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Zehn Länder in 24 Stunden: … aber so richtig öko war das nicht


Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 35/2019 vom 29.08.2019

Mit einer Fahrveranstaltung zum neuen Audi e-tron schießt Audi übers Ziel hinaus. Der Wagen selbst kann überzeugen


Artikelbild für den Artikel "Zehn Länder in 24 Stunden: … aber so richtig öko war das nicht" aus der Ausgabe 35/2019 von Auto Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 35/2019

Laden am mobilen Speicher – der kam per Lkw nach Südtirol


Verwöhnte Vielfahrer ködert Audi mit einem dichten Netz an Ladesäulen europaweit


„In 19 Ländern kann mit einer Karte und auf eine Rechnung an 106 000 Säulen geladen werden.”
Audi-Pressetext


ES SIND ZWEI WEISSE CONTAINER, die am Ende stellvertretend für die ganze Reise stehen. Die stolz mit Audi-Ringen versehenen Boxen sind nämlich riesige Stromspeicher und wurden extra für diese Aktion von Deutschland ins italienische Bozen gekarrt, ...

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ES SIND ZWEI WEISSE CONTAINER, die am Ende stellvertretend für die ganze Reise stehen. Die stolz mit Audi-Ringen versehenen Boxen sind nämlich riesige Stromspeicher und wurden extra für diese Aktion von Deutschland ins italienische Bozen gekarrt, um dort die Flotte klimaneutraler Audi e-tron 55 mit frischem Strom zu versorgen. Klar, der neue Elektrobrummer kann mit knackigen 150 kW aufgeladen werden, da möchte man sich nicht mit italienischen Bummelsäulen herumärgern. Es ist nur eben blöd, wenn für ein paar Minuten Zeitersparnis ein Lkw, der alle 100 Kilometer 40 Liter säuft, durch halb Europa touren muss. Denselben Wert bestätigt auch einer der Tourbusfahrer. Die zwei riesigen Vehikel rollen hinterher, falls sich mal jemand aus der Reihe von Journalisten und fleißigen Audi-Ingenieuren eine Verschnaufpause von der anstrengenden Tour gönnen möchte.

Ganz ohne ist das Programm tatsächlich nicht. Nach dem Frühstück wird am Bleder See in Slowenien gestartet, um dann über Österreich, Italien, Liechtenstein, die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien in die Hauptstadt der Niederlande, Amsterdam, zu reisen. Zehn Länder in 24 Stunden. 1624 Kilometer mit Strom. Ein schönes Motto, das sich die Presseabteilung von Audi da ausgedacht hat. Zumal der neue e-tron 55 alles mitbringt, um so einen Trip so angenehm wie möglich zu gestalten. Steht das Luftfahrwerk auf „Comfort”, werden auch die kleinsten Unwägbarkeiten des Straßen -belags kompromisslos weggebügelt. Die spezielle Akustikverglasung regelt die Sache mit dem Fahrtwind vor der Tür, und vom Elektromotor hört man, wenn überhaupt, nur auf der Rückbank ein weit entferntes Aufheulen, das wehmütige Erinnerungen an ältere Straßenbahnen in der Kindheit weckt. Aber eben wirklich nur sehr, sehr weit weg. In dieser Kathedrale könnte man bei Richtgeschwindigkeit wahrscheinlich noch eine Stecknadel in den Hochflorteppich fallen hören.

Erkauft wird der ganze Komfort allerdings mit reichlich Gewicht. Allrad, die ausladende SUV-Karosserie und das Fullsize-Duo von Motor und Akku treiben das Leergewicht auf rund 2,5 Tonnen. Mit vier Kerlen und Gepäck ist man schnell jenseits der 3-Tonnen-Marke. Logisch, dass man das merkt.

Speziell bei Bergabfahrten und in engen Kurven drücken die Kilos schon enorm, da können auch die 408 PS Leistung nichts ändern. Was soll’s, auf dieser Langstrecke wird genossen, und die größte Schwierigkeit liegt darin, sich zwischen der Wellen-und der Klopfmassage der Vordersitze zu entscheiden. Der Komfort des e-tron ist nahezu optimal. Das kann man bei einem Basispreis von heftigen 80 900 Euro aber auch erwarten. Die galaxisblauen Testwagen dürften mit allem Klimbim locker über 100000 Euro kosten.

Dass am Ende der Tour trotzdem ein schaler Beigeschmack bleibt, liegt weniger am Auto als an der akribischen Planung und maximalen Betüddelung durch die Audi-Leute. Sorry, aber wenn ihr wirklich zeigen wollt, wie gut euer Auto in der Praxis funktioniert, dann setzt uns irgendwo in der Wildnis mit einem e-tron, einer Tankkarte und einer Säulen-App aus. Wer als Erster den Zielpunkt erreicht, hat gewonnen. Das ist dann der Moment, in dem die Säulenverfügbarkeit passen muss, der e-tron unter Stress punkten kann und wir unsere Geschichte haben. Und die weißen Container, die lassen wir dann schön zu Hause.
Malte Büttner

Zehn Länder in 24 Stunden. Dahinter steckt akribische Planungsarbeit


Gut organisiert geht es geräuschlos über die Alpen


Das Ziel

FOTOS: HERSTELLER (6), AUTO BILD SYNDICATION (2)

Nach 24 Stunden trennen sich die Wege wieder. Mit knapp 300 Kilometer Praxisreichweite und 150-kWLadung ist der e-tron 55 uneingeschränkt alltagstauglich.