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Zauberwinkel für jedermann


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2021 vom 08.10.2021

WEITWINKEL-FOTOGRAFIE

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Der Begriff Weitwinkel basiert auf der Definition, dass jede Optik, die einen größeren Bildwinkel erfasst, wie das gerade nach vorne blickende menschliche Auge (etwa 45° bis 50°), als Weitwinkelobjektiv bezeichnet wird. Diese Definition ist unabhängig von der Sensorgröße. Im Vollformat sind das brennweitengleich oder kleiner 43 Millimeter. Unter Wasser sieht man das aber pragmatischer, weil die optischen Gegebenheiten andere sind. Erst unter einer Vollformat-Brennweite von 35 Millimeter und einem Bildwinkel von 62° sprechen wir von einem adäquaten Weitwinkelobjektiv. Wer mit einer APS-C-Kamera fotografiert, muss ein Objektiv mit einer Brennweite von mindestens 23 Millimeter montieren. Bei MFT-Bildsensoren (Micro Four Thirds) in Olympus- und Panasonic- Kameras ist es eine 18-Millimeter-Optik. Da Festbrennweiten im Weitwinkelbereich unter Wasser wegen ihrer eingeschränkten ...

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... Flexibilität etwas hinderlich sind, werden sich viele UW-Fotografen nach einem Weitwinkel-Zoom umsehen – eine vernünftige Entscheidung.

Weitwinkelobjektive werden streng nach den Bedingungen der zentralen Projektion berechnet – sie sind verzeichnungs-, aber nicht verzerrungsfrei. Man kennt das von den überproportional großen Händen eines Tauchers im Vordergrund und dem deplatziert klein wirkenden Körper dahinter, der so gar nicht zu diesen Greifwerkzeugen passen will. Die Bildaussagen der weitwinkeligen Objektive sind deshalb in besonderem Maße subjektiv und können keinesfalls mit der Zentralperspektive eines Normalobjektivs (Vollformat 50 mm, APS-C 33 mm, MFT 25 mm) verglichen werden. Insbesondere Su- perweitwinkel-Objektive werden deshalb nicht selten wegen ihrer angeblich realkonformen Abbildung als verlogene Optiken bezeichnet, weil sie das Sinnesempfinden beeinflussen. Zeigt man Aufnahmen mit extrem großen Bildwinkeln fotografisch wenig geschulten Menschen, sind diese oft nicht in der Lage, das weite Bildfeld inhaltlich richtig und objektiv korrekt nachzuvollziehen. Beliebtes Beispiel: Kleiner Fisch wird im Vordergrund aufgrund der entozentrischen Perspektive riesig abgebildet, dahinter ein Taucher merkwürdig klein. Bei entsprechend kleiner Blende beziehungweise kleinem Bildsensor werden beide Objekte scharf abgebildet.

Weitwinkelobjektive verkleinern optisch alle Gegenstände, weshalb man bei adäquater Objektgröße aus kürzerer Distanz die Motive ablichten kann, was zu einer scheinbar besseren Transparenz beiträgt. Denn Schwebeteilchen nehmen an Umfang und Größe ab, werden ergo kleiner abgebildet, doch aufgrund des großen Bildwinkels in größerer Anzahl festgehalten, was aber vernachlässigt werden kann. Insgesamt suggerieren extreme Weitwinkelobjektive bessere Sichtweiten. Ein Attribut, das jeder Unterwasser-Aufnahme gleich ein anderes Flair verleiht. Obwohl man das eigentlich weiß, und auch das Attribut »Weitwinkel gleich Zauberwinkel« bekannt ist, kann man sich beim Betrachten von Superweitwinkel-Aufnahmen dem Zauber dieser Traumfabrik nicht entziehen.

WIE BEIM JUWELIER

Weitwinkelobjektive bzw. Weitwinkelzooms sind, wenn man den Bildwinkel von 100° deutlich überschreitet, alles andere als preiswerte Geburtstagsgeschenke. Bei Weitwinkel-Zooms bekommt man allerdings für sein Geld nicht nur einige Brennweiten inkludiert mit hinzu, man kann auch beim Fotografieren flexibler agieren. Der Preis richtet sich üblicherweise nicht nach dem Zoomfaktor, sondern nach der kürzesten Brennweite. Sind Zooms schlechter als Festbrennweiten? Theoretisch ja, in der Praxis aber nicht unbedingt feststellbar. Denn allen Weitwinkelobjektiven werden am UW-Gehäuse Domegläser vorgesetzt, die aber oft alles andere als passend und exakt für die jeweilige kürzeste Brennweite berechnet wurden. Man kann das bei vielen UW-Aufnahmen explizit an unscharfen Ecken und verwaschenen Bildrändern erkennen. Grund dieses Dilemmas ist nicht das Objektiv, sondern das Domeglas! Wir haben uns an die mäßige Abbildungsleistung solcher Linsenkombinationen gewöhnt wie an ungesundes Fastfood.

Gibt es Lösungen? Ja, aber keine preiswerten! Nauticam hat eine Vorsatzoptik, die sich WACP II nennt. 7000 Euro inklusive Tarierhilfe bei einem Gewicht von sieben Kilogramm sind allerdings noch als human zu bezeichnen, wenn die Fotogerätschaft 30.000 Euro oder mehr kostet. Der WACP II ersetzt den Domeport. Eine verzeichnungsfreie Randschärfe bis 140° ist gewährleistet.

Bildwinkelgesetz

Nach den DIN-Normen gilt als Bildwinkel derjenige, der objektivseitig zwischen der optischen Achse und dem Strahl von einem außeraxialen Bildpunkt gebildet wird. Vereinfacht kann man diesen verwirrenden Satz auch so formulieren, dass man als Bildwinkel den gesamten vom Objektiv erfassten Winkel bezeichnet. Unterschieden wird in einem rechteckigen oder quadratischen Bild nach diagonalem (von Formatecke zu Formatecke), horizontalem (Längswinkel) und vertikalem (Höhenwinkel) Winkel. Als Bildwinkel wird immer der diagonale Winkel bezeichnet. Er ist auch der größte, weshalb er in Herstellerprospekten aus werbeträchtigen Gründen meist ausschließlich angegeben wird.

Plan- oder Domeglas?

Große Bildwinkel gehören grundsätzlich hinter ein gewölbtes Frontglas am Unterwasser-Gehäuse. Nur dann kann der Überwasser-Bildwinkel auch unter Wasser genutzt werden. Doch bis zu welchem Bildwinkel kann man Planglas verwenden?

Entscheidend ist hierbei unter anderem die Bildsensorgröße. Kompaktkameras können bedenkenlos bis zur äquivalenten Vollformat-Brennweite von 24 Millimeter hinter Plangläsern von Kompaktkamera-Gehäusen verwendet werden. Das wäre ein diagonaler Bildwinkel von 84°. Die Randunschärfen halten sich dabei in noch tolerierbaren Grenzen. 28 Millimeter (75°), wie sie an den meisten Zooms von Kompaktkameras vorkommen, sind gänzlich unbedenklich.

Problematisch wird es bei Systemkameras, gleich ob SLR oder CSC (Compact System Cameras). Vollformatbildsensoren sind mit einem Bildwinkel von 75° mit kleinen Abstrichen noch hinter Planglas einsatzfähig. Ein 84°-Bildwinkel, was einem 24-Millimeter-Objektiv entspricht, sollte definitiv hinter einem Domeglas verwendet werden. Gleiches gilt im Prinzip für APS-C-Kameras, wobei der kleinere Bildsensor mit etwas Nachsicht genutzt werden kann. MFT-Kameras von Olympus und Panasonic sind bei einem Bildwinkel von 84° zwar auch keine lobenswerten Randschärfer, aber besser als Vollformat und APS-C. Für Systemkameras im Allgemeinen gilt die Regel, dass man Plangläser nur bis zum Bildwinkel von 75° verwenden sollte. Optisch gesehen kann man mittels Planglas nur einen finalen Bildwinkel von 97° nach außen bringen. Das entspricht einem Überwasser-Bildwinkel von 130°. Jenseits eines Planglas-Austrittswinkel von 97° – von den grausigen Randunschärfen mal abgesehen – tritt in den Formatecken Totalreflexion auf, die Ecken werden schwarz.

Domegläser für Weitwinkelobjektive müssen je nach Bildwinkel mehr oder weniger stark gewölbt sein. Eine Halbkugel, wie sie für Fisheyes erforderlich ist, bringt nicht immer den gewünschten Abbildungserfolg. Es sei denn, Bildwinkel, scheinbares Bild vor dem Domeglas und Abstand der Optik zum Frontglas generieren auf dem Kugelradius eine passende Kugelkalotte. Etwas unwahrscheinlich, kommt aber tatsächlich mal vor.

Merksätze

• Weitwinkelobjektive sind keine Fisheyes und umgekehrt.

• Die zurzeit stärksten vollformatigen Superweitwinkel-Objektive (manueller Fokus) im Vollformat besitzen eine Brennweite von 10 Millimeter und einen diagonalen Bildwinkel von 130°. Bei APS-C sind es 8 Millimeter und 121°. MFT liegt bei 7 Millimeter und 114°. APS-C und MFT arbeiten mit AF.

• Generell gilt: Weitwinkelobjektive sollten ab einem Bildwinkel größer 75° hinter einem Domeglas verwendet werden. APS- C kann bis 80° und MFT bis 84° mit sicht- baren Einschränkungen toleriert werden. Bei Kompaktkameras können 84° bedenkenlos genutzt werden.

NIKON AF-S NIKKOR 14-24 MM 1:2,8G ED:

Etwas schwierig zu handhaben ist das beliebte vollformatige Nikon 14-24-mm-Superzoom. UW-Fotografen klagen nicht selten über unscharfe Ränder, weil das Domeglas zu klein ist. An Fotos in Tauchmagazinen staunt man, was man für 1900 Euro ertragen muss.

CANON EF 11-24 MM F/4L USM:

126° Austrittswin-kel verspricht das weltweit mächtigste vollformatige Weitwinkelzoom von Canon und kokettiert mit der Problematik, das richtige Domeglas dafür zu finden. Für den Einlass in diesen exklusiven Zirkel müssen über 2300 Euro hinterlegt werden.

SAMYANG AF 14 MM F2.8 FE:

Ausnahmetalent! Das vollformative 14-mm-Samyang-AF ist eines der wenigen Fremdobjektive mit großem Bildwinkel und automatischer Scharfstellung. 550 Euro sind geradezu verführerisch, wenn man sich an Gegenlichtflecken nicht stört.

SAMYANG XP 10 MM F3.5 EF / WALIMEX PRO 10/2,8:

10 Millimeter sind der Mount Everest unter den vollformatigen Weitwinkel-Brennweiten. Verlockend, aber gefährlich, denn die offerierten Linsen besitzen keinen Autofokus. Während das Samyang seine Präzision und Klasse für 1100 Euro unterstreichen will, möchte das Walimex für weniger als 300 Euro alle Schranken brechen. Hoffentlich auch für die Bildqualität.

IRIX LENS 11 MM F/4 FIREFLY:

Die Asiaten drängen auch im Superweitwinkel-Sektor unaufhaltsam nach vorne. Allerdings nicht immer mit technischer Kompetenz, denn das irix-11-mm besitzt keinen AF, aber eine bereits kritische Naheinstellung von 27 Zentimeter. Da braucht es ein mächtiges Domeglas. Geld dafür sollte noch vorhanden sein, denn die 126°-Linse kostet nur schlappe 415 Euro.

NIKON AF-S DX NIKKOR 10-24 MM 1:3,5-4,5G ED / TAMRON 10-24MM F/3.5-4.5 DI II VC HLD:

APS-C-Fotografen stehen oft zu Unrecht als Mauerblümchen in der Ecke. Nikon und Tamron haben sie aber nicht vergessen. 800 Euro kostet das Nikon 10-24-mm und wird vom brennweitenidentischen Tamron mit 440 Euro bei gleicher Abbildungsqualität sowohl rechts als auch links überholt.

OLYMPUS M.ZUIKO DIGITAL ED 7‐14MM F2.8 PRO / PANASONIC 7-14MM /4,0 LUMIX G VARIO:

Wie sehr sich die Lichtstärke bei Superweitwinkel-Objektiven im Preis niederschlägt, kann man beim Vergleich zwischen den beiden kompatiblen 7-14-mm-Zooms von Olympus und Panasonic sehen. So verlangt Olympus 1200 Euro für eine Lichtstärke von 1:2,8 und Panasonic für eine Lichtstärke 1:4,0 nur 820 Euro.

• Kleine Blenden verstärken die Randschärfe bei der Planglas-Fotografie.

• Die projektive Verzerrung macht sich bei Superweitwinkel-Objektiven stärker bemerkbar als bei Fisheyes.

• Extreme Weitwinkelobjektive, insbesondere Superweitwinkel-Zooms, sind durch die Bank teurer als Fisheyes.

• Die kürzeste Naheinstellung muss unter 30 Zentimeter liegen.

• Abblenden verringert den Randlichtabfall. Am größten ist er bei offener Blende.

• APS-C- und MFT-Weitwinkelobjektive werden üblicherweise als Zoom produziert.

• Hohe Lichtstärken kosten richtig Geld. Man fährt wesentlich günstiger mit einem etwas lichtschwächeren Objektiv, das auch seine Dienste tut.

• Der unbefriedigenden Randschärfe bei Weitwinkelobjektiven hinter Domegläsern kann man mit dem Aufbringen einer Nahlinse von 2 bis 4 Dioptrien etwas entgegenwirken. Das geht aber nur, wenn die Frontlinse des Objektivs keine allzu starke Wölbung aufweist.

Weitwinkelkonverter

Für Systemkameras gibt es Weitwinkelobjektive in Hülle und Fülle sowie UW-Gehäuse mit mächtigen Domegläsern. Kompaktkamera-Fotografen müssen sich hingegen mit einem fest eingebauten Zoom hinter Planglas begnügen. Zudem drückt das Planglas wegen der unterschiedlichen Brechzahlen (Wasser 1,33 und Luft 1,0) auf den Bildwinkel. Dieser verkleinert sich um 25 Prozent. Um dieses Manko zu umgehen, muss man das Kompaktkamera-Gehäuse mit einem Weitwinkelkonverter bestücken. Dieser wird entweder aufgeschraubt, gesteckt oder mittels Adapter befestigt.

Weitwinkelkonverter bestehen – die guten jedenfalls – aus optischem Glas mit diversen Linsen. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass die Gesamtbrennweite kleiner und in Folge der Bildwinkel größer wird. Ursache ist der Brennweitenfaktor, der bei Weitwinkelkonvertern immer kleiner als 1 ist. Weitwinkelkonverter sollten an der Kompaktkamera mindestens einen Bildwinkel von 90° erzeugen, damit eine räumliche UW-Fotografie möglich ist. Bildwinkel über 100° sind anzustreben. Um den Verkaufspreis gering zu halten, werden oft Kunststoff-Frontgläser am Konverter verwendet. Die Abbildungsleistung wird dadurch nicht schlechter. Doch die Gefahr durch Kratzer bleibt allgegenwärtig. Schlechter ist es unter Umständen, wenn auch die inneren Linsen aus Kunststoff bestehen und nicht exakt zentriert sind. Der Weitwinkelkonverter ist dadurch gewichtsmäßig leicht, hat aber nicht unbedingt die gewünschte Randschärfe und Brillanz. Auch Gegenlicht meidet er wie der Teufel das Weihwasser. Für einen guten Weitwinkelkonverter muss man einige Hundert Euro investieren. Der beste hinsichtlich Qualität, Gewicht und praktischer Nutzbarkeit ist der Nauticam WWL-C (Bildwinkel 130°), den man mittels diverser Adapter an viele Kompaktkamera-Gehäuse montieren kann. Beim Weitwinkelkonverter-Kauf ist darauf zu achten, dass das Kompaktkamera-Zoom unter Beibehaltung der Bildschärfe voll genutzt werden kann.

Weitwinkelkonverter mit planen Frontgläsern müssen nicht schlechter sein als solche mit Domeglas. Ihre Konstruktion basiert auf einem speziellen inneren Linsensystem, für das ein planes Frontglas Voraussetzung ist. Nachteil: Der Bildwinkel darf mit erträglichen Randschärfen nur wenig mehr als 100° betragen. Solche Weitwinkelkonverter werden unter anderem auch als nasse Vorsätze für druckfeste Outdoor-Kameras (Olympus TG-6) angeboten. Man kann sie unter Wasser bis zirka 40 Meter wechseln. Die Abbildungsleistungen sind recht gut. Konstruktionen wie die plan-konkaven Linsen in den modernen Weitwinkelkonvertern gab es schon in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts als Frontgläser an UW-Gehäusen (Ivanov- Vorsätze). Sogar ein Nikonos-Objektiv aus Italien, das diesem Konstruktionsprinzip folgte, gab es mal im Handel. Aufgrund des Preises war der Verkaufserfolg mäßig.

LEICA DG VARIO-ELMARIT 8-18 MM F2.8-4.0 / OLYMPUS M.ZUIKO DIGITAL ED 9‐18MM F4‐5.6:

Sind Sie MFT-Fan mit lockerer Brieftasche? Dann wäre eventuell das Leica-Lumix 8-18-mm-Zoom für 960 Euro eine Verlockung. Zu teuer? Dann greifen Sie zum Olympus 9-18-mm für 550 Euro und gehen mit Ihrer Liebsten für den Rest im Sterne-Restaurant fein speisen.

SIGMA 8-16 MM F4,5-5,6 DC HSM:

APS-C-Fotografen aufgepasst! Das 8-16-mm-Sigma-Superzoom ist eine generöse Optik mit einem Bildwinkel von 121° zu einem attraktiven Preis von 550 Euro. So viel Bildwinkel gibt es in einem Zoom für das Halbformat nicht wieder. Und das bei einer Bildqualität, die selig macht.

WEEFINE WFL09S:

Jetzt wird’s extrem. Mit dem Weefine wfl09s generiert man für 999 Euro ein Ultraweitwinkel-System von 125° unter Wasser. Im Prinzip ist es die Alternative zu einem Makro-Fisheye-Port. Erreicht wird das, indem man den Weitwinkelkonverter mit M67-Anschluss am Port vor ein vollformatiges 60-mm-Makroobjektiv oder alternativ ein 30-mm-MFT-Makro setzt. So kann man während eines Tauchgangs sowohl Makro-als auch Weitwinkelbilder machen. Letztere allerdings aus optischen Gründen nicht verzeichnungsfrei!

GÜNSTIGER, ABER NICHT BILLIG

Extreme Weitwinkelobjektive sind per se nicht preiswert, insbesondere, wenn sie mit einem AF-Antrieb versehen sind. Hinzu kommt der Domeport, der in Mineralglas-

Ausführung auch kein Billigheimer sein kann. Wenn man auf diese Weise zur Spitze aufsteigen will, sollte man flüssig sein wie ein Wildbach. Mittlerweile haben Hersteller wie Nauticam gemerkt, dass man auch Normalverdiener ins Boot holen sollte. Die Lösung sind Objektiv-Vorsätze, also Weitwinkelkonverter für Systemkameras, die man außen am UW-Gehäuse befestigt – mit dem Vorteil, dass man ihn unter Wasser abnehmen kann. Der beste Weitwinkelkonverter heißt WWL- 1b und stammt von Nauticam. Leider kostet er 1315 Euro, generiert aber bei entsprechender Basisbrennweite 130° und kann aufgrund seiner großen Hinterlinse sowohl an Kompaktkameras als auch an den MFT-

Systemen von Olympus und Panasonic genutzt werden. Mit dem preiswerten 14-42-mm-Basiszoom kann eine bessere Randschärfe als mit einem Superweitwinkel plus Domeglas erreicht werden. So richtig leicht ist der WWL-1b (1,26 Kilogramm) aber nicht. Deshalb wird er mit einer Auftriebsmanschette geliefert, die ihn unter Wasser zum federleichten Vorsatz mit 120 Gramm Abtrieb macht. Als Alternative bietet sich der WWL-C an: Nauticams leichterer und sichtbar nicht schlechterer Weitwinkelkonverter.

Und außerdem über 300 Euro günstiger.

Für‘s eingesparte Geld gibt es das 30-mm- Olympus-Makro, und es bleibt noch ein üppiges Nachtessen übrig. Geht es noch etwas preiswerter? Ja, geht es, aber dann nur mit Abstrichen bei der Verzeichnung und der Bildqualität. Beispielsweise mit Weitwinkelvorsätzen aus Acrylglas, weniger Bildwinkel und nicht gegenlichtsicher.