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YANGTZE TIBET: DEM HIMMEL GANZ NAH


Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 09.10.2020

»Der Fluss, der durch den Himmel fließt«: So wird der Yangtze im tibetischen Hochland auf über 4000 Metern Höhe genannt. Toni Grießbach und die anderen Mitglieder seiner Expedition konnten nachvollziehen warum.


Artikelbild für den Artikel "YANGTZE TIBET: DEM HIMMEL GANZ NAH" aus der Ausgabe 6/2020 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 6/2020

» Hallo Leute, dies ist eine seltene Gelegenheit. Ich suche nach ein paar Wildwasser 4-Kajakfahrern, die mich und meine Schwester und nach Möglichkeit einige geeignete chinesische und tibetische Freunde auf einer Jubiläumsfahrt auf dem oberen Yangtze in Westchina begleiten wollen. Die Absicht ist, die Erstbefahrung des Flusses vor 20 Jahren zu feiern.« So begann eine Mail von Travis. Sechs Wochen ...

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... später und nach einer Woche Vorbereitungen, Akklimatisation und Anreise sind wir nun hier in Chumalai, unserem Einsatzpunkt auf 4600 Meter Höhe.

Hier oben in Qinghai wird der Yangtze »Tongtian He« genannt. Zu deutsch: »Der Fluss, der durch den Himmel fließt«. 1986 begann hier der Wettlauf um die Erstbefahrung zwischen chinesischen und amerikanischen Abenteurern. Schließlich gewannen die unerfahrenen chinesischen Rafter das Rennen, aber der Preis war hoch. Elf Chinesen ertranken bei ihrem Horrortrip auf dem Hochwasser führenden Yangtze. Das amerikanische Team musste aufgeben, nachdem sich das Team zerstritten und getrennt hatte. Unglaublich große Stromschnellen und unkontrollierbare, lebensbedrohliche Situationen führten dazu. Unsere Gruppe setzt sich aus neun Amerikanern, einem Deutschen und acht Chinesen und Tibetern zusammen. Im Gegensatz zum Wettlauf vor 20 Jahren ist es unser Ziel, auf eine multinationale Expedition mit internationalen Freunden zu gehen.

Bald starten wir flussabwärts. Wir treiben durch den Himmel und sind einfach überwältigt. Am nächsten Morgen werden wir nach einer klaren und kalten Nacht von der Sonne begrüßt. Nach einem einfachen Frühstück mit Brot und Eiern machen wir uns unter strahlend blauem Himmel auf den Weg in eine unbekannte Gegend. Unsere Flotte besteht aus drei Schlauchbooten, sechs Kajaks und zwei aufblasbaren Kajaks.

DER »DRITTE PO

Drongma Tso und Ron, unsere neuen tibetischen Freunde, haben die Gruppe auf das mögliche Maximum aufgefüllt. Aber wir haben alle gut Platz, und Ron übernimmt bald zusammen mit Carmen die Ruder eines Rafts, nachdem ihm gezeigt wurde, wie es geht. Mit Guo Zheng haben wir einen chinesischen Kajakfahrer unter uns. Er ist vielleicht der erste chinesische Kajakfahrer, der an einer solch bedeutenden Expedition teilnimmt. Schnell gewöhnt er sich an die scharfen Kehrwasserlinien und die starke Strömung des Flusses. Die meisten unserer chinesischen und tibetischen Führer und Freunde sind das erste Mal auf einer Fluss-Expedition. Zum Glück ist der Fluss heute sanftmütig gestimmt und bietet unseren neuen Freunden eine angenehme Einstimmung. Ihre Feuerprobe wird später folgen.


»OM MANI PADME HUM: Begrüße das Juwel im Herzen der Lotusblume.«
Tibetisches Mantra


Die gesamte Ausrüstung befindet sich in den Schlauchbooten. So können die Kajakfahrer mit leichten Kajaks auf dem Fluss spielen. Nur das Kajak des Fotografen und Filmers ist schwer mit technischer und teurer Ausrüstung beladen. Da die Kajaks wesentlich wendiger als die Schlauchboote sind, fällt den Kajakfahrern die Aufgabe zu, für Sicherheit zu sorgen. Sie bleiben vor der Gruppe, um vor großen Stromschnellen zu warnen. Im Falle einer Kenterung sorgen sie für die Bergung von Schwimmern oder Rafts. Unsere aufblasbaren Kajaks, die wir »Duckies« nennen, sind gutmütige Gefährte. Sogar in großen Stromschnellen liegen sie stabil im Wasser. Dank der großen Wassermasse und dem leichten Wildwasser-Schwierigkeitsgrad legen wir heute an die 80 Kilometer zurück - mehr als jeder von uns zuvor an einem Tag zurückgelegt hat. Zudem haben wir viel Zeit, die grandiose Landschaft zu genießen. Die tibetische Hochebene, oft als »Dach der Welt« oder »Dritter Pol« bezeichnet, ist das höchste und größte Plateau auf dem Planeten Erde. Es ist aber kein Plateau im traditionellen Sinn - es ist ein Talbecken. Im Norden ist es durch das Kunlum-, Altyn Tagh- und Gobigebirge, im Westen durch das Karakorum, im Süden durch den Himalaya und im Osten durch das Osttibetische Gebirge und noch weitere Gebirgszüge begrenzt. Im Osten haben sich die Flussläufe einen Weg gegraben, um das tibetische Plateau zu entwässern. Sechs der längsten Flüsse der Welt kommen aus dieser Hochebene: der Indus, der Brahmaputra, der Salween, der Mekong, der Yellow und der Yangtze.

BESSER ORGANISIERT

Für die Befahrung des Yangtze ist ein Permit erforderlich, das heißt, es wird sinnvoll sein, sich einer organisierten Tour anzuschließen. Allerdings sind mir derzeit keine angebotenen Touren an den Oberlauf des Yangtze bekannt. Gute Informationen zu Flüssen und Expeditionen gibt es auf www.lastdescents.info und auf www.shangri-la-river-expeditions.com. Die von uns befahrene Strecke: Qumarleb (Qinghai) bis einige Kilometer vor Dege (Sichuan), etwa 400 Kilometer, WW 2-4.

Ausblick vom Kloster hoch oben auf das Yangtze-Tal. Bild unten: zwei junge Novizen des Klosters.


Travis nach erfolgreicher Bezwingung einer großen Stromschnelle (Bild oben).


Bild links: im Hochtal des Yangtze-Flusses.

DER AUTOR

Toni Grießbach ist ein waschechter Bayer, der das Reisen, Expeditionen, Kajakfahren und Fotografieren liebt - am besten in dieser Kombination und in unbekannten Regionen dieser Welt. In seinen Live-Vorträgen, Büchern und Kalendern berichtet er darüber. Weitere Infos: www.tonigriessbach.de.

JEDEN TAG NEUE ABENTEUER

Allein die Tatsache hier zu sein, erfüllt uns mit einem großartigen Gefühl. Wir verstehen, warum das Gewässer hier »Der Fluss, der durch den Himmel fließt« genannt wird. Es ist nicht nur die große Höhe - hier zu sein, erzeugt auch ein intensives Gefühl von Frieden, ein Gefühl, näher am Himmel zu sein als überall sonst. Wir denken nicht über das 20. Jubiläum der Erstbefahrung nach, sondern sind mit uns selbst beschäftigt und damit, diese wunderbare Gegend zu genießen. Immer wieder werden wir von Einheimischen eingeladen, Klöster und Dörfer zu besuchen. Oft sind wir die ersten westlichen Gäste überhaupt. Vor einem Kloster befindet sich ein Basketballfeld, und wir werden zu einem Turnier herausgefordert. Es ist nicht nötig zu erwähnen, dass die Einheimischen um Längen besser sind als wir. Sie sind an die enorme Höhe gewöhnt, und wir - immer noch nicht komplett akklimatisiert - müssen alle paar Minuten auswechseln. Aber wir alle haben viel Spaß und sind viel zu sehr mit Lachen beschäftigt, als dass wir wüssten, wie hoch wir geschlagen wurden. Nach drei Stunden im Dorf begleiten uns alle Dorfbewohner zum Fluss, um »Auf Wiedersehen« zu sagen. Harlan und Don machen ein paar Vorführungen im Kajak, und fast hätten sie noch Autogramme geben müssen.

Die tibetische Hochebene: Sogar die Berge erscheinen friedlich und ausgewogen.


Der Fluss, der durch den Himmel fließt, geht manchmal ganz knapp an der Hölle vorbei: Harlan im Kajak.


Bild unten: Einheimische verabschieden uns, nachdem sie uns ihr Dorf gezeigt haben.

Wir zählen bereits unseren siebten Flusstag. Jeder Tag bringt uns ungekannte Sichtweisen und neue Abenteuer. Je weiter wir flussab kommen, desto mehr Dörfer und Klöster tauchen auf. Im oberen Abschnitt gab es kaum Bevölkerung, nur manchmal leben dort Nomaden in ihren Zelten. Auch am nächsten Tag paddeln wir nicht weit, bis wir uns entscheiden, ein Dorf und ein Kloster zu besichtigen, das in einer Flussbiegung liegt. Nur unsere tibetischen Freunde entscheiden sich, genug Klöster gesehen zu haben. Sie bleiben lieber am Fluss, fischen und blicken ins Wasser. Darauf angesprochen, sagen sie: »Wir können den Buddha auch im fließenden Wasser sehen.« Obwohl wir noch 60 Kilometer bis Yushu vor uns haben und es am nächsten Tag erreichen sollen, nehmen wir die Einladung von Mönchen an und steigen hinauf ins Dorf, weit oberhalb des Flusses.

Dort angekommen, begrüßen sie uns freundlich und singen für uns ein Gebet. Wir sind sprachlos. Den Plan für heute ändern wir. Das Angebot, zu ihrem Kloster auf den Gipfel zu steigen und dort oben zu übernachten, ist zu einmalig, um es abzulehnen. Wir stimmen überein, dass wir, wenn wir früh am nächsten Morgen starten, durchaus noch bis Yushu kommen können. Die Mönche hier sind noch nie Ausländern begegnet, und wir verbringen gemeinsam einen sehr heiteren Abend. Sie überhäufen den Tisch mit Essen, Snacks und Getränken. Ihre handgemachten Nudelgerichte schmecken vorzüglich. Danach sitzen wir auf dem Bergrücken und lassen unseren Blick in die Tiefe, in das majestätische Tal schweifen. Wir sind total überwältigt von der Großzügigkeit der Leute hier. Leider werden wir nie die Gelegenheit haben, diese Gastfreundschaft zu erwidern. Unsere Spende erscheint uns hilflos und viel zu wenig für die schönen gemeinsamen Stunden.

Jeder von uns sucht sich einen schönen Platz hier oben und legt sich im Schlafsack unter freiem Himmel bei strahlendem Vollmond zum Schlafen. Am nächsten Tag, zurück am Fluss, fühlen wir uns daheim. Mittlerweile haben wir uns an die Wassermassen gewöhnt, und das schlammige Wasser sieht in unseren Augen längst nicht mehr so braun aus wie zu Beginn. Auch die dünne Luft macht uns nicht mehr so stark zu schaffen. Wir lieben diese Art des Lebens: Kajak fahren, raften, am Fluss campen, Einheimische treffen, die Kultur kennenlernen, fotografieren, filmen und die Natur genießen.

Mönche haben Spaß beim Fotografieren - genau wie wir. Oben: das Expeditionsteam.


Beginn eines 30stündigen Lkwund später Bus-Shuttles am Ende unserer Kajakfahrt. Bild oben: Gebetsfahnen sind allgegenwärtig.



»Hier haben wir unser Lager aufgeschlagen, und hier fließt der Yangtze direkt durch den Himmel. Wir erleben ein überwältigendes Gefühl von Frieden.«


BRÜLLENDE STROMSCHNELLEN

Am späten Nachmittag des elften Tages erreichen wir die Zhimenda-Brücke an der Straße nach Yushu. Über 300 Kilometer Yangtze liegen hinter uns, aber es ist zu früh zum Feiern. Wir haben noch über 100 Kilometer vor uns und erwarten einige größere Stromschnellen. In einigen Kilometern kommt die Stelle, wo Yao Maoshu während seiner Erstbefahrung 1985 verunglückte. Hoffentlich erreichen wir unser Ziel gesund und rechtzeitig. Ron und Guo Zheng müssen uns hier verlassen. Dieser Abend ist etwas anders als gewohnt. Die Stimmung ist gedrückt, wir vermissen unsere abgereisten Freunde. Während wir Qinghai verlassen und der Fluss die Grenze zwischen Sichuan und Tibet bildet, wechselt der Yangtze auch seinen Namen. Wir verlassen den »Fluss, der durch den Himmel fließt« und sind auf dem Jinsha Jiang, dem »Fluss mit dem Goldenen Sand«. Der Yangtze legt an Geschwindigkeit zu. Einige brüllende Stromschnellen erwarten uns. Um hier heil durchzukommen, sind fundierte Rafting- und Kajakkenntnisse gefragt. Die Kajakfahrer sollten die Eskimorolle perfekt beherrschen, um im Falle einer Kenterung schnell wieder in die aufrechte Position zu kommen. Hier schwimmen zu müssen, wäre absolut kein Vergnügen.

Aus Sicherheitsgründen bleiben wir in einer Gruppe zusammen und konzentrieren uns darauf, sicher den Fluss hinunter zu kommen. Am Ende einer langen Stromschnelle wird ein Raft gegen einen Felsen in der Flussmitte gedrückt. Das Boot rotiert im Wasser und wird mehrmals komplett unter Wasser gezogen. Mit Hilfe der anderen Rafts und Kajakfahrer kommen alle Passagiere wieder ans Ufer. Dies war die erste Kenterung Yeshis, und wir versichern ihm, dass es nicht die letzte bleiben wird. Nach einer improvisierten Reparatur des Rafts können wir die Fahrt fortsetzen. Am Ende des 13. Tages am Fluss bauen wir unsere Rafts ab und beladen den Lastwagen. Nach einigen Stunden Fahrt, auf der Ladefläche auf dem Gepäck sitzend, und nach 30 Stunden Busfahrt werden wir wieder zurück in Xining sein. Nach einer wunderbaren Reise holt uns die Realität ein. Sie erscheint uns unwirklich und unpassend.

DER YANGTZE

Der Yangtze ist einer der »Mutterflüsse« Chinas und als solcher auch Mutter einer der frühesten Zivilisationen der Welt. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über zwei Millionen Quadratkilometer, dies entspricht fast 20 Prozent der Fläche Chinas. 400 Millionen Menschen sind vom Yangtze und seinen Zuflüssen abhängig. Mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion Chinas und über 40 Prozent der Industrieproduktion kommen aus dieser Gegend. Mit 6380 Kilometern ist der Yangtze der längste Fluss Asiens. Nur der Nil und der Amazonas sind länger.
Sein Ursprung liegt im Tangula Shan-Gebirge im Südwesten von Qinghai, nahe der tibetischen Grenze auf 5405 Meter Höhe. Auf mehr als 1000 Kilometern fließt der Yangtze durch die tibetische Hochebene. In diesem oberen Abschnitt wird er »Tongtian He« genannt: »Der Fluß, der durch den Himmel fließt«.
Kurz nachdem der Yangtze die Provinz Yunnan erreicht, ändert er in einer Haarnadelkurve, die als »Biegung von Shigu« oder auch als »Erste Biegung des Yangtze« bekannt ist, seine Richtung von Südost nach Nordost.
Im Ober- und Mittellauf durchfließt der Yangtze viele Schluchten. Die bekanntesten davon sind die »Drei Schluchten« zwischen Chongqing und Yichang. Dieser Flußabschnitt wurde durch einen der am meisten umstrittenen Staudämme der Geschichte geflutet. Der Damm ist fast zwei Kilometer lang und 185 Meter hoch - und somit der größte Staudamm der Welt.
Bei Shanghai mündet der Yangzte in das Ostchinesische Meer. Hier beträgt der durchschnittliche Wasserdurchfluss enorme 32.000 Kubikmeter in der Sekunde. Somit ist der Yangtze der drittgrößte Strom der Welt. Doch er ist durch viele Kraftwerksprojekte bedroht. Im Oberlauf soll sein Wasser bis in den Gelben Fluss umgeleitet werden. In der landschaftlich herrlichen Strecke unterhalb der Tigersprung-Schlucht wurde der Yangtze bereits auf vielen hundert Kilometern Länge aufgestaut. 2008 war uns dort eine der letzten Befahrungen möglich.