gert de Winter, CEO der Baloise Group, Deepankar Khiwani, CEO Capgemini, Switzerland und Ali Faramaway, Corporate Vice President, Microsoft Middle East & Africa über „Implementierung von Gender Diversity in einer Zeit des Wandels“ - entschiedene Diversity-Verfechter, keine Pseudo-Engagierten.

Doch es ging um mehr als Information und Diskussion. Es geht beim GSW darum, dass Frauen global gemeinsam Einfluss nehmen, sich gegenseitig stärken, Projekte aufsetzen und Geschäfte anbahnen. Frauen sind 52% der Weltbevölkerung, doch davon ist in vielen Führungsetagen und Aufsichtsräten nur wenig zu sehen trotz der hohen Qualifikation von Frauen. Es gibt Fortschritte, die letztlich auch dem GSW zu verdanken sind, auf dem jedes Jahr eine globale Studie vorgestellt wird. 2019 betraf sie den Finanzsektor: „Women Directors in the World’s largest Banks and Financial Services Companies“. Die Zahlen sprechen für sich: Nur 24,7% der Vorstände sind Frauen. Europa hat mit 33,8% den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte, der asiatisch-pazifische Teil mit 12% den niedrigsten.

Eines der Highlights war die Verleihung der Global Women’s Leadership Awards an Oxfam-Chefin Winnie Byanyima und Friedensnobelpreisträger Muhammed Yunus, Gründer der Grameen Bank, der alle mit seiner Vision berührte, Armut im Museum verschwinden zu lassen. Den nationalen Preis erhielt die ehemalige Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Wer beim #GSW2019 als Führungsfrau oder Unternehmerin nicht dabei war, hat etwas verpasst. Es war mein dritter GSW nach Paris 2014 und Berlin 2007. 2007 wurde ich in das National Host Committee des Summit berufen. Wie passend, denn im Mai 2007 erschien mein erstes Buch: „Was Männer tun und Frauen wissen müssen - Erfolg durch Networking“. Ihm lag die Erkenntnis zu Grunde, dass Frauen beruflich nicht genug netzwerken - leider bis heute.

Der #GWS2019 hat die Teilnehmer und die Schirmherrin Elisabeth Ackermann, die Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt, begeistert: „Der GSW zählt für mich zu den Anlässen mit grosser Zukunft. Zum einen, weil gute Netzwerke eine zentrale Rolle für das berufliche Weiterkommen spielen. Zum anderen, weil er so groß ist, dass er wirklich Einfluss nehmen und etwas bewirken kann. Das ist Empowerment im besten Sinn!“

Dass viele der langjährigen Weggefährten, sie für die inhaltlich Beste erachten, ist für Irene Natividad Ehre und Bürde zugleich: Sie trage nun die Last, diesen Summit zu toppen. Ich sicher bin, das gelingt und empfehle unbesorgt den #GSW2020 in Thailand. Ich bin dabei.

Auszüge aus meinem Interview mit Irene Natividad:

Martina Haas: Liebe Irene, warum hast Du den GSW vor 29 Jahren ins Leben gerufen?

Irene Natividad: Es gibt wirklich keine globale Business Plattform für Frauen, wo wir uns darüber austauschen können, was funktioniert, anstatt nur die ökonomischen Probleme von Frauen zu untersuchen. Ich hatte zudem das Gefühl, dass es notwendig war, dass sich Frauen global treffen, um besser zu verstehen, was „global“ wirklich bedeutet: Sie erleben das beim Summit durch die anderen Frauen aus den verschiedensten Ländern - von Aserbaidschan über Kolumbien bis Kamerun.

Martina Haas: Wie hast Du Beziehungen zu all diesen VIPs aus Politik und Wirtschaft aufgebaut?

Irene Natividad: Da der Summit nunmehr 3 Jahrzehnte existiert, habe ich die Karrierefortschritte der Teilnehmerinnen verfolgt, seit sie an den Summits teilnahmen. Die Ministerin, die den Begriff „Davos der Frauen“ prägte, kam 1998 erstmals zum Summit nach London, dann wurde sie Vize-Präsidentin von Süd-Afrika und nun ist sie Unterstaatssekretärin der Vereinten Nationen. Sung Joo Kim, CEO von MCM, kam auch zum Londoner Summit und ist seitdem immer dabei. Die ehemalige Präsidentin von Malawi Joyce Banda war bei ihrem ersten Summit 1997 in Miami eine NGO Führungskraft. Kurz gesagt, habe ich über Jahre Langzeitbekanntschaften mit Erfolgsfrauen aufgebaut. Es gibt daher ein geistiges ‚Rolodex‘ mit solchen Frauen, mit denen ich in Kontakt blieb, während sich ihr Berufsleben entwickelte.

Hinweis: Sung Joo Kim, MCM, ist seit vielen Jahren Sponsorin des GSW. Sie sagte in Basel, der Summit habe ihr Leben verändert und das Wachstum von MCM vorangebracht. Irene sei ihre Mentorin.

Martina Haas: Wie konnte der GSW so lange bestehen?

Irene Natividad: Die Reputation wuchs über die Jahre. Ehemalige Teilnehmerinnen brachten andere hinzu. Ich habe Qualitätsprogramme mit den hochkarätigsten Speakern entwickelt, weil ich glaube, dass der Aufwand der Summit-Teilnahme mit wertvollem Inhalt und inspirierenden Erfahrungen vergolten werden muss. Ich achte auf jedes Detail - die Bühne, die Kulisse, gesetzte Essen statt Buffets etc.

Martina Haas: Gibt es Hoffnung, dass wir den GSW in 10 Jahren nicht mehr mit heutigem Fokus brauchen?

Irene Natividad: Ich wünsche es mir! Aber ich bin seit nunmehr 40 Jahren eine Anwältin für Frauen in den USA und global und bislang war die Veränderung viel zu langsam. Je älter ich werde, desto weniger Geduld habe ich, nur von denen zu sprechen, die in Führungspositionen sind. Ich glaube, die Frauen können nicht darauf warten, dass etwas passiert. Sie müssen den Stier bei den Hörnern packen und auf Veränderung drängen. Das tun die US-Fußballerinnen, die die US Soccer Federation verklagen, mit ihren „equal pay“-Plakaten in den Stadien. Dieser Fall ist so offensichtlich, dass die Leute nun verstehen, dass die Bezahlung nicht vom Geschlecht abhängen sollte. Ich bin so stolz auf das, was Frauen trotz aller Widrigkeiten erreichen. Weshalb also sollte ich nicht weitermachen?

Ausblick

Die US-Fußballerinnen reichten ihre Klage am Weltfrauentag ein. Einen Tag später verkündete Adidas: „Equal pay for equal play“. Der Sportartikelhersteller stellt Fußballerinnen bei der WM-Titelprämie mit den Männern künftig gleich. Wow und bravo bravissimo. Es tut sich etwas im Bewusstsein! Gender Diversity dient nicht nur dem Wohl der Frauen, sondern der Gesellschaft insgesamt.


Mehr Informationen finden Sie unter: www.globewomen.org


Martina Haas

Martina Haas - www.martinahaas.com - ist Networking-Expertin, Bestsellerautorin und Dozentin. Die gefragte Keynote Speakerin verfügt über langjährige Erfahrung als Rechtsanwältin und Führungskraft.