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Wunder aus dem Jenseits


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 45/2021 vom 03.11.2021

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DIE TOCHTER Sarah Biasini stellte auf der Frankfurter Buchmesse ihren auto- biografischen Roman vor

Als sie erfuhr, dass sie ein Mädchen erwartet, fing sie an zu schreiben. In ihrem autobiografischen „Schönheit des Himmels“ verarbeitet Sarah Biasini die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit. Im Alter von viereinhalb Jahren verlor sie ihre Mutter Romy Schneider. Die Schauspiel-Ikone starb 1981 in ihrem Pariser Apartment an Herzversagen. Damals hieß es, die Diagnose hätte treffender „gebrochenes Herz“ ...

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... heißen sollen. Denn im Jahr zuvor war Schneiders Sohn mit nur 14 Jahren gestorben, nachdem er sich beim Überklettern eines Zaunes tötlich verletzt hatte.

Heute ist Biasini 44 – ein Jahr älter als ihre Mutter damals. „Niemand will meine Mutter vergessen, nur ich“, schreibt Biasini. „Niemand weint so sehr wie ich, wenn ich daran denke.“ So sehr sie es auch versuche – wenn Biasini, die selber als Schauspielerin erfolgreich ist, sich ihre Mutter in Erinnerung rufe, kämen nur „unzusammenhängende Bilder“ hoch, Blitzlichtgewitter oder gemeinsame Frühstücke im Bett. Sie habe sich lange geschämt, dass sie so wenig über ihre Mutter wusste. Über Jahre hinweg verarbeitete sie das Geschehene und vor allem das Nicht-Geschehene – also das Fehlen der Mutter – in Therapiesitzungen.

Zehn Jahre lang versuchten die gebürtige Französin und ihr heutiger Ehemann, der Theaterregisseur Gilles Lefeuvre, Nachwuchs zu bekommen, zwei Kinderwunschbehandlungen blieben erfolglos. Im Mai 2017 wurde Biasini plötzlich auf natürliche Weise schwanger. Sie glaubt fest daran, dass ihre Mutter ihr diesen Wunsch aus dem Jenseits erfüllte. Denn nur wenige Wochen zuvor war es zu einem schrecklichen Vorfall gekommen: Unbekannte hatten das Grab von Romy Schneider in Boissy-sans-Avoir, einem Vorort von Paris, geschändet. Selbst im Tod wolle man ihre Mutter noch „ruinieren“, wettert Biasini. Sie habe danach eine Trauerzeremonie im kleinen Kreis organisiert. Denn das Begräbnis „mit dem Rest der Welt“ habe sie als Mädchen nicht besucht. So schlimm die Beschädigung des Grabes gewesen sei – der Vorfall habe etwas in ihr befreit, sie habe sich mit der Vergangenheit aussöhnen können.

Ihre Tochter ist inzwischen drei Jahre alt. Sarah Biasini taufte sie Anna Rosalie – nach dem Film ihrer Mutter, den sie am liebsten mag: „César und Rosalie“ (1972). Biasini fürchtet sich davor, dass auch ihr etwas Schlimmes zustoßen könnte. Immerhin könnte ihre Tochter dann auf 195 Seiten die Gefühlswelt ihrer Mutter erkunden. Etwas, das Biasini bis heute schmerzlich fehlt.

AB