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Wunschfach: Klang-Studien


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Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 03.08.2022

WORKSHOP SOUND EDUCATION SESSIONS

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 9/2022

?SES?-Absolventen aus Edgemont grüßen die STEREO-Leser.

Junge Leute in HiFi, dessen Möglichkeiten und Faszinationspotenzial zu unterrichten, ist Lieblingsfach wie Herzensangelegenheit von Matthias Böde.

So nutzte unser „Mr. Workshop“ etwa 2019 die Verbindung von PREMIUM PARTNER Reiner Kemper in Ulm zum dortigen Technischen Gymnasium, um Oberstufenschülern unter Berücksichtigung ihrer speziellen Interessen Einblicke in die hochwertige Musikwiedergabe zu geben. Für die Jugendlichen war es eine so ungewöhnliche wie reizvolle Schulexpedition ins HiFi-Fach, die als Workshop Eingang in STEREO 3/2020 fand.

Diesen las auch Benjamin Rehberg, nahe New York ansässiger HiFi-Enthusiast sowie STEREO-Abonnent und war von dessen Ansatz begeistert. Er bedauert seit Langem die allgemeine Unkenntnis Heranwachsender über hifidele Zusammenhänge. Wer nicht?

Deshalb seine vorsichtige Anfrage an den Kollegen Böde: Könnten wir das nicht mal hier ...

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... an der Schule meines Sohnes machen?

Wie bitte? Rund 6.000 Kilometer von unserem normalen Wirkungskreis entfernt?

„Das klappt nie“, hatte Rehbergs Frau denn auch geunkt, doch Böde war sofort elektrisiert. Dass es dennoch mehr als zwei Jahre bis zur Umsetzung dauerte, lag weder an der Entfernung noch an anderen logistischen Hindernissen. Vielmehr verzögerte die Corona-Pandemie mit ihren Kontakt- und Reisebeschränkungen die Aktion. Denn Kyle Hosier, „Principal“ der im schönen Westchester County nördlich von „NY“ gelegenen Edgemont Junior-Senior High School zeigte sich sogleich aufgeschlossen, die allgemeine Projektwoche zum Ende des Schuljahres mittels einiger „Sound Education Sessions“ – so der griffige Kurstitel – zu bereichern.

Top-Klang im »Auditorium«

Und was braucht man dafür? Na klar, eine gestandene Anlage! Schließlich sollte die Aktion im geradezu riesigen „Auditorium“ der Schule steigen. Als Partner konnten wir mit T+A, seit einiger Zeit sogar mit eigener Vertriebsfirma in den USA vertreten, einen der profiliertesten hiesigen High End-Anbieter gewinnen. Denn als deutsches HiFi-Magazin wollten wir natürlich am liebsten mit einer „Eigenmarke“ in Amerika auftreten.

Die Befürchtung, die vom leistungsbepackten Vollverstärker PA 3100 HV angesteuerten, großen Lautsprecher des Typs Criterion S2200 CTL – durchaus für großzügig geschnittene Wohnzimmer, aber gewiss nicht als Hallen-PA gedacht – könnten in dem weitschweifigen Saal akustisch untergehen, erwiesen sich schnell als unbegründet. Im Gegenteil: Die „Crew“, zu der noch der Musiklehrer John Catoliato sowie T+As US-Vertriebsleiter Jim Shannon gehörten, war schlicht baff, wie substanziell, konturiert und unverfärbt das Set aufspielte.

Maria Pihls fülliges „Malvina“, von dem Böde ganz genau weiß, wie es zu klingen hat, zeigte keinerlei Fahlheit, bot vielmehr einen satt rollenden Bass, klare Mitten, sanfte Höhen ohne Nervfaktor und sogar eine richtig dreidimensionale Raumabbildung.

Kaum zu glauben, aber wahr! Und dabei war es sogar egal, ob man in der dritten, sechsten oder gar zwölften Reihe der nach hinten leicht ansteigenden Aula saß. Und man konnte auch deftig laut spielen – für unser didaktisches Einstiegskapitel nicht unwichtig.

Beste Voraussetzungen also für unsere Unterrichtseinheit, die Schüler direkt da abholt, wo sie hören, und folglich die aktuelle Pop-Musik im Fokus hat. Denn diese unterliegt klanglich einer Reihe von „Gesetzmäßigkeiten”, die nicht nur jeder Jugendliche kennen sollte. So stieg Böde mit dem Drang zur Lautheit ein, den einige Produzenten populärer Musik bis zum bekannten „loudness war” steigerten.

Warum? „Was macht ihr, wenn ihr in einer lauten Gruppe auffallen wollt?”, wählte der STEREO-Mann ein alltägliches Beispiel. „Ihr schreit. Und genau das passiert in vielen Pop-Produktionen, die oft durchgängig bis zur Höchstgrenze ausgesteuert werden. Das soll der Musik Aufmerksamkeit verschaffen. Außerdem können die oft verwendeten mobilen Abspielgeräte – seien es Bluetooth-Böxchen oder Handys – ohnehin keine üppige Dynamik darstellen. Deshalb muss es eben immer laut sein, wobei die Music Maker durch allerlei Tricks einander zu übertrumpfen trachten.” Zur allgemeinen Belustigung gab Böde die Anekdote zum Besten, wie einst Mastering-Koryphäe Bernie Grundmann berichtete, dass ihm Bandleader die Ohren volljammern, wenn ihr neues Album weniger knallig und „laut” erscheint als das irgendeiner anderen Truppe.

„Die Vorführung war beeindruckend! Obwohl die Auswahl der Titel nur bedingt unserem Geschmack entsprach, haben wir jeden Track genossen. Merke: Mit einer Top-Anlage wird jede Musik zum Erlebnis.“

Jonna & Leon Schwarz

„Sehr informativ! Zu Zeiten von MiniDisc, DCC und DAT habe ich mich umfassend mit Digitaltechnik, ihren Möglichkeiten und Standards beschäftigt. Die SES haben mich jetzt auf den aktuellen Stand gebracht. Eine super Veranstaltung!“

Matt Glotzer

Dynamik-Schrecksekunde

Was das in der Praxis bedeutet, demonstrieren zwei gänzlich unterschiedlich produzierte Tracks: Zum einen war das Katelijne van Otterloos duftig und mit natürlicher Dynamik aufgenommenes „Satin Doll”, das wir bei angenehmer Lautstärke abspielen.

Lässt man diese eingestellt und wechselt zu „Dani California” der Red Hot Chili Peppers, brüllt die Anlage förmlich los. Der Grund: Das Ding ist im Pegel zum Teil auf Oberkante Unterlippe gezogen (siehe Kasten) und legt im hinteren Drittel nicht nur subjektiv sogar noch zu. Das grenzt an ohrenbetäubenden Krach! Springt man bei identischem Lautstärkewert zu „Satin Doll” zurück, meint man zuerst, kaum etwas zu hören.

Doch natürlich ist Dynamik für eine natürlich anmutende Musikwiedergabe, an die höhere Ansprüche als die der Hintergrundberieselung im Auto oder in der Küche gestellt werden, wichtig. Was sie bewirken kann, macht eine „Schrecksekunde” deutlich, als bei Flim & The BB᾽s᾽ berühmt-berüchtigtem „Tricycle”, das die Youngsters freilich nicht kennen, auf ein leises Piano-Intro wie aus dem Nichts ein deftiger Impuls folgt, der nicht wenige der überraschten Schüler jäh zusammenzucken lässt. „Das ist Dynamik – und das kann sie tun!”, grinst Böde. Diese Lektion werden die Teilnehmer so schnell nicht vergessen!

POWERPLAY NACH MASS

Wer die Lautheitsdiagramme von „Satin Doll” (r.o) und „Dani California” (r.u.) miteinander vergleicht, erkennt eklatante Unterschiede. Während erster Titel viel Grau erkennen lässt, das für Stille steht, in das blaue Energiespitzen, ergo Musikimpulse, ragen, gibt es bei den Red Hot Chili Peppers so gut wie keine leiseren Passagen, ist der Titel zum Schluss hin durchgängig bis zur Null-dB-Grenze ausgesteuert.

Der Abstand des lautesten Tons zum mittleren Pegel beträgt gerade mal fünf Dezibel (DR5), während „Satin Doll” bei DR10 liegt und eine natürliche Dynamik bietet. Doch als Hintergrundgedudel und über mobile „Hörgeräte” könnten dezentere Töne leicht untergehen. Da heißt es: Gib Gas!

Auffälliger und damit „kommerzieller” gerät die Musik damit sowieso. Hifideler indes nicht!

Geradezu eine „Dynamkikone” der audiophilen Gemeinde ist „Tricycle” vom gleichnamigen ‘83er-Album der US-Band Flim & The BB‘s. Spielt man das Klavierintro mit ziviler Lautstärke, reißt einen gleich darauf ein heftiger Musikimpuls aus dem Hörsessel. Generationen von HiFi-Fans haben mit dem ihre Freunde erschreckt. Das Diagramm links zeigt die steilen Anstiege der Einsätze. Ein echter Hörspaß, auf den man jedoch gefasst sein sollte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Trend zum Hochbit. Selbst CD-Auflösung dürfte für viele junge Menschen – und ganz speziell in den USA, wo das Streaming in MP3 der Normalfall ist – unbekannt sein. So sind denn auch nicht wenige überrascht, dass es parallel zum Fernseh-, Film- und Videosektor mit seinen HDTV-, Bluray-, 4K- oder sogar 8K-Formaten längst entsprechende Entwicklungen hinsichtlich Audio gibt.

In welche Richtung es dabei geht, machten einige Titel klar, die Böde in unterschiedlichsten Versionen parat hatte, wobei, so sein wichtiger Hinweis, die jeweils höchste Auflösung stets dem originalen Aufnahmeformat entspricht, also keine hochgesampelten Files in der Vorführung sind, und die MP3-Ableger stets im besten MP3, ergo 320 Kilobit pro Sekunde, vorliegen. „Keine Bange, es erwartet euch kein 64 kB-MP3 wie ehemals bei Napster, wo vor allem Jugendliche auf dieses Minimum reduzierte Pop-Stücke illegal miteinander tauschten”, rekapituliert er knapp die Situation am Beginn der 2000er.

»Gestraft« mit MP3?

„Ich habe mich stets gefragt, warum man damals die Kiddies vor Gericht zerren wollte. Die waren doch gestraft genug, das Zeug anhören zu müssen”, sorgt unser Mann für einen Lacher, wohlwissend, dass sein Publikum zu jung ist, um sich selbst an die 1999 online gegangene und schon 2001 nach juristischen Querelen geschlossene Tauschbörse zu erinnern. Aber da ist ja zusätzlich noch der gut besuchte „parent’s evening” für interessierte Eltern, und etwas launige Unterhaltung und HiFi-Geschichte dürfen bei den SES nicht fehlen, oder?

Nun können sich alle selbst einen Eindruck verschaffen, denn T+As genialer Multiplayer MP 3100 HV serviert die unmittelbar anwählbaren sowie zum einfacheren Vergleich natürlich in identischer Lautstärke dargebotenen Titel in jeweiliger Bestform.

Den Anfang macht Nils Landgrens Cover von John Lennons „Imagine”. Die elegisch im Hintergrund verhallende Gitarre und der einfühlsame Vortrag des schwedischen Jazzmusikers entfalten sich nur dann optimal, wenn der Track in bester 24 Bit/88,2 Kilohertz-Ausführung läuft. Im CD-Format (16 Bit/44,1 kHz) und erst recht als MP3 erscheint die Darbietung dagegen immer enger, in der Farbigkeit eintöniger sowie im Gefühl zumehmend nichtssagend.

„MP3 sagt: Räumlichkeit, Feinzeichnung und Emotion? Brauchst du nicht! Und MP3 hat Recht, denn mit Ohrhörern im Verkehr oder über für diese Dinge ohnehin unsensible Desktop-‚Brüllwürfel‘ fallen solche Facetten eh hinten runter”, bringt Böde das Ergebnis auf den Punkt. Doch wer seine hochwertige Anlage mit solch hifideler Magerkost füttert, schränkt ihre Möglichkeiten stark ein. „Und was vorne fehlt, kann kein noch so fantastischer Player, Amp oder Lautsprecher mehr zurückholen”, lernen die Schüler eine der zentralen audiophilen Regeln.

„Die höheren Datenraten vermitteln mehr von der Musik und geben dem Hörer die Chance, tiefer in diese einzutauchen. Beim Schritt zurück von Hochbit zu MP3 gingen nicht nur Details verloren, sondern zugleich auch einiges vom ‚emotional impact‘“.

Adam Abramowitz

„This was really cool! Über das Verhältnis von Klang und Musik habe ich noch nie nachgedacht. Doch jetzt habe ich mal ein Gefühl für hochwertige Qualität bekommen.“

Andrea Lee

„Jetzt weiß ich, warum ich als Fan sinfonischer Stücke dauernd die Lautstärke meiner Kopfhörer nachregeln muss. Aber das ist mir allemal lieber, als nur noch dynamisch komprimierte Musik zu hören. Dabei geht viel verloren! Über Lautsprecher ist die Hörerfahrung nochmal eine ganz andere. Das war mir neu. And I like it!“

Stephanie Avolio

„Wir sind aus Gründen der Bequemlichkeit so gewöhnt an MP3, dass wir darüber offenbar den klanglichen Reichtum in der Musik vergessen haben und uns mit Mittelmäßigkeit zufriedengeben. Diese Präsentation hat mich da rausgerissen. Danke!

Girish Subramaniam

Ganz ähnlich läuft᾽s mit Hans Dulfer und den Beets Brothers, die live „I Remember Clifford” vortragen. In MP3 ist die Bühne flach und schmal, klingt der Applaus wie ein Schnitzel in der Pfanne. Schon die CD-Fassung bringt deutlich mehr Luft, Natürlichkeit und Entspannung, doch so richtig atmet die Band erst durch, als der fürs erste STEREO Phono-Festival mit einem Superplattenspieler von Vinyl gezogene Titel im Aufnahmeformat von 24 Bit/192 kHz erstrahlt.

Und wer meint, Hochbit-HiFi sei nur etwas für audiophile Stile, wird von CC Coletti und ihrem drallen „Rock And Roll” eines Besseren belehrt. Chesky Records’ für unsere Hörtest-Edition III gelieferte Kunstkopfaufnahme bietet nur in voller digitaler Auflösung von ebenfalls 24/192 ein Optimum an Finesse, Plastizität und gepflegtem Powerplay ohne Nervigkeiten. Die Schüler staunen und wissen nun, dass oberhalb von MP3 und Spotify eine entdeckenswerte Hörsphäre existiert.

Bester Klang – mehr Ausdruck

Der Gong schlägt zur Pause, doch die Zuhörer, egal ob aus der Junior- oder Senior-Stufe, wollen mehr erfahren. „Just go on!” schallt es von den Rängen. Okay, denn nun steht das Verhältnis von Klang und Musik auf dem Lehrplan der SES. In mehreren Hörbeispielen – vom Duo bis hin zum vielköpfigen Orchester – wird zügig klar, dass diese keine Größen für sich sind, sondern die zwei Seiten derselben Medaille. In „Wake Me Up Before You Gogo” von Le Bang Bang zog die Tontechnik Sängerin und Bassist nicht grundlos an den vorderen Bühnenrand, bildete sie groß und das Spektrum füllend ab, um ihnen so Dominanz und Unmittelbarkeit zu verschaffen.

Beim knalligen „Attempo” des Antonio Forcione Quartet zog die Produktion die Dimensionen hingegen bewusst auf, verschaffte so Überblick über den Live-Auftritt und achtete auf steile Impulsivität, ohne die der Titel wohl eher flau als prickelnd um die Dynamikecken gefegt wäre – und so sein Ziel verfehlt hätte.

In „Mitt Hjertte Alltid Vanker” spielen diese Parameter keinerlei Rolle, sondern der Toningenieur hat vielmehr die sakrale, anmutige Stimmung des direkt aufs Gemüt zielenden sowie mit eindringlichem Solo-Part und betörend schönem Chor in der Weitläufigkeit einer Kirche gespielten Stücks einzufangen, was vorzüglich gelang. Per Schraddel-Sound wäre dessen anrührender Spirit garantiert ins Leere gelaufen.

Und auch der zwischen Gewalt und subtilen Changierungen schwankende Auftritt des Erzengels Michael in Ottorino Respighis sinfonischem Zyklus „Vetrate di chiesa” wäre ohne das Know-how und geniale Händchen von „Prof.” Keith Johnson weniger dramatisch und beeindruckend ausgefallen.

Jeder versteht, dass guter Klang sich wie ein maßgeschneidertes Gewand um die Musik legt und in dieser Weise deren Impetus in Form audiophiler Kunstfertigkeit transportiert und stützt.

Nun schlägt die Stunde der Schüler, denn Matthias Böde bietet an, ihre Smartphones mittels Bluetooth mit dem T+A-Player zu verlinken und etwas aus dem eigenen Repertoire zu spielen. Wollen doch mal sehen, wie das klingt? Doch anstelle von dynamisch plattgebügeltem 08/15-Pop ertönt – Überraschung! – Queens „Another One Bites The Dust” oder „In The Flesh” aus Pink Floyds „The Wall”-Album. „Hey, als das ᾽rauskam, war ich kaum älter als ihr”, bemerkt „Mr.

Workshop” etwas konsterniert. Und wer hätte gedacht, dass Rick Astleys ᾽87er-Hit „Never Gonna Give You Up” unter amerikanischen Jugendlichen gerade wieder total angesagt ist?

Doch daneben kommt es wie erwartet: Wasia Projects „Impossible” ist nett anzuhören, jedoch dynamisch stark komprimiert. Ebenso verhält es sich bei Post Malones „Stay”, das damit die moderne Pop-Produktionsweise entlarvt. Auf dicke Hose macht hingegen „Miss The Rage” von Tripie Reed. Der Bass tönt aber nur oberflächlich „fett”, reicht tatsächlich nicht sehr tief und ist so verzerrt, als ob man eine pegelmäßig völlig übersteuerte Gangsta-Karre neben sich hätte.

Als Kontrastprogramm kommt Mahlers Fünfte mit den Berliner Philharmonikern. So gut habe sie noch nie Musik gehört, meint die Schülerin anschließend. Und das darf als Quintessenz für die gesamten erfolgreichen „Sound Education Sessions” gelten. Wir danken allen Beteiligten und sagen Goodbye. Es hat Spaß gemacht!

„Als Leiter der Edgemont Junior-Senior High School liegt mir die umfassende Bildung der Schüler auch abseits der normalen Fächer am Herzen. Die SES sind eine echte Bereicherung unserer vielfältigen Aktivitäten, die wir selbst gar nicht hätten erbringen können. Thanks a lot!“

Kyle Hosier, School Principal

„Welch großartige Zeit für einen Musiklehrer! Überall ist man von Klängen umgeben. Es lohnt sich, im persönlichen Umfeld auf Qualität zu achten. Wer etwas Aufmerksamkeit und Aufwand in seine Wiedergabegeräte investiert, wird belohnt.

John Catoliato, Lehrer