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WÜNSCH DIR WAS ... und lass es wahr werden!


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Herzstück - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 08.12.2022

MACH DIR DIE WELT. wie sie dir, gefallt

Ertappst du dich auch manchmal beim Tagträumen? Und siehst dich schlank und durchtrainiert durchs Leben schlendern? So viele Wünsche haben wir an uns selbst: Wir wollen gelassen sein und charmant, schön und kompetent, erfolgreich und kreativ. In unseren Träumen überraschen wir unsere Bekannten damit, wie unfassbar gut wir singen oder Klavier spielen können. Beim Abendessen mit Freunden sind wir schlagfertig und geistreich. Unsere Wohnung ist perfekt eingerichtet und so ordentlich und sauber, dass man vom Fußboden essen könnte. Und im Urlaub sprechen wir natürlich fließend Italienisch. Wir verstehen es, ausgelassen zu feiern, machen aber auch regelmäßig Detox und Yoga und meditieren ohnehin täglich. Und natürlich sind wir auch richtig beliebt, haben zahllose Freunde und Freundinnen und führen die glücklichste Beziehung unter der Sonne …

Kostbare Hinweise ...

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Klar, dass die Realität mit solchen Fantasien nicht so ganz mithalten kann. Wäre es also klug, sich damit abzufinden, dass Wünsche ins Reich der Träume gehören? Jein. Natürlich ist es Stuss, sich ständig selbst zu optimieren. Weder müssen wir ein Leben lang in Größe 36 passen noch makellose Oberarme haben. Liebenswert macht uns nicht unser Gehalt, zufrieden nicht großer beruflicher Erfolg. Und fürs Glücklichsein brauchen wir kein unerschütterliches Selbstbewusstsein. Beziehungen sind auch dann innig, wenn wir nicht ständig auf Wolke sieben schweben. Uns ändern zu wollen, nur weil es irgendwelche Moden von uns verlangen: Das wäre tatsächlich unsinnige Quälerei. Und unerfüllbare Ansprüche an uns selbst zu stellen ist sogar richtig stressig und ungesund.

Und dennoch: Die allermeisten Wünsche und Träumereien sind weder albern noch dumm, sondern kleine, kostbare Hinweise darauf, was uns fehlt und wirklich w ichtig ist. Wenn der Rücken zwickt, weil wir uns zu wenig bewegen, wenn wir ständig übermüdet sind, weil wir zu spät ins Bett gehen, wenn wir angespannt sind, zu viel Alkohol trinken und viel Zeit beim Daddeln und Shoppen verlieren, ohne dabei wirkliche Freude zu empfinden, haben wir allen Grund, uns ändern zu wollen. Mit Selbstoptimierung hat das wenig zu tun. Eher ist es ein schönes Stück Selbstfürsorge, uns und unserem Körper Gutes tun zu wollen. Wir ahnen, wie wohl wir uns fühlen könnten, wenn wir ausgeschlafen wären, entspannt und voller Energie. Vermutlich fassen wir darum Jahr für Jahr die allerbesten Vorsätze. Von nun an, schwören wir, wollen wir uns wirklich gesünder ernähren, mehr Sport treiben und genug schlafen. Wir nehmen uns vor, energetischer zu sein und produktiver und zuverlässiger in Freundschaften. Unsere Wohnung soll künftig so aufgeräumt sein, dass wir jederzeit Gäste empfangen können. Wir wollen unsere Passwörter mit einem Klick finden, regelmäßig zur Zahnreinigung gehen, rechtzeitig die Steuererklärung abgeben und einen Überblick über unsere Versicherungsverträge haben.

Es ist wie verhext …

Aber das meiste, was wir uns vornehmen, setzen wir schon nach wenigen Wochen in den Sand. Es ist wie verhext: Wir schaffen es einfach nicht, uns dauerhaft zu ändern und die Person zu werden, die wir immer sein wollten. Weder im Großen (wir sollten wirklich endlich den Job wechseln!) noch im Kleinen (täglich joggen und die Sache mit der Fitness wäre geritzt!) bewegt sich etwas. Unsere ungeliebten Gewohnheiten pappen an uns fest wie das Pech im Märchen von Frau Holle an der bösen Schwester. Das frustriert.

Während es scheint, als würden sich alle anderen Menschen anstrengungslos entfalten, tragen wir sinnlos Neujahrsvorsätze vor uns her, die nach vier Wochen Makulatur sind. Die Nachbarin setzt beherzt ihre kühnsten Träume um und tourt gerade im Segelboot durch die Weltmeere – wir dagegen sind heute Morgen mal wieder daran gescheitert, den Tag mit einem gesunden Müsli oder einem Lauf durch den Stadtpark zu beginnen. Den Zuckerverzicht, der ein paar Pfunde schmelzen lassen sollte, haben wir keine Woche durchgehalten. Die Ganzkörpergymnastik im Fitnessstudio war dann doch ein bisschen zu früh morgens. Und am Abend waren doch wieder Rotwein, Couch und Serie weitaus verführerischer als das gute Buch, das wir uns so fest zu lesen vorgenommen hatten. Wahlweise werfen wir uns fehlende Selbstdisziplin vor. Oder finden, die Welt hat sich gegen uns und unsere Vorhaben verschworen.

Wir wollen uns entfalten!

SCHONE TRAUME werden wahr

Dabei lieben wir es doch eigentlich, unser ganzes Potenzial zu entfalten! Selbst gesteckte Ziele zu erreichen ist für uns Menschen einfach beglückend. Denn von Geburt an streben wir nach mehr: Wir wollen mehr erfahren, mehr wissen, mehr können. Wenn wir kleinen Kindern dabei zusehen, wie sie sich die Welt zu eigen machen, spüren wir diese prickelnde Energie. Die Lust an Entdeckungen, die Freude am Wachstum. Wie die Kleinen wollen auch wir Erwachsene vor allem das: uns entwickeln und wachsen. Warum zum Himmel schaffen wir es dann nicht, den winzigsten Vorsatz einfach umzusetzen? Zumal wir es doch meistens so beglückend finden, Kontrolle über unser Leben zu haben? Mit fehlender Disziplin hat das wenig zu tun. Eher schon mit der Hartnäckigkeit von Gewohnheiten, die unseren Alltag formen. Selbst mit großer, mentaler Stärke kommen wir kaum gegen sie an. Aber psychologische Studien zeigen, dass es mit ein paar Kniffen und Tricks (siehe Kasten 1 und 2) durchaus gelingt, unsere guten Vorsätze erfolgreich in die Tat umzusetzen. Denn alte Gewohnheiten sind zwar äußerst hartnäckig. Aber neue Gewohnheiten bilden sich schon nach wenigen Monaten heraus. Dann sind sie das unverwüstliche Rückgrat deines Ideal-Ichs, auf das du dich getrost verlassen kannst.

Magische Kräfte

Das wichtigste Erfolgsgeheimnis aber ist mit Sicherheit dieses: Nur unsere ganz persönlichen Wünsche entfalten unwiderstehliche, magische Kräfte. Kommen Veränderungswünsche nicht aus uns selbst, fehlt der Schwung, sie zu verfolgen. Erlegen wir sie uns nur auf, weil andere es von uns verlangen, bleiben wir niemals bei der Stange. Zu groß ist die Macht der schlechten Gewohnheiten, die unser Verhalten regulieren! Darum lohnt es sich, mit großer Ehrlichkeit zu fragen, welche Wünsche uns wirklich wichtig sind. Bevor wir sie auf unsere Liste mit Neujahrsvorsätzen packen, nehmen wir uns also unbedingt ein Stündchen Zeit, sie genauer zu betrachten! Sie verdienen nämlich unsere ganze Aufmerksamkeit!

Dass selbst die tiefsten Herzenswünsche häufig ein bisschen oberflächlich daherkommen, sollte uns nicht täuschen: Meistens steckt doch sehr viel mehr dahinter. Warum wünschen wir uns wohl straffere Beine und Oberarme? Um hübscher zu sein? Das wird als Antrieb niemals ausreichen, um viermal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Um nicht hässlich zu sein? Da könnten lange Ärmel und Hosen Abhilfe schaffen.

Besser, wir machen uns den tieferen Sinn bewusst, der sich mit der Vorstellung starker Arme verbindet.

ENTFALTE DEINE Zauber-krafte

Vielleicht ist die Optik nur ein netter Nebeneffekt von hochemotionalen Wünschen, die wir alle zu Recht ans Leben haben: Wir möchten unsere Einkäufe selbst schleppen, kraftvoll über einen See rudern und beherzt einen Felsen hochklettern; wir möchten doch irgendwann mal eine Kuh melken, über die Alpen wandern, ein Rad schlagen, uns bei Stürzen abfangen und unsere Enkelkinder auf den Arm nehmen. Wir möchten widerstandsfähig sein, selbstständig und zäh und so lange wie möglich all die Dinge tun, die wir schön und lohnenswert finden!

SCHRITT FUR SCHRITT ZU NEUEN GEWOHNHEITEN :SO GEHT'S

Du möchtest deine Wünsche in Taten verwandeln? Und endlich dranbleiben an deinen Neujahrsvorsätzen? Dann schnapp dir Stift und Papier. Und folge unserem Weg zum Erfolg …

Identifiziere einen Wunsch, der dir wirklich wichtig ist. Male dir in den buntesten Farben aus, wie du dich fühlen wirst, wenn du dein Ziel erreicht hast.

Überlege dir, wie du dein Ziel erreichen kannst. Nein, Nachteulen schaffen es nicht, morgens um sechs zu joggen. Aber vielleicht läufst du gern abends um acht, mit Stirnlampe?

Frage dich: Wann willst du starten? Es ist zwar jederzeit möglich, neue Gewohnheiten auszubilden. Besonders gut gelingt das aber, wenn sowieso etwas Altes aufhört und Neues beginnt. Ganz intuitiv nutzen darum viele von uns den Jahresanfang, um sich neue Gewohnheiten vorzuknöpfen. Aber natürlich ist es auch völlig in Ordnung, Veränderungen dann anzuschieben, wenn der Leidensdruck oder die Lust auf Neues groß ist. Hauptsache, deine Träume kommen in Schwung!

Mach Termine mit dir selbst: Notiere in deinem Kalender, wann du etwas für dein Ziel tun willst.

Kontrolliere deine Fortschritte: Halte fest, wie gut du vorankommst.

Erleichtere es dir, deine Vorsätze umzusetzen. Zum Beispiel, indem du das Obst und Gemüse, das du essen möchtest, in Reichweite stellst.

Sorge dafür, dass es schwierig für dich ist, gegen deine Vorsätze zu verstoßen: Verbanne Süßigkeiten aus dem Haushalt, verstecke den Rotwein tief im Keller.

Nutze den „Pairing”-Effekt: Indem du deine neue Gewohnheit an etwas Vertrautes knüpfst, verankerst du sie besser im Gehirn. Du kannst zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit eine neue Sprache lernen.

Finde Wenn-dann-Lösungen: Immer wieder wird sich dir etwas in den Weg stellen. Bereite dich darauf vor. Du möchtest morgens joggen. Was tust du, wenn es regnet oder schneit? Du möchtest dich gesund ernähren, hast aber eine lange Zugfahrt vor dir. Was könntest du einkaufen und mitnehmen, um einigermaßen über die Runden zu kommen?

Belohne dich! Lege Zwischenziele fest und feiere ordentlich, was du erreicht hast!

Genieße es, wenn du spürst: Das einst unerreichbar scheinende Ziel ist längst zur guten Gewohnheit geworden.

Erfüll dir deine Träume!

Aber vielleicht sehen unsere Wünsche ja auch ganz anders aus. Die Welt der Träume ist ja wunderbarerweise so groß und bunt und vielfältig wie das Leben. Und wäre es nicht großartig, überall Menschen zu begegnen, die sich ihre Wünsche und Träume erfüllt haben? Und selbst ein solcher Mensch zu sein, wie herrlich wäre das? Am besten, wir fangen gleich damit an. Identifizieren wir die Herzenswünsche, die es zu erfüllen gilt. Setzen wir uns Ziele, die uns glücklich, gelassen und froh machen! Zugegeben: Der Weg dorthin ist nicht immer nur bunt und fröhlich. Frühmorgens aus dem Bett kriechen, um zu laufen? Abends Wasser trinken? Auf die geliebten Croissants verzichten? Aber wenn wir uns unsere eigentlichen Ziele vor Augen halten, fühlen sich die leidigen Liegestützen und Kniebeugen, die wir neuerdings auf dem Tagesprogramm haben, gleich ganz anders an. Denn wir wissen: Mit jeder kleinen Anstrengung zahlen wir ein auf das Konto unseres Lebensglücks. Und schon in ein paar Monaten zeigt sich: Die Mühe hat sich gelohnt – und sogar Spaß gemacht! Monika Goetsch

Zum Weiterlesen:

„Die einfachste Gewohnheit der Welt – Übernehmen Sie die Kontrolle über ihr Leben mit der High-5-Habit-Methode” von Mel Robbins (Finanzbuchverlag, 18 €)

5.4.3.2.1 - GO!

Du hast eine Liste mit Neujahrsvorsätzen geschrieben und eine ganze Stange Geld ausgegeben für Joggingschuhe, ein neues Instrument und die Italienisch-App? Aber jetzt kannst du dich doch nicht überwinden loszulegen? Dann könnte Mel Robbins’ Fünfsekundenformel dir auf die Sprünge helfen …

Du hast dir vorgenommen, jeden Tag zu joggen – und dann verschiebst du das Laufen doch von einem Morgen zum nächsten. Im Bett ist es einfach so viel gemütlicher! Daran wäre auch gar nichts auszusetzen, hättest du nicht eigentlich Größeres im Sinn. Da wäre es doch schade, an den eigenen Vorhaben zu scheitern!

Einfacher wird’s, wenn du die 5-Sekunden-Technik anwendest. Mit 5-4-3-2-1 schickt bekanntlich die NASA eine Rakete ins All. Coach Mel Robbins hat den Countdown ins echte Leben verlegt. Ihre Formel: Spürst du den Impuls, etwas zu tun, zähle von 5 auf 1 runter – und setz dich in Bewegung.

Das Tool ist denkbar simpel, aber äußerst effizient. Denn oft ist es ja so: Du hast den Wunsch, etwas zu tun, verpasst aber den geeigneten Moment, ihn umzusetzen. Du bleibst liegen, obwohl du vorhattest aufzustehen. Du hängst in einer Serie fest, statt zu arbeiten und verschiebst alles auf morgen. Dein Gehirn bremst dich aus. Du spürst zwar den Impuls, etwas zu tun – aber innerhalb weniger Sekunden setzen Zweifel ein.

Mit deinem neuen Anfangsritual dagegen aktivierst du den präfrontalen Cortex, also den Teil des Gehirns, mit dessen Hilfe du dich konzentrierst und bewusst handelst. Du zählst – und stehst einfach auf, statt dich in Grübeleien zu verlieren. So lassen sich viele Alltagssituationen besser bewältigen.

Der Effekt, schwört Mel Robbins, geht aber noch weit darüber hinaus. Das Zählen wird für dich zu einer Art Schlüsselreiz, um durchzustarten – zunächst im Kleinen, dann im Großen: „Zwingst du dich, etwas sehr Einfaches zu tun, führt das zu einer Kettenreaktion in Sachen Selbstvertrauen und Leistungsvermögen.”

Gib dir einen Ruck! Und fang an zu zählen …