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WORTWECHSLER MIT DAVE BAUTISTA: DAVE BAUTISTA IM INTERVIEW ZU STUBER


deadline - das Filmmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 76/2019 vom 03.07.2019

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DEADLINE: Weshalb wolltest du bei STUBER – 5 STER NE U NDERCOVER dabei sein?
DAVE BAUTISTA: Ich bin mit dem Regisseur Michael Dowse befreundet. Er schickte mir das Drehbuch, und es hat mir wirklich gefallen. Ich finde, es ist ein qualitativ sehr gutes Skript. Ich wollte unbedingt eine Komödie drehen und habe daher nach dem passenden Film für mich gesucht. Mir wurden diverse Stoffe angeboten, aber STUBER hat mir eindeutig am besten gefallen, da ich den Humor sehr mochte und die Geschichte zugleich auch sehr viel Herz hatte. Ich habe echt viel gelacht, als ich das Drehbuch las.
DEADLINE: Du spielst einen nahezu blinden Cop. Wie bereitet man sich auf so eine Figur vor?
DAVE BAUTISTA: Ich sehe auch im echten Leben nicht sonderlich gut. (lacht ) Das hat mir natürlich enorm geholfen. Und am Set habe ich dann einfach die Anweisungen des Regisseurs befolgt, in welche Richtung ich mich bewegen soll und wann ich besonders stark so wirken muss, als könne ich nun wirklich gar nicht sehen.
DEADLINE: STUBER hat viele Actionszenen. Konntest du als Ex-Wrestler die meisten Stunts selbst machen?
DAVE BAUTISTA: Kämpfe mache ich generell sehr gerne selbst. Aber für andere Szenen hatte ich einen sehr qualifizierten Stuntman an meiner Seite, der für mich das eine oder andere Mal übernommen hat und den ich schon seit dem ersten GUARDIANS OF THE GALAXY-Film kenne. Er heißt Rob de Groot, und wenn etwas extrem Gefährliches ansteht, ist er derjenige, der für mich einspringt.

DEADLINE: Insofern waren vor allem versicherungstechnische Gründe ausschlaggebend dafür, dass du nicht alle Stunts selbst gemacht hast?
DAVE BAUTISTA: Na ja, ich bin zwar ein großer, kräftiger Kerl, aber eben dann doch kein waschechter Stuntman. Ich habe beispielsweise mal einen Film namens FINAL SCORE gedreht, wo meine Figur von dem Dach eines Football- Stadions springen muss. Für so etwas bin ich nun wirklich nicht qualifiziert. (lacht ) In SPECTRE wurde zudem meine Figur in Brand gesetzt, und da ich ehrlich gesagt kein Bedürfnis hatte, unter Feuer gesetzt zu werden, hat ein Stuntman für mich übernommen.

DEADLINE: In STUBER und in den meisten deiner anderen Filme spielst du einen harten Kerl mit einem weichen Inneren. Trifft diese Beschreibung auch auf dich als Privatperson zu?
DAVE BAUTISTA: Absolut. Ich glaube, das ist auch mit ein Grund, weshalb ich Rollen wie in STUBER bekomme, da die Produzenten oder Regisseure vermutlich sehen, dass ich nicht nur ein großer Muskelberg bin, sondern mehr dahintersteckt. Ich habe ein feines Gemüt und pumpe mich nicht mit Drogen voll.
DEADLINE: Nutzt du eigentlich Uber und Co.?
DAVE BAUTISTA: Das mache ich die ganze Zeit.
DEADLINE: Heißt das, du hast keinen Führerschein?
DAVE BAUTISTA: Ich habe einen Führerschein, aber ich fahre nur, wenn ich daheim bin bei meiner Familie. Wenn ich hingegen abends ausgehe, um mit Freunden einen schönen Abend zu haben, oder berufliche bzw. gesellschaftliche Termine in einer anderen Stadt anstehen, nutze ich ausschließlich Fahrdienste. Das ist einfach viel praktischer. Und natürlich fahre ich auch nicht, wenn ich auch nur einen Tropfen Alkohol getrunken habe.
DEADLINE: Dein Opa hat mal als Taxifahrer gearbeitet. Wer ist der sicherere Fahrer: dein Großvater oder Stu aus STUBER?
DAVE BAUTISTA: Definitiv Stu. (lacht ) Mein Großvater war eher einer der wilderen Sorte. (lacht )
DEADLINE: Früher warst du Wrestler, heute arbeitest du als Schauspieler. Wie schwer war der Umstieg von einem ins andere Fach?
DAVE BAUTISTA: Meine berufliche Karriere grundlegend zu ändern war verdammt schwer. Es gab einige Jahre des Übergangs, in denen ich wirklich stark zu kämpfen hatte. Das lag natürlich auch daran, dass sehr viele Leute noch immer das Image von mir als professioneller Wrestler im Kopf hatten. Deshalb hatte ich am Anfang auch vor allem Rollenangebote, in denen ich im Prinzip nur ein Muskelpaket ohne Hirn spielen sollte. Dies wollte ich aber nicht. Insofern war es wirklich schwer, als seriöser Schauspieler Fuß zu fassen.
DEADLINE: Ist dies auch der Grund, weshalb du Vergleiche mit anderen Ex-Wrestlern wie Dwayne Johnson und John Cena nicht magst, da du im Gegensatz zu den beiden deutlich mehr Wert auf ernsthaftes Schauspiel legst?
DAVE BAUTISTA: Das ist genau der Grund, weshalb ich diese Vergleiche nicht mag. Ich bin der Meinung, dass sich unsere beruflichen Wege vollkommen unterschiedlich entwickelt haben. Die Art der Arbeit ist zwar natürlich die gleiche, aber ich schlug einen anderen, mehr ernsthaften Weg ein als John und Dwayne. Darauf bin ich stolz, denn es war ein schwerer Weg, den ich da beschritten habe.


»Ich wollte unbedingt eine Komödie drehen und habe daher nach dem passenden Film für mich gesucht.«


DEADLINE: Als jemand, der noch nicht ewig im Schauspielgeschäft ist: Hast du Vorbilder?
DAVE BAUTISTA: Im Prinzip ist es bei mir Learning by Doing. Ich lerne bei jedem Film von anderen Schauspielern und Regisseuren. Ich bin ein Schüler, der während der Arbeit lernt. Vor meiner allerersten Filmrolle hatte ich noch einen Schauspiellehrer, aber nach Beginn meiner Arbeit hatte ich leider keine Zeit mehr, um mit ihm zusammenzuarbeiten.
DEADLINE: Bei deiner Projektauswahl ist erkennbar, dass du versuchst, überwiegend mit renommierten Filmschaffenden zusammenzuarbeiten. War jemand wie Jodie Foster bei HOTEL ARTEMIS nicht zunächst skeptisch?
DAVE BAUTISTA: Ganz am Anfang meiner Karriere hatte ich mit Skepsis zu kämpfen, aber im Falle von HOTEL ARTEMIS trifft dies absolut nicht zu. Jodie war zu jeder Zeit sehr aufgeschlossen und hat mich stets unterstützt. Ohne ihre Zusage hätte ich die Rolle in HOTEL ARTEMIS nie bekommen.
DEADLINE: Du wolltest auch bei einem der STAR WARS-Filme mitmachen. Bei welchem hast du dich beworben, und wieso hat es nicht geklappt?
DAVE BAUTISTA: Es ging um STAR WARS: EPISODE VII – DAS ERWACHEN DER MACHT, und ich bin nicht genommen worden, weil sie lieber auf einen kleineren Schauspieler setzen wollten.
DEADLINE: Gibt es eine bestimmte Rolle, die du gerne mal spielen würdest?
DAVE BAUTISTA: Nein. Ich habe vor allem Lust darauf, alle Filmgenres, die es gibt, auszuprobieren. Mein langfristiges Ziel ist aber, später einmal als Regisseur zu arbeiten. Vielleicht schauspielere ich dann auch noch ein wenig, mein eigentlicher Fokus wäre dann jedoch ein deutlich anderer.
DEADLINE: Weshalb bist du nicht direkt Regisseur geworden?
DAVE BAUTISTA: Ich denke, der beste Weg, um bei meinem beruflichen Verlauf eine ernsthafte Chance als Filmemacher zu bekommen, ist, sich einen möglichst großen und renommierten Namen als Schauspieler zu machen. Denn dann kennt man deinen Namen und weiß, dass du Regieführen nicht nur als leicht zu händelndes Hobby betrachtest, sondern auch ein gewisses Niveau hast. Die Leute werden dann besser auf dich hören und deinen Worten Glauben schenken.
DEADLINE: Gibt es schon ein bestimmtes Genre, in dem du dich als Regisseur gerne bewegen würdest?
DAVE BAUTISTA: Ich denke da an Dramen mit komödiantischem Einschlag. Ich liebe Dramen deshalb, weil ich es toll finde, wenn ein Film einen Zuschauer emotional besonders stark bindet. Aber etwas zu lachen sollte es auch geben, da du Menschen nicht ausschließlich 90 Minuten vor Schmerz weinend im Kinosessel sitzen lassen kannst. Und Humor ist meines Erachtens der beste Weg, um eine traurige Situation ein wenig aufzulockern.
DEADLINE: Du bist ja eine generell sehr ehrliche und direkte Person. Verursacht dies nicht oft auch Schwierigkeiten, gerade im Filmgeschäft?
DAVE BAUTISTA: Wenn du ehrlich und direkt bist, gibt es immer jemanden, der damit nicht klarkommt und das nicht gut findet. Das finde ich in Ordnung. Womit ich aber nicht klarkomme, sind Leute, die aggressiv sind und aufgeheizt mit einem sprechen. Ich habe definitiv nichts gegen Diskussionen, aber Internettrolle, die gegen irgendetwas hetzen, kann ich absolut nicht leiden. (lacht ) Man kann doch gesittet miteinander reden! Ich bin einfach ehrlich, und meine Meinung ist meine Meinung.
DEADLINE: Nun zu meiner Schlussfrage: Du kennst ja die Historie zur Adaption von DU NE. Was macht dich sicher, dass der neue DU NE, bei dem du ja mitspielst, nicht ebenfalls ein solches Desaster wird wie die vorherigen Versuche?

DAVE BAUTISTA: Ich setze da zu 100 Prozent auf Denis Villeneuve. Er ist ein gutes Investment, denn er ist ein wirklich großer Fan der Vorlage. Mit ihm hast du jemanden, der generell Bücher liebt und insbesondere die von DUNE. Ich bin überzeugt, dass er den Romanen gerecht werden wird.
DEADLINE: Selbstverständlich darfst du nicht spoilern, aber wie unterscheidet sich Villeneuves Herangehensweise an DUNE im Vergleich zu David Lynch?
DAVE BAUTISTA: Ich kann natürlich nicht im Namen des Regisseurs sprechen. Aber ich habe den Eindruck, dass er einen besonderen Fokus darauf legt, sich eng an die Bücher zu halten, sie lebendig werden zu lassen und schlicht bodenständiger zu agieren und die Geschichte nicht zu verfälschen.
DEADLINE: Vielen Dank für das Gespräch.