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WWE 2K22


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PC Games Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 20.04.2022
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Bildquelle: PC Games Magazin, Ausgabe 5/2022

Genre: Sportspiel Entwickler: Visual Concepts Hersteller: 2K Games Termin: 11. März 2022 Preis: ca. 65 Euro USK: ab 16 Jahren

Fast zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass WWE 2K20 erschien und zu einem wahren Debakel wurde. Das Wrestlingspiel sah nicht nur schlechter aus als der Vorgänger, zahlreiche Bugs und Glitches machten den Titel obendrein fast unspielbar. Der Zorn der Fans war dementsprechend groß, sodass 2K zahlreiche Veränderungen ankündigte. Man wollte den Entwicklern mehr Zeit geben, um ein Spiel zu schaffen, dass sowohl technisch als auch spielerisch die Serie wieder in die Bahn bringen und die Fans zufriedenstellen soll. Nun ist WWE 2K22 erschienen und wir können alle Catch-Freunde da draußen beruhigen: Das Spiel ist viel besser als der kaputte Vorgänger und macht wirklich Spaß. Ein echter King of the Ring ist der Titel trotzdem noch nicht, denn er hat auch einige mehr oder weniger große Macken.

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... mehreren Patches nicht gerettet werden konnte, widmen wir uns direkt diesem Thema. In den von uns getesteten PS5-und PC-Versionen hatten wir nur ein paar kleine Probleme. In ganz seltenen Fällen wollte unser Wrestler nicht aufs oberste Seil steigen und manchmal hatte die Gegner-KI bei einem Whip-in das Problem, die Ringseile nicht zu erkennen. Das sind aber Ausnahmen. Wir hatten während der gesamten Spielzeit kein einziges Match, das wir aufgrund von Bugs und Glitches nicht beenden konnten. Auch die eben erwähnten Situationen zogen sich nie durch den ganzen Kampf, sondern kamen nur einmal vor. Das reißt einen zwar kurz raus, da diese Vorfälle aber so selten waren, stellen sie keinen Beinbruch dar.

Allerdings wurden auch ein paar Ungereimtheiten aus den Vorgängern übernommen, die den beliebten Universum-Modus betreffen. Bearbeitet man eine Match-Card und tauscht einen Teilnehmer aus, wird im Menü trotzdem manchmal noch der vorherige Wrestler angezeigt. Außerdem wurden Cutscenes immer noch nicht an die Match-Arten angepasst, sodass es vorkommen kann, dass sich ein Catcher durch eine Käfigwand rollt. Das sind altbekannte Macken, die schon seit mehreren Teilen mitgeschleppt werden und nun wirklich nicht mehr sein müssen.

Überhaupt merkt man an allen Ecken und Enden, dass die Engine zwar stark überarbeitet wurde, das Spiel aber eben doch noch auf dem Gerüst der Vorgänger aufgebaut ist. Die Beleuchtung ist klar besser und manche Charaktermodelle sehen wirklich super aus. Bei anderen Wrestlern hingegen hat man das Gefühl, dass einfach die unbearbeitete Figur aus dem letzten Serienteil übernommen wurde. Wiederum bei anderen Modellen wirken die Gesichtspartien seltsam. Vor allem bei The Rock fällt immer wieder auf, wie sich die Nase verzieht. Klar, der gesamte Look ist viel besser als beim Vorgänger, aber achtet man auf Details, sieht man, dass die Entwickler bei vielen Dingen sorgfältiger hätten vorgehen können. WWE 2K22 ist kein hässliches oder gar entstelltes Spiel wie der letzte Teil, aber trotzdem in vielerlei Hinsicht altbacken. So sehen lange Haare beispielsweise immer noch schlimm aus und gerade bei den Entrances der Superstars kann man häufig Clipping-Fehler beobachten. Auch das sind Altlasten.

Stabile Performance, tolle Präsentation

Wir wollen aber nicht nur meckern, denn die Präsentation ist insgesamt schick. Die Menüs sind aufgeräumter, die Entrances wirken spektakulärer und vor allem die In-Ring-Action ist besser inszeniert. Anfangs ist die nähere Kamera bei One-on-One-Matches noch gewöhnungsbedürftig, doch nach einiger Zeit lernt man sie zu schätzen. Sie fängt das Geschehen allgemein dynamischer ein und durch die Nähe wirken die Aktionen im Ring wuchtiger und haben mehr Schauwert. Zudem schwenkt die Kamera nun gekonnter mit, wenn man sich außerhalb des Ringes prügelt, und sie zoomt in Multi-Men-Matches weiter und passender heraus. Situationen wie in den Vorgängern, wo wir oftmals nicht erkennen konnten, was gerade passierte, kamen während unseres Tests nie vor.

Dabei ist natürlich auch erwähnenswert, dass die Matches insgesamt viel flüssiger laufen als in den früheren Teilen. Egal, ob wir normale Eins-gegen-Eins-Matches, Tag-Team-Kämpfe, Six-Men-Hellin-a-Cells oder ein chaotisches Money-in-the-Bank-Leiter-Match mit ganzen acht Teilnehmern bestritten, Ruckler fielen uns nie auf. Die Performance war stets stabil. Weiterhin gilt jedoch die maximale Anzahl von acht WWE-Superstars im Ring. Spielt ihr also den Royal Rumble, wird der Ring bis acht aufgefüllt, ein neuer Teilnehmer kommt erst ins Match, wenn ein anderer ausgeschieden ist.

Das wollen wir allerdings auch gar nicht kritisieren, denn schon mit acht Männern oder Frauen im Ring fällt es teilweise ganz schön schwer, die Übersicht zu behalten. Von daher ist die Obergrenze schon okay so. Lediglich das Zielsystem hätten die Entwickler ruhig mal überarbeiten können, denn nach wie vor ist das Anvisieren im Trubel von Rumble, Elimination Chamber und Co. teilweise recht hakelig und wenig intuitiv.

Auf die Fresse, aber anders

Vor dem Release von WWE 2K22 kündigte man an, das neue Wrestlingspiel solle weiterhin komplexes Gameplay bieten, aber weitaus zugänglicher sein als die letzten Titel. Dafür habe man die Steuerung überarbeitet. Das wurde unter Fans mit einer Mischung aus Wohlwollen und Skepsis aufgenommen. Auf der einen Seite musste das Gameplay wirklich intuitiver werden, aber auf der anderen Seite entpuppten sich groß angekündigte Features bei der Serie in der Vergangenheit oft als Verschlimmbesserungen. Hier können wir jedoch Entwarnung geben. So gut wie in WWE 2K22 hat sich die Reihe seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt.

Wer die Vorgänger ausgiebig gezockt hat, braucht natürlich Zeit zur Umgewöhnung, aber danach möchte man das neue Kampfsystem nicht mehr missen. Es ist tatsächlich viel eingängiger, einige Aktionen sind beinahe selbsterklärend. So feiern auch Neulinge schnell Erfolge. Allerdings ist das schön präsentierte Tutorial oberflächlich und erklärt nur die Basics. Für Einsteiger ist erstmal ausreichend, zu wissen, wie man schlägt, kontert und Grappling-Manöver ausführt, aber Veteranen möchten natürlich spektakulärere Aktionen wie Dives oder Springboard-Manöver ausführen. Diese Sachen werden jedoch nicht erklärt. Nach einem kurzen Blick ins Steuerungsmenü ist die Ausführung zwar logisch und geht in Fleisch und Blut über, dennoch wäre es schön gewesen, hätten die Entwickler ein ausführlicheres Tutorial für Fortgeschrittene ins Spiel gepackt.

Das ist aber unser einziger Kritikpunkt, ansonsten sind wir überaus zufrieden mit der Steuerung. Im neuen Kampfsystem wurden schnelle und stärkere Angriffe nun auf verschiedene Tasten aufgeteilt. Auf Quadrat schlagt ihr fix, aber schwach, und mit X führt ihr einen heftigen Schlag oder Tritt aus. Die Aktionen variieren dabei je nachdem, in welche Richtung ihr den Analogstick drückt. Auf Kreis packt ihr euren Gegner und mit Dreieck wird gekontert. Die Aktionen können schön miteinander kombiniert werden. Drückt ihr zweimal Kreis, schleudert ihr euren Kontrahenten in die Ringseile. Betätigt ihr aber erst Kreis und dann Quadrat oder X, führt ihr schwächere und stärkere Grappling-Manöver aus. Auch hier variieren die Aktionen, je nachdem in welche Richtung ihr dabei den Analogstick presst. Nach nur wenigen Spielminuten hat man das vollkommen verinnerlicht.

Vor allem die Schläge und das Kontern unterscheiden sich von den Vorgängerspielen. In WWE 2K22 ist das Kampfsystem kombo-lastiger. Drückt ihr etwa viermal Quadrat, führt ihr eine schnelle Kombo aus. Kombiniert ihr Quadrat mit X, haut ihr eurem Kontrahenten noch heftiger aufs Maul. Bringt ihr dazu noch die Kreis-Taste ins Spiel, werft ihr den Gegner sogar mit harten Aktionen wie Gorilla Press Slams oder Brainbustern auf die Matte. Wie bei Beat ‘em Ups findet ihr zu jedem Kämpfer eine Komboliste, wenn ihr das Spiel pausiert. Auch hier gilt: Die Kombos sind unkompliziert, sodass Neulinge zur Not auch mit Button-Smashing Erfolge feiern können. Die Kombos sind aber auch gut anzusehen und lassen sich von erfahrenen virtuellen Catchern gezielt einsetzen.

Grappling-Angriffe werden weiter mit Dreieck gekontert, Schläge hingegen wehrt man mit Quadrat ab. Auf dämliche Debuffs, die es einem den Konter für viel zu lange Zeit verbieten, wurde glücklicherweise verzichtet. Nach besonders harten Aktionen kann man zwar kurzzeitig benommen sein und sich deshalb nicht zur Wehr setzen, aber das geht schnell vorbei und macht nicht mehr den Match-Flow kaputt. Man darf nun also fast jederzeit kontern. Dadurch, dass es nun aber zwei Kontertasten gibt, muss man abwägen, wie der Gegner angreift. So entstehen keine nervigen Konter-Orgien mehr wie in früheren Teilen der Reihe. Zudem darf man nun auch blocken, indem man die Dreieck-Taste gedrückt hält, oder einfach ausweichen mit R1. Größere Brocken wie ein Roman Reigns vollführen dann einen Sidestep, während quirlige Wrestler wie Rey Mysterio sich mit einer Ausweichrolle in Sicherheit bringen.

Das mag sich alles weiterhin überladen anhören, aber die Aktionen sind allesamt schnell verinnerlicht und gehen gut von der Hand. Kampf-und Kontersystem greifen so gut ineinander wie schon lange nicht mehr und sorgen somit für ein dynamischeres Geschehen. Gerade, weil das Spieltempo ein wenig hochgeschraubt wurde. Die Matches wirken insgesamt mehr wie aus einem Guss als noch zuvor. Klar, es gibt immer noch einige abgehackt wirkende Animationen, allgemein laufen die Übergänge viel sauberer als früher.

Nach etwas Eingewöhnung lieferten wir uns teilweise geradezu epische Schlachten im Seilgeviert. Ganz wie im echten Wrestling erzählten manche Matches aufgrund ihres Kampfverlaufes sogar eigene Geschichten. Die Kämpfe sind eingängig, spaßig und abwechslungsreich. Je nachdem, welche Wrestler sich im Match befinden, wird man sogar von Situationen überrascht. So brach bei uns zum Beispiel der Ring nach einem Superplex von zwei Super Heavyweights zusammen. Ein wenig Kritik müssen wir hier aber doch noch anbringen. Nach wie vor sind die Abstände bei Sprungmanövern schlecht abzuschätzen und manchmal springen die Wrestler daneben, obwohl sie eigentlich treffen müssten. Das ist nicht mehr so schlimm wie früher, fällt aber trotzdem oft auf.

Das Comeback des GM-Modus

Wie auch im richtigen Wrestling muss aber nicht nur die Match-Qualität, sondern auch das Drumherum passen. Dafür bietet WWE 2K22 verschiedene Spielmodi. Unter Exhibition dürft ihr frei Einzel-Matches, Tag-Team-Kämpfe und sämtliche Stipulations spielen oder auch Turniere ansetzen, in denen es entweder um die Kingof-the-Ring-Krone oder um Championship-Gold geht. Dazu gesellen sich Online-Matches sowie der bekannte Universum-Modus, der Showcase, der Story-Modus MyRise und der neue MyFaction-Modus. Langjährige Fans der Reihe freuen sich vor allem auf das Comeback des GM-Modus, der zuletzt in SmackDown vs. RAW 2008 enthalten war. Wie der Name besagt, schlüpft man hier in die Rolle eines General Managers und soll die Geschicke einer Show leiten. Hierbei kümmert man sich nicht nur um Match-Ansetzungen, sondern auch um die Zusammensetzung des Rosters, Backstage-Management und muss dabei zudem das Budget im Auge behalten.

Am grundsätzlichen Gameplay des Modus hat sich seit 2008 nichts geändert, aber es wurden Details ausgebaut und abgewandelt, die sich mal positiv, mal negativ auf den Modus auswirken. Kommen wir erstmal zum Positiven: Wurde früher Halle, Crew und Co. vorgegeben und kümmerte man sich hauptsächlich um das Wrestler-Management, muss man nun auf viel mehr Dinge achten. Das Ziel ist stets, eine bessere Show abzuliefern als die Konkurrenz und hier kommt es nicht nur auf die Matches, sondern auch auf die Produktion an. Gebt ihr beispielsweise Geld für Pyrotechnik und Backstage-Crew aus und mietet eine imposantere Arena als den Geräteschuppen in Wanne-Eickel, hat das Auswirkungen auf die Qualität der Show. Man muss also mehr mit dem Budget haushalten und einschätzen, ob die aufgestellte Match-Card die höheren Ausgaben bei der Produktion rechtfertigt. Schließlich braucht man ja auch noch Kohle für die Wrestler im Roster, um auslaufende Kurzzeit-Verträge zu verlängern, um Legenden zu engagieren oder um Matches mit Stipulations wie Extreme Rules oder Hell in a Cell anzusetzen. Doch auch hier muss man aufpassen, denn spektakuläre Match-Arten kosten die teilnehmenden Wrestler viel Ausdauer. Bei niedriger Ausdauer verletzen sie sich schneller oder beschweren sich und deren Moral sinkt. Das wirkt sich dann wiederum auf die Match-Qualität aus.

Interessant ist die Tatsache, dass nun sogenannte Machtkarten ins Spiel kommen. Startet man den GM-Modus, entscheidet man sich zwischen fünf bekannten WWE-Persönlichkeiten als General Manager. Auch einen eigenen GM darf man erstellen. Jeder GM hat unterschiedliche Machtkarten. So darf man als Stephanie McMahon beispielsweise eine Karte zücken, die dafür sorgt, dass die Konkurrenz in der nächsten Woche drei Wrestler nicht einsetzen kann. Andere GMs heben die Moral des Rosters, steigern die Popularität eines Superstars oder sind besonders geschickt darin, mit Legenden Verträge auszuhandeln. Diese Machtkarten darf man natürlich nicht jede Woche nutzen, aber dafür bekommt man immer neue Karten, wenn man Ziele erfüllt. So verlangt Triple H etwa, ein Titel-Match anzusetzen, einen bestimmten Wrestler im Main Event zu bringen oder gar einen Superstar nicht in der Show in den Ring zu schicken. Befolgt man diese Anweisungen, bekommt man von Triple H eine Karte, die beispielsweise dafür sorgt, dass man diese Woche keine Hallenmiete zahlen muss, oder dass die Ausdauer eines Wrestlers wieder aufgefüllt wird. Diese Kniffe lockern den Modus wunderbar auf. Schließlich klickt man sich hier die meiste Zeit durch Menüs.

Der GM-Modus hat jedoch auch einige Schwächen, und die liegen tatsächlich bei den Match-Ansetzungen. Konnte man früher im GM-Modus noch Match-Cards mit einer realistischen Größe erstellen, darf man jetzt nur noch drei Kämpfe und zwei Promos ansetzen. Allein dadurch hat man nie das Gefühl, tatsächlich eine richtige Wrestling-Show zu booken. Vor allem, da man nicht den Sieger eines Kampfes bestimmen kann, wenn man das Match simuliert. Zudem darf man Rivalitäten nicht mehr selbst festlegen. Die ergeben sich nun automatisch nach Match-Ansetzungen. Doch auch hier ist man arg limitiert, da man nur noch Eins-gegen-Einsund Tag-Team-Kämpfe plus einiger Stipulationen auswählen darf. Triple Threats, 4-Ways, Six-Men-Tag-, ja nicht mal Mixed-Tag-Team-Matches sind möglich. Besonders doof, dass Match-Wertungen sich fast ausschließlich danach richten, welche Stile die Kontrahenten haben. Riese und Cruiserweight passen beispielsweise super zueinander. Das Match Walter gegen Kofi Kingston kommt also garantiert gut bei den Zuschauern an. Walter gegen Brock Lesnar würde aber bei den virtuellen Zuschauern durchfallen, obwohl das in der Realität ein Traum-Match ist. Dadurch bleibt der GM-Modus zu berechenbar und ist trotz guter Neuerungen nicht mehr so vielseitig wie früher. Vermutlich wollte man Überschneidungen mit dem ähnlich aufgebauten Universum-Modus verhindern, in dem es hauptsächlich um das Booking von Matches und Rivalitäten geht. Allerdings ist es dann unverständlich, warum man die Modi nicht einfach zusammengelegt hat. In NBA 2K kann man schließlich auswählen, ob man nur spielen, sich nur ums Management kümmern oder alles machen will. Der GM-Modus in WWE 2K22 ist zwar im Grunde ein netter Zeitvertreib, lässt aber enorm Potenzial liegen und könnte so viel besser sein.

Mein eigenes Universum

Wo wir gerade schon beim Universum-Modus waren, bleiben wir doch direkt da. Hier hat sich so gut wie nichts geändert. Man ist weiterhin Herrscher über das WWE-Universum, legt Shows fest, bestimmt Titelträger, Rivalitäten und Match-Ausgänge und kann sogar eigene Kreationen einbinden. Schließlich darf man auch in diesem Teil wieder eigene Wrestler, Arenen, Shows, Entrances und sogar Titelgürtel erstellen. Die WWE Championship ist euch nicht prestigeträchtig genug? Dann erschafft einfach eure eigene. Das ist weiterhin alles cool, obwohl die Creation Suite leicht abgespeckt wurde. Diesmal fehlt nämlich der erweiterte Entrance-Editor. Dieser führte angeblich zu vielen Abstürzen beim Vorgängerspiel. Aber ihr merkt schon: Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Sogar die Zwischensequenzen für die kleinen Storys innerhalb der Rivalitäten sind noch dieselben. Uns sind jedenfalls noch keine neuen Cutscenes aufgefallen.

Es gibt im Universum-Modus dann doch noch zwei wichtige Unterschiede zum Vorgänger: Erstens: In WWE 2K22 funktioniert der Universum-Modus. Und zweitens:

Diesmal darf man auch nur mit einem einzelnen Superstar ins WWE Universe abtauchen. Ihr sucht euch einen aktuellen Wrestler oder eine Legende aus, legt fest, in welcher Show ihr antreten möchtet und los geht’s. Die KI bookt hier zwar die Match-Cards, aber ihr könnt darauf einwirken, indem ihr eure persönlichen Ansprüche festlegt. So könnt ihr beispielsweise kundtun, ein Tag Team gründen zu wollen, euch nach einer Rivalität zu sehnen oder ein Titelmatch fordern. Die KI geht dann beim Booking auf diese Wünsche ein.

Natürlich erwarten einen hier lediglich die Zwischensequenzen und Storys aus dem Universum-Modus, aber konzentriert auf einen Wrestler oder eine Wrestlerin wirkt das Ganze dann nochmal ein wenig anders. Das ersetzt zwar keine richtige Kampagne, macht aber überraschend viel Spaß. Das ist auch gut so, denn beim richtigen Story-Modus versagt WWE 2K22.

MyRise – Was für’n Sch …

Der Kampagnen-Modus hört auf den Namen MyRise und ist wohl die größte Enttäuschung des Spiels. In MyRise entscheidet man sich für den Weg eines männlichen oder weiblichen Rookies und erstellt sich diesen anschließend im Editor. Sowohl die Wahl des Geschlechts als auch die verschiedenen Kampfstile entscheiden darüber, welche Geschichten man erlebt. Hier kann man sich teilweise für verschiedene Wege entscheiden. Eigentlich lohnt es sich also, den Modus mehrmals zu spielen. Da gibt es allerdings ein schwerwiegendes Problem: MyRise ist sowas von stinklangweilig.

Das liegt vor allem daran, dass die angeblichen Storys, die man erleben kann, gar keine richtigen Geschichten sind. Entweder reagiert man auf den Tweet eines anderen Superstars, woraufhin dann ein Match angesetzt wird, oder irgendwelche Leute stellen einem Auf-

gaben, die dann zu einem Match führen. Das ist alles sehr zusammenhanglos und total egal. Nur in seltenen Fällen passiert mal etwas halbwegs Aufregendes. So nahmen wir beispielsweise am King-of-the-Ring-Turnier teil, was zu einer Fehde mit King Corbin führte, und wir formten ein Power-Trio mit Bobby Lashley und Dana Brooke, bis sich Dana Brooke in uns verliebte und Bobby Lashley eifersüchtig wurde. Ja, das klingt schon schlimm, aber es kommt noch dicker, denn diese Storys werden ebenfalls hauptsächlich über Tweets erzählt und zwischen jedem Match, Raumwechsel und Öffnen des Anpassungsmenüs kommt es jedes Mal zu ewig langen Ladezeiten. Selbst wenn mal eine der seltenen Zwischensequenzen kommt, ist man genervt, weil man davor und danach Ladezeiten durchstehen muss, die jeweils länger dauern als die Cutscene. Hier ist unser Fazit eindeutig: Der MyRise-Modus ist richtig schlecht.

Fraktion durch Mikrotransaktion

Bei MyFaction sind wir hingegen zwiegespalten, denn eigentlich ist der an Ultimate-Team erinnernde Modus ganz nett. Man zieht Kartenpakete mit Superstars und Boni, wobei die Karten unterschiedliche Wertigkeiten haben und die Verträge der Wrestler unterschiedlich lang sind. Aus dem Line-Up kann man dann einzelne Catcher wählen, um mit ihnen in verschiedenen Modi anzutreten. So kämpft man sich beispielsweise quer durch NXT oder die Damen-Division. In den Matches kann man verschiedene optionale Aufgaben erfüllen, um Punkte zu erhalten. Die erhält man auch, wenn man Vier-gegen-Vier-Fraktions-Matches spielt oder in den aus den Vorgängern bekannten Türmen antritt. Diese gehören nun zum MyFaction-Modus und wechseln in gewissen Zeitabständen. Erspielte Punkte gibt man wiederum für neue Kartenpakete aus. Problematisch ist allerdings, dass diese Pakete ziemlich teuer sind und man etliche Matches gewinnen muss, bis man sich das günstigste Paket überhaupt leisten kann. Aber 2K wäre ja nicht 2K, wenn man sich die Kartenpakete nicht ebenfalls mit Virtual Credits kaufen könnte, die man im Store für Echtgeld erhält. Ja, die beliebten Mikrotransaktionen sind also wieder mit an Bord.

Wir spielten den MyFaction-Modus eine ganze Weile und wir kamen in dieser Zeit nicht an einen Punkt, an dem es keine Inhalte mehr für uns gab oder wir nicht mehr genügend Wrestler hatten. Man kann also durchaus Spaß mit dem Modus haben, ohne Echtgeld auszugeben. Allerdings setzt MyFaction auch klar auf Gier und Sucht nach neuen Karten, die man eben am einfachsten erhält, wenn man das Portemonnaie zückt.

Booyaka, Booyaka!

Dafür hat uns der Showcase-Modus rund um Coverstar und Lucha-Libre-Legende Rey Mysterio gut gefallen. Auch in diesem Serienteil ist es wieder etwas mühselig, die Matches genau nach Skript zu spielen, aber dafür glänzt der Modus mit toller Präsentation. Rey Mysterio selbst kommentiert immer wieder die Matches und Gameplay und echte Filmsequenzen gehen nun fließend ineinander über. Dadurch schaut man noch mehr zu als in früheren Ablegern, aber diese Übergänge sind klasse gemacht und geben einem noch mehr als in den Vorgängern das Gefühl, selbst Teil dieser klassischen Matches zu sein. Der Showcase ist kein Modus, der durch Gameplay überzeugt, er ist vielmehr ein schön verpacktes, atmosphärisches Leckerli für Wrestlingfans. Lediglich die Match-Auswahl ist etwas gewöhnungsbedürftig. So ist beispielsweise ein gutes, aber auch nicht gerade sonderlich relevantes Match gegen Dolph Ziggler dabei, die herausragende Zeit im Tag Team mit Edge wird aber nicht mal erwähnt. Rey Mysterios Karriere wird also nicht sonderlich gut abgebildet. Außerdem ist die Grafik hier seltsamerweise schlechter als in den anderen Modi. Das sieht man vor allem an den Charaktermodellen. Dennoch macht der Showcase Laune und lohnt sich auch deshalb, da man dort verschiedene Arenen und auch WWE-Legenden wie Eddie Guerrero, Batista oder Shawn Michaels freischaltet.

Alter Champion mit Ringrost

WWE 2K22 macht es einem nicht einfach, zu einem eindeutigen Urteil zu kommen. Auf der einen Seite präsentiert es sich technisch stabil und spielerisch klar verbessert. Die virtuellen Wrestling-Matches sind abwechslungsreich und machen so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Einsteiger kommen schnell ins Spiel, gleichzeitig ist der Titel aber auch anspruchsvoll genug für Serienveteranen. Auf der anderen Seite schleppt WWE 2K22 trotz Neuanfang immer noch einige Altlasten der Vorgänger mit sich rum, lässt bei den Spielmodi Potenzial liegen und MyRise ist sogar eine echte Enttäuschung. Insgesamt lässt sich sicherlich sagen, dass die Reihe mit WWE 2K22 wieder einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat, der Weg zurück zum Titel ist jedoch noch weit.