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Zeig uns, was du kannst


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autokauf - epaper ⋅ Ausgabe 4/2022 vom 08.09.2022

Kia XCeed, Mazda CX-30, Renault Captur, Skoda Karoq

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Bildquelle: autokauf, Ausgabe 4/2022

Kia

Achtung, Achtung an alle Autobauer in Deutschland – und aufgepasst, liebe Leser: Hier fahren die wichtigsten Importmodelle in der Kategorie der kompakten SUV vor! Allen voran der im Frühjahr aufgefrischte Karoq, nach dem Octavia der Topseller im Hause Skoda. Aus Korea gesellt sich die sehr geschätzte Crossover-Variante des Kia Ceed hinzu. Bei Renault liegt der Captur sehr im Trend, der hier im sportlichen R.S.-Line-Look auftritt. Vierter im Bunde ist der trotz reizvollem Kodo-Design vergleichsweise unscheinbare Mazda CX-30, der jüngst den CX-3 aus dem Handel schubste.

Der Karoq überragt den XCeed um 13 Zentimeter. Dennoch bietet der Kia genug Kopffreiheit

Alle vier verlassen sich auf die Kraft kultivierter Vierzylinder mit 140 bis 160 PS, haben Frontantrieb und bis auf den Mazda alle ein Doppelkupplungsgetriebe. Starten wir mit dem teuersten und ...

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... kräftigsten Wagen, dem 160 PS starken XCeed 1.5 T-GDI. In der getesteten Version Black Xdition gilt es für ihn 34 700 Euro abzuschreiben. Dennoch keine schlechte Wahl.

Dem hochgebockten Ceed, der übrigens rund fünf Zentimeter flacher ausfällt als der Mazda, fehlt nur wenig zur Vollausstattung. Das wunderbar einfach bedienbare Infotainment samt Navi, kompetenter Sprachbedienung sowie Web-Anbindung und die kürzlich erst vorgestellten digitalen Instrumente? Ohnehin an Bord. Radar, Kamera, Soundsystem, hochwertige Beschläge? Ebenso. Dem Topmodell vorbehalten sind aber belederte und erstklassig ausgeformte Sportsitze, die auch der ähnlich teure Skoda nicht toppen kann.

Gleichfalls Lob verdient die bequeme Rückbank. An Seitenhalt und Beinauflage sollte es nun wirklich nicht mangeln. Da Fond und Kofferraum (426 Liter) trotz der schnittigen Karosserie gar nicht mal so eng geraten sind, eignet sich der 4,40 Meter lange Kia überraschend gut als Reisewagen. Eine 40 : 20 : 40-Teilung der Lehne und ein großes Unterbodenfach steigern die Variabilität.

Mit einem hübsch eingerichteten Interieur gewinnt man freilich noch keinen Vergleichstest. Wie fährt er denn, der Kia? In jedem Fall engagiert. Der 1,5 Liter große Vierzylinder-Benziner arbeitet etwas rau und klingt ab 4000 Touren angestrengt, tritt aber spontan an, und das Siebengang-DKG wechselt die Gänge flink und äußerst geschmeidig.

Mazda

Wer mehr von der Arbeit des Getriebes mitbekommen möchte: bitte in den Sport-Modus wechseln. Egal wie: 100 km/h erreicht der Kia nach 9,3 Sekunden. Bemerkenswert schneller oder träger ist keiner. Mit einem Testverbrauch von 7,7 l/100 km konsumiert der Kia indes am meisten Sprit. Schon mal vorab: Die grüne Krone verdient sich der 140 PS starke Captur mit 7,1 Litern.

Der Federungskomfort des üppig bereiften Kia geht absolut in Ordnung. Nicht zu hoppelig oder wankend abgestimmt, steckt der SUV kleine Stöße ganz gut weg und erlaubt dennoch flottere Kurvenmanöver. Bis auf eine schwächelnde Bremse nach zehn Vollbremsungen aus 130 km/h kann man dem Kia nun wirklich wenig vorwerfen.

Der CX-30 bietet da schon deutlich mehr Angriffsfläche. Bekanntermaßen verzichtet Mazda auf Turbolader und setzt lieber auf bemerkenswert laufruhige Sauger mit viel Hubraum, Zylinderabschaltung und einem riemengetriebenen Startergenerator. Das ohnehin schüttere Drehmoment von 213 Nm liegt entsprechend erst bei 4000 Touren an, und spätestens auf der Vergleichsfahrt ist jedem klar: Untenrum herrscht totale Flaute; nur wer den Zweiliter-Benziner beständig gen Begrenzer dreht, hat eine Chance, den Turbo-SUV zu folgen. Wehe, man wechselt zu früh in den nächsten Gang: Die Spreizung ist sehr, sehr lang.

130 km/h im Spurwechsel schafft nur der Mazda. Der trägere Karoq belässt es bei 126 km/h

Da der Testwagen nur als Schalter zu haben war, ist zudem der Fahrer gefragt. Das kann richtig Spaß machen, zumal die Sechsgangbox schnelle Wechsel mit kurzen Schaltwegen unterstützt, es passt aber nicht zur klassischen Käuferschicht eines Crossover. Eine Wandlerautomatik gäbe es für 2000 Euro zusätzlich, die wir im Kostenkapitel draufschlagen. Für mehr Schwung kann sie aber vermutlich nicht sorgen.

Renault

Immerhin verbraucht der 1,4 Tonnen schwere SUV trotz der gefühlten Hektik im Maschinenraum nicht allzu viel Sprit. Im Testbetrieb reichen 7,3 l/100 km, und auf der 275 Kilometer langen Eco-Runde sinkt der Verbrauch auf 5,7 Liter. Gewiss, wir erwähnen hier nur kleine Unterschiede. Aber der CX-30 heimst so Punkte ein.

Wertvolle Punkte, denn neben Schubkraft fehlt dem Mazda auch ein etwas milder eingestelltes Fahrwerk. Egal wo, kaum eine Fuge bleibt unerwähnt. XCeed und Karoq federn da weitaus geschmeidiger. Letztlich ist aber alles halb so wild. Die straffe Abstimmung harmoniert gut mit der präzisen Lenkung, und wer etwas beschwingter durch Kurven eilen möchte, findet mit dem CX-30 einen reizvollen Partner.

Eher nüchtern, ganz braun in braun, aber edel geht es im Cockpit zu. Reichlich Leder (1800 Euro), viele softe Flächen, sauber gesetzte Nähte – ja, das hat schon Stil. Ebenso die teils analogen Rundinstrumente mit echten Zeigern oder das schmucke Lenkrad mit silbernen Drucktasten. Ein großer Dreh-Drück-Steller zwischen den Sitzen erleichtert die Bedienung, ein gut gemachtes Head-up-Display gleicht die Nachteile des kleinen Monitors im Armaturenbrett wieder aus. Nur die etwas zu kurzen Sitze (vorne und hinten) passen nicht recht ins Bild. Auch eine Durchlade in den Fondlehnen könnte nicht schaden. So müssen sich die Packer mit einem vielfach klappbaren Einlegeboden begnügen. Mit 430 bis 1406 Litern fehlt es hier wenigstens nicht an Stauraum.

Bleibt noch der Preis, und der ist der absolute Knaller: 29 890 Euro. Selbst mit Automatik und Leder ist der CX-30 günstiger als Kia oder Skoda. Da Mazda kürzlich die Garantie auf sechs Jahre gestreckt hat, liegt der CX-30 im Kostenkapitel klar vorne.

Nur der Renault geht preislich hier mit. Als R.S. Line mit 140 PS und Doppelkuppler liegt er rund 2000 Euro drüber. Der sportliche Look samt zweifarbiger Lackierung, straffe Sportsitze, der prominent montierte Touchscreen und die frei schwebende Mittelkonsole sind im Preis mit drin.

Klingt verlockend, allerdings erwirbt der Kunde auch weniger Auto. Mit 4,23 Metern ist der freche Captur fast 17 Zentimeter kürzer als Kia oder Mazda. Dass sich Platzangebot und Laderaum (422 bis 1275 Liter) in Grenzen halten, verwundert da nicht. Mittels einer nur komplett und damit schwer – um 16 Zentimeter – verschiebbaren Rückbank können Fondpassagiere aber deutlich mehr Beinfreiheit ergattern.

Skoda

Sparsamer und schneller, aber auch unkomfortabler als der Captur ist hier keiner

Die Kürze bringt freilich auch einige Vorteile. Der Renault wiegt gerade mal 1316 Kilogramm, düst dank 260 Nm Drehmoment und fixer Automatik unbeschwert davon und konsumiert am wenigsten Benzin. Zugleich liefert er auf der Messstrecke hervorragende Bremswerte ab, die selbst der Skoda Karoq nicht toppt.

Doch sobald es in die Kurve oder über ruppigere Straßen geht, schwindet die Begeisterung. Der SUV rollt herb ab, stolpert mehr über Querfugen, als dass er fährt, gerät auf Wellen ins Wanken und leidet unter einer stößigen und einfallslosen Lenkung, die zudem mit Antriebseinflüssen zu kämpfen hat. Als wäre das nicht nervig genug, umtost ab 150 km/h auch der Wind die gerüttelten Insassen. Nein, bei allem Respekt vor dem druckvollen Motor, dem modernen Cockpit, dem liebenswerten R.S.- Auftritt – das reicht nicht. Nicht einmal zum dritten Platz.

Im krassen Kontrast steht da der geliftete Karoq 1.5 TSI Style. 35 630 Euro gilt es zu berappen, und im Gegensatz zu XCeed und CX-30 sind Extras wie Navi, Spurhalter oder Adaptivtempomat nicht Serienstandard. Doch die Investition lohnt sich. Höher und kantiger als seine Kontrahenten, bietet der Skoda viel mehr Bewegungsfreiheit. Zugleich fällt der Zustieg leichter, die Rundumsicht ist besser, und seine Variabilität kennt kaum Grenzen. Oder fällt Ihnen ein SUV ein, bei dem sich die Fondsitze vorklappen oder ausbauen lassen? Kein Problem, so man das Sitzsystem Varioflex (610 Euro) geordert hat. Zugleich sind die äußeren Sitze längsverschiebbar. Die Lehnenneigung? Variabel.

Davon profitiert auch der Stauraum. Je nach Stellung variiert das Volumen zwischen 479 und 588 Litern. Sind die Sitze ausgebaut, verträgt der 4,38 Meter lange Skoda gar 1810 Liter. Wer indes häufiger größere Passagiere chauffieren wird, bleibt lieber bei der klassischen und bequemen Rückbank (mit Durchlade). Konzeptbedingt sind bei Varioflex insbesondere die Lehnen schmal geschnitten. Die vorderen Sitze, mit Nappaleder verschönert, überzeugen indes mit mehr Seitenhalt und zählen hier zu den besten.

Gleichfalls famos bleibt das Angebot an Optionen wie Netzen, 220-Volt-Buchse oder Tablethalter im Fond. Neu sind eine Dreizonen-Klimaanlage und LED-Matrix-Scheinwerfer. Am Cockpit mit seinen digitalen Instrumenten hat sich trotz des Updates nichts verändert. Warum auch. Die Konsole unterhalb des großformatigen Touchscreens mit ihren Drehreglern und großen Tasten plus wuchtigem Automatikwählhebel darunter wirkt zwar vergleichsweise altbacken, ihre konventionelle Bedienung fällt aber leicht.

Der Skoda ist 65 Kilo schwerer als der etwas längere Kia. Die Testverbräuche sind aber ähnlich

Eine der wichtigsten Tasten, Teil des Performance-Pakets (830 Euro) mit Adaptivdämpfern und feinfühliger Progressivlenkung, sitzt links unten vor dem Schalthebel, gelabelt mit einem kleinen Autologo. Hier kann der Fahrer seinem Karoq wahlweise ein rüpelhaftes Fahrverhalten aufzwingen – oder sich im Komfortprogramm am leichten Wogen und vergleichsweise geschmeidigen Federungskomfort erfreuen. Ein klassischer Kompaktwagen mit DCC-Fahrwerk wäre dennoch komfortabler.

Die letzten Zeilen gebühren dem 150 PS und 250 Newtonmeter starken 1.5 TSI der neuesten Evo-Generation. Bis auf den erhöhten Verbrauch von 7,6 Litern macht er hier einen Superjob. Leise und vibrationsarm, aber dennoch kraftvoll, bringt er den schwersten SUV in diesem Quartett mit viel Gleichmut schleunigst in Fahrt. Mit im Spiel ist freilich auch das Doppelkupplungsgetriebe, das hier die Gänge wirklich unbemerkbar und schnell wechselt. Eine Kombination, die bestens zum friedvollen Charakter des Karoq passt. Also Achtung an alle: Habt Acht. Platz eins geht an den Skoda.

Michael von Maydell

KONKURRENTEN

Nissan Qashqai 1.3 DIG-T Hybrid4 Zylinder, 158 PS, 0–100 km/h in 9,2 s, 36 480 Euro

Opel Grandland 1.2 DI Turbo3 Zylinder, 130 PS, 0–100 km/h in 10,3 s, 36 775 Euro

Seat Ateca 1.5 TSI ACT mit DSG4 Zylinder, 150 PS, 0–100 km/h in 9,0 s, 35 260 Euro

FAZIT

1. SkodaAusgewogen, dazu auffällig nützlich und geräumig – und klar der Gewinner.

2. KiaKomfortabel, kräftig und top in der Bedienung. Manko: die Bremse.

3. MazdaFein, agil und bezahlbar – nicht schlecht. Aber der Motor schwächelt.

4. RenaultSchnell, sparsam, und günstig – klingt gut. Doch der Komfort ist dürftig.