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WORKFLOW-AKADEMIE: Studio-Fotografie


DOCMA - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 16.09.2020

In der Praxis geht es meist weniger um tolle einzelne Features als vielmehr um schnelle und verlässliche Funktionalitäten, mit denen man seine Abläufe im Alltag sicher in den Griff bekommt. Christoph Künne zeigt Möglichkeiten und Grenzen von Lightroom Classic in der Studiofotografie auf.


Artikelbild für den Artikel "WORKFLOW-AKADEMIE: Studio-Fotografie" aus der Ausgabe 4/2020 von DOCMA. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: DOCMA, Ausgabe 4/2020

Fotos - soweit nicht anders angegeben: Christoph Künne

Entgegen vieler Vorurteile ist Lightroom Classic als Arbeitsumgebung auch für professionelle fotografische Studioproduktionen durchaus sinnvoll. Es hilft bei der Aufnahme, erleichtert das „Editing“ genannte Aussuchen der besten Motive, entwickelt die Raws schnell ...

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... und in hoher Qualität, ermöglicht vielfältige und sogar relativ komplexe Retuschen und hilft mit seinen komfortablen Exportfunktionen auch bei der schnellen Abstimmung mit dem Kunden.

An seine Grenzen stößt das Programm erst bei komplexen Bildkorrekturen und natürlich bei Fotomontagen. Aber, das soll hier nicht verschwiegen werden, gerade sehr hochauflösende Raw-Dateien können zum Zeitfresser werden, wenn man an ihnen allzu viele Detailretuschen mit dem »Korrekturpinsel« oder dem »Bereichsreparaturwerkzeug « vornimmt. Hier hilft dann oft nur noch die Mischung aus sehr leistungsstarker Hardware und viel Arbeitsspeicher, damit das Arbeiten flüssig bleibt. Wenn es allerdings darum geht, in möglichst kurzer Zeit zu einer aussagekräftigen Auswahl zu gelangen und die Bilder schnell zu entwickeln, ist die Software unschlagbar.

Warum, so fragt man sich dann, gilt Capture One unter Studioprofis als die erste Wahl? Eine Antwort ist nicht einfach. Zum einen liegt es sicherlich an der Gewöhnung, womit man als Fotograf am liebsten arbeitet. Zum anderen hat Capture One durchaus eine Reihe von Vorzügen. Bisher unerreicht ist der Tether-Modus, der (bei vielen kompatiblen Kameramodellen) die Arbeit mit dem Computermonitor als Kamerasucher erlaubt. Zudem gibt es dort differenzierte, auf die einzelnen Bildsensoren abgestimmte Entwicklungsprofile und einige sehr praktische Tools, speziell für die Farbkorrektur der Hauttöne.

Der Nachteil von Capture One ist seine größere Komplexität, die vielfach dazu (ver)führt, mehr Zeit pro Bild aufzuwenden. Das ist bei einem Basis-Workflow, bei dem es vor allem schnell gehen soll, ein gravierender Nachteil.

Lightroom Classic ist ein potenter Arbeitsbeschleuniger bei professionellen Studioproduktionen, wenn man sich etwas intensiver mit seinen Workflow-Features befasst hat.

ARBEITSMATERIALIEN FINDEN SIE UNTER www.docma.info/21894


Aufnahme

01 Korrekte Farben

Im Studio lässt sich die Lichtsetzung bis ins Detail steuern und damit auch die Farben. Eine allzu realistische Farbwiedergabe ist bei Porträts eher unerwünscht. Geht es aber um Produkte oder um Reproduktionen, sollte man mit Hilfsmitteln arbeiten. Ein grauer Karton hilft beim Weißabgleich. Präziser ist ein Farbchart, mit dem sich in Lightroom auch komplexere Farbverschiebungen neutralisieren lassen.

Foto: Tales Henn - stock.adobe.com

02 Studioblitz oder Dauerlicht?

Bei neuester Lichttechnik ist die Entscheidung eher Geschmackssache. Wer mit Dauerlicht arbeitet, sieht genau, was er tut - schon vor der Belichtung. Freunde des Blitzlichts brauchen mehr Erfahrung, müssen oft mit Spezialgerät die Belichtung messen, schwören vielfach auf die vermeintlich bessere Lichtqualität. Das Argument verliert aber dank neuester Leuchtmitteltechnik zunehmend an Bedeutung.

03 Tethering

Beim Arbeiten im Studio sollte man Kamera und Computer per USB-Kabel zu einer Aufnahmeeinheit verbinden. Lightroom beherrscht diese Verbindung nur mit Canon- und Nikon-Kameras. Der Vorzug der Technik liegt darin, dass man kurz nach dem Auslösen - wenn die Daten von der Kamera zum Rechner übertragen worden sind - die Ergebnisse direkt am großen Computermonitor im Hinblick auf Schärfe, Belichtung und Farbigkeit überprüfen kann.

04 Vordergrund und Hintergrund trennen

Um möglichst viel Flexibilität für die Postproduktion zu erhalten, sollten Sie Objekte vor einem andersfarbigen Hintergrund fotografieren. Verbreitet und praktisch ist Grau als Hintergrundfarbe, mancher Fotograf zieht das für Filmproduktionen beliebte Grün vor. Beim „Greenscreen“ stahlt aber viel grünes Umgebungslicht auf das Objekt ab. Oft geht dann das Freistellen schneller, doch die erforderliche Farbdekontamination kostet wieder Extrazeit.

Bildauswahl

05 Welches Bild ist das beste?

Digitale Studiofotografie geht meist mit einer Vielzahl an Bildern einher. Darum dauert es oft länger, aus der Masse die besten Bilder herauszusuchen, als das Fotografieren an sich. In Lightroom vermittelt das Modul »Bibliothek« in der »Rasteransicht« einen schnellen Überblick über das Rohdatenmaterial. Mithilfe des »Miniaturen«-Reglers lässt sich die Darstellungsgröße den eigenen Vorlieben anpassen.

06 Bewertung und Detailansicht

Die Übersicht vermittelt nur einen groben Eindruck dessen, was wirklich in der Raw-Datei steckt. Um das Ganze genau zu überprüfen, müssen Sie von der »Rasteransicht« in die »Lupenansicht « (a) wechseln und dort zusätzlich den 1:1-Modus (b) aktivieren, damit das Foto in der 100%-Darstellung zu sehen ist. Meist dauert es einen Moment, bis die nötigen Pixel nachgeladen sind, die Ihnen (wie hier) die Schärfeunterschiede (c) und (d) anzeigen.

07 Automatische Vorentwicklung

Wenn man sich einen Überblick verschaffen will, welches die besten Motive sind, kann es sinnvoll sein, die Daten für diese Betrachtung schon einmal automatisch „vorentwickeln“ zu lassen. Dabei korrigiert Lightroom auf Knopfdruck die Belichtung, die Kontraste und auf Wunsch auch die Farbtemperatur. Die beiden Befehle »Automatische Einstellungen« und »Automatischer Weißabgleich« finden Sie im Menü »Einstellungen

08 Stapel für einen besseren Überblick?

Nimmt man mehrere Objekte bei einer Fotoaktion auf, kann es sinnvoll sein, diese in »Stapeln« zu organisieren. Dazu markiert man in der »Bibliothek«-Ansicht die zusammengehörigen Bilder und wählt anschließend im Menü »Foto« unter »Stapeln« den Befehl »Stapel gruppieren« aus. Tastenkombination: »Strg/ Cmd-G«. Wieder aufgeklappt werden die Stapel durch einen Klick auf die kleine Ziffer links oben im Stapel-Icon (a).

Eine Serie optimal entwickeln

09 Automatik für optische Korrekturen

Kein Objektiv ist perfekt. Aber die Möglichkeit, Fehler nach der Aufnahme herauszurechnen, bringt viele - auch mit günstigen Objektiven aufgenommene - Bilder der Perfektion ein Stück näher. Aus diesem Grund sollten Sie im Reiter »Objektivkorrekturen« im Modus »Entwickeln« die »Profilkorrekturen aktivieren«. Bei der Gelegenheit schadet es auch nicht, ein Häkchen bei »Chromatische Aberration entfernen« zu setzen.

10 Looks und Presets

Mit Presets zu arbeiten, kann enorm viel Zeit sparen. Allerdings sollten Sie sich genau überlegen, was Sie per Preset vorgeben. Idealerweise nutzen Sie Standard-Presets schon beim Bildimport in Lightroom, um die Schritte 07 und 09 einzusparen (a). Bei der weiteren Bearbeitung können Sie dann mit eigenen Presets, die möglichst systematisch aufeinander aufbauen, im Modul »Entwicklung « an Ihren Looks weiterarbeiten.

11 Einstellungen übertragen

Haben Sie ein Motiv einer Serie als Vorlage für die anderen Bilder entwickelt, spart es Zeit, die Einstellungen zu übernehmen. Kopieren Sie im »Bibliothek«-Modul die Entwicklungseinstellungen mit »Strg/Cmd-Shift-C« vom Referenzbild. Welche Einstellungen Sie übernehmen möchten, regeln Sie in dem dann folgenden Dialog. Markieren Sie anschließend die anderen Bilder und setzen Sie die Einstellungen dort mit »Strg/Cmd-Shift-V« ein.

12 Maximale Details

Manchmal hat man den Eindruck, es reiche nicht, was die Raw-Entwicklung an Bilddetails herausgeholt hat. Für solche Anforderungen bietet Lightroom seit einiger Zeit die Funktion »Details verbessern«, die man im »Foto«-Menü findet. Die Vorschau erlaubt nach einer längeren Rechenpause eine Voransicht, die Ihnen die Einschätzung erleichtert, ob es sich lohnt, diese Funktion einzusetzen. Hier wäre das eher nicht der Fall.

Einfache Retuschen

13 Lokale Farbretuschen

Globale Farbkorrekturen kennt jeder, der mit Looks arbeitet. Mit dem »Korrekturpinsel« (a) und seinen etwas flächiger wirkenden Kollegen - dem »Verlaufsfilter« (b) sowie dem »Radialfilter « (c) lassen sich zusätzliche knallige Farben dort ins Bild bringen, wo es vorher grau war. Der Trick ist die Mischung von aufgetragener »Farbe« (d) plus weiterer Anpassungen des Farbtons über die Kontrast- und Farbtools.

14 Hintergründe mit Farbmaske umfärben

Mit diesen Tools kann man auch Hintergründe neu einfärben. Dazu malen Sie etwa mit dem »Korrekturpinsel« mit harter Kante über die einzufärbende Fläche. An den Rändern des Objekts wechseln Sie zu einer weichen Kante und aktivieren die Option »Automatisch maskieren« (a), bevor Sie die Randbereiche umfahren. Zur Optimierung der Maske nutzen Sie die »Bereichsmaske Farbe« (b) mit bis zu fünf Referenzpunkten (c-f).

15 Unerwünschtes Ausblenden

Ebenfalls mit dem »Korrekturpinsel«, allerdings völlig anderen Einstellungen, lassen sich unerwünschte Details aus der Welt schaffen. Hier stört im Original (a) die Schärfe auf dem Karton. Mit dem »Korrekturpinsel«, einer weichen Kante, aktivierter Option »Automatisch maskieren« und drei „−100“ Einstellungen von »Struktur«, »Klarheit« und »Schärfe« „entschärfen“ Sie die als störend empfundenen Bereiche ganz unkompliziert (b).

16 Kleinigkeiten ausbessern

Weniger komfortabel und sehr rechenintensiv sind Retuschen mit der »Bereichsreparatur«. Der Pinsel kennt zwei Modi: »Kopierstempel« und »Repar.«.Ersterer ist simpel und nur in Ausnahmefällen zu gebrauchen, »Repar.«(atur) arbeitet komplexer, ist aber insgesamt schwer steuerbar und eher eine Verlegenheitslösung für kleine Detailretuschen. Hier wurde die Kerbe (a) rückstandsfrei beseitigt, der Nasenreflex (b) jedoch nur gemildert.