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WORKSHOP Das Tablet als Musikinstrument: Musizieren mit dem iPad Teil 3: Parameter in Korg Module per MIDI fernsteuern


OKEY - epaper ⋅ Ausgabe 153/2020 vom 21.02.2020

Auch in dieser Ausgabe meines iPad-Workshos beschäftigen wir uns noch einmal mit der Korg Module Pro App. Denn die App ist aufgrund ihrer Vielseitigkeit ein idealer Einstiegskandidat in die Thematik iPad als Musikinstrument, an dem man so manches ausprobieren kann, was man dann auch in anderen Apps wiederfinden wird. Heute geht es vor allem um Midi-Controller und was man damit alles anstellen kann in der App.


Totale Kontrolle

Der Midi-Standard kann bekanntlich viel mehr als nur Notenbefehle übertragen. Die sog. „Controller” erlauben es, auch verschiedenste Parameter und Spielfunktionen via Midi in ...

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Bildquelle: OKEY, Ausgabe 153/2020

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... Echtzeit zu beeinflussen bzw. auch von einem auf das andere Midi-Gerät fernzusteuern. Wenn wir unser iPad und das angeschlossene Keyboard/Orgel/Piano nehmen, von dem aus wir die Klänge in der App spielen, so können wir eben nicht nur die Töne über die Tastatur auslösen, sondern zeitgleich auch die Lautstärke des Sounds z.B. über einen Schieberegler an unserem Instrument verändern, die Tonhöhe oder eine Modulation über die entsprechenden Räder auslösen oder auch Klangparameter wie Filter Cutoff und Frequenz über Schieber oder Regler, selbst über z.B. den Aftertouch unserer Tastatur usw. verändern, und das in Echtzeit während des Spielens.

All diese Funktionen werden über die sog. Midi-Controller gesteuert. Dies sind – im Gegensatz zu den Midi-Noten, die an und ausgeschaltet werden, wenn man die Taste drückt bzw. loslässt – kontinuierlich wirkende Parameter, die geschaffen wurden, um Funktionen, die eben über größere Wertebereiche veränderbar sind, per MIDI steuern zu können. Und das sind eben Dinge wie Lautstärken, Klangparameter, aber auch z.B. Bank-Nummern, Effekt-Intensitäten, usw.

Bei modernen Instrumenten arbeiten meist auch die bereits vorhandenen Hardware-Regler auf der Basis von Midi-Controllerdaten. Also bei unseren Orgeln und Keyboards etwa die Schieberegler auf der Bedienoberfläche, die Zugriegel, Räder und häufig auch z.B. die Fußschweller usw. Selbst Fußschaltern bzw. -Tastern, die meist nur zwei Schaltzustände kennen, kann man Midi-Controller – dann mit fest eingestellten An-/Aus-Werten – zuweisen. Ein Beispiel dafür ist z.B. das Piano-Pedal bzw. der entsprechende Fußtaster, mit dem der Nachklang beim Klaviersound aktiviert wird.

Im Midi-Standard sind viele Controller bereits vordefiniert, damit z.B. General-Midi-Instrumente untereinander sofort wissen, welcher Regler da gerade welchen Parameter steuern soll. Dafür gibt es die sog. Control Change Nummern, abgekürzt „CC”. So ist z.B. der CC7 (Controller 7) auf allen GM-Instrumenten als Lautstärke-Controller festgelegt, CC11 ist der Expression Controller (Vorsicht: beide wirken ganz ähnlich, aber eben nur ähnlich!), CC0 schaltet Bank-Nummern um, usw. Ich kann hier nicht nochmal ein komplettes Midi-Kompendium verfassen, das gab es bereits früher in OKEY, und man findet auch sehr viele Infos dazu im Web, z.B. bei Wikipedia. Vielen werden diese Basics auch bereits geläufig sein, da sie längst zum Standard bei unseren Instrumenten gehören.

Die Anleitung zur Module App gibt Auskunft über die in den einzelnen Soundmodulen der App per Midi Controller steuerbaren Funktionen und die standardmäßig dafür zugeordneten Controller-Nummern (siehe unten).

Midi Learn

Abgesehen von den festgelegten Controller-Funktionen bieten heute sehr viele Software-Instrumente oder eben auch iPad Apps wie Korg Module eine sog. „Midi Learn”-Funktion. Die Software kann also „lernen”, mit welchem Midi-Controller wir welchen Parameter steuern wollen. Diese hebt die feste Zuordnung von Controller-Nummern (und den physischen Controllern wie Reglern, Schaltern usw.) auf und gibt uns weitaus mehr Flexibilität an die Hand. Denn selbst wenn unser Instrument auf einem Schieberegler z.B. nur CC7 Volume senden kann, wäre es damit möglich, im Synthesizer-Modul der Module App z.B. die Filter-Cutoff-Frequenz zu regeln also eine ganz andere Funktion als die Lautstärke.

Midi Learn macht es möglich: Dazu stellt man den zu steuernden Parameter in der Software – hier also in unserer Module App – quasi auf „Empfang” und bewegt dann den Schieberegler auf dem Keyboard oder der Orgel, mit dem man eben diesen Parameter in der Software regeln möchte. Die App „hört” in diesem Moment quasi in die Midi-Leitung hinein, erkennt den gesendeten Controller und ordnet ihn dem gewählten Parameter zu – fertig. Was da gerade wirklich für eine Controller-Nummer gesendet wurde, ist unerheblich. Dieser Controller ist jetzt dem Zielparameter zugeordnet und verändert diesen künftig, wenn man den Regler betätigt.

Zuordnung in Module

Prinzip verstanden? Dann schauen wir uns das mal in der Praxis an. Die einzelnen Soundmodule in der App bieten unterschiedliche Parameter, die per Midi-Controller steuerbar sind. Dazu kommen auch noch die Effektparameter (Hall und Modulations-Effekt), die ebenfalls via Midi-Controller ansprechbar sind. Die Tabelle aus der Module-Anleitung (siehe oben) zeigt alle Controller-Funktionen in den einzelnen Modulen.

Zunächst sind die Parameter mit bestimmten Default-Controllernummern belegt, die in der Regel den Controller-Nummern entsprechen, die standardmäßig in der Midi-Spezifikation für den betreffenden Parameter festgelegt sind. Aber dank Midi Learn – siehe oben – lässt sich eben auch jede andere Controller-Nummer für die jeweilige Funktion heranziehen. Was bringt das, wenn es doch eh eine festgelegte Nummer gibt? Ganz einfach: Sie brauchen sich z.B. keine Gedanken um spezielle Reglerbelegungen in ihrem Hauptinstrument zu machen. Unabhängig davon, wie die Regler dort gerade belegt sind, können Sie die gleichen Controller für beliebige in der Module App verfügbaren Parameter verwenden. Es muss nur sichergestellt sein, dass die Regler des Instrumentes auch in der App „ankommen”. Hier müssen sie sich ggf. etwas mit den Midi-Möglichkeiten Ihres Instrumentes beschäftigen, also ggf. in die Bedienanleitung schauen. Bei meiner Böhm Sempra etwa lassen sich alle Schieberegler, Zugriegel usw. mit beliebigen Midi-Controllern belegen und diesen können dann beliebige Midi-Ziele wie die Schnittstelle, an der das iPad mit der App angeschlossen ist und der gewünschte Sendekanal 1…16 zugewiesen werden. Damit bekommt man also praktisch jede benötigte Belegungskonfiguration auf die Regler. Andere moderne Keyboards und Orgeln bieten in der Regel vergleichbare Funktionen, hier hilft wie gesagt notfalls ein Blick ins Handbuch.

Praxisbeispiel

Für das folgende Beispiel brauche ich an der Orgel allerdings nichts hinsichtlich der Regler-bzw. Controllerbelegung ändern. Ich „borge” mir einfach mal das Modulationsrad aus, um in Echtzeit in der App die Fiter-Cutoff-Frequenz zu verbiegen. Ich habe zuvor einen geeigneten Synth-Sound in der App angewählt.

Das Modulationsrad (Bild unten) ist in meiner Orgel standardmäßig mit dem Midi-Controller 001 Modulation belegt. Das wird in Ihrem Instrument sicher nicht anders sein. Und wenn man einen externen Midi-Sound anspielt, wie hier den Synth in der iPad-App, dann wird der Modulationseffekt beim Betätigen des Rades sicher auch an den App-Sound übertragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus, in dem Sie das Modulationsrad betätigen. Erklingt ein Vibrato auf dem Sound? Ja? Prima! Das wird sich dann gleich aber ändern…

Zurück zur Module-App. Wenn Sie jetzt oben links in der App auf das „Zahnrad” tippen, öffnet sich eine Box mit den SETTINGS für die App. In der Box finden Sie links an der unteren Position das Feld MIDI CC (siehe Bild 1 auf der nächsten Seite).

Tippen Sie darauf, um die Controller-Einstellungen zu öffnen (siehe Bild 2 auf der nächsten Seite).

Sie sehen jetzt die Controller-Funktionen für das aktuell gewählte Modul, in unserem Fall „Multi”, da wir einen Synth-Sound angewählt haben. Bei den übrigen Modulen sind die Contrroller-Funktionen entsprechend angepasst. Sie können hier auch durch die Tabelle scrollen, um zu den Controllerbelegungen der übrigen Module zu gelangen.

Bild 1


Bild 2


Unter „Multi” finden wir u.a. die vier Regler EDIT 1…EDIT 4. Sie entsprechen den vier Drehreglern links in der Synthesizer Grafik des Moduls. Hier liegen die Klangregler wie eben der Cutoff-Parameter auf dem ersten Regler links = EDIT 1.

Um diesem Regler nun das Modulationsrad zuzuordnen, tippen Sie einfach auf die Zeile in der Controller-Tabelle, die Anzeige wechselt (siehe Bild 3).

Bild 3


EDIT 1 ist damit auf „Lern-Position” und erwartet nun einen Midi-Controller. Bewegen Sie einfach kurz das Modulations-Rad, damit der Modulations-Controller gesendet wird. Sofort übernimmt EDIT 1 in der Tabelle die ankommende Controller-Nr. 001 (siehe Bild 4).

Bild 4


Damit ist das Modulationsrad dem Parameter EDIT 1 (hier Cutoff) zugewiesen. Schließen Sie die SETTINGS Box wieder. Wenn Sie das Modulationsrad nun bewegen, reagiert der Regler in der Grafik entsprechend und die Klangänderung ist hörbar.

In gleicher Weise können Sie nun weitere Regler den verschiedenen Controllern in der App zuordnen. Übrigens können Sie natürlich auch denselben Regler, z.B. unser Modulationsrad, auch mehreren Parametern zuordnen, um mit dem Rad verschiedene Soundparameter gleichzeitig verändern zu können.

Ein kleiner Wermutstropfen: Leider werden die Conroller-Zuordnungen in der Module App nur global eingestellt, sie gelten also für alle Sounds des gleichen Moduls und werden nicht in den Setlists gespeichert und ändern sich folglich nicht mit den einzelnen Sounds der Setlist. Wenn Korg dazu noch mal ein Update bringen könnte, würde es die App noch flexibler machen!

Viel Spaß jetzt beim Ausprobieren. Wir beenden damit unseren Ausflug in die Korg Module App und werden uns in der nächsten Ausgabe mit einer anderen App beschäftigen.

CLAUS RIEPE riepe@okey-online.com