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Workout mit STANGEN


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Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 40/2022 vom 11.03.2022

EFFEKTIVES MUSKELTRAINING

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Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 40/2022

Das Reiten über Stangen bringt Pferd und Reiter zahlreiche Trainingseffekte -u. a. bei Taktfehlern

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Mikado ist eines der bekanntesten und am meisten verbreiteten Geschicklichkeitsspiele. Überall auf der Welt wird mit den dünnen Holzstäbchen gespielt. Nach kurzer Aufbauzeit kann jeder sein Können unter Beweis stellen und viel Spaß haben. Ähnlich verhält es sich mit dem Stangentraining. Es bietet Reiter-Pferd-Paaren jeden Ausbildungsstandes eine Vielzahl an Möglichkeiten, um effektiv, systematisch sowie abwechslungsreich zu trainieren und dabei gemeinsam Freude zu haben. Die unzähligen Vorteile sprechen für sich.

Anstrengendes Muskeltraining

Da das Pferd seine Beine über den Stangen höher und aktiver anheben muss, ist das Stangentraining ein wirksames, aber auch anstrengendes Workout. „Ist das Pferd in einer positiven Körperspannung, und sind die ...

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... Bewegungszentren von Vor-und Hinterhand korrekt positioniert und synchronisiert, kann es seine Muskulatur perfekt ausbilden“, sagt Ann Katrin Querbach, Trainerin B Westernreiten und Trainerin B Breitensport aus dem baden-württembergischen Tübingen.

Beim Überqueren der Stangen drehen die langen Muskeln der Hinterhand, unterstützt durch die Bauchmuskeln, das Becken des Pferdes nach hinten-unten. Das löst eine Kettenreaktion aus: Die Hinterhand (bestehend aus Kruppenmuskulatur, gerader und schräger Bauchmuskulatur sowie innerer Lendenmuskulatur) entwickelt aus der Schubkraft die Lastaufnahme. Die gebeugten Hinterbeine treten weiter und aktiver nach vorne unter den Schwerpunkt. Für die Übertragung der Bewegungsenergie aus der Hinterhand auf den Vorwärtsimpuls sind wiederum der Rumpfträger, der Oberhals und die geraden Bauchmuskeln zuständig. Sie heben das Brustbein und damit die Vorhand an.

Die Folge? Der Rücken wölbt sich auf, das Nackenrückenband spannt sich, Hals und Kopf senken sich. Es entsteht ein positiver Spannungsbogen im Pferdekörper, der nicht nur durch eine korrekte Bemuskelung der Ober-und Unterlinie, sondern auch durch einen aktiven, federnden Gang sichtbar wird. „Vielen Pferden erleichtert die Arbeit mit Stangen, die Muskulatur unverkrampft an-und abzuspannen und somit losgelassen unter dem Reiter zu arbeiten. Die Selbsthaltung und somit auch die Durchlässigkeit verbessern sich“, weiß die Ausbilderin.

Fehlbelastungen vermeiden

„Jedoch falsch angewandt, kann sie diese auch zusätzlich verschlimmern. Fehler, die im Vorfeld im Kleinen zu sehen waren, werden über den Stangen sehr deutlich“, warnt Querbach. Zeigt das Pferd Defizite im Bewegungsablauf, könnten sich durch das Training falsche Muskelgruppen ausbilden und durch die fehlende Federung Sehnen und Gelenke überlastet werden.

Dazu gibt die Expertin ein Beispiel: „Hängt die Vorhand passiv gesenkt, dehnt sich zwar auch der Hals vorwärts-abwärts, jedoch kann sich das Brustbein nicht mehr heben. Muss das Pferd nun über eine Stange oder eine Unebenheit treten, hilft der Unterhalsmuskel mit, um die Vorhand anzuheben. Dies erkennt man z.B. an einem plötzlich hochschnellenden Kopf bei Übergängen oder dem Beginn des Stangentrainings. Der Rücken sinkt ab und das Pferd verspannt sich.“

Einen positiven Spannungsbogen herzustellen, ist also immer die erste Aufgabe des Reiters. „Es gilt: erst den Körper korrekt positionieren, dann kommt der Muskelaufbau“, rät Querbach.

Erst jetzt kann sich der Reiter weitere Vorteile zunutze machen. „Für viele Pferde ist es sehr schwer, über einen längeren Zeitraum ein gleichmäßiges Tempo aufrechtzuerhalten. Über die Stangenarbeit wird der Takt des Pferdes gefördert und überprüft.“ Sie gibt einen bestimmten Takt vor, dem es sich mit seinem Bewegungsrhythmus anpassen muss.

Sie erhöhen außerdem Koordination, Balance, Kondition, Reaktions-und Taxiervermögen. Viele Vierbeiner erhalten darüber hinaus einen Motivationsschub. „Pferde, mit denen ich schon länger am Stangenworkout arbeite, fragen schon an, wenn sie eine Stange in der Reitbahn entdecken, welche Aufgabe sie heute erledigen dürfen und steuern schon auf die Stange zu. Da die Stangenarbeit so vielseitig ist, kann man dem Pferd sehr viel Abwechslung bieten“, sagt die Trainerin.

Vorteile für den Reiter

Auch der Reiter profitiert davon. „Sie wirkt nicht nur im Pferdekörper wie ein Beschleuniger, sondern auch beim Reiter. Das heißt: Fehler, die es vor der Stangenarbeit gab, zeigen sich über den Stangen noch deutlicher. Sind wir als Reiter reflektiert, hilft sie uns, unsere Fehler zu bemerken und somit unsere Reiterei zu verbessern“, weiß Querbach. Hilfen müssen nämlich beim Überwinden von Bodenhindernissen exakt und punktgenau gegeben, fein dosiert und im richtigen Moment zurückgenommen werden.

Der Mensch im Sattel lernt weiterhin, besser zu fokussieren, vorausschauend zu reiten, ausbalanciert zu sitzen und locker in positiver Spannung im Sattel mitzuschwingen. Er entwickelt ein Gefühl für korrekte und gleichmäßige Bewegungsabläufe (u.a. aktive Hinterhand, aufgewölbter Rücken) und Distanzen. Das alles wiederum stärkt die Kommunikation zwischen ihm und seinem Pferd.

Für das Workout sollten die Stangen etwa eine Länge von 3 bis 3,5 Metern und einen Durchmesser von ca. acht bis zehn Zentimetern haben. „Am besten sind ganze Stangen geeignet, aber auch Bodenricks aus Plastik oder mit kleinen Holzblöcken unterlegt können verwendet werden“, so die erfahrene Expertin. Um das Training zu intensivieren, können die Hindernisse erhöht werden. Dafür lassen sich verschiedene Hilfsmittel verwenden. „Ob Cavalettiblöcke oder Kindertöpfchen: Wichtig ist, dass die Stangen nicht wegrollen können, sie aber auch nicht fest verankert sind“, meint Querbach.

Einseitig außen erhöhte Stangenstärken kräftigen den äußeren Schultergürtel, helfen dem Pferd, die äußere Schulter anzuheben, stabilisieren die Körperaußenseite und unterstützen die Geraderichtung. Einseitig innen erhöhte Stangen helfen dem Pferd hingegen, die innere Schulter anzuheben und die Biegung zu verbessern.

Verlässt Ihr Pferd häufig den gewählten Weg, legen Sie einseitig im Wechsel links und rechts erhöhte Stangen auf den Boden. „So entstehen, von vorne betrachtet, optisch Kreuze, die es zur Einhaltung der Mitte auffordern. Zugleich fällt dem Reiter das Einrahmen hierbei deutlich leichter“, merkt die Ausbilderin an. Um von flach gelegten Stangen zu beidseitig erhöhten Stangen zu wechseln, sei dies außerdem ein guter Zwischenschritt.

Bei beidseitig erhöhten Stangen sollte der Ausbildungsstand des Pferdes bereits fortgeschritten sein. „Hierbei verbessert sich die Kadenz und die Muskelketten der unteren Verspannung werden stärker aktiviert. Die Hinterhand kippt deutlicher ab und die Vorhand muss sich mehr anheben“, so die Trainerin. Die Ziele Konditions-und Muskelaufbau stünden hierbei noch stärker im Vordergrund. Einen hohen Anspruch an die Koordination stellen vor allem Stangen dar, die auf einer gebogenen Linie, schräg oder über die Spitzen eines Drei-oder Vierecks angeritten werden.

Richtiges Anreiten

Bevor es an den Aufbau geht, ist es nicht nur ratsam, dem vierbeinigen Sportpartner einen geeigneten Beinschutz (z. B. Gamaschen) anzulegen, sondern auch genau zu wissen, wie Schritt-, Trab-und Galoppstangen korrekt überwunden werden. Dann kann der Einstieg in das Training mit Schrittstangen erfolgen.

Diese sollten der Schrittlänge des Pferdes individuell angepasst und so platziert werden, dass es mittig zwischen die Stangen treten kann. „Um herauszufinden, ob die Abstände wirklich passen, können Sie nah an den Stangen vorbeireiten oder sich von einem Helfer unterstützen lassen.“ Das Überqueren geschieht im Idealfall in Dehnungshaltung. Begleiten Sie Ihr Pferd mit einem leicht anstehenden bis hingegebenen Zügel. Schauen Sie über die Stangengasse hinweg und schwingen Sie locker und elastisch in der Mittelpositur mit, empfiehlt Querbach. So können sich Verspannungen lösen, fleißiges und raumgreifendes Schreiten sowie die verschiedenen Schritt-Tempi (Mittelschritt, starker Schritt und versammelter Schritt) erarbeitet werden.

Tipp

In der neuen App „Trainmyhorse“ von Ann Katrin Querbach finden Reiter aller Ausbildungsstufen über 300 verschiedene Reit-und Bodenarbeitsübungen, darunter auch insgesamt 60 Stangenworkout-Übungen für Dressur-, Western-und Freizeitreiter. Zahlreiche „In-ear-Reitstunden“, theoretisches Hintergrundwissen, Challenges, Themenwochen und Lösungen für eventuell auftretende Probleme komplettieren den Inhalt der App, die auf einem ganzheitlichen Trainingsansatz und biomechanisch korrektem Reiten basiert. Weitere Informationen unter: www.trainmyhorse.app

Achten Sie auf gleichmäßige, gelassene und zugleich fleißige Bewegungen. „Das korrekte Tempo ist je nach Ausbildungsstand und Körperbau unterschiedlich.“ Je besser trainiert das Pferd ist, desto leichter lässt sich der Rahmen verkleinern. Das Pferd kann die Hanken stärker beugen und somit kompakter werden, erläutert sie. Dann könnten engere Abstände gelegt werden. „Wählen Sie diese aber erst, wenn Ihr Pferd auch die nötige Kraft dazu hat“, merkt die Ausbilderin an. Das gilt im Trab und im Galopp gleichermaßen.

Im Zweitakt unterstützen die Stangen das Pferd vor allem dabei, ein gleichmäßiges Grundtempo über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, die Schwebephase zu verlängern und den Rücken aufzuwölben. Genau das fällt vielen Vierbeinern schwer. Oft zeigen sie einen zu eiligen oder schleppenden Bewegungsablauf mit festgehaltenem Rücken, so Querbach. Weiterhin fördern Trabstangen das Bewegungsgefühl, die Balance und die Aufmerksamkeit. Außerdem wird die Hinterhand aktiviert. „Je nachdem, wie der Abstand der Stangen gewählt wird, können Takt und Raumgriff oder Kadenz und Aktivität verbessert werden“, sagt Querbach.

Auf gebogenen Linien

Auf gerader Linie sind Trabstangen für den Reiter vergleichsweise einfach zu reiten, für das Pferd stellen sie aber eine nicht zu unterschätzende, muskuläre Anstrengung dar. „Hat das Pferd z. B. auf einer Seite einen schwächeren Schultergürtel, wird es automatisch, sobald es die Kraft verliert, auf diese Schulter fallen, die Mitte der Stangengasse verlassen und/oder an den Stangen mit den Vorderbeinen anstoßen“, weiß die Expertin.

Insbesondere bei Übungen auf gebogenen Linien zeigt sich schnell, welche Seite des Pferdes die stärkere ist. Auch für den Reiter im Sattel stellen Wendungen mit Bodenhindernissen eine Herausforderung dar. Sie sind durch das ständige Lenken sowie die Aufrechterhaltung der Biegung schwieriger auszuführen.

Beim Überwinden von Galoppstangen ist es genau andersherum. Der Grund? Viele Pferde erhöhen auf der Geraden ihr Tempo und stehen nicht mehr korrekt an den reiterlichen Hilfen. „Hier können Volten helfen, die vor und nach den Stangen geritten werden, um das Pferd wieder an die Hilfen zu stellen“, sagt Querbach. Sie empfiehlt aber den Einstieg im Dreitakt auf gebogenen Linien. Reiten Sie dabei jeden Galoppsprung so als wäre es der erste. Wichtig ist, dass die Stangenabstände exakt an die Länge des Galoppsprungs angepasst sind. „Viele Pferde strecken sich über der Stange oder dem Bodenrick und hechten regelrecht darüber. Somit passen die Abstände bei den darauffolgenden Stangen nicht mehr.“

Für das gesamte Workout, das ein bis drei Mal pro Woche stattfinden kann, ist Augenmaß gefragt. Für gut gymnastizierte, trainierte Vierbeiner gilt nach der Aufwärmphase eine Dauer von drei-bis viermalig fünf Minuten mit kleinen Pausen, bei routinierten Stangenworkout-Profis ca. 15 bis 20 Minuten am Stück als angemessen. Dabei kann der Reiter in allen Gangarten aussitzen. Für junge, unerfahrene oder untrainierte Pferde fällt die Arbeit deutlich kürzer aus. Sie sollten die Bodenricks zudem in Dehnungshaltung und mit einem Reiter im Entlastungssitz überwinden dürfen.

Leistung einschätzen

Der Aufbau sollte so gewählt werden, dass er die Entwicklung des Pferdes weiter fördert. Noch mehr als sonst muss der Reiter die Leistungsfähigkeit seines vierbeinigen Sportpartners richtig einschätzen können. Deshalb rät die Expertin, die Übungen systematisch aufzubauen, sich an die Anzahl und Höhe der Stangen langsam heranzutasten und den Schwierigkeitsgrad nur allmählich zu steigern.

Dann käme es nicht zu Anzeichen von Überforderung oder Müdigkeit, die sich individuell unterschiedlich äußern. „Die einen fangen an zu stolpern, da ihnen die Kraft ausgeht, um das vordere Bewegungszentrum anzuheben. Andere werden schneller, da die Kraft der Muskelketten ausgeht. Wieder andere werden langsamer und bleiben mit den Hinterbeinen an den Stangen hängen. Jedoch sollten wir als Reiter es niemals soweit kommen lassen“, mahnt sie an.

Der beste Zeitpunkt, um das Training zu beenden, sei immer der Höhepunkt. Habe das Pferd z. B. eine Stangenreihe, ohne anzustoßen und in einer schönen Manier überwunden, sei es Zeit, die Einheit mit einem guten Gefühl zu beenden. Dann werde das Pferd beim nächsten Mal umso motivierter sein, so die Ausbilderin abschließend.

UNSER EXPERTIN

ANN KATRIN QUERBACH

ist Trainer B Westernreiten, Trainer B Breitensport, Tierheilpraktikerin und mehrfache Buchautorin. Sie bietet u.a. Reitkurse, Online- Coachings und Seminare an. Oberste Priorität in ihrem reitweisenübergreifenden Konzept hat die Gesunderhaltung des Reitpferdes.

www.horse-training-and-more.de

So einfach geht’s

Einstieg mit Schrittstangen

Einsteiger: Zum Einstieg können Sie drei Stangen im Abstand von ca. 50 bis 60 Zentimetern bei Ponys oder von ca. 70 bis 90 Zentimetern bei Pferden hintereinander auf den dritten Hufschlag (Mitte der langen Seite) legen. So verhindern Sie, dass sich Ihr Pferd an der Bande anlehnt und Sie können es gleichmäßig und korrekt einrahmen. Gelingt die kurze Schrittgasse, erhöhen Sie die Anzahl auf derselben Linie oder auf einer Diagonalen auf sechs, später acht Stangen. Dann können Sie jede zweite auf einer Seite links oder rechts oder abwechselnd links, rechts erhöhen. Wichtig: Die erste und letzte Stange sollte nicht erhöht werden.

Fortgeschrittene: Auf dem Zirkel oder einer Volte kann mit vier Stangen ein Fächer aufgebaut werden. „Legen Sie die Stangen so, dass Ihr vorher gewählter Abstand von der Mitte der Stange aus gemessen wird“, empfiehlt Ann Katrin Querbach. Dann kann der Fächer innen, außen oder beidseitig erhöht werden, um den Anspruch zu steigern.

Training im Trab

Einsteiger: Beginnen Sie im Trab zunächst mit drei Stangen, die bei Ponys im Abstand von ca. 90 bis 105 Zentimetern, bei Pferden ca. 110 bis 140 Zentimetern hintereinander auf den dritten Hufschlag gelegt werden. Gelingt ein Überqueren ohne anzustoßen, können Sie mehrere Stangen aneinanderreihen. Um den Schwierigkeitsgrad zu steigern, arbeiten Sie mit einseitig oder beidseitig erhöhten Stangen. Danach erfolgt das Überwinden von vier Stangen (später mehr) auf der Zirkellinie des zweiten Hufschlages und systematisch darauf aufbauend eine fächerartige Anordnung.

Fortgeschrittene: Legen Sie bis zu 16 Stangen hintereinander. Anfangs empfiehlt es sich, eine lange Stangenreihe zunächst in zweimal acht Stangen aufzuteilen. Lassen Sie dafür zwischen der achten und neunten Stange etwas Platz. Gelingt die komplette Stangenreihe ohne Zwischenschritte, kann ein Teil davon schräg, als Drei-oder Viereck mit der Spitze als zu überquerende Mitte gelegt werden. „Die Anforderung für den Reiter lässt sich erhöhen, wenn dieser die Stangenreihe im Aussitzen absolviert“, sagt die Expertin.

Im Galopp für Geübte

Einsteiger: Verteilen Sie vier Stangen auf dem zweiten Hufschlag der Zirkellinie (bei Ponys mit einem Abstand von zwei bis 2,1 Metern, bei Pferden von drei bis 3,5 Metern). Galoppieren Sie zunächst rhythmisch außen um die Stangen herum. „Sobald Ihr Pferd an den Hilfen steht, verkleinern Sie den Zirkel, sodass Sie mittig die erste Stange überqueren. Zählen Sie mit, damit Sie ein gleichmäßiges Tempo bekommen – z. B. eins, zwei, drei und hopp (bei hopp sollten Sie über die Stange galoppieren)“, so die Ausbilderin. Als nächstes können vier Stangen in einer Reihe auf der Zirkellinie hintereinander geritten werden. „Hier wird der korrekte gleichmäßige Galoppsprung mit der korrekten Biegung verbunden“, erklärt Querbach.

Fortgeschrittene: Beherrschen Sie und Ihr Pferd beide Einstiegsübungen, legen Sie bis zu acht Stangen auf die Zirkellinie und erhöhen Sie später die Stangen beidseitig oder abwechselnd links und rechts. Danach können Sie die Bodenhindernisse in der gleichen Vorgehensweise im Geradeaus überwinden.

Probleme und Lösungen

Mein Pferd stößt an die Stangen an. Überprüfen Sie die Abstände, geben Sie Ihrem Pferd Zeit zu lernen und seien Sie geduldig! Pferde stoßen oft nur dann an die Stangen an, wenn sie eine fehlerhafte Muskulatur aufweisen – z. B. sehr vorhandlastig sind oder keine aktive Hinterhand haben, weiß Ann Katrin Querbach. Auch der Reitersitz kann für ein Anstoßen ursächlich sein. „Rahmen Sie Ihr Pferd mit den Schenkeln besser ein. Stören Sie es beim Überqueren der Stangen nicht mit den Zügeln, sitzen Sie gerade und schwingen Sie locker mit der Hüfte mit“, rät sie. Überquert es nun die Stange ohne anzustoßen, halten Sie es an, loben Sie es ausgiebig und beenden Sie das Training, so der Experten-Tipp.

Mein Pferd wird immer schneller. „Hat Ihr Pferd nicht genügend Kraft, sackt die Vorhand zusammen. Um weiterhin über die Stangen zu kommen, wird die Hinterhand nach hinten-oben gestreckt oder verspannt sich. Das Pferd wird schneller. Arbeiten Sie mit weniger Stangen und steigern Sie den Schwierigkeitsgrad langsamer. Helfen Sie ihm mit genügend Regenerationsphasen“, schlägt die Trainerin vor. Ursachen für einen zu eiligen Trab können auch mangelnde Balance, ein zu hohes Tempo, Verspannungen oder das Ignorieren der reiterlichen Hilfengebung sein. Ist letzteres der Fall, wenden Sie nach den Stangen nach außen ab und reiten Sie eine Kehrtvolte.

Mein Pferd drängt in der Wendung nach außen. Drängt Ihr Pferd auf der gebogenen Linie nach außen, kann es sein, dass Sie es nicht genügend mit den äußeren Hilfen einrahmen, schief sitzen oder aber das Pferd noch nicht ausreichend geradegerichtet. Überprüfen Sie Ihre Hilfen und fördern Sie dann die Geraderichtung. „Der äußere Schultergürtel muss gestärkt und das Anheben der äußeren Schulter unterstützt werden. Das gelingt mit einseitig außen erhöhten Stangen auf der Zirkellinie. Lassen Sie jedoch die erste und letzte ohne Erhöhung“, erläutert die Ausbilderin.

Mein Pferd fällt in der Wendung nach innen. Kann es sein, dass Sie Ihr Pferd nicht genügend mit den äußeren Hilfen einrahmen, schief oder zu stark nach innen sitzen, den inneren Zügel zu fest anstehen haben oder mit dem inneren Schenkel zu wenig einwirken? Überprüfen Sie Ihre Hilfengebung. Dann versuchen Sie, in der Stangenreihe die äußeren Stangenenden anzupeilen, ist Querbachs Rat. Fällt es auf der einen Hand nach innen und auf der anderen nach außen, liegt dies an der natürlichen Schiefe. „Einseitig innen erhöhte Stangen (z.B. zwei Stangen auf der Schrittvolte) können helfen, die innere Schulter anzuheben“, sagt die Trainerin.

Aufgepasst: „Da die Schonhaltung, bedingt durch die natürliche Schiefe, dazu geführt hat, dass Ihr Pferd einseitig zu wenig Muskulatur aufgebaut hat, braucht es somit auch wieder längere Zeit, um die fehlende Muskulatur aufzubauen. Bei einseitig belastenden Übungen kann es daher sein, dass Ihr Pferd nach ein paar Wiederholungen keine Kraft mehr hat. Gönnen Sie ihm genügend Trainingspausen“, gibt Ann Katrin Querbach zu bedenken.

Kunterbunte Vielfalt

Ihr Pferd absolviert Stangenreihen ohne Probleme, dann können Sie kreativ werden, verschiedene Muster legen und einzelne Schwerpunkte setzen. Hier einige Vorschläge von Ann Katrin Querbach für noch mehr Abwechslung:

Übergänge und Takt: Stellen Sie zwei Pylonen in die Mitte der Bahn. Legen Sie nun auf die eine Seite der Acht vier Stangen mit Trab-Abständen und auf die andere Seite vier Stangen mit Schritt-Abständen. Reiten Sie jetzt eine Acht, die so groß ist, dass Ihr Pferd den Takt gut halten kann, und wechseln Sie innerhalb der Pylonen die Hand und die Gangart. Die Übung kann mit entsprechenden Abständen auch im Dreitakt mit einem einfachen Galoppwechsel zwischen den Pylonen geritten werden.

Seitengänge: Legen Sie je drei Trabstangen wie in der Skizze eingezeichnet in die Bahn, bei B und E sowie auf der Mittellinie bei A und C. Reiten Sie im Trab auf die Mittellinie über die Stangen und gehen Sie kurz danach in ein Schenkelweichen oder eine Traversale, bis Sie den dritten Hufschlag erreicht haben. Im Idealfall treffen Sie nach einer Pferdelänge auf die erhöhten Stangen. Diese überquert, geht es wieder auf die Mittellinie. Wechseln Sie dabei öfters die Hand.

Tritte verkürzen: Legen Sie die Stangen zunächst ohne Erhöhungen auf die verkleinerte Zirkellinie. Traben Sie im Aussitzen auf dem Zirkel. Verkleinern Sie diesen, bis Sie außen an den Stangen entlang reiten. Treiben Sie dann beim Abfußen des inneren Hinterbeins etwas mehr, damit es deutlich und aktiv nach vorne fußt und Last aufnimmt. Begrenzen Sie Ihr Pferd mit den äußeren Hilfen. Verkleinern Sie die Linie erneut, sobald die Bewegungen des Pferdes leicht und fließend sind und reiten Sie über die Bodenhindernisse.

Kombinationen: Legen Sie die Stangen wie in der Skizze eingezeichnet in die Mitte der Reitbahn und überqueren Sie diese im Schritt oder Trab. Der Schwerpunkt liegt auf geraden und gebogenen Linien. Hinzu kommen die ständigen Handwechsel. Sie können den Schwierigkeitsgrad erhöhen, indem Sie verschiedene Wege über die Stangen und durch die Gassen wählen oder die Stangen teilweise ein-oder beidseitig erhöhen.