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Zehn silberlaubige Schönheiten für das Herbstsortiment


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 01.09.2018

Was ist das Besondere an den Silberlaubigen? Pflanzen mit grünen Blättern – das ist normal. Normalität ist jedoch nicht das, womit man den anspruchsvollen Konsumenten im Fachhandel wirklich begeistern kann. Etwas Ausgefallenes sollte es schon sein, mit dem sich interessante Akzente auf Balkonen, Terrassen und an schönen Gartenplätzen setzen lassen.


Artikelbild für den Artikel "Zehn silberlaubige Schönheiten für das Herbstsortiment" aus der Ausgabe 9/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 9/2018

Leucophyta (Calocephalus) brownii fällt durch das einzigartige Wuchsbild auf


Markant: Corokia cotoneaster


An dieser Stelle treten silberlaubige Blattschönheiten auf den Plan. Nachfolgend ist die Rede von zehn ausgewählten, herbstlichen Saisonpflanzen mit ...

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... natürlicher Silberlaubigkeit, die dafür prädestiniert sind, das Sortiment eines Gartencenters oder einer Einzelhandelsgärtnerei aufzupeppen.

Silberlaubige Pflanzen sind Sonnenkinder, sie vertragen Hitze und kommen am Naturstandort auch mit re - lativ wenig Wasser noch gut zurecht. Grund sind ihre verdunstungsreduzierenden Einrichtungen. An erster Stelle sind die feinen, flauschigen Härchen auf Blättern, Trieben und Zweigen zu nennen, die nicht nur das Sonnenlicht reflektieren, sondern auch die Feuchtigkeit länger halten können. In vielen Fällen kommt auch noch eine dünne Wachsschicht hinzu, die ebenfalls als Verdunstungsschutz fungiert. Diese typischen Merkmale verleihen den Pflanzen ein silbriges Aussehen.

Bei einigen von ihnen, etwa beiSantolina , aber vor allem beiCalocephalus undCorokia , bietet auch noch die Laubreduzierung einen natürlichen, überlebensnotwendigen Verdunstungsschutz am Ursprungsstandort.

Farbe mit Strahlkraft

Ganz allgemein vermittelt die Farbe Silber Stil, Eleganz und einen Hauch von kühler Noblesse. Außerdem strahlt der metallische Glanz etwas Magisches aus. Diese Anmutung lässt sich auch auf Pflanzen mit silbrigem Laub übertragen. Dass im Pflanzenhandel oftmals mit Farbe und Spray dort nachgeholfen wird, wo es die Natur nicht möglich macht, zeigt deutlich, welche Strahlkraft und Verkaufswirkung die Farbe Silber auslöst.

Bei den hier ausgewählten zehn Blattschönheiten im Silverlook für das Herbstgeschäft hat ausschließlich die Natur ihre Finger im Spiel.

Leucophyta (syn. Calocephalus) brownii (Stacheldrahtpflanze)

Die Stacheldrahtpflanze, das Bonanzagras oder die Gitterpflanze, wie dieser skurril anmutende Silberling auch genannt wird, hat sich in relativ kurzer Zeit zu einem wahren Megaseller entwickelt. Charakteristisches Merkmal sind seine blattlosen, silbrig bereiften Triebverästelungen, einzigartig im gesamten Sortiment. Calocephalus, so seine gängige Handelsbezeichnung, dient als Gruppenpflanze, aber ebenso als Partner in Standardkombinationen, etwa mitMuehlenbeckia . Selbst in der Floristik finden abgeschnittene Triebe Verwendung. Ausgepflanzt ist Calocephalus zwar frostverträglich, jedoch nicht voll winterhart.

Preisgünstiger Klassiker: Senecio cineraria (S. bicolor)


Imposanter Blickfang: Senecio candicans ‘Angel Wings’


Corokia cotoneaster (Zickzackstrauch)

Der aus Neuseeland stammende Zierstrauch macht derzeit als Trendprodukt Karriere, mit Absatzschwerpunkt im Herbst. Auch darüber hinaus dient die Corokie oder der Zickzackstrauch mit skurrilem, silbrig schimmerndem Triebgeflecht und spärlicher Belaubung als aufrechter, markanter Strukturgeber in gepflanzten Arrangements. Aufgrund des relativ langsamen Wuchses sind die Pflanzen im höherpreisigen Genre angesiedelt und von daher noch nicht als Massenprodukt in Lebensmittel- und Discounterketten anzutreffen. In Weinbaugebieten ausgepflanzt istCorokia weitgehend winterhart.

Senecio cineraria (syn. Senecio bicolor) (Silberblatt)

Der in der Regel durch Samen vermehrte, krautige Korbblütler gehört zu den preisgünstigen Klassikern im Herbstsortiment. Es existieren mehrere Sorten, die sich in Wuchshöhe und Laubform unterscheiden. Mit seinen silbrigen, samtig behaarten Blättern wird das ausreichend winterharte Silberblatt zur kontrastreichen Bepflanzung von Rabatten, Beeteinfassungen, Kästen und Körben verwendet.

Senecio candicans ‘Angel Wings’ (Silberblättriges Greiskraut)

Diese Neueinführung, die erstmals im Herbst 2017 in größeren Mengen im Handel auftauchte, sorgt mit ihren samtartig behaarten, silbrigweißen, ausgesprochen dekorativen Blättern für Furore. Sie lässt sich als imposanter Blickfang im Kübel in Einzelstellung auf Balkon und Terrasse ebenso verwenden wie als prägendes Element in einem gemischt gepflanzten Herbstensemble. Die Pflanze ist kälteverträglich, jedoch nicht winterhart. Für eine Weiterverwendung im folgenden Jahr ist eine frostfreie Überwinterung etwa in einem kühlen, hellen Wintergarten zu empfehlen.

Brunnera macrophylla ‘Jack Frost’ (Kaukasisches Vergissmeinnicht)

Im Gegensatz zur vorgenannten Pflanze handelt es sich bei dieser Blattschönheit um eine winterharte Staude. Die Sorte ‘Jack Frost’ besticht durch ihre einzigartige silbrig-weiße Blattzeichnung, durchzogen von grünen Adern und begrenzt vom grünen Rand. Ihre Blätter ziehen über Winter ein. Im Frühjahr erscheinen circa 25 Zentimeter hohe Blütenstände mit Vergissmeinnicht-ähnlichen Blüten. Nach und nach erscheint auch wieder ihr markanter Blattschmuck.

QUALITÄT UND INSPIRATION IM HANDEL

Im harten Wettbewerb auf vollen Märkten, der oft rigorose Verteilungskämpfe zur Folge hat, insbesondere was die Massenartikel anbelangt, ist die Suche nach Alternativen, nach neuen Produkten und Verkaufsideen, essenziell. Dies gilt für den familiengeführten Fachhandel in besonderem Maß. In diesem Kontext wird hier ein Sortiment von zehn ausgewählten, silberlaubigen Blattschönheiten vorgestellt, die das Angebot in Kombination mit Chrysanthemen, Violen, Callunen und Co. würzen. Dazu gehören einerseits Qualitätspflanzen, andererseits muss der Kunde gleichzeitig mit kreativen Ideen inspiriert werden. Dies kann mit Pflanzbeispielen oder auch durch eine interessante, mit korrespondierenden Produkten gestaltete Themen - insel am Verkaufsort umgesetzt werden.
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Blattschmuckstaude: Brunnera macrophylla ‘Jack Frost’


Wie mit Raureif überzogen: Ficinia truncata ‘Ice Crystal’


Die exotisch wirkende Staude bereichert das Kombinationsspektrum in Kästen und Kübeln. Im Staudengarten bevorzugt sie einen eher halbschattigen bis schattigen Standort.

Artemisia schmidtiana ‘Nana’ (vorn)


Lavendel-Hybride ‘Silver Frost’


Ficinia truncata ‘Ice Crystal’ (Raureifgras)

Dieses kompakte, polsterartig wachsende Ziergras besitzt schmale, dunkelgrüne Blätter mit deutlich abgegrenzten, silbrig behaarten Blatträndern. Dadurch entsteht eine interessante Optik, die auf den ersten Blick tatsächlich wie eine Bereifung mit Eiskristallen wirkt. Das noch wenig bekannte „Raureifgras“ lässt sich sehr gut als strukturgebender Partner für Vor- und Zwischenpflanzungen in Gefäßen und Rabatten verwenden.Ficinia truncata ‘Ice Crystal’ verträgt zwar niedrige Plustemperaturen, aber keine Fröste.

Artemisia schmidtiana ‘Nana’ (Zwergsilberraute)

Die flach wachsende, in Gefäßen überhängende Staude fasziniert mit ihren samtweichen, silbrig schimmernden und höckerförmig angeordneten Kurztrieben, die als auflockerndes Element zwischen Herbstblühern diese erst richtig in Szene setzen. Die Pflanzen sind gut winterhart. Allerdings zieht ihr Laub über Winter ein. Ab Anfang April erscheint der Neuaustrieb. Für ihr typisches Wachstum sind ein sonniger Standort und ein eher karger, durchlässiger Boden Voraussetzung.

Lavandula × chaytorae ‘Silver Frost’ (Silberblatt-Lavendel)

Schon ihre Sortenbezeichnung lässt darauf schließen, dass bei dieser Arthybride aus dem umfangreichen Lavendel-Sortiment der silbergraue Blattschmuck als Zierwert im Vordergrund steht. Natürlich ist der Sorte auch der typische Lavendelduft eigen. Ebenso erscheinen tiefviolette Blüten im Juli/August. Im Herbst jedoch stellt ihre Silberlaubigkeit ein willkommenes Gestaltungselement dar, mit interessanten Effekten in Gefäßen und Rabatten. Mit ihren robusten, stabilen, reich beblätterten Trieben zeigen sich die Pflanzen winterhart bis etwa minus 15 °C.

Centaurea cineraria (syn. Centaurea candidissima) ‘Silverado’ (Silberlaubige Kornblume)

Mit dieser Sorte kommt ein stattlicher silberlaubiger Vertreter in das Sortiment, der zu den besonderen Spezialitäten gerechnet werden kann. Er hat zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Silberblatt, ist aber noch inten - siver in der Ausfärbung und mit etwa 40 cm Höhe kräftiger im Wuchs. ‘Silverado’ kann daher als dominierende Leitpflanze zum Einsatz kommen. Im Stauden- oder Steingarten benötigt die Blattschönheit einen vollsonnigen Platz auf durchlässigem Boden. Im Juli/August erscheinen ihre goldgelben Blüten. Vom Naturell her ist es eine typische Mittelmeerpflanze, die bei uns im Weinbauklima überwintern kann. Saatgut ist im einschlägigen Staudensamenfachhandel erhältlich.

Stattlich: Centaurea cineraria (C. candidissima) ‘Silverado’


Santolina chamaecyparissus lässt sich gut formieren


Santolina chamaecyparissus (Heiligenkraut)

Der buschige, aufrechte Wuchs und das filigrane, silbrigweiß gefiederte Laub mit aromatischem Duft gehören zu den charakteristischen Merkmalen dieses mediterranen Halbstrauchs. Im 12er- bis 13er-Topf herangezogen stellt er im Herbstsortiment eine weitere Alternative im Spektrum der Silberlaubigen dar. Er kommt, als aufrechte Leitpflanze eingesetzt, in gemischten Bepflanzungen sehr gut zur Geltung. Im Kräutergarten bevorzugt er sonnenreiche, karge, eher trockene und durchlässige Standorte. Wegen der guten Schnittverträglichkeit eignet sich das Heiligenkraut auch für niedrige, formierte Einfassungen.

Kreative Präsentation

Gute Qualität und eine ordentliche Präsentation auf den Tischen mit fachgerechter Beschilderung sind das eine. Damit das Geschäft noch besser floriert, bedarf es aber auch für die silberlaubigen Eminenzen kreative, originelle Verwendungs - ideen am Verkaufsort. Sie erzeugen die notwendige Begeisterung des eigentlich ziemlich satten Shoppers, der nur selten mit einer konkreten Einkaufsliste die Verkaufsflächen betritt.

Marketingexperten gehen davon aus, dass 70 Prozent der Kaufentscheidungen erst vor Ort, am Warenangebot, fallen. Dies ist eine große Chance für Händler, Kunden mit schönen, über - raschenden Ideen emotional anzusprechen, was Impulskäufe generiert.

Das gilt auch für die Präsentation der silberlaubigen Blattschönheiten. Mit ihrer Farbe verhalten sie sich sehr anpassungsfähig, sodass eine Kombination mit fast allen Herbst- und Heideblühern sehr schöne, exquisite Effekte ergibt. Besonders kontraststark sind Kombinationen mit blauen, violetten oder purpurfarbenen Blühpflanzen. Entsprechende Verkaufsbeispiele in attraktiven Gefäßen sind wichtiger Bestandteil der Präsentation. Silberlaubige Blattschmuckpflanzen wieCalocephalus oderSenecio bicolor lassen sich auch sehr gut zur farb - lichen Abgrenzung von Sortimenten auf Angebotstischen einsetzen.

Norbert Elgner, Marketingberater, Heppenheim