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World Car of the year 2019: Jaguar I-Pace


Tipps-for-Trips - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.08.2019
Artikelbild für den Artikel "World Car of the year 2019: Jaguar I-Pace" aus der Ausgabe 8/2019 von Tipps-for-Trips. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Tipps-for-Trips, Ausgabe 8/2019

Unglaublich, aber wahr. Seit der Einführung des elektrischen Jaguars hat der I-Pace weltweit über 62 Preise gewonnen und wurde an über 11‘000 Kunden ausgeliefert. Was für ein Senkrechtstart des emissionsfreien Elektroflitzers. Wir haben den I-Pace unter die Lupe genommen und sind unter anderem von Basel nach Lugano gefahren, um zu erleben, wie sich der preisgekrönte Brite im Alltag verhält.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das 4-sitzige SportUV sehr tief dasteht. Geduckt – jederzeit bereit, dem Namen der mittelamerikanischen Raubkatze gerecht zu werden. Ebenso lautlos bewältigen wir erst einmal ein ...

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Auf den ersten Blick fällt auf, dass das 4-sitzige SportUV sehr tief dasteht. Geduckt – jederzeit bereit, dem Namen der mittelamerikanischen Raubkatze gerecht zu werden. Ebenso lautlos bewältigen wir erst einmal ein paar Kilometer. Der erste Eindruck hat keine zweite Chance – und der ist gut, sehr gut. Schnell finden wir uns mit den nötigsten Fahrhilfen zurecht und kümmern uns später um den Bordcomputer mit Einstellungen, welche weit von autodidaktisch entfernt sind. Das Fahrzeug selbst hat ausreichend Platz, auch auf der Rückbank muss man nicht auf grossen Komfort verzichten. Alle Insassen profitieren vom schönen Panorama-Dach. Dieses macht den Innenraum grösser und offener. Cool. Die beste Position im Fahrzeug ist natürlich der Fahrersitz, als erstes fällt mir das dominante Lenkrad mit dem edlen Jaguar Logo ins Auge. Die Reichweite und viele andere Fahrzeugdaten kann ich mir aufs Display holen. Das Kofferraumvolumen beträgt 656 Liter, von der Grösse her vergleichbar mit einem Kombi, was für Ausflüge mit der Familie und sogar einem Kinderwagen reicht. Die Leistungsentfaltung bleibt etwas hinter unseren Erwartungen zurück – im Kopf das Tesla Modell X, ebenfalls mit 90kWh Batteriesatz, analog dem I-Pace. Nichts desto trotz erreichen wir pünktlich die erste Destination und laden den Testwagen über Nacht an unserer hauseigenen Ladestation auf.
Mit vollen Akkus brechen wir auf nach Lugano. Unser Weg führt uns auf der Autobahn ab Basel durch Luzern Richtung Gotthard. Schnell wird uns bewusst, wie viel Energie der Brite bei 130km/h Autobahntempo verbraucht. Um sicher durch den 16,9 km langen Tunnel zu gelangen, laden wir an der Raststätte Gotthard Nord auf. Die erste Überraschung: Eine der drei Ladestationen ist frei. Ionity lädt aber nicht umsonst. Also gehe ich zum Kiosk, um eine Ladekarte zu kaufen. Fehlstart: gibt es nicht. Also gehe ich zurück zur Säule und versuche mittels Kreditkarte zu laden. Fehlanzeige. Also muss ich mittels Handy die Servicenummer anrufen und werde mit Österreich verbunden. Die freundliche Unterstützung schaltet schlussendlich die Säule kostenpflichtig frei und das Laden beginnt. Nun gibt Jaguar an, dass innerhalb von 40 Minuten 80% der Ladung erreicht wird – Fehlinformation. Wir laden nur gerade 28% in dieser Zeit – also weit weg von den angegebenen 100kWh, welche ein APC Supercharger eigentlich laden müsste. Enttäuscht, aber mit genügend Reichweite bis nach Lugano machen wir uns auf den Weg ins Tessin. Ein kleiner Stau kann uns nichts anhaben. Die LKWs, welche vor uns durch den Tunnel fahren ebenso nicht. Also kommen wir mit sehr wenig Energieverbrauch durch die Röhre. Fast gar keinen Strom verbrauchen wir auf der Talfahrt Richtung Bellinzona. Der Fahrkomfort ist sehr gut. Die Lenkung präzise und die Klimatisierung funktioniert einwandfrei. Wir erreichen mit ausreichend Reserven den Lago di Lugano, wo wir im Hotel eine Ladestation vorfinden.

Am nächsten Morgen geht’s den Berg hoch, zuerst am Flughafen Agno vorbei Richtung Malcantone. Dort beweist die Raubkatze ihre Wendigkeit und demonstriert die Kraft des Elektromotors. Wir fühlen uns wohl und die Strassenlage entspricht dem Gewicht des Fahrzeugs. Das Staunen beginnt, als wir realisieren, wie viel von den Stromreserven der I-Pace bei der zügigen Bergfahrt aufgebraucht hat: gut 40 kWh auf 100km, respektive die halbe Akkuleistung. Die angegebenen 90 kWh sind in Wirklichkeit nur etwas mehr als 80 kWh. Dies machen wir bei der Talfahrt fast wieder wett. Trotzdem widmen wir uns dem Verbrauch in der Praxis ganz genau und kommen zu folgendem Resultat: In der Stadt liegt er zwischen 25 und 30 kWh/100km. Auf der Autobahn bei Tempo 130 km/h verbraucht der Elektro SUV zwischen 30 und 35 kWh/100km. Das ergibt folgende praxiserprobte Reichweiten: 230 – 270 km auf der Autobahn und 270 – 325km in der Stadt. Mit meinen Worten ausgedrückt: Der Jaguar ist für Langstrecken nur sehr bedingt alltagstauglich. Für den urbanen Verkehr reicht eine Ladung pro Woche und dabei spielt die Ladezeit überhaupt keine Rolle

Das ganze Thema Verbrauch hat mich dazu bewogen, einen Vergleich zwischen dem Tesla Model X 90 und dem I-Pace zu machen. Die Erfahrungswerte sind frappant: Der quirlige Engländer hat eine knapp 40% geringere Ladeleistung bei rund ¼ mehr Verbrauch. Das manifestiert sich dadurch, dass 40 KWh beim Amerikaner 23 Minuten dauerten und beim Engländer 37 Minuten. Dies entspricht 104,3 kW Ladeleistung gegenüber 64.9 kW. Da haben die Briten Nachholbedarf.
Eine ganz andere Erfahrung haben wir auf dem Rückweg nach Basel gemacht. Stau vor dem Gotthard. Da regen wir uns darüber auf, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer ihre Abgase ins wunderschöne Tessin verpuffen, während wir emissionsfrei die Leventina hochfahren. Bei Sonnenschein, kurzem Hemd und nach endloser Wartezeit fahren wir gut gelaunt als eines von täglich über 17‘000 Fahrzeugen in den 1980 eröffneten Gotthardtunnel ein. Welch Schreck als wir in Göschenen wieder Himmel über uns sehen. Schneetreiben der gröberen Sorte und 20 Grad Temperaturunterschied machen uns zu schaffen. Statt Klimaanlage schalten wir auf Heizung um und anstelle der Sitzkühlung, heizen wir Sitze und Lenkrad. Trotz angepasster Geschwindigkeit von maximal 100 km/h bemerken wir, wie die tiefen Temperaturen den Batterien zusetzen und der Bordcomputer schnell realisiert: ohne Halt zum Aufladen kommen wir nicht nach Basel. Also nehmen wir den Vorschlag an, kurz vor unserem Heim mit Ladestation ein nicht geplantes Nachtessen einzunehmen. Gut für die Restaurantkette mit kostenlosen Ladestationen, schlecht für unser Zeit- und Essensbudget.

Statussymbol Jaguar, Elektro Sport-SUV für die Zukunft, urban überzeugend, Liebe zum Detail, edle Materialien und ausreichend Platz sind Gedanken, welche wir uns zum Testschluss des I-Pace einfallen. Mit so vielen Preisen können eigentlich Fachgremien nicht falsch liegen – ausser, dass vielleicht die Erfahrung mit der leisen Raubkatze gefehlt hat.