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Zauber welten aus Stein und Wasser


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Bio - natürlich gesund leben - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 11.05.2022

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Bildquelle: Bio - natürlich gesund leben, Ausgabe 3/2022

Mal wildromantisch, mal mystisch märchenhaft – wo sich über Jahrtausende hinweg Spalten im Gestein aufgetan haben und rauschendes Wasser tiefe Schneisen in der Landschaft gebildet hat, sind die Kräfte der Natur besonders gut nachzuspüren. Das kühle und feuchte Klima in Schluchten ist dabei nicht nur eine willkommene Abwechslung an heißen Tagen, sondern birgt auch eine einzigartige Tierund Pflanzenwelt. Überraschende Veränderungen in der Umgebung sind in dieser Landschaftsform keine Seltenheit und machen Schluchten-Wandertouren besonders spannend. Feine Maserungen im Felsen, die hauptsächlich in Taleinschnitten mit treppenförmigen Hängen und waagrecht lagernden Gesteinsschichten, den sogenannten Canyons, zu finden sind, geben Aufschlus über die Erdentstehungsgeschichte. Reißende Wasserläufe und ein vollständig durchströmter Talgrund zeichnen hingegen die im ...

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... bayerischen und österreichischen Sprachraum häufig als Klamm bezeichneten, besonders engen Schluchten aus.

Unabhängig von der Art der Schlucht, der geplanten Streckenlänge und dem Schwierigkeitsgrad ist festes Schuhwerk bei einer Schluchtenwanderung Pflicht, denn die Wege über Holzbohlen, Gitter und Gestein können auch bei schönem Wetter durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Spritzwasser rutschig sein. Auch empfiehlt es sich, eine Kleidungsschicht mehr einzupacken, denn selbst im Hochsommer ist die Temperatur zwischen den Felsen kühler als in der Umgebung. So ausgerüstet, steht einer anregenden Wanderung mit unvergesslichen Natureindrücken nichts mehr entgegen.

BODETAL

Das im Harz gelegene Bodetal wird wegen seiner Kesselform und rauen Felswände auch Grand Canyon von Deutschland genannt. Märchenhaft verträumte Bäche fließen durch die bewaldete Schlucht, welche ein kostbarer Lebensraum für Wildkatzen und Schwarzstörche ist. Um den etwa zehn Kilometer langen Talabschnitt zwischen Treseburg und Thale in Sachsen-Anhalt ranken sich zahlreiche Mythen.

So sollen hier einst Hexen getobt haben und die westgotische Prinzessin Brunhilde zu Pferd nur knapp einem unliebsamen Verehrer entkommen sein. Durch die wilde Landschaft führen mehrere Wanderwege in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Längen, für deren Begehung keine Gebühr fällig wird. Aufgrund der oft unebenen Wege und Steigungen sind Wandererfahrung und eine zumindest mittlere Kondition vonnöten. Beliebte Aussichtspunkte sind die sich gegenüberliegenden Granitfelsen Rosstrappe und Hexentanzplatz, die mit ihren über 400 Metern Höhe einen fantastischen Blick über das Bodetal ermöglichen. Für alle, die wenig zu Fuß unterwegs sein möchten oder können, gibt es eine kostenpflichtige Kabinenbahn und einen Sessellift, die über das Tal schweben.

SCHWEDEN-LÖCHER

Wie aus einem Dschungelmärchen wirken die Wege durch die Schwedenlöcher in der Sächsischen Schweiz. Die canyonartige Seitenschlucht nahe Rathen an der Elbe wurde durch witterungsbedingte Erosion im Sandstein geformt.

Heute führen vorwiegend betonierte Wege und Treppen durch die bemoosten Felsengassen.

Die Betretung ist kostenfrei. Mit einem zu überwindenden Höhenunterschied von 160 Metern und über 800 Stufen verlangt die rund zwei Kilometer lange Strecke Wandernden durchaus Kondition ab. Stellenweise muss der Rucksack abgesetzt werden, um seitlich durch die Spalten zu gelangen. Je nach Gehrichtung wartet nach etwa einer Stunde der Basteifelsen mit seinem spektakulären Ausblick am oberen Ende der Schwedenlöcher oder der Amselgrund mit seinem kleinen Stausee am unteren Ende der Schlucht.

EHRBACH-KLAMM

Zu den Traumschleifen-Wanderwegen im Hunsrück zählt die rund achteinhalb Kilometer lange Strecke durch die Ehrbachklamm. Diesen Beinamen hat die Schlucht wegen ihrer lauschigen Atmosphäre und sattgrünen Vegetation auch wahrlich verdient.

Für ein Gefühl der Entschleunigung und eine Auszeit vom Alltag sorgt der Ehrbach mit seiner gemächlichen Fließgeschwindigkeit. Die Strecke führt über urige Waldwege, Treppen, Brücken und enge Felsenabschnitte, wo hinter jeder Biegung ein neues Erlebnis wartet. Insgesamt sind knapp 400 Höhenmeter zu überwinden. Die zum Teil ins Felsgestein geschlagenen Wege und Hangkanten sind an manchen Stellen so steil, dass sie kletternd passiert werden müssen. An besonders engen Punkten helfen dabei eiserne Handläufe. Oben angelangt schwebt der Blick über die Tannenwipfel im Tal. Auch die Ruine der nahegelegenen Ehrenburg ist von dort gut zu erkennen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition sind für die Begehung der Klamm dringend erforderlich. Ein Eintrittsgeld wird nicht verlangt.

RAVENNA-SCHLUCHT

Eine der schönsten Schluchten im oberen Höllental ist die etwa drei Kilometer umfassende Ravennaschlucht nahe Breitnau im südlichen Schwarzwald. Der Einstieg am unteren Schluchtende ist schon von Weitem zu erkennen, da die Ravennabrücke, die als Viadukt der Höllentalbahn dient, direkt über dem Taleinschnitt erbaut worden ist. Wo sich der Pfad vom bewaldeten Felsen löst, führen in der Schlucht kleine Brücken über die gewundene Ravenna hinweg. Zum Innehalten und Staunen regen Kaskaden und zwei romantische Wasserfälle mit je 16 und sechs Metern Fallhöhe an. Historisch wurde der Fluss auch zum Antrieb der denkmalgeschützten Großjockenmühle genutzt, die heute nur noch von außen besichtigt werden kann. Eine architektonische Besonderheit ist dabei, dass das Wasser – anders als üblich – über das Dach auf das

Mühlenrad gelenkt wurde. Die Tour durch die Schlucht ist kostenlos, nimmt etwa eine Stunde Zeit in Anspruch und führt stellenweise über steile, schmale Treppen und Holzbohlenwegen, auf denen Rutschgefahr besteht. Für gänzlich Ungeübte ist eine Wanderung durch die Ravennaschlucht daher nur bedingt zu empfehlen.

SCHWARZACH-SCHLUCHT

Rötlicher Burgsandstein prägt die Kulisse der Schwarzachschlucht im Nürnberger Land. Rund zwei Kilometer geht es entlang des Flusses vorbei an den in der Triaszeit entstandenen Felsen. Mit ihren charakteristischen Farbschichten und wabenförmigen Lochstrukturen geben die teils bizarren Gesteinsformationen einen interessanten Einblick in die Erdgeschichte. Zur abenteuerlichen Szenerie tragen auch Auskolkungen, Säulen und überhängende Felsdächer bei. Nicht zuletzt deshalb wurde das Naherholungsgebiet an der Schwarzach mit dem Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“ ausgezeichnet. Höhepunkt der etwa einstündigen kostenfreien Tour durch die Schlucht bildet die imposante Gustav-Adolf-Höhle, die zum Durchatmen und Verweilen einlädt. Für Kinder ergeben sich entlang des Pfades zahlreiche Klettermöglichkeiten zum Testen der eigenen Kräfte. Die Strecke verläuft über naturbelassene Wege, hat keine nennenswerten Steigungen und kaum Stufen. Somit ist sie auch für Ungeübte und vierbeinige Begleiter ideal geeignet.

WU TACH-SCHLUCHT

Deutschlands größter Canyon, die Wutachschlucht, ist in Baden-Württemberg zu finden. Die bis zu 170 Meter tiefe Schlucht im Südschwarzwald unterteilt sich in drei Abschnitte, die in Summe rund 20 Kilometer lang sind und viel Raum für individuelle, aber auch geführte, kostenpflichtige Touren lassen. Beeindruckende Muschelkalkwände, Wasserfälle und reißende Flussabschnitte erkunden die Besucher*innen über Holzstege und Treppen.

Auch der große Pflanzenreichtum in der Wutachschlucht hinterlässt nachhaltig Eindruck. Die Urlandschaft bringt über 1.200 Arten hervor, unter denen sich Raritäten wie Hirschzungenfarn und Mondviolen befinden. Darüber hinaus sind etwa 500 Schmetterlingsarten im Canyon beheimatet. Mit etwas Glück lässt sich dort auch der stark bedrohte Apollofalter beobachten.

Für den Einstieg in die Schlucht empfehlen sich unter anderem die Kappel-Gutachbrücke und der Wanderparkplatz an der Wutachmühle. Trittsicherheit ist angesichts der streckenweise rutschigen und steilen Wege genauso wichtig wie ein Mindestmaß an Kondition. Das Abenteuer wird für Kinder erst ab dem Grundschulalter empfohlen.

LEUTASCH-KLAMM

Die Leutaschklamm nahe Mittenwald im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet ist historisch die erste erschlossene Klamm der östlichen Kalkalpen. Die mit etwa eineinhalb Stunden Dauer und drei Kilometern längste Strecke durch die malerische Schlucht markiert der Klammgeistweg. Der Koboldpfad mit knapp zwei Kilometern Länge ist in einer Stunde zu erwandern. Über zahlreiche Treppen und Metallstege in luftiger Höhe geht es dabei am Felsen entlang. Schwindelfreiheit und eine mittlere Kondition sind von Vorteil. Zahlreiche Tafeln rund um die Sage des Klammgeistes machen die Schlucht zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien mit Kindern ab sechs Jahren.

Besonderes Highlight ist die Panoramabrücke, von der sich ein einmaliger Ausblick in die Klamm und auf das Karwendelgebirge eröffnet. Der wohl spektakulärste Pfad durch die Schlucht ist der 400 Meter lange Wasserfallsteig im unteren Teil der Klamm, an dessen Ende ein 23 Meter hoher Wasserfall thront. Im Gegensatz zu den kostenlosen anderen Wegen wird für das etwa 20-minütige Naturerlebnis ein Obolus von vier Euro fällig.

PARTNACH-KLAMM

Mit mehr als 300.000 Besucher*innen jährlich ist die in Oberbayern gelegene Partnachklamm längst kein Geheimtipp mehr. Die große Beliebtheit verdankt das zu Garmisch-Partenkirchen gehörende Naturdenkmal nicht nur seiner leichten Begehbarkeit und einer eher kurzen Länge von rund 700 Metern mit wenig Steigung, sondern auch seiner einzigartigen Szenerie. Von oben tröpfelt Wasser über das schroffe Gestein hinweg, während sich feine Nebelschwaden über das Tal legen, an dessen Grund die Partnach für eine tosende Geräuschkulisse sorgt. Die gesicherten Wege entlang des unteren Felsens laden alle Generationen dazu ein, das Naturschauspiel mit eigenen Augen zu bestaunen. Der Eintrittspreis beträgt bis zu sechs Euro. Einen kostenfreien Einblick in die Klamm erhascht man von der nahegelegenen Eisernen Brücke, die sich mit leichter Anstrengung in etwa 20 Minuten vom Eingang der Schlucht aus erreichen lässt. Wer anschließend einkehren möchte, kann von dort aus den Pfad Richtung Vordergraseck einschlagen und erreicht in einer Viertelstunde die berühmte Kaiserschmarrn-Alm.

SILBERKAR-KLAMM

Wie Leitern zum Himmel winden sich die steilen Holzstege und Treppen an den Felsklüften der Silberkarklamm bei Ramsau über zweihundert Meter entlang nach oben. Das Naturjuwel am Fuße des Dachsteins zählt zu den schönsten Schluchten Österreichs und lässt sich in einer Dreiviertelstunde erwandern. Die gut gesicherten Stiegen führen am rauschenden Silberkarbach, alpinen Pflanzen und senkrechten Felswänden vorbei. Effektvoll stürzt der Schleierfall am Ende der Klamm 70 Meter über Felsen in die Tiefe. Wer die Tour zum Rundweg schließen möchte, wandert weiter bis zur Silberkarhütte und anschließend über den Höhenweg wieder nach unten. Diese technisch recht einfache Route, die sich mit mittlerer Kondition gut bewältigen lässt, ist jedoch nicht die einzige Möglichkeit, das herrliche Panorama der Silberkarklamm zu genießen.

Vom Schluchteingang, an dem rund vier Euro Gebühr für die Klammerhaltung zu entrichten sind, führen die drei anspruchsvollen Klettersteige Hias, Siega und Rosina teilweise vertikal am kargen Fels nach oben, luftige Seilbrücken inklusive.

AARE-SCHLUCHT

Auf den Spuren des drachenartigen Tatzelwurms – dem Loch Ness vom Haslital im Berner Oberland – führt die knapp eineinhalb Kilometer lange Aareschlucht vorwiegend auf Holzstegen am Kalkfelsen entlang. Die gänzlich gefahrenfreie Erlebniswanderung in der Nähe von Meiringen dauert etwa 45 Minuten und ist für alle Generationen und jedes Fitnesslevel bestens geeignet. Vom Westeingang bis zu den Hauptattraktionen auf halber Strecke ist die Schlucht barrierefrei ausgebaut. Die beeindruckendsten Partien der Schlucht mit Tunneln, Galerien und Wasserfällen, die abends beleuchtet sind, können somit auch Menschen im Rollstuhl oder Kinderwagen besuchen. Allerdings kann im Juli und August der Zugang bei großem Besucheraufkommen eingeschränkt werden. Hunde an der kurzen Leine sind ebenfalls willkommen. Im östlichen Teil der Schlucht sind die Durchgänge stellenweise nur einen Meter breit, während das Gestein bis zu 180 Meter in die Höhe ragt. Der Eintrittspreis beträgt maximal zehn Franken.

Wer die recht kurzweilige Tour erweitern möchte, trifft rund um die Aareschlucht auf zahlreiche Wanderwege durch das Haslital.