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Zauber des ADVENTS


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 48/2021 vom 26.11.2021

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TRADITIONEN Mit der Familie den Baum besorgen. In Vorfreude auf gemeinsame Stunden
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LICHTBLICKE Kälte? Egal. Diese Vorweih- nachtszeit wird ein Fest. Keiner muss allein bleiben
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RITUALE Kerzen stimmen aufs Fest ein

Er ist wieder da. Duftet nach Zimt, Vanille und Mandeln. Klingt nach Glöckchen und alten Weisen, die wir schon als Kinder sangen. Und schmecktso köstlich nach selbst gebackenen Keksen. Kerzenlicht wärmt unsere Seele, strahlende Kinderaugen weiten unser Herz. Machen es groß für das wundervolle Gefühl der Vorfreude. Ach ja, der Advent: Er ist einfach ein Zauberer. Manchmal möchte man sich ja vor Erstaunen die Augen reiben: Ist es wirklich schon wieder so weit? Große Feste teilen unser häufig so hektisches Jahr in verdauliche Portionen, geben ihm Struktur. Und erinnern uns jedes Mal von Neuem daran: Wieder sind zwölf Monate vergangen. Der Advent macht es nicht anders. „Alle Jahre wieder“ – das schöne Lied gilt für ihn wie für das Weihnachtsfest selbst. Geben wir es zu: Manchmal hat er uns in der Vergangenheit schon aufstöhnen lassen, weil wir ihn zum gehetzten Countdown erklärten: So viele Vorbereitungen, so viele Geschenke, die es zu besorgen galt. Feiern und Einladungen, für die man backen und kochen musste. Die meisten Menschen allerdings empfinden diese magischen Wochen im Dezember als herrliche Verheißung.

Und dieses Jahr? Natürlich seufzen wir beseelt: Der Advent ist da! Aber wir bangen auch schon wieder um die Gemeinsamkeit, die wir bereits im letzten Jahr nicht haben konnten. Das Virus machte uns damals einen Strich durch die Rechnung. Weihnachtsfeiern mit unseren Lieben? Wir wussten, es würde sie nicht geben. Viele von uns stimmte der Advent nur auf einen einsamen Heiligabend ein. Verheißungsvoll war das sicher nicht.

Früher hatte Advent mit Entbehrung zu tun

Die Hektik haben wir nicht vermisst, wohl aber die Gemeinsamkeit. Die Weihnachtsmärkte, auf denen wir uns sonst mit den Kollegen trafen, den Adventskaffee mit den Nachbarn, die kleinen Stunden des Glücks. Und ein Ausklang des Jahres, bei dem man die Menschen, die einem wichtig sind, hätte erleben dürfen? Daran war nicht zu denken! Kein „Alle Jahre wieder“. Mehr denn je spürten wir, was Weihnachten für unser Leben bedeutet. Wie sehr wir Familie vermissten. Das gemeinsame Lachen, Beisammensein und die Wärme, die wir einander geben. Das Virus hat uns ausgehungert, uns so viel Schönes genommen.

Ohne es zu wissen, waren wir damit dem Advent früherer Zeiten sehr nah: Als man in jenen Wochen in der Erwartung auf Jesus sozusagen fastete, wenn es um schöne Dinge ging: Bis zum 6. Jahrhundert nach Christi verzichtete man auf Musik, Tanz, lautes Lachen. Die Tage selbst trugen traurig-düsteres Violett. Buße war angesagt, über die eigenen Sünden sollte man nachdenken. Sich besinnen. Das Weihnachtsfest wurde dafür umso fröhlicher und ausgelassener gefeiert.

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KINDERGLÜCK Weihnachten wird wieder ein Familienfest. Das ist wichtig
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STERNSTUNDEN Licht in dunklen Tagen. Dieses Jahr wichtiger denn je

Hoffen auf ein echtes Fest. Mit Oma und Opa

Nach dem Fasten, das wissen wir doch alle, schmeckt das Essen umso besser, sind die Geschmacksnerven wieder feiner eingestellt. Dieses Erlebnis hätten wir verdient nach dem langen Warten auf Normalität: Wir sind so ausgedörrt nach so vielen Monaten, in denen das Virus unser Leben bestimmte und die Freuden kleinhielt. In denen wir nicht ein Jahr, sondern eigentlich zwei auf die Vorfreude, auf ein Weihnachtsfest mit Lachen, Singen, Familienglück warten mussten. Noch vor wenigen Wochen waren wir sicher: Dieses Jahr würden Großeltern ihre Enkel endlich wieder auf den Knien schaukeln, Kinder mit ihren Freunden Kekse backen. Die Hoffnung auf Normalität gerade in diesen bedeutungsvollen Wochen, sie war ein Lichtstreif in dämmrigen Zeiten. Ein warmer Hauch inmitten von Kälte. Die Welt würde uns ein freundliches Lächeln schenken. Und in dieser Vorfreude erlebten wir bereits ein bisschen, was diese Zeit uns geben kann. Was sie für unsere Seele bedeutet. Wie viel Kraft sie uns schenken könnte.

Dieses Jahr, so hoffen wir, wird unser Warten belohnt. Vielleicht nicht mit ausgelassenen Weihnachtsfeiern und -märkten, aber doch mit einem Fest, mit dem wir bewusster denn je die Liebe und die Gemeinschaft feiern. Jede Woche zünden wir eine Kerze mehr an, jede Woche wird es ein klein wenig heller. Bis am Heiligabend dann alles vollends erstrahlt. Was für ein schönes Bild – auch im Hinblick auf die Zeit, die hinter uns liegt.

Vielleicht haben wir auch etwas gelernt

Wir werden vorsichtig sein, unsere Gemeinschaft nicht gefährden, aufeinander aufpassen. Aber wenn es gut geht, werden wir die Lieblingstante wiedersehen, Kinder dürfen sich auf Oma und Opa freuen. Und wir werden Familie als großes Geschenk erleben. Es wäre schön, wenn wir dieses neue, alte Gefühl nutzten, um Erwartungen abzulegen. Es muss kein Vier- Gänge-Menü geben, der Baum darf ruhig krumm, und ein Geschenk muss nicht teuer sein. Nichts muss perfekt sein. Früher, in unseren Kindheitstagen, war uns das klar. Wir haben es zwischendurch nur vergessen. Dazu kommt: Wir haben Bilder von früher im Kopf, von denen wir annehmen, dass sie Erinnerungen mit Wahrheitsgehalt sind. Bilder voller Perfektion, Glanz und Glück. Dazu gesellen wir idealisierte Bilder, die wir in der Werbung und in den Weihnachtsfilmen sehen, obendrein steuert unser eigenes Gedächtnis noch ein paar glorifizierende Eindrücke bei: Früher, scheint es zu mahnen, war alles perfekt. Nur verändern sich unsere Erinnerungen mit den Jahren, wissen Forscher. Sie vermischen sich mit Wünschen und Emotionen. Gerade ab der Lebensmitte scheint manches Detail aus der Jugend plötzlich wie von Zuckerguss überzogen. Die Folge: Unsere Erwartungen sind gewaltig, die Wirklichkeit hat kaum eine Chance. Wenn wir uns das bewusst machen, fällt es leichter, die eigenen Erwartungen zurechtzustutzen. Und uns zu ermahnen, dass wir die Weihnachtszeit als Rallye begreifen müssen. Denn im Advent einfach glücklich zu sein ist eigentlich gar nicht so schwer.

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NÄHE Wir alle freuen uns auf mehr Normalität ? und mehr Zusammensein

Das Virus ist böse. Und doch hat es auch etwas Gutes gebracht: Wir spüren wieder, worum es jetzt wirklich geht. Worin das eigentliche Wunder der Weihnacht liegt. Schnee? Nebensache. Hauptsache, wir sind wenigstens mit unseren Nächsten zusammen. Und das feiern wir. Ebenfalls, dass wir hoffentlich das Virus bald endgültig besiegt haben. Advent – auch ein viel versprechender Meilenstein. „Süßer die Glocken nie klingen“? Irgendwann wird es genau so sein.

SILKE PFERSDORF

5 Tipps für stressfreie Weihnachten

1. Rituale pflegen Sie streicheln die Seele, vermitteln uns: Alles ist in Ordnung. Während der Weihnachtszeit, aber auch im Alltag. Sie machen uns glücklich, geben uns Kraft.

2. Nicht perfekt sein wollen

Die Wohnung muss nicht glänzen, und wenn ein paar Kekse verbrannt sind, ist das auch kein Drama. Die meisten Menschen sind entspannter, wenn etwas nicht perfekt ist. Stressig wird es, wenn wir angestrengt versuchen, alles richtig zu machen.

3. Aufgaben verteilen Den Nachtisch kann die Tante mitbringen, um den Baum kümmert sich der Großvater – es gibt viele Hände, die mithelfen können. Das stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl.

4. Pause einplanen Eine Tasse Tee, dazu vielleicht stimmungsvolle Musik: Mit jedem tiefen Atemzug in den Bauch hinein wird der Pegel der Stresshormone halbiert!

5. Einfachheit zulassen Keine aufwendigen Rezepte und keine komplizierte Deko wählen, die stundenlange Vorbereitung erfordern. Wichtiger: mit der Familie zusammen feiern. Und mit einigen Lieben kann man abmachen, sich nichts zu schenken – außer Zeit füreinander.

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