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ZAC EFRON STARTET WIEDER DURCH


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Mens Health - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 12.10.2022
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ZAC EFRONS BIZEPS hatte ich früher schon einmal live sehen dürfen, beim Fotoshooting für diese Geschichte. Als ich auf der Ranch nördlich von Malibu ankam, brauste Zac gerade auf einem Quad herum, drehte wilde Kreise um den Fotografen und wirbelte dabei eine riesige Staubwolke auf.

Selbst durch den Staubtornado waren seine muskulösen Arme deutlich zu erkennen. Als Efron wenig später im Steakhaus eintrifft, steht er am Tisch, den Oberkörper nach vorne gebeugt und die Hände locker ineinander verschränkt, und ich komme mir bescheuert vor, weil ich mich erneut dabei ertappe, wie ich auf seinen Bizeps starre. Noch lächerlicher fühlt es sich an, darüber zu schreiben, aber das Ding ist: Efrons Arme sind wie auch sein Sixpack Teil seiner Identität. Apropos Sixpack: In dem „Baywatch“-Remake von 2017 wirkten seine Bauchmuskeln fast so, als seien sie aufgemalt. Damals fingen die Leute an, sehr genau auf den ...

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... Körper des Schauspielers zu achten.

Efron steht seit seiner Hauptrolle in „High School Musical“ (2006) auf dem Prüfstand, als er im Alter von 17 Jahren eine mustergültige, energiegeladene Sportskanone mit Topffrisur spielte. Dann trat er in einer ganzen Reihe von Romanzen und Komödien auf: „Bad Neighbors“, „Für immer der Deine“, „We Are Your Friends“ und so weiter. Die Titelliste ist für einen 34-Jährigen erstaunlich lang und sehr abwechslungsreich; nach „Baywatch“ zog es Zac Efron in Richtung Drama, und er drehte die Netflix-Serie „Um die Welt mit Zac Efron“ zu den Themen Reisen, Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien (die 2. Staffel läuft dort voraussichtlich im Winter an). Dann kam die Pandemie, und der Mann, der alles konnte – und der, seit er ein Teenager war, immer alles gemacht hatte, – tat plötzlich sehr wenig. Er kapselte sich ab in Byron Bay, einem Strandparadies in Australien. Schlief in der Hängematte und ging mit einer ganz normalen Frau von nebenan aus. Schwamm im Mondschein in phosphoreszierendem Plankton, das bei jeder Bewegung um ihn herum aufleuchtete.

Währenddessen sprachen alle anderen immer noch über seinen Körper. Im Juli 2020, als die Netflix-Kunden begannen, mit Efron um die Welt zu ziehen, äußerten sich einige zu seinem Dad-Bod, der, reden wir mal Klartext, nur dann als ein solcher durchging, wenn man ihn mit seinem Rettungsschwimmerkörper in „Baywatch“ vergleicht. Eine Weltreise entfernt sinnierte auch Efron über den Körper, für den er bekannt geworden war. Er dachte darüber nach, wie er sich ernährte (vegan), wie er trainierte (hart) und schlief (schlecht). Als Konsequenz entwickelte Efron eine neue Gesundheits- und Fitness-Philosophie, drehte einen neuen Film („The Greatest Beer Run Ever“, lief im September auf Apple TV+ an), in dem er neben Russell Crowe und Bill Murray spielt, und setzte sich neue Karriereziele.

IN DIESEM NEUENKapitel seines Berufslebens sucht Efron nach Tiefe. In Leonardo DiCaprio sieht er einen Nordstern, sowohl als Schauspieler, der im Leben ein Gleichgewicht gefunden zu haben scheint, als auch für die Rollen, die er auswählt. Er orientiert sich auch an Robert Pattinson, einem anderen Veteranen des Teenager-Starruhms. Aber Efron hat noch immer nicht die Nische gefunden, die ihn durch das nächste Jahrzehnt tragen wird. Er hat sich anspruchsvollen körperlichen Verwandlungen für Rollen unterzogen. Jetzt ist er auf der Suche nach einer tiefgreifenderen. Er zieht es vor, Los Angeles in „kleinen Dosen“ zu genießen, um dort Meetings zu besuchen und Freunde zu treffen, aber die meiste Zeit ist er unterwegs. „Ich lebe in einem Van und versuche, so viel wie möglich von der Welt zu sehen oder einfach nur durch die Wälder zu wandern und dort zu zelten.“ Er überfrachtet sich nicht mit persönlichen Gegenständen. Er sagt, er besitze lediglich 10 T-Shirts, 5 Paar Trainingsshorts, 2 Trainingsanzüge sowie ein paar Hosen und Sweatshirts. Als wir im Steakhaus die Speisekarte studieren, verrät er, dass er schon ewig nicht mehr auswärts gegessen hat. Er ist die Art von Schauspieler, bei dem die Fans den Verstand verlieren – aber er ist auch die Art von Schauspieler, der bei anderen Menschen keine Berührungsängste auslöst.

EFRONS GESICHT IST sehr einladend. Er hat blaue Augen, und wann immer er nicht lächelt, sieht er so aus, als würde er es gleich tun. Als Schauspieler hat er eine ganze Reihe sehr zugänglicher Charaktere verkörpert, die Art Typen, die ein Freund von mir als „selbstbewusste Bros“ bezeichnet. Und auch einen Psychopathen hat er gespielt, in dem Thriller „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“, aber das schreckt niemanden ab. „Ich gehe einfach nicht aus. Große Menschengruppen lösen bei mir Agoraphobie aus“, sagt er. Das ist ein schriller Kommentar von Efron, der das zwanghafte Bedürfnis zu haben scheint, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen um ihn herum wohlfühlen. Unsere Bedienung, Erin, kommt an den Tisch und beginnt, die Menüs zu beschreiben. Sie ist temperamentvoll und scharfsinnig, und ich beobachte, wie sie und Efron versuchen, sich gegenseitig zu übertrumpfen. „Wow!“, meint Efron, als Erin die Meeresfrüchte anpreist, seine Augen auf sie gerichtet. Als sie zu den Fleischgerichten und dem japanischen Wagyu-Steak kommt, gerät Efron ins Schwärmen. Nachdem er sich versichert hat, dass das Rind nicht nur mit Gras gefüttert worden ist, sondern sein Leben komplett auf einer Weide verbracht hat, überredet er mich, das Steak mit ihm zu teilen, dazu ein Filet Mignon und einen großen Teller Meeresfrüchte sowie zwei Beilagen. „Ich bin gerade in der Massephase“, sagt Efron und lacht, als er Erin seine Speisekarte reicht. Nachdem sie gegangen ist, ergänzt er kopfschüttelnd: „Ich kann nicht glauben, dass ich das gesagt habe.“

Ich war neugierig zu sehen, was jemand mit Efrons anspruchsvollem Körperbau in einem Steakhaus essen würde. Wie sich herausstellt, war seine vegane Phase nur von kurzer Dauer. Nach zwei Jahren registrierte er, dass er sich erschöpft fühlte. So begann er darüber nachzudenken, was wohl passieren würde, wenn er wieder alles äße. Das tat er, aber auch das tat ihm nicht gut. Nach einer Reihe von Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten setzte er auf eine proteinlastige Ernährung. Zudem trinkt er nun vor Mahlzeiten meist ein wenig Apfelessig. „Moralisch betrachtet wünschte ich natürlich, ich wäre immer noch Veganer.“

Dann kommen unsere Meeresfrüchte, ein opulentes Arrangement aus Krabbenscheren und Austern auf einem Berg aus Crushed Ice, gekrönt von einem Becken mit Trockeneis, das unter einer Terrine mit kalifornischem Taschenkrebsfleisch schwebt. Efron erzählt, dass er wirklich versucht, mehr Muskelmasse aufzubauen – für eine öffentlich noch nicht verkündete Rolle, auf die er sich aber nicht mit dem gleichen Eifer vorbereitet, mit dem er für „Baywatch“ trainiert hat. So einen Körper will er jetzt nicht mehr, oder besser gesagt: Er will nicht mehr das tun, was er tat, um zu so einem Körper zu gelangen. „Dieser ,Baywatch‘-Look, ich weiß nicht, ob der wirklich erreichbar ist. Da ist einfach zu wenig Wasser in der Haut. Es wirkt wie eine Fälschung, sieht so aus wie eine Computeranimation“, meint er. „Es erforderte starke entwässernde Medikamente, um das zu erreichen. Das will ich nicht mehr, dann habe ich lieber mehr Körperfett.“ Efron nahm nicht nur Diuretika, er trainierte zu viel, aß jeden Tag die gleichen Mahlzeiten, schlief zu wenig.

WENN DIE DREHARBEITEN um Mitternacht vorbei waren, wachte er trotzdem um 4 Uhr morgens auf, ging dann trainieren. Am Anfang war Efron begeistert von „Baywatch“, er war sicher, das Ganze könnte eine lustige Action-Franchise werden, und er liebte seine Rolle. Aber sich hinterher von den Strapazen zu erholen, habe ihn umgehauen. Er sagt, es solle sich nicht so anhören, als würde er sich beschweren. Aber er öffne sich jetzt, weil er möchte, dass die Leute, die einem „Baywatch“-Körper nachjagen, wissen, wie verheerend der Prozess für ihn war und wie lange die Folgen des Trainings andauerten. „Ich konnte nicht mehr schlafen und entwickelte eine ziemlich schlimme Depression“, sagt er. „Irgendetwas an dieser Erfahrung hat mich ausgebrannt. Es fiel mir sehr schwer, meine Mitte wiederzufinden. Die Ärzte schrieben es schließlich der Einnahme der Entwässerungsmittel über einen so langen Zeitraum zu.“ Ein halbes Jahr, nachdem der Film abgedreht war, fühlte er sich endlich etwas besser. Doch erst während seiner Auszeit in Australien begann er, sein Leben neu zu bewerten. Zum ersten Mal hatte Efron Zeit, eine längere Pause einzulegen und das Training schleifen zu lassen. „Das war ein langgehegter Traum. So oft hatte ich mich ge fragt, wie es sein würde, nicht ständig in Form sein zu müssen“, sagt er. An ein gewisses Maß von Fitness war er ja gewöhnt, schon als Kind begleitete er den Vater oft beim Laufen. „Aber die Frage war immer da: Was wäre, wenn ich einfach mal ,Scheiß drauf!‘ sagen und mich gehen lassen würde? Also habe ich’s versucht. Ich stellte mir vor, es würde großartig sein, tatsächlich aber fühlte ich mich einfach nur elend, körperlich nicht gesund. Ich hatte das Gefühl, überhaupt nicht mehr am Leben zu sein, fühlte mich ständig müde und langsam, fast so, als würde ich im Morast versinken.“

ALSO TRAINIERTEER wieder. Und wenn er nicht trainierte, dachte er nach über sein Training. Er las viel, besonders angetan hatte es ihm der Ex-Navy-Seal und Ultramarathonläufer David Goggins. Er suchte den Rat von Biohacking-Koryphäen wie US-Trainer Ben Greenfield. „Ich genieße es, mich zu pushen, alles zu geben. Wenn ich das nicht tue, habe ich das Gefühl, nicht ich selbst zu sein“, sagt Efron. Er wollte weiter hart trainieren, doch dabei wollte er künftig achtsamer vorgehen.

Jetzt ist Efron ein Faszienrollen-Fanatiker und besitzt 10 Schaumstoffrollen, mit denen er eine halbe Stunde vorm Training und eine ganze Stunde vorm Schlafengehen arbeitet. Seine Geheimwaffen: Selbstmassagen, Yoga, Stretching. Efron ist auch ein Anhänger des Eisbadens geworden. „Das ist inzwischen der Lieblingsteil meines Tages. Kurz davor ist es am schlimmsten, aber wenn man sich endlich traut und reinspringt, weiß man, dass man es geschafft, dass man tief in sich etwas besiegt hat. Schließlich will man nicht frieren. Das ist die einfachste Philosophie: Mach aus allem, was du nicht tun willst, eine Gewohnheit.“

Auf Grund seines schlechten gesundheitlichen Zustandes nach „Baywatch“ hat Zac Efron ein neues Bewusstsein für Verletzungen entwickelt, nachdem er sich innerhalb von nur anderthalb Jahren 4 Verletzungen zugezogen hatte: Ihm riss das Kreuzband, er kugelte sich die Schulter aus, brach sich das Handgelenk und verrenkte sich den Rücken. Dazu brach er sich den Kiefer, als er auf Socken durchs Haus gelaufen, ausgerutscht und mit seinem Kinn gegen einen Springbrunnen geschlagen war.

Ich beobachte Efron, während er isst. Sein Kiefer sieht so aus wie eh und je. Dies mag für manche eine wichtige Info sein, denn im April 2021, nachdem Efron in einem Werbeclip aufgetreten war, häuften sich Spekulationen über seinen Körper. Es kursierte das Gerücht, er habe sich einer Schönheitsoperation im Gesicht unterzogen. Efron sagt, er wusste gar nichts von dem Schönheits-OP-Skandal, bis ihn seine Mutter anrief und ihn fragte, ob er sich unters Messer gelegt hätte. Efron schätzt die sozialen Medien, denn sie seien sehr hilfreich dabei, Menschen auf bestimmte Projekte, die ihm am Herzen liegen, aufmerksam zu machen. Darüber hinaus aber meidet er sie. Das ist eine Überlebensstrategie, die er anwendet, seitdem er mit 17 berühmt wurde. „Würde ich was darauf geben, was andere von mir denken, in dem Maße, wie sie annehmen, dass ich es tue, könnte ich diese Arbeit definitiv nicht machen.“ Womöglich ist Zac Efron wegen des Abstands zu seinem digitalen Image so offen für die meisten Gesprächsthemen. Auch vor Fragen über sein Liebesleben schreckt er nicht zurück, obwohl er sagt, er wünschte, es gäbe in der Hinsicht mehr zu erzählen. „Ich habe mir viel Zeit genommen, um mich auf mich selbst zu konzentrieren und meinen Groove zu finden. Höchstwahrscheinlich wird es so kommen, dass ich der richtigen Person dann begegne, wenn ich es am wenigsten erwarte.“

EFRON WÄHLT SEINE Worte äußerst sorgfältig, als wir über seine Filmrollen sprechen, und er scheint darauf bedacht zu sein, nicht respektlos zu klingen. Nachdem wir unseren Berg an Meeresfrüchten abgetragen haben, frage ich Efron, was ihn zu „The Greatest Beer Run Ever“ inspiriert hat. Während er zuvor heiter und aus dem Stegreif plauderte, wird seine Stimme leiser, seine Wortwahl präziser, als er über diesen Film spricht. „The Greatest Beer Run Ever“ basiert auf den gleichnamigen Memoiren von John „Chickie“ Donohue, der im November 1967 auf brach, um die Freunde aus seiner Heimatstadt, die alle im Vietnamkrieg kämpften, mit Bier zu beliefern. Auf den ersten Blick könnte man meinen, Efron spiele eine Variante seiner früheren Comedy-Rollen, einen Hobo, der im Kriegsgebiet umherstreift. Doch die Figur hat Tiefgang und entwickelt sich allmählich. Und so weicht der Humor der ersten Filmhälfte dem Horror und der Komplexität des Krieges. Im letzten Viertel wird der Film sehr emotional, was überrascht, wenn man eine Buddy-Com zum Thema Bier erwartet hatte. Von vielen Rollen, die ihm seinerzeit angeboten wurden, war Zac Efron oft wenig begeistert, doch „The Greatest Beer Run Ever“ tat es ihm sofort an. Geschrieben und inszeniert hat das Ganze Oscar-Preisträger Peter Farrelly, der 2018 bei „Green Book – eine besondere Freundschaft“ Regie geführt hatte – einem Film, der vom Internet verrissen worden war, den Efron und die Oscar Academy dagegen liebten. „Manchmal dauert es zwei Tage, ein Drehbuch zu lesen“, sagt Efron. „Oft halte ich inne, visualisiere Szenen, lese einige Seiten erneut. Manchmal spreche ich auch Worte nach. Aber beim ,Greatest Beer Run‘ war der Text so spezifisch und so klar.“ Efron las das Drehbuch in anderthalb Stunden. Ihm gefiel, wie darin Spannung und Menschlichkeit und Humor ausbalanciert sind. Darüber hinaus konnte er sich mit seiner Figur identifizieren. „Ich kann nachempfinden, was dieser Mann durchgemacht hat, als er in New York hockte, während seine Freunde an der Front waren“, sagt Efron. „Die Entscheidung für den Film war die schnellste, die ich je getroffen habe.“

ZACK, ZACK, ZAC !

Kurz gefragt: 6 schnelle Antworten von Zac Efron

ÜBUNGen, DIE ER LIEBT?

„Workouts auf diesen Airdyne-Bikes treiben meine Herzfrequenz voll durch die Decke“

bester WORKOUT-SONG?

„,Sirius‘, der Theme-Song der Chicago Bulls – und alles von Kendrick Lamar.“

GERICHT, DAS ER KOCHT, um zu BEEINDRUCKEN?

„Steak und Eier“

BESTES BUCH?

„,Radical Love‘ von Zachary Levi“

WANN ZULETZT GEWEINT?

„Ich weine schnell – bei ,Top Gun‘ etwa habe ich geweint, und vor 3 Tagen hat mich irgendetwas emotional so gepackt, dass ich einige Sekunden lang geweint habe”

EUPHEMISMUS FÜR SEX?

„Shagging – das erinnert mich an Austin Powers“

AN DIESEM PUNKT beginnt der Meeresfrüchteturm zwischen uns Blubbergeräusche von sich zu geben. Efron redet zunächst darüber hinweg, aber das Blubbern lenkt mich ab. Es klingt, als würde der gesamte Turm gleich explodieren. „Er fesselt das Publikum durch Menschlichkeit und die Beziehungen“, sagt er über Farrelly, bevor er abbricht, weil er meine Abgelenktheit spürt. In seinem Gesicht blitzt Frustration auf, die rasch von Belustigung abgelöst wird. Er nimmt das restliche Krabbenfleisch aus dem Trockeneisbad und stellt die Schale auf den Tisch. Aber das macht es nicht viel besser. Efron geht mit dem Trockeneis zu einem leeren Tisch, während ihm eisige, schwache Atemzüge hinterherwehen. Efron versucht anzuknüpfen, wo er aufgehört hatte, aber das Trockeneis scheint ob seiner Beseitigung verärgert zu sein. Bedrohlich gurgelt es nun von der anderen Seite durch den Raum.

„ICH GEBE ZU, ICH SPÜRTE ENORMEN DRUCK, DIESE ROLLE RICHTIG ZU SPIELEN“

KELLNER EILEN HERBEI und entfernen den Meeresfrüchteturm mitsamt verbanntem Trockeneis. Die Steaks erscheinen, und Erin eilt ihnen hinterher, um Efron zu fragen, ob es das beste sei, das er je hatte. „Es schmeckt wie Gänsestopfleber“, sagt er. „Schau, dieser Geschmack und dieses Gefühl sind die Gründe, dass ich kein Veganer mehr bin.“ Dann wird er wieder ernst und ist begierig darauf, weiter über „The Greatest Beer Run Ever“ zu reden. Die Arbeit am Film habe ihm Spaß gemacht, weil sie ihn herausgefordert habe. Er spürte enormen Druck, die Rolle richtig zu spielen, auch weil „Chickie“ Donohue ihn sehen würde.

Sicher, Efron kennt sich aus in der Darstellung von gutaussehenden Typen mit sonnigem Gemüt. Er mag das Label „selbstbewusster Bro“ und spricht voller Zuneigung („jemand, der lernt, der zuhört, der ein offenes Herz und einen offenen Geist hat“) über diese Art von Charakter. Aber die Rolle des lebenslustigen, selbstbewussten Bros ist für Zac Efron, der sich selbst als lebenslustiger, selbstbewusster Bro präsentiert, keinerlei Herausforderung.

Er scheint bereit, sich in die Eisbad-Rollen zu stürzen, Rollen, die so herausfordernd sind, dass sie „etwas tief drinnen in dir bezwingen“. Aber er ist sich nicht sicher, ob man ihn in der Branche so sieht. Regisseur Peter Farrelly, der mit Efron seit Jahren arbeiten wollte, gibt zu, dass er ihn für „The Greatest Beer Run Ever“ wohl nicht in Erwägung gezogen hätte, wenn er ihn nicht zuvor in „Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile“ als Ted Bundy gesehen hätte, einen unsympathischen Charakter, den Efron irgendwie als charmant darstellen musste. „Da realisierte ich: Der Typ will sich weiterentwickeln“, sagt der Regisseur. „Mir war nicht klar, wie wandlungsfähig er ist.“

Am Set sei Zac Efron kein Besserwisser gewesen, sagt Farrelly, sondern erpicht darauf, einen Charakter zu spielen, der sich von den All-American-Kid-Rollen unterscheidet, die er zuvor übernommen hatte. Nach Angaben des Regisseurs sagten Testzuschauer von „The Greatest Beer Run Ever“, sie hätten eine ganze Zeit gebraucht, um zu merken, dass Zac Efron wirklich Zac Efron ist. „Er ist etwas kantiger“, sagt der Regisseur über seinen Schauspieler.

„Er verschwindet in seiner Rolle.“ Bevor Zac Efron weitere Rollen erobern kann, muss er allerdings erst einmal seine Fans erobern.

ALS WIR DAS Restaurant verlassen, läuft ihm ein Mann mittleren Alters hinterher und fragt, ob er für ein Foto mit seiner Tochter posieren würde. Efron stimmt zu. Der Mann geht zurück an seinen Tisch und kommt mit zwei Teenie-Mädchen zurück. Lächelnd posiert Efron mit der Tochter und fragt ihre Freundin, ob sie auch ein Foto möchte. Sie möchte, sagt sie, „aber können wir ein Selfie machen?“

Ich bin darauf vorbereitet, ein Unbehagen hinter seiner Heiterkeit zu erkennen. Und in dem Moment, in dem sich der Vater und die Mädchen abwenden, läuft der Schauspieler nach einem hastigen Abschied buchstäblich davon. Im Handumdrehen ist er um die Ecke des Gebäudes gebogen, auf der Suche nach dem Parkplatzwächter. Nachdem dieser Efron erklärt hat, wo dessen Auto steht, und dann an seinen Platz zurückgekehrt ist, winkt er mich aufgeregt herbei. „Ich habe ihm erzählt, dass er witzig ist“, sagt der Parkplatzwächter reuig, „aber jetzt denke ich, das ist nicht das, was ich eigentlich sagen wollte.“ Der Mann ist sicher, einen Fauxpas begangen zu haben. „Er könnte sein wie dieser Typ aus ,Twilight‘“, erklärt er. Robert Pattinson? „Genau, Robert Pattinson. Hätte Efron in den Filmen mitgespielt, hätte er alle umgehauen! Oscarreif! Sag ihm das!“

Bemerkenswerterweise hat der Parkplatzwächter Zac Efron während ihrer nur kurzen Begegnung genau so wahrgenommen, wie der Schauspieler wahrgenommen werden möchte. Vielleicht tun das ja bald auch alle anderen.

AUF ZACK WIE ZAC EFRON

DER HOLLYWOOD-STAR schwört auf dieses WorkoutMit 30 Burpees aufwärmen, dann einen Timer auf 20 Minuten einstellen. Alle Wiederholungen aller folgenden Übungen vor Ablauf einer Minute ausführen – bis zum Beginn der nächsten Minute darfst du pausieren.

KETTLEBELL-swings10 Wiederholungen; dabei explosionsartig in den aufrechten Stand drücken

LIEGESTÜTZe5 Wiederholungen; an der tiefsten Stelle pausieren, explosionsartig hochschieben

GOBLET-SQUATs mit KugelhanteL10 Wiederholungen; nach der Kniebeuge im Stand die Gesäßbacken zusammenpressen

KLIMMZÜGE5 Wiederholungen; 1 Sekunde fürs Hochziehen, 5 Sekunden fürs Senken