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WUNDERKIND: LT 200 Flex von aero-naut


FMT Flugmodell und Technik - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 24.10.2019

Wer kennt sie nicht, die kleinen und auch größeren Balsagleiter von aero-naut! Vor allem die Lilienthal-Reihe, darunter der ferngesteuerte Lilienthal 40 RC mit 1,2 m Spannweite. Der LT 200 Flex mit seinen knapp zwei Meter Spannweite bildet die Spitze dieser Evolutionsreihe.


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Bildquelle: FMT Flugmodell und Technik, Ausgabe 11/2019

Die Flächen des LT 200 entstehen in einer leicht baubaren, komplett beplankten Rippenkonstruktion. Bespannen entfällt damit.


Holzbau für alle

Ein großer Karton voll mit Balsabrettchen, Kiefernleisten, Sperrholz, Kleinteiltütchen, Dekorbogen und Bauanleitung lassen das Modellbauerherz höherschlagen. Alle zum Bau benötigten Teile und die ...

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... Bauhelling sind in höchster Qualität lasergeschnitten, wodurch sogar der vollständig beplankte Rippenflügel keine große Herausforderung darzustellen scheint. Auch die Holzauswahl ist hervorragend. Leider fehlte in meinem Baukasten das Tütchen mit den Dreikantleisten, allerdings bekam ich nach einem netten E-Mailkontakt innerhalb von zwei Werktagen das fehlende Tütchen zugeschickt. Geklebt wird hauptsächlich mit Ponal Express oder einem vergleichbaren Holzleim.

Super-flexibel

Jeder kann seinen LT 200 an die persönlichen fliegerischen Vorlieben anpassen und sich so gegebenenfalls weiter entwickeln. Von der Basis her ist es ein Segler, der über Höhen- und Seitenruder gesteuert wird. In der Konstruktion sind allerdings auch Querruder und Landeklappen vorgesehen, also auch ein Zwei- oder Vierklappenflügel ist machbar. Diese Klappen können sogar erst nach einiger Zeit herausgetrennt werden, falls Bedarf besteht. Zusätzlich besteht die Option, einen Elektromotor mit Klappluftschraube zu verbauen. Beim Testmodell habe ich mich für die volle Ausbaustufe entschieden, um über das komplette Einsatzspektrum des Modells berichten zu können.

Der Flügel…

… besteht aus vier Teilen, die sich beim Bau nicht wesentlich unterscheiden. Vorbereitend habe ich die Beplankungsfelder der Flügel verklebt. Am besten legt man diese dafür mit der späteren Außenseite auf einen möglichst glatten Tisch, schützt den Tisch an der Klebestelle mit einem Paketklebeband und beschwert die Teile so, dass sie gleichmäßig aufliegen. Je besser der Übergang der Teile in diesem Arbeitsschritt passt, desto weniger Schleifarbeit ist am Ende notwendig.

Im ersten Schritt des eigentlichen Flügelbaus werden Rippen und Holmsteg in einer Kartonhelling fixiert und miteinander verklebt. Nach dem Einsetzen des oberen Holmgurts wird die obere Flügelbeplankung aufgeklebt. Laut Anleitung soll man die Beplankung mit Stecknadeln fixieren, um sie spaltfrei auf den Rippen aufliegen zu lassen. Das ist mir nicht so richtig gelungen und war besonders bei den Sperrholzrippen schwer machbar. Um Löcher in der Beplankung zu vermeiden, habe ich die Beplankung beim Aufkleben mit Gewichten beschwert.

Nach dem Aushärten wird der Flügel von der Helling genommen, die „Füßchen” an den Rippen abgetrennt, der untere Holm und die Verstärkungen für Landeklappen und Querruder eingeklebt. Für die Flügelsteckung werden in den Innenflügeln Messingröhrchen mit Harz eingesetzt. Nach dem Aushärten müssen Rippen, Verstärkungsklötzchen und Holmsteg auf ein Niveau geschliffen werden. Vor dem Beplanken sollte man im Außenflügel das Kabel für das Querruderservo einziehen. Auch wenn man das Modell ohne Querruder bauen möchte, ist es so später noch schnell möglich, die Querruder nachzurüsten. Die Kabel im Innenflügel können nach dem Beplanken eingezogen werden. Wenn man die untere Beplankung aufgebracht hat, sollten die Ausschnitte für die Servodeckel von Leim befreit werden, bevor er angezogen hat. So passen die Deckel anschließend perfekt. Im nächsten Schritt wird die Nasenleiste angebracht. Um an der Vorderkante des Flü- gels eine plane Klebefläche zu erhalten, habe ich einen etwa 80 cm langen Streifen 120er Schleifpapier auf dem Tisch fixiert und den Flügel hochkant stehend verschliffen. Zum Verkleben der Nasenleiste habe ich diese nur mit einigen Streifen Krepp-Klebeband fixiert. Hier ist es wichtig, das Klebeband zu entfernen, bevor der Leim durchgehärtet ist, sonst klebt es fest.

Durch ein gleichmäßiges Belasten mit Gewichten liegt die Beplankung auf der Fläche perfekt an.


Am verschliffenen Flügel sieht man die hohe Passgenauigkeit der Laserteile.


Vor dem Heraustrennen…

… der Ruder wird die Oberfläche verschliffen und die Nasenleiste in Form gebracht. Die Positionierlöcher für den Holm habe ich mit Balsarestchen aufgefüllt. Beim Verschleifen sollte man mit wenig Druck, einem nicht zu groben Schleifpapier und einem Schleifklotz arbeiten. Wer sich hier Zeit lässt und sorgfältig arbeitet, kann eine Oberfläche erhalten, die einem Compositflügel in Nichts nachsteht!

Das Heraustrennen der Ruder erfordert etwas Fingerspitzengefühl. Die Schnittkanten sind eingelasert, aber noch nicht getrennt. Ich habe zuerst die Schmalseiten der Ruder mit einem scharfen Metallsägeblatt eingeschnitten und anschließend die Längsseite mit einem Cutter vorsichtig, in mehreren Gängen, getrennt. An den Querrudern muss die Beplankung anschließend bis zu den Holmen weggeschliffen und querruderseitig ein Streifen Balsa angeklebt werden. Dieser wird keilförmig so angepasst, dass das Ruder an der Oberkante angeschlagen werden kann und der Ausschlag nach unten groß genug ist. Die Landeklappen werden anschließend nur verschliffen, können aber bei Bedarf auch plan geschliffen und der Spalt mit einem Streifen Balsa aufgefüllt werden.

Innen- und Außenflügel

Die Trennstelle zwischen Innen- und Außenflügel wird mit Fünf-Minuten-Epoxid verklebt. Für die richtige V-Form gibt es eine Schablone, die unter den Randbogen gestellt wird. Der Spalt zwischen den Teilen wird mit einem Balsakeil gefüllt. Hier zeigt sich auch wieder die hervorragende Materialauswahl. Der Keil ist aus einem sehr festen und fein gewachsenen Holz, damit er die auftretenden Kräfte übertragen kann. Vor dem Verkleben müssen ein Loch für das Servokabel in den Keil gebohrt und das Querruder-Servokabel durch den Keil und den Innenflügel gezogen werden. Beim Verkleben sollte man die Oberfläche des Flügels abkleben, um zu vermeiden, dass Epoxid auf das Balsaholz kommt. Anschließendes Verschleifen ist aufgrund der unterschiedlichen Materialeigenschaften kaum möglich.

LT 200 Flex

Das Leitwerk…

… ist in Brettchenbauweise und komplett in Balsa gehalten. Die Höhenflosse besteht aus einem Mittelteil und zwei Randbögen. Die beiden Höhenruderhälften werden mit einer Kiefernleiste verbunden. Anschließend kommt eine Sperrholzverstärkung über die Klebestellen, in der auch das Ruderhorn eingeklebt wird. Das Seitenleitwerk wird auf das Höhenleitwerk aufgeklebt und mit zwei Dreieckleisten verstärkt.

Auf der Unterseite der Höhenflosse wird die Aufnahme für das CFK-Rohr angebracht. Diese besteht aus mehreren Schichten Balsa und außen jeweils einer Schicht Sperrholz. Nachdem das Leitwerk auf dem Rumpfrohr verklebt ist, können der Sporn und die Bowdenzug-Rohre eingefädelt und mit Harz fixiert werden.

Der Rumpf

Der vordere Teil des Rumpfs besteht aus den beiden Außenwänden und acht weiteren Schichten, die stapelförmig aufeinander geleimt werden. Zuerst werden die linke und rechte Rumpfhälfte separat gebaut und anschließend verbunden. Die dafür vorgesehene Depronhelling ist sehr hilfreich, aber man muss aufpassen, dass die Schichten beim Pressen nicht untereinander verrutschen. Um das zu verhindern, habe ich an den entsprechenden Stellen eine Stecknadel durch den kompletten Stapel gesteckt. Diese sollte allerdings vor dem völligen Aushärten des Leims entfernt werden, da sie sonst festklebt.

Das Servobrett hat laut Anleitung Übermaß, um es genau in den Rumpf einpassen zu können. Beim Testmodell hatte es allerdings etwa 4 mm Spiel. Hier habe ich die Materialstärke der Balsabrettchen im Verdacht. Ich habe die beiden Rumpfhälften entsprechend schmaler geschliffen, bis das Servobrett passte. Beim Verkleben der Rumpfhälften sollte man darauf achten, dass möglichst wenig Leim in dem Loch für das Rumpfrohr stehen bleibt. Nach dem Aushärten ist er nämlich schwierig zu entfernen. Die Kabinenhaube wird, wie der Rumpf, aus zehn Schichten Balsa gebaut. Hier sollte darauf geachtet werden, dass Haube und Rumpf gleich breit werden. Am besten erst den Rumpf fertig bauen und anschließend die Haube anpassen. Damit die Haube schöner schließt, habe ich noch zwei Sperrholzzungen an der Innenseite der Haube angebracht, die sich an der Rumpfinnenwand abstützen.

Das Heck besteht aus einem CFK-Rohr. Es wird nach der Montage des Leitwerks auf einer Helling mit Fünf-Minuten-Epoxid eingeklebt. Für das Einkleben sollte man das Ende des Rohrs mit einem Stopfen aus Küchenpapier oder etwas Ähnlichem verschließen, um zu verhindern, dass Harz in das Rohr gedrückt wird. Als Flügelaufnahme sind 3-mm-Buchendübel vorgesehen. Leider ist mir bei einer Probemontage der vordere Dübel direkt am Rumpf abgebrochen. Hier habe ich erstmal, um keine neuen Löcher bohren zu müssen, einen 3-mm-Schweißdraht verwendet und später auf 4,5-mm-Buchendübel umgebaut.

Mit Fünf-Minuten-Epoxid wird die Trennstelle zwischen Innen- und Außenflügel verklebt.


@Die empfohlenen D-Power-Servos passen perfekt. Hier sind sie schon fertig eingebaut und die Ruder angeschlossen.


Auch das Höhenruder entsteht komplett aus Balsaholz.


Die Rumpfhälften trocknen hier in der Depronhelling; die Haube ist zum Anpassen an die Rumpfbreite noch nicht endgültig verklebt.


Meine Kabinenhaube mit den zusätzlichen Laschen – so sitzt sie sauber auf dem Rumpf.


Finish des Modells

Um das Holz des Seglers zu schützen, habe ich es, wie empfohlen, mit Porenfüller gestrichen. Nach dem ersten und zweiten Anstrich müssen die aufgestellten Fasern mit einem Schleifpapier (Korn 400) vorsichtig überschliffen werden. Wenn die Oberfläche speckig glänzt, sind die Poren geschlossen und das Modell ist zumindest wasserabweisend. Um die Oberfläche widerstandsfähiger zu machen, kann sie mit Bespannpapier überzogen werden. Das Papier wird, auf der mit Porenfüller gestrichenen Fläche, mit Aceton angeklebt und anschließend mit einer weiteren Schicht Porenfüller versiegelt. Beim Testmodell habe ich mich aus Gewichtsgründen gegen eine Papierbespannung entschlossen. Wer allerdings eine borstige Wiese zum Landen hat, sollte zumindest unter dem Rumpf und den Flügeln eine Verstärkung anbringen. Die harten Halme zerkratzen sonst schnell das empfindliche Balsaholz. Vor dem Ankleben der Ruder sollte der Porenfüller mindestens 24 Stunden ablüften, sonst könnten die Lösungsmittel das Scharnierklebeband wieder ablösen. Beim Dekor kann sich jeder individuell austoben. Mit buntem Seidenpapier kann auf dem Porenfüller schnell jede beliebige Markierung oder Dekoration angebracht werden.

Aus eckig wird rund: Der Rumpf erhält per Schliff seine endgültige Form.


Im geräumige Rumpf ist genug Platz für alle Komponenten.


Das fertige Leitwerk. Die anfängliche Skepsis gegenüber dem Scharnierband war unbegründet.


Einbau der RC-Komponenten

Als Antrieb habe ich, gemäß der Bauanleitung, einen 28-mm-Außenläufer mit CAMcarbon- Klappluftschraube (12×6”), einen 30-A-Regler und einen 2s-1.500-mAh-LiPo verbaut. Alles passt problemlos in den geräumigen Rumpf. Lediglich die Kabel zwischen Motor und Rumpfwand neigen dazu, sich zu verklemmen. Dieses Problem ist allerdings nicht ungewöhnlich.

Die empfohlenen D-Power-Servos passen hervorragend in das vorgesehene Servobrett im Rumpf. Auch die Servoschächte im Flügel bieten ausreichend Platz. Durch die sehr gute Beschreibung ist der Einbau aller Servos und das Verbinden mit den Rudern schnell erledigt.

In der Luft

Zum Einfliegen ging es bei mauem Wind an die Abtsrodaer Kuppe auf der Wasserkuppe. Das Abfluggewicht von 1.012 g ergibt eine Flächenbelastung von etwa 34 g/dm². Mit den Ausschlägen in der Anleitung und dem angegebenen Schwerpunkt schubste ich den LT 200 in sein Element und er flog sauber geradeaus gegen den Wind. Sowohl im Langsamflug kreisend als auch im Schnellflug verhält er sich völlig neutral und unkritisch. Selbst beim Setzen der Klappen muss nicht nachgedrückt werden. Lediglich im Steigflug neigt er zum Aufbäumen. Für den zweiten Flug habe ich den Schwerpunkt auf etwa 65 mm hinter die Nasenleiste zurückgenommen und damit die Gleitleistung nochmal erheblich gesteigert, ohne das Modell überziehempfindlicher zu machen.

Mit voll gesetzten Klappen ist der Abstieg aus starken Aufwinden gefahrlos machbar und die Landung lässt sich sehr schön einteilen. Außerdem habe ich eine Thermikstellung (etwa 12 mm Ausschlag an der Endleiste) programmiert. Diese macht engstes Kreisen in schwachen Aufwinden wesentlich angenehmer und das Steigen wird deutlich verbessert. Bei einer Landung in hohem Gras hat sich der Flügel etwas verdreht und dabei ein Querruder-Servokabel beschädigt. Es wurde zwischen Rumpf und Flügel abgeschert. Hier ist es sicher sinnvoll, einen Schrumpfschlauch über das komplette Kabel zu ziehen.

Mein Fazit

Mit dem LT 200 Flex hat aero-naut ein absolut gelungenes Modell auf den Markt gebracht. Der Baukasten ist toll strukturiert, überfordert Einsteiger nicht, macht aber auch erfahrenen Modellbauern Freude.