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WORK SHOP Highest End!


Stereo Sonderheft Hifi Exklusiv - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 12.04.2019

Den Workshop zum STEREO-Sonderheft „HiFi Exklusiv“ lieferte die „HighEnd“-Messe in München. Und zwar nicht nur, was die Themen betraf, sondern auch hinsichtlich faszinierender Vorführanlagen.


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Bildquelle: Stereo Sonderheft Hifi Exklusiv, Ausgabe 2/2019

Wenn schon, denn schon“ lautete Mitte Mai 2018 das Motto unserer Workshop-Tour über die Münchner HighEnd. Es ist aber auch zu verführerisch: all die tollen Super- und Mega-Anlagen um einen herum. Die rufen doch geradezu nach „Action“, oder? So ging Workshop-Spezi Matthias Böde (o.) in die Vollen. An fünf Stationen zeigte er, was klanglich geht.

Was bringt Edel-Vinyl?

Workshops sollen unsere Berichte erfahrbar machen. ...

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... So widmeten wir in STEREO 6/18 eine Story dem Trend zum Edel-Vinyl und fragten sinngemäß: Marketing-Masche oder Technik-Triumph? Genau da fassten wir im Raum von Avantgarde Acoustic und Clearaudio nach. Der fränkische Hersteller hatte seinen mit Pendellaufwerk und Tangentialarm ausgerüsteten Top-Plattenspieler „Reference Statement“ aufgebaut, der über die erstklassigen Amps und gewaltigen Hörner der „Avantgardisten“ bestens rüberkam.

Zum Beispiel, als wir die unter identischen Bedingungen angefertigten Versionen von Art Davis’ „Evidence“ aus dem Jazzalbum „A Time Remembered“ einander gegenüberstellten. Die laufen mit 33,33 respektive 45 Umdrehungen und finden sich auf einer „Vinyl Comparison“-Scheibe, die Classic Record einst extra für Demo-Zwecke hatte anfertigen lassen. Inzwischen gibt es viele Werke in höherer Drehzahl, die der Information mehr Platz in der Rille bietet. Tatsächlich kam der Titel in 45 gelöster, offener und spritziger rüber. „Evidence“ bot so mehr Frische, Attacke, aber auch Gelassenheit. Also, Analogis: Drückt aufs Tempo!

Als „Ultradisc One-Step Pressing“ bietet der für höchstwertige Reissues bekannte US-Hersteller MFSL ausgewählte Alben an. Die laufen ebenfalls auf 45 und werden im Matrizen fressenden, aber qualitätssteigernden „One-Step“-Verfahren gefertigt. Den Anfang der luxuriösen Serie machte „Abraxas“ von Santana. Für die in einer Prachtbox gelieferte Doppel-LP wurden knapp 160 Euro aufgerufen. Die kleine Zahl der hierzulande verkauften Exemplare war sofort vergriffen. Der „normalen“ MFSL-Fassung von 2008 stahl die One-Step-Pressung bei „Black Magic Woman“ die Show. Letztere kam räumlicher, aufgefächerter und deutlich vielschichtiger aus den Trio-Hörnern. Der Aufwand lohnte sich also.

„Meine Vinylsammlung umfasst Scheiben von Crystal Clear, MFSL oder Nautilus, und ich konnte meist den getriebenen Aufwand klanglich nachvollziehen. Verständlich, dass die Leute auf höchstwertig produzierte Schallplatten scharf sind. Die Vorführung der ‚Abraxas‘ hat auch mich angespitzt.“
Workshop-Teilnehmer Karl-Otto Mierendorf

Mit Highlights aus den ebenfalls hochtourig drehenden, sündteuren Doppel-LPs des Anne Bisson Trios („Four Seasons In Jazz“) und von Lyn Stanley („The Moonlight Sessions, Vol.I“) bot der Workshop den Besuchern weitere, diesmal „unvergleichliche“ Schmankerln, die zeigten: Für die satten Preise bekommt man in der Tat auch was geboten. Die Kosten sind wohl eh sekundär: Beide Titel waren bereits kurz nach dem Erscheinen als Vinyl-Ausführung ratzekahl ausverkauft.

Hörgenuss in hohen Raten

Noch immer gibt es viele HiFi-Fans, die digitale Hochbit-Formate nur vom Hörensagen, aber nicht aus eigener Erfahrung kennen. Für diese nutzten wir die Vorführung von T+A. Auch dort war mit dem Medien-Player, der Vorstufe und den Hybrid-Mono-Amps der „HV“-Serie, die ein Paar große Criterion-Boxen der Herforder ansteuerten, „schweres Gerät“ aufgefahren.

Wir spielten identische Titel in unterschiedlichsten Auflösungen – einfacher geht’s nicht – direkt vom USB-Stick. So etwa den John-Lennon-Klassiker „Imagine“ in der Version von Nils Landgren. Bereits als 320-Kilobit-MP3-File zog der Titel die Hörer durch sein elegisch verhallendes Gitarren-Intro in seinen Bann. Dann setzt Landgrens Stimme ein: klar, warm, gefühlvoll. Nicht schlecht, audiophil dennoch im wahrsten Wortsinn nur „das kleine Format“. Denn schon beim Schritt zur CD-Auflösung von 16 Bit/44,1 Kilohertz breitete sich das Spektrum weiter aus, gewann die Darbietung an räumlicher wie emotionaler Tiefe, weil an wehmütigerem Nachklang.

Diese für die musikalische Aussage wichtigen Finessen hatte MP3 offenbar als überflüssig erachtet und deshalb rausgerechnet. Noch aufgefächerter, natürlicher und vielschichtiger tönte es im originalen Aufnahmeformat, das 24 Bit/88,2 kHz betrug. Fazit: So muss das klingen!

Weitere Musikbeispiele, die bis zu 24/192 hinaufreichten, bestätigten diese Erfahrung: Hohe Datenraten transportieren mehr Informationen, gerade auch hinsichtlich der vermeintlichen Kleinigkeiten „zwischen den Noten“. Und um dies zu erkennen, braucht’s nichtmal eine Anlage vom Kaliber der von T+A.

Das Display des T+A-Players (o.r.) zeigte die drei unterschiedlichen Auflösungen an, in denen „Imagine“ auf dem USB-Stick digital abgelegt war.


„Ich bin eher skeptisch in den Workshop gekommen. Doch je höher die Datenraten stiegen, desto räumlicher, facettenreicher und natürlicher gerieten die Darbietungen. Hochbit-HiFi sehe ich als positive Entwicklung, denn nur mittels Top-Aufnahmen kann sich die Anlage klanglich voll entfalten.“
Workshop-Teilnehmer Matthias Trüstedt

Der Grund des Bodens

Mit einem highendigen Thema beschäftigte sich der Workshop im Vorführraum des Vertriebs Reichmann Audiosysteme, der etwa die Marken Musical Fidelity und Triangle betreut. Es ging um die fachgerechte Aufstellung von HiFi-Komponenten, ergo ums Rack, dessen Einfluss auf die Klangqualität oft weit unterschätzt wird.

Copulare-Chef Gerhard Brandl (r.) und Markus Brogle tauschten die verschiedenen „ Tonbasen“ ruckzuck untereinander aus.


Als Demonstrationsobjekt diente eine konsequent auf hifidele Zwecke optimierte „Zonal Tonbasis“ von Copulare, also jenes Herstellers aus Niederbayern, der bereits Anfang der 90er den audiophilen Stellenwert des Racks erkannte und das Thema entsprechend früh anschob.

Um die Umbauphasen so kurz wie möglich zu halten, hatten wir uns entschieden, nur den CD-Spieler der Anlage, Musical Fidelitys M6scd, auf unterschiedlichen Unterlagen zu hören, die Brandl im Vorfeld fix und fertig mit Spikes versehen sowie waagerecht ausgerichtet hatte, sodass die Wechselzeit jeweils nur ein paar Sekunden betrug.

Im Schacht des Players drehte sich die aktuelle STEREO Hörtest-CDVIII, und „If I Could“ der Blues Company rollte mit profundem Bass und lässiger Rhythmik aus den von Musicals 6er-Amp potent angetriebenen Triangle-Lautsprechern. Dabei thronte der CD-Spieler auf einer sandgefüllten Basis (um 500 Euro), die Brandl samt Helfer nach dem zwecks besserer Einprägung zweimaligen Anlaufen des Tracks gestoppten M6scd flugs gegen eine sonst vollkommen gleiche Version mit Bleischrotfüllung (um 750 Euro) tauschte.

Nochmal kurz, aber kräftig die Spikes durch die flachen Lederzungen gedrückt, die das Brett vor dem Verrutschen sicherten, und schon betätigten wir erneut die Play-Taste der Fernbedienung, lief der Titel bei exakt gleicher Lautstärke wieder an. Doch nun zeigten – Überraschung! – die Bassimpulse im Intro mehr Fasson und kernige Kontur, war mehr Drall und zielgerichtete Energie in der Wiedergabe. Obendrein schien die Musik besser im Fluss und die scheinbar noch besser aufgelegte Blues Company einfach lockerer vom Hocker zu spielen.

Konnte das sein? Wir machten die Gegenprobe, stellten den Player ergo zurück auf die Basis mit Sandfüllung. Tatsächlich kamen die Drum-Kicks nun etwas matter und verhaltener, wirkte das Timing ein wenig gebremst. Es war, als ob die Musik gegen einen leichten Widerstand anspielte. Auf der nun wieder im Handumdrehen installierten Bleibasis löste sich das Spektrum obendrein leichter von den Boxengehäusen.

Wäre dies schon staunenswert genug, hatte Gerhard Brandl noch ein Ass in Form einer Unterlage mit Stellfläche aus geschäumter Keramik dabei (um 1200 Euro), die er aufgrund ihrer amorphen, an Korallen erinnernde Struktur „Artificial Coral“ nennt. Und auf dieser kam Musical Fidelitys Player dann richtig groß raus, spielte ungemein gelöst, feinzeichnend und beweglich. Dagegen war selbst die Wiedergabe auf der Bleibasis noch leicht statisch und schwerfällig gewesen, wie weitere Testtitel und Basenwechsel belegten. Da waren nicht nur die Zuhörer baff, auch STEREOMann Böde staunte ob dieser unerwartet klaren Abstufungen. Gute Gründe für „trag-fähige“ HiFi-Böden.

Analog/Digital auf Top-Niveau

Eine der besten Anlagen des Planeten stand bei Burmester und versammelte die Crème des Berliner Herstellers: die neuen gewaltigen Lautsprecher nebst Mono-Endstufen, den Streamer 111 sowie den Plattenspieler 175 mit Viermotorenantrieb und die mit speziell an den Tonarm angepasstem MC-Abtaster perfekt abgestimmte Phono-Vorstufe.

So ließ sich das angesagte Thema – Schallplatten und Digital-Files identischer Musik nebeneinander vorführen – zur Freude der Zuhörer auf allerhöchstem Niveau realisieren, zumal 111 und 175 mit 31.500 respektive 31.800 Euro praktisch gleich teuer ausfallen.

Wir starteten mit „For Ole“, einer gefühligen, durch allerlei klangliche Raffinessen ausgeschmückten Ballade aus der Feder Wolfgang Bernreuthers. Vollkommen abgelöst von den ausladenden Boxen sowie frei schwebend, aber mit substanzieller Kraft stand der Titel vor den staunenden Zuhörern. Nach der Performance des 111, der das entsprechende 16 Bit/44,1 Kilohertz-File von der STEREO Hörtest-CDVIII spielte, schalteten wir gespannt auf den Vinyl-Dreher um.

„Das war ein sehr anschaulicher Workshop mit klaren Unterschieden, die ich in dieser Deutlichkeit nicht erwartet hätte. Mein Fazit: Es reicht nicht, erstklassige Geräte zu kaufen. Das Umfeld muss ebenfalls stimmen. Deshalb gehört das Rack für mich ab sofort fest zur HiFi-Anlage dazu.“
Workshop-Teilnehmer Klaus Laps

Burmester hatte „das ganz große Besteck“ aufgefahren – inklusive des Multiplayers 111 (M.) und des neuen Plattenspielers 175 (r.).


Vom 175 hatte das Stück den etwas samtigeren, grundtonorientierteren und damit vordergründig „analogeren“ Touch. Das mag dem Charakter des neuen Burmester geschuldet sein, der sich in puncto Auflösung, Ausdehnung und Selbstverständlichkeit vom 111 nicht die Butter von der Platte nehmen ließ.

Doch was passiert, wenn man den 111 mit Hochbit-Kost füttert? Genau das taten wir mit Monty Alexanders „Almost Like Being In Love“ in Form des 24/192-Files von der STEREO Hörtest-Edition III. Selbst bei dieser ultimativ leichtfüßigen, vor Details schillernden Nummer zog der Plattenspieler gleich, tönte zwar abermals um Nuancen sonorer, jedoch kein bisschen gedeckt. Fazit: Digital oder analog kann Musik gleichermaßen fantastisch klingen. Es kommt weniger auf die Technik als auf die Komponenten an!

„STEREOs erstes Phono-Festival gefällt mir sehr, und die Vorstellung der zweiten Folge hat meinen Appetit neu angeregt. Was ich besonders schätze, ist die Musikauswahl in der Mischung aus neuen Titeln und Highlights der audiophilen Historie sowie die Einmaligkeit des Projekts insgesamt.“
Workshop-Teilnehmer Sven Schellenberger

Vinyl-Festival per Digi-Discs

16 ausgesuchte Plattenspieler vom Einstiegssektor bis zur Luxusliga per CD, SACD oder mittels 24 Bit/192 kHz-WAVFiles mit je einem Musikstück der Extraklasse in der eigenen Anlage hören – was in der Realität kaum zu machen ist, ermöglicht das einzigartige STEREO Phono-Festival, dessen zweite Folge direkt auf der HighEnd erschien.

Um aus deren Vorstellung ein einmaliges Erlebnis zu machen, übernahmen wir die große MBL-Anlage samt ihrer „begehbaren“ Endstufen und den vierteiligen Lautsprechertürmen 101Xtreme – traditionell mit die stärkste Kette der Show. Wir spielten die Musik vom ultimativen CD-Spieler der Berliner, der damit erfahrungsgemäß besser klingt als mancher ambitionierte D/A-Wandler mit den Hochbit-Files von der dem Phono-Festival beiliegenden DVD-ROM.

Nun erwartete die Zuhörer musikalische Feinkost wie Radka Toneffs unvergessenes „The Moon Is A Harsh Mistress“, das während der Achtziger auf praktisch jeder HiFi-Messe erklang. Den verträumten, gleichwohl bitteren Song der norwegischen Sängerin, die kurz nach der Aufnahme verstarb, was den Hype um sie steigerte, hatten wir vom Thorens TD209 für rund 1000 Euro überspielt.

Mit besonderem Stolz präsentierte Matthias Böde, der die Idee des Phono-Festivals entwickelte und das Projekt betreut, auch „The Coyote“ des US-Songpoeten Jack Hardy. Der hat Gänsehautpotenzial, und Böde berichtete kurz über die Odyssee, bis der Rechteinhaber ausfindig gemacht werden konnte. Als Plattenspieler stand hier ein Modell von Acoustic Solid Pate, das die flirrige Transparenz und das raue, markante Timbre Hardys wunderbar wiedergab.

Neben unvergessenen Klassikern aus der audiophilen Historie bringt das Phono-Festival II aktuelle Top-Titel zu Gehör. Unter diesen sticht „September In Montreal“ des Anne Bisson-Trios hervor. Es stammt vom letztjährigen, fantastisch klingenden Direktschnittalbum der Franko-Kanadierin, das, obgleich fast 120 Euro teuer, unmittelbar nach seinem Erscheinen vergriffen war. SMEs spitzenmäßiger Plattenspieler Model 15 meldete sich über die CD mit dem basskräftig und vital tönenden Stück zu Wort. Zumal über das ebenso potent wie durchsichtig abbildende MBL-System ein Genuss.

Und so ging es weiter von Track zu Track, zu denen Böde stets kleine Hintergrundgeschichten zu erzählen wusste. Diese finden sich auch im ausführlichen Booklet zum Phono-Festval und warten wie die Musik nur darauf, von den HiFi-Fans entdeckt zu werden.

Die Radialstrahler der 101Xtreme und ihre Basssäulen stellten die Titel des Phono-Festivals II (v.) in extraordinärer Qualität dar.