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WOMIT MEIN HERZ SICH FÜLLT


Auszeit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 05.08.2021

Artikelbild für den Artikel "WOMIT MEIN HERZ SICH FÜLLT" aus der Ausgabe 4/2021 von Auszeit. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auszeit, Ausgabe 4/2021

Wie kamst du zur Kunst? Seit wann schreibst Du? Hast du schon immer gemalt? Diese Fragen habe ich schon so oft gehört.

Jedes Gespräch führt automatisch zu diesen Fragen. Wenn ich ehrlich antworten darf, ja, seit immer. Die Kunst ist der natürliche Ausdruck meines Seins. Als Kind verbrachte ich meine Zeit damit, mir Geschichten auszudenken. Mein Inneres ist und war schon immer ein bunter Ozean der Möglichkeiten und der Unmöglichkeiten.

In meiner Fantasiewelt existieren ganze Universen mit eigenen, von mir geschaffenen Regeln. Bevölkert mit verschiedensten Lebewesen, Flora und Fauna und Landschaften. Es ist nicht so, dass ich mir das ausdenken muss, es ist einfach da. So wie wir alle wissen, dass das Meer existiert, auch wenn wir nicht am Meer sind, so existieren meine inneren Welten auch wenn ich nicht dort bin. In dem Augenblick in dem ich mir einen Moment am Meer vorstelle, kann ich das Meer ...

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... rauschen hören, ich kann die salzige Luft riechen, ich kann die Möwen rufen hören und die Sonne auf meiner Haut spüren. Und das alles kann ich, auch wenn ich an einem Regentag an der Bushaltestelle warte.

„In meiner Fantasiewelt existieren ganze Universen mit eigenen, von mir geschaffenen Regeln.“

Mein inneres Meer

Wir bleiben jetzt beim Beispiel des Meeres. Mein inneres Meer besteht aus vielen Sinneswahrnehmungen. Meine Hände, die in das Meereswasser greifen, können diese Wahrnehmung mit dem Pinsel wiedergeben. Egal ob ich ein Gedicht über die Schönheit der Wellen schreibe oder ein Musikstück komponiere, egal ob ich eine Skulptur aus Holz erschaffe oder meine Hände mit Ton die Wellen formen, der Weg ist immer derselbe. Er führt mich von meinem inneren Bild, über die Kreativität, hin zu meinem Kunstwerk.

Kunst und Glück

Das Glück, sich beim Tun in seinem Werk zu verlieren, ist für mich eines der schönsten Gefühle. Im Moment des Tuns verliert sich für mich die Realität. Meine Gedanken die sich sonst um Brotboxen, den Haushalt und meinen Arbeitsplatz drehen, lösen sich komplett auf. bin im Fokus. Ich bin ganz im Hier und Jetzt und ganz in mir.

Alle meine Sinne helfen mit, mein Werk zu gestalten.

Der Flow, das Gefühl des zeitlosen Fließens, hält an bis zum letzten Pinselstrich.

„Das Glück, sich beim Tun in seinem Werk zu verlieren, ist für mich eines der schönsten Gefühle.“

Das täglich Brot

Die andere Seite des Künstlerinnen- Daseins, ist das ständige Verteidigen und Rechtfertigen der eigenen Talente. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der das Geld immer knapp war. Kunst war etwas, was man sich leisten können musste. Für Menschen wie uns war die Kunst nicht lebbar. Und trotzdem war sie immer ein Teil von mir. Doch sie zu leben, habe ich mich sehr lange nicht getraut. Es gab zwar immer wieder Menschen und Situationen, die mich daran erinnert haben, aber die Angst, vor dem was in mir schlummert, war zu groß. Erst eine ausgewachsene persönliche Krise hat mich wieder zu meinem Künstler-Ich zurückgebracht. Auch heute noch stoße ich oft auf Widerstand und manchmal auch auf Unverständnis bei meinem Umfeld. Doch mit der Zeit habe ich gelernt zu mir und meinen Talenten zu stehen. Und der Weg vom reinen zu-sich-stehen zum ichbin-dankbar ist einer mit vielen Schritten. Wenn ich heute auf meine Bilder blicke oder wenn ich meine Gedichte lese, erfasst mich das Glücksgefühl eines sehr dankbaren Menschen.

Seelenspiegel

Bei jedem Künstler fließen die inneren Bilder, die Bilder seiner Seele, in sein Werk. Warum berühren uns die Werke der „großen“ Künstler so sehr?

Die Tiefenpsychologie bietet hier einen spannenden Ansatz. Nach C.G. Jung und seiner Theorie des kollektiven Unterbewusstseins, teilen wir alle dieselben inneren Bilder. Jeder von uns ist in der Lage ,auf diesen kollektiven Erfahrungsschatz zurück zu greifen und dem Anderen die eigene Gefühlswelt durch die Kunst begreifbar zu machen.

„DIE KUNST IST EINE VERMITTLERIN DES UNAUSSPRECHLICHEN.“

JOHANN WOLFGANG GOETHE

Mich sprach besonders „Die 12 Sonnenblumen in einer Vase“ von Vincent van Gogh an. Ich stand lange Zeit davor und ließ mich in die Provence tragen. Vor meinem inneren Auge sah ich die Sonnenblumenfelder und hörte die Grillen zirpen. Ich kann richtig spüren wie die Farbenpracht der Provence den Künstler gefangen nimmt und inspiriert. Mich erfasst vor dem Gemälde ein Glücksgefühl und ich fühle mich mit van Gogh verbunden, obwohl er schon lange tot ist. Das Bild vermittelt viel mehr, als nur das Abbild von zwölf Blumen. Beim Betrachten kann man die Lebensstimmung des Künstlers spüren. Die Blumen in der Vase werden nicht idealisiert dargestellt, sondern in ihrer Vergänglichkeit.

Bei vielen Kunstwerken frage ich mich, was der Künstler fühlte, weniger was er sah, sondern viel mehr was sein inneres Bild war.

Diese Werke transportieren die Gefühlswelt des Künstlers, der in seine eigene Zeit eingebettet ist. So ist jedes Gemälde auch ein Blick in die Seele des Menschen, der es erschafft.

In der Seele des Künstlers liegen bekanntlich Glück und Leid sehr nah beieinander.

Auch in meiner schlimmsten Krise konnte ich tiefgründige Gedichte schreiben, die für anderen Menschen ein Licht sind und durch die sie sich verstanden fühlten. Wenn ich es als Künstlerin schaffe, meine Gefühlswelt in ein Werk zu legen, dann kann sich der Betrachter oder Leser wiederfinden. Und dies überdauert auch die Zeit. Mich macht der Gedanke glücklich, dass eines meiner Gedichte einen anderen Menschen tief berührt und ihm vielleicht auch weiterhilft.

Von Herz zu Herz

Stellen wir uns ein Wartezimmer beim Arzt vor, das jeder von uns kennt. Oft sind die Wartezeiten sehr lang. Die Arztpraxen müssen steril sein, was oft zur Folge hat, dass es sich für uns trostlos anfühlt, während wir warten. Hängt aber ein Bild vom Meer oder vom Wald an der Wand – und ist es auch nur ein einziges – so trägt uns unsere Fantasie meistens automatisch an diesen wunderschönen Ort. Wieder werden alle Sinne beanspruch und das Warten fällt uns leichter.

„KUNST WÄSCHT DEN STAUB DES ALLTAGS VON DER SEELE.“

PICASSO

Als ich mit meinem Sohn längere Zeit im Krankenhaus war, haben uns die vielen wunderschönen Gemälde an den sonst weißen, sterilen Wänden etwas über die lange, schwere Zeit geholfen.

Mein damals noch kleiner Sohn wollte sie jeden Tag anschauen und wir überlegten uns Geschichten dazu. Diese Gemälde haben uns berührt und durch unsere Vorstellungskraft eigene Welten entstehen lassen.

Auch passiert es, dass ich mich alleine und unverstanden fühle, doch dann kommt es immer wieder dazu, dass mir ein Spruch, ein Zitat oder ein Gedicht über den Weg läuft und mir zeigt, dass es andere Menschen gibt, die mich verstehen oder genau solche Gefühle haben oder hatten wie ich.

So begleitet uns die Kunst ein Leben lang. Sie füllt unser Herz und öffnet uns immer wieder die Tür zum Glück. Und ich bereue keinen Moment, durch diese Tür gegangen zu sein.

STELLA VOM MEER

ALLES FLIEßT ...

Der „Flow“, zu Deutsch fließen, rinnen, strömen, beschreibt einen als beglückend empfundenen mentalen Zustand, in dem man restlos und völlig vertieft in einer Tätigkeit aufgeht. Dieser Zustand lässt die Tätigkeit beinahe von selber weitergehen, sie „fließt“ ...

AN DIE KÜNSTLER

Wir alle leben hier in unendlichen Welten In denen nur die Gesetze der Fantasie gelten

Kunst fließt durch unsere Adern wie Blut Doch sie zu leben fordert sehr viel Mut

Ich habe ihn manchmal doch häufig fehlt er mir Dann blicke ich zu Euch bin froh, denn ihr wart hier

Soviel Kreativität kann ich bei Euch entdecken Weiß dann, brauche mich nicht mehr zu verstecken

Diese Zeilen die schon lange auf meinem Herzen lagen Mussten raus, denn ich wollte nur mal danke sagen

Von Stella vom Meer

MEINE TIPPS FÜR DAS SCHREIBEN

• Sei mutig!

• Fange mit der ersten Zeile an!

• Lasse den Text fließen!

• Male mit Worten Bilder und erzeuge Gefühle!

• Mach es nicht zu kompliziert!

• Verliere nie den Mut, auch nicht, wenn du zum dritten Mal von vorn anfängst ...