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ZEIG DEINEM HOLZ DIE ZÄHNE


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 03.12.2021

HEIMWERKER-TISCHKREISSÄGEN IM VERGLEICH

Präzise Längs-, Quer-und Gehrungsschnitte, nuten und schlitzen – bei nicht zu großen Werkstücken sind dies Arbeiten, für die eine Tischkreissäge wie geschaffen ist. Eine solche Maschine wird so schnell zum Dreh- und Angelpunkt einer fortgeschrittenen Holzwerkstatt. Tischkreissägen zählen aber auch zu den gefährlichsten Maschinen und bergen das höchste Unfallpotenzial.

Ein Fokus dieses Tests war daher die Anwendersicherheit. Wenig überraschend: Alle getesteten Maschinen halten die geltenden Normen ein. Diese besagen insbesondere, dass die Sägeblattabdeckung und der Spaltkeil nicht demontiert werden dürfen. Mit dieser Vorgabe gehen die Hersteller unterschiedlich um. Makita ist konsequent und erschwert das Entfernen der Abdeckung erheblich. Dies erhöht die Sicherheit, schränkt aber die Vielseitigkeit der Maschine ein, weil so keine verdeckten Schnitte möglich ...

Artikelbild für den Artikel "ZEIG DEINEM HOLZ DIE ZÄHNE" aus der Ausgabe 1/2022 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 1/2022

Die Budgetklasse trumpft mächtig auf! Spaltkeil und Sägeblatt-Abdeckung dienen der Sicherheit und wurden mit Argusaugen betrachtet
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... sind. Alle anderen Hersteller setzen auf Schnellverschlüsse. So sind die Sicherheitsvorkehrungen zwar demontierbar, lassen sich nach „Sonderschnitten“ aber schnell wieder montieren. Präventionen für Arbeitssicherheit werden hier also der Verantwortung des Anwenders überlassen. Man sollte wissen, was man tut.

„Tischkreissägen flößen Respekt ein. Arbeiten Sie nur daran, wenn Sie hellwach und konzentriert sind!“

Ralf Glaser, Redakteur und Werkzeugtester bei selber machen

SO HABEN WIR GETESTET

Kreissägen-Zirkeltraining: Jeder Kandidat musste sich einem definierten Testparcours aus häufig vorkom- menden Werkstattaufgaben stellen.

„Stabilität bringt Sicherheit – das gilt besonders für Tischkreissägen-Einsteiger!“

SCHNITTMETER MACHEN

Wir wollten wissen, wie sich die Testkandidaten im Dauerbetrieb schlagen. Der Parallelanschlag wurde auf die geringstmögliche Distanz zum Sägeblatt gebracht – sodass der Schiebestock gerade noch in die Lücke passte. Dann wurde je eine 100 x 60 cm messende Sperrholz- beziehungsweise MDF-Platte in schmale Streifen geschnitten. Sind die Schnittkanten sauber, sodass sich die Tischkreissäge auch zum Fügen nutzen lässt? Oder zeigen sich Ratter- marken und Lichtspalte? Wie viel Staub und Späne entgehen der Absaugung?

LÄNGSSCHNITTE MIT VOLLER SCHNITTHÖHE

Fast alle Testkandidaten kommen mit einem 254-mm-Sägeblatt und generieren eine maximale Schnitthöhe von um die 80 mm. Aber wie verhalten sich die Sägen, wenn diese maximale Schnitthöhe tatsächlich abgerufen wird? An einem Fichtenbalken mussten sie dies unter Beweis stellen. Dieser Test wurde je zwei Mal durchgeführt. Einmal mit dem mitgelieferten Sägeblatt, dann mit einem speziellen Längsschnitt-Blatt in Industriequalität. Der Test erlaubt Rückschlüsse auf Leistung und Regelelektronik, aber auch auf die Qualität der Lager.

QUER- UND GEHRUNGSSCHNITTE

Wenn die Kanten eines Bilderrahmens fugenlos passen sollen, muss ein 45°-Winkel auch 45° messen. Sind solche Winkel „mit Bordmitteln“ innerhalb einer vernünfti- gen Toleranz erreichbar? Oder benötigt man zusätzliche Hilfsmittel? Sind die Schnitte wie- derholgenau? Oder zeigt sich eine Streuung durch Spiel in den Führungen? Das ernüchternde Fazit : Überzeugend „abgeschnitten“ hat keine der getesteten Maschinen. Präzise Gehrungen sind die Königsdisziplin und offenbar der Profiklasse vorbehalten.

VOLLE BREITSEITE

Manchmal ist es besser, das Werkstück zum Werkzeug zu bringen. Machmal ist es genau andersherum. Der Plattenschnitt mit großer Schnittbreite ist ein solcher Grenzfall. Je breiter der Schnitt, desto leichter tut man sich mit einer Tauchkreissäge und Führungsschiene. Davon unabhängig war natürlich die maximal mögliche Schnittbreite der Kandidaten interessant. Noch mehr aber die Schnittqualität und das Handling, die sie bei einem solchen Arbeitsschritt erlauben. Das zu erwartende Fazit : Eine gute Leistung bringen hier nur die teuren Sägen. Bei maximalem Auszug hängt die Tischverbreiterung am langen Hebel. Hier kommt es auf Steifigkeit und die Qualität der Führungen an. Beides ist nur durch Materialeinsatz zu erreichen.

NACHGEMESSEN

Ist der Parallelanschlag wirklich parallel? Diese Frage ist sicherheitsrelevant. Abweichungen führten daher unabhängig vom Preis der Maschinen zu einer Abwertung ohne Pardon. Die Antwort auf die Frage, ob etwa 50 mm Skalenwert auch einer Schnittbreite von 50 mm entspricht, beeinflusst dagegen eher die mögliche Qualität der Ergebnisse. Quer durch die Bank galt hier: au weia! Unser Praxistipp: Trauen Sie keiner Skala, die Sie nicht selbst gefälscht haben …

BEDIENUNG, BITTE!

Die Bedienbarkeit einer Maschine hat großen Einfluss auf die Arbeitsprozesse. Indirekt aber auch auf deren Ergebnis. Lässt sich das Sägeblatt mit wenigen Handgriffen wechseln, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man für jeden Schnitt auch tatsächlich das passende Blatt einlegt. Ob die Skalen realistische Werte anzeigen, ob sich der Parallelanschlag auch ohne Nachhilfe in die Parallelität fügt – all dies trägt zu einer flüssigen Arbeitsweise bei. Manch eine Frage hat aber auch Sicherheitsrelevanz. Wenn sich etwa Werkstücke verkanten oder sich das Blatt festfrisst, wird man froh über einen großen Notausschalter sein, der sich intuitiv und blind treffen lässt.

DAS IST UNS AUFGEFALLEN

Eine perfekte Maschine war in diesem Test nicht dabei. Alle Kandidaten haben ihre Schwächen, punkten aber auch mit pfiffigen Details.

Die getesteten Maschinen verfolgen unterschiedliche Kon- zepte. An der Spitze der Preisrange reihen sich Bosch Pro und Makita ein. Diese Sägen sind gebaut wie Panzer und dadurch schlecht transportabel. Solche Sägen sind für Präzisionsschnitte im stationären Einsatz gedacht. Kaum weniger solide ist der Testsieger von Hikoki. Der faltbare Unterbau mit Trolleyfunktion macht diese Säge aber extrem transportabel.

Damit lässt sie sich sowohl für feinfühlige Schreinerarbeiten als auch auf der Baustelle nutzen. Bei Ryobi und Scheppach bezahlt man den geringeren Preis mit weniger Stabilität.

ZWEI STUFEN: Bis auf Makita lassen sich alle Sägen erst nach dem Wegklappen einer Abdeckung starten. Ein versehentliches Einschalten ist fast ausgeschlossen.

NOTBREMSE: Eine große Klappe wirkt auf den Ausschalter und ist leicht zu erreichen.

ANTI-KICK- BACK: Makita und Hikoki bringen einen cleveren Rückschlagschutz, der die Arbeitssicherheit spürbar erhöht.

SÄGEBLATT-KAPSEL: Bei allen Maschinen läuft der Motor außerhalb des Sägeblatt-Gehäuses. Das Ergebnis: weniger Staub am Motor und eine effizientere Staubabsaugung.

ZAHNSTANGEN-FÜHRUNG: Bei der Hikoki ist der Parallelanschlag fix auf der Tischverbreiterung befestigt und wird mit dieser bewegt. Das garantiert Parallelität in allen Lebenslagen.

DOPPELTE ABSAUGUNG: Ausgerechnet die Scheppach bietet als günstigste Maschine im Test als Einzige die Möglichkeit, Späne auch an der Sicherheitshaube abzusaugen. Top!

NEIGUNGSVERSTELLUNG: Standard im Test ist eine Neigungsverstellung des Sägeblatts per Drehrad und Zahnstangenführung. Lediglich die Bosch Pro verzichtet darauf. Löst man die Arretierung, kippt das Blatt von allein auf 22,5°. Eine präzise Einstellung wird so zu einem echten Geduldsspiel.

TROLLEYUNTERBAU: Die Alubeine am Unterbau der Hikoki lassen sich einklappen. Damit wird die Säge zum Trolley, lässt sich perfekt transportieren und platzsparend senkrecht aufstellen. Eine astreine Lösung!

PARALLAXEN-EFFEKT: Sie hilft bei Altersweitsichtigkeit, stört aber das Ablesen: Die Lupe an der Skala der Makita ist eher kontraproduktiv.

INSERT-SCHNELLVERSCHLUSS: Das Sägeraum-Insert der Ryobi besteht aus Alu-Druckguss und lässt sich werkzeuglos mit einem Handgriff entfernen.

SICHERHEIT GEHT VOR

Die gängigen Sicherheitsnormen schreiben vor, dass der Spaltkeil und die Sägeblatt-Abdeckung einer Tischkreissäge keinesfalls demontiert werden dürfen. Soweit die Theorie.

Das Problem dabei: Verdeckte Schnitte, etwa für Schlitz- und Zapfenverbindungen, sind dann unmöglich. Im Handwerk werden solche Schnitte trotzdem praktiziert. Hier kommen allerdings Formatkreissägen zum Einsatz, bei denen Spaltkeil und Abdeckung unabhängige Bauteile sind. Meist kann die Sägeblatt- Abdeckung bei Tischkreissägen dennoch demontiert werden. Der Norm folgend, gilt das als Fehlbedienung und kann daher nicht empfohlen werden. Trotzdem ist es gelebte Praxis und zu verantworten –

solange Sie sehr vorsichtig sind und die Abdeckung unmittelbar danach wieder montieren. Demontieren Sie jedoch unter keinen Umständen den Spaltkeil! Dieser dient der Prävention eines Rückschlags und zählt zu den wichtigsten Sicherheitseinrichtungen. Rückschläge entstehen etwa dann, wenn sich ein Holzabschnitt zwischen Anschlag und Sägeblatt verklemmt. Tischkreissägen sind stark genug, um solche Abschnitte mit Wucht durch die Werkstatt zu schleudern. Schlimmste Verletzungen können die Folge sein!

INFO

ÜBERRASCHENDES ERGEBNIS

Vergleichstests verlaufen oft vorhersehbar. Alle Maschinen durchlaufen dasselbe Test- Prozedere – am Ende gewinnt eine der teuersten Maschinen. Dass dies ausgerechnet bei Tischkreissägen anders ist, war im Vorfeld nicht zu erwarten!

Bosch Professional GTS 10 XC professional

PRAXISTEST

★★★★★

GUT (1,7)

Die Bosch GTS 10 XC professional gilt als eine Art Platzhirsch in dieser Geräteklasse. Dafür gibt es gute Gründe, bei Lichte betrachtet zeigen sich jedoch auch Schatten. Die Staubabsaugung ist gut, könnte jedoch für eine Maschine dieser Preisklasse besser sein. Als einzige Maschine im Test bringt die GTS 10 XC einen integrierten Schiebeschlitten, was ihre Nase in der Disziplin „Gehrungsschnitte“ klar nach vorne bringt. Leider verzichtet sie – ebenfalls als einzige Maschine – auf einen Zahnstangen-Verstellmechanismus für die Sägeblattneigung. Die Einstellung eines korrekten Neigungswinkels gerät so zu einem Glücksspiel. Nichts zu meckern gibt es an Verarbeitung, Motor und Elektronik. Der Parallelanschlag darf sich mit Fug und Recht so nennen.

+ integrierter Schiebeschlitten mit guter Führung

+ extrem robuste und steife Bauweise

+ sehr guter und präziser Parallelanschlag

+ durch Tragegriffe im Tisch noch gut transportabel

- Neigungsverstellung unbequem und wenig präzise

Hikoki CR 10 J

Testsieger

PRAXISTE ST

★★★★★

SEHR GUT (1 ,4)

Dass die Hikoki CR 10 J mit dem nominell schwächsten Motor des Tests antritt, ist zumindest subjektiv nicht zu bemerken. Auch dicke Balken bringen die Maschine nicht aus der Ruhe. Dies liegt auch an der extrem robusten Bauweise, welche die CR 10 J uneingeschränkt für den Baustelleneinsatz tauglich macht. Dort wird man sich über die immense Schnittbreite von 88,5 cm freuen – fast 20 cm mehr, als die Konkurrenz anbietet. Auch durch den cleveren Trolley-Unterbau stellt sie ihre Mitbewerber im mobilen Einsatz in den Schatten. Von einer „Baukreissäge“ lässt sich trotzdem nicht sprechen – auch feine Schreinerschnitte erledigt die Hikoki ohne Fehl und Tadel. Angesichts der für diesen Preis gebotenen Leistung gilt: zuschlagen!

+ sehr robuste Bauweise, trotzdem extrem gut transportabel

+ maximale Schnittbreite von 88,5 cm

+ werkzeuglos versenkbarer Spaltkeil mit integrierter Rückschlagsicherung

+ sehr guter Parallelanschlag mit Zahnstangenführung

- Gehrungsschlitten hat Spiel

Makita 2704 N

PRAXISTEST

★★★

GUT (1,8)

Die Makita 2704 N spielt in derselben Liga wie ihr Konkurrent von Bosch. Die Makita ist robust gebaut wie ein Panzer. Sicher geht das zulasten der Transportabilität. Dafür sind diese Maschinen aber auch nicht gedacht: Deren Domäne sind feine Schreinerarbeiten im stationären Einsatz. Hierfür ist man mit der Makita gut gerüstet. Zwar liefern deren Skalen (wie bei allen Maschinen im Test) eher Orientierungswerte. Trotzdem erlaubt die extrem gute Verarbeitung der 2704 N präzise Schnitte. Bedenkenswert: Als einzige Maschine verzichtet die Makita auf einen versenkbaren Spaltkeil und eine demontierbare Haube. Dies entspricht den geltenden Normen und ist daher nicht zu kritisieren. Allerdings sind damit verdeckte Schnitte nicht möglich.

+ robust gebaut und sehr gut verarbeitet

+ sämtliche Schnittparameter lassen sich sehr flüssig und präzise einstellen

+ Rückschlagsicherung am Spaltkeil

• Haube nicht demontierbar, Spaltkeil nicht versenkbar, daher keine verdeckten Schnitte möglich

Ryobi RTS 1800

PRAXISTE ST

★★★

BEFRIEDIGEND (2,8)

Die Ryobi RTS1800 macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Der Maschinentisch ist aus Alu-Druckguss gefertigt und plan, ebenso wie das Insert zum Sägeblatt-Raum, welches sich mit einem Handgriff entfernen lässt. Auch der Spaltkeil lässt sich werkzeuglos absenken – verdeckte Schnitte sind kein Problem. Dann aber trübt sich das Bild. Das Ende des Parallelanschlags verzieht sich beim Arretieren um 5 mm in Richtung Sägeblatt. Dies lässt sich zwar manuell korrigieren, ist aber dennoch indiskutabel, da sicherheitsrelevant. Auch die Spanabsaugung lässt zu wünschen übrig. Zudem lenkt eine Nase an der Abdeckhaube ausgeworfene Späne nach oben ab. Auch das Untergestell kann wegen seitlichen Spiels nicht überzeugen.

+ stabiler Maschinentisch

+ Sägeblatt-Insert mit Schnellverriegelung

+ Spaltkeil werkzeuglos absenkbar

- Parallelanschlag verzieht sich zum Sägeblatt

- Spanabsaugung ineffizient

- Untergestell mit seitlichem Spiel, sehr instabil

Scheppach HS 100 S

Einsteigertipp

PRAXISTEST

★★★★

GUT (2,2)

Mit rund 160 Euro ist die Scheppach HS100S zu einem echten Kampfpreis zu haben. Das geht nicht ohne Kompromisse. Am Maschinentisch aus gefalztem Stahlblech sind die Tischverbreiterungen fest verschraubt – nicht schön, aber ausreichend stabil. Der Parallelanschlag ist zwar parallel, flext aber merklich. Dann wieder glänzt die HS100S mit pfiffigen Details. Mit der zusätzlichen Spanabsaugung an der Abdeckhaube hat die Scheppach ein Alleinstellungsmerkmal. Von den „sauberen“ Arbeitsergebnissen, die die HS100S dadurch abliefert, kann sich die Konkurrenz eine dicke Scheibe abschneiden! Auch die Einstellung der Schnittparameter geht flüssig und präzise vonstatten. Als Einsteiger mit knappem Budget macht man hier nichts falsch.

+ top Spanabsaugung durch zusätzlichen Absaugpunkt

+ Motor mit Sanftanlauf und Drehzahlvorwahl. In dieser Preisklasse super!

+ Einstellung der Blattneigung sehr präzise

- Parallelanschlag flext

- geringe Schnittbreite durch fest verschraubte Tischverbreiterungen

TESTKRITERIEN UND IHRE GEWICHTUNG

INFO

Holz kleinschneiden können alle Maschinen und mit dem passenden Sägeblatt gelingt auch ein sauberer Schnitt. Ob die Arbeit damit jedoch Spaß macht, hängt vor allem vom Bedienkomfort ab. Aber auch von der Effizienz der Staubabsaugung. Nach fünf Schnitten die Werkstatt putzen zu müssen, macht keinen Spaß …

HANDLING (40 %) Hier geht es zum einen um das Bedienkonzept der Maschinen. Sind alle Bedienelemente dort, wo ich sie erwarte? Ist der Notausknopf leicht erreichbar? Sind Einstellarbeiten werkzeuglos durchführbar, oder muss ich eventuell sogar mehrere Werkzeuge bereithalten? All dies trägt zu einer guten Nutzungserfahrung bei. Bewertet wird aber auch die gemessene Präzision der Maschinen. Ist ein angezeigter 90-Grad-Winkel beim Querschnitt wirklich exakt rechtwinklig? Sind 5 cm genau 50 mm oder nur ungefähr? Ständig nachmessen zu müssen verlangsamt die Arbeit und zieht deren Ergebnis in Mitleidenschaft.

ABSAUGUNG (25 %) Holzspäne in der Werkstatt sind nicht nur schmutzig. Holzstaub in der Lunge gefährdet die Gesundheit (Eiche gilt sogar als krebserregend). Und Tischkreissägen produzieren viel Staub und Späne! Die Frage, ein wie großer Teil des entstandenen Holzabfalls im Fangbeutel des Staubsaugers landet und wie viel freigesetzt wird, ist für eine Kreissäge also mehr als relevant. Einen Partygast, der Ihnen ein ungesundes Chaos hinterlässt, laden Sie schließlich auch kein zweites Mal ein …

AUSSTATTUNG (15 %) Funktionen wie ein Softstart oder eine Motorbremse, ein zweistufiger Sicherheitsschalter oder eine Rückschlagsicherung – all das ist „nice to have“, aber nicht unbedingt nötig. Wenn eine Maschine solche Dinge mitbringt, kann sie aber Punkte sammeln.

PREIS-LEISTUNG (20 %) Die Faustregel „teurer ist besser“ gilt bei diesem Test nur bedingt. In diesem Feld punkten günstige Maschinen mit beachtlichen Alleinstellungsmerkmalen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt daher dieses Mal ausnahmsweise ein höheres Gewicht.

DATEN UND FAKTEN

Wie immer wird ein tieferer Griff in den Geldbeutel mit besserer Leistung belohnt. Doch auch Einsteiger mit kleinem Budget finden im Testfeld eine empfehlenswerte Maschine.

SINNVOLLES ZUBEHÖR

TIPP

Das volle Potenzial einer Tischkreissäge lässt sich nur mit Zubehör ausreizen. Einiges davon sollten Sie von Anfang an dazukaufen – andere Gadgets sind eher optional. Hier eine kleine Auswahl.

MAGNETISCHER WINKELMESSER

Wer auf der Tischkreissäge präzise arbeiten will, kann die aufgedruckten Skalen getrost ignorieren. Dies gilt vor allem für Winkelschnitte. Hier hilft ein magneti- scher Winkelmesser aus dem Dilemma. Dieser wird auf der Tischfläche abgenullt und dann ans Sägeblatt geheftet – der angezeigte Winkel gilt dann nicht absolut wie bei einer Wasserwaage, sondern relativ zum Tisch. Solche Geräte sind als diverse No-Name-Fabrikate für etwa 25 Euro erhältlich und jeden Cent wert.

KERFMAKER

Unter einem „Kerf“ verstehen Anglophile einen Ausschnitt in der Fläche eines Bretts, in den ein zwei- tes Brett eingesteckt wird – etwa ein Boden beim Regalbau. Für den verdeckten Schnitt muss die Sägeblatt-Breite mitberücksichtigt werden. Der Original Kerfmaker von Bridge City Tools kostet teures Geld. Es gibt aber auch Nachbauten aus China für um die 20 Euro, die bei diesem Job fast eben-so gut helfen.

SÄGEBLÄTTER

Kreissägeblätter sind keine Allesschnei-der. Für gute Schnittergebnisse sollte das Blatt zum Schnitt und dem Material pas-sen. Zwar gibt es sogenannte „Universal-sägeblätter“, doch sind diese bei Lichte betrachtet für jede Schnittrichtung gleich suboptimal. Die getesteten Kreissägen funktionieren alle mit einem Sägeblattdurchmesser von 254 mm. Die Mindestausstattung wäre ein Querschnittblatt mit etwa 40 Zähnen sowie ein Längsschnittblatt mit 18 bis 24 Zähnen. Wer häufig beschichtete Plattenwerkstoffe schneiden will, sollte zusätzlich ein Blatt mit 48 oder gar 60 Zähnen anschaffen. „Viele Zähne“ helfen auch beim Schneiden sogenannter „NE-Metalle“, also Kupfer, Messing oder Aluminium. Doch Vorsicht: bei Vielzahnblättern kommt es nicht nur auf die Anzahl, sondern auch auf die Geometrie der Zähne an. Diese sollte auf den Einsatzzweck abgestimmt sein. Standard ist der „Trapez-Wechselzahn“, der einmal rechts, einmal links schneidet. Längsschnitte gelingen besser mit einer Flachzahn-Geometrie.