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ZEIT Bombe Fett


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 27.05.2019

Übergewicht ist eine Volkskrankheit, die wir bekämpfen müssen


Artikelbild für den Artikel "ZEIT Bombe Fett" aus der Ausgabe 6/2019 von Reader´s Digest Deutschland. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reader´s Digest Deutschland, Ausgabe 6/2019

VOR FÜNF JAHREN konnte Wim Tilburgs keine 500 Meter weit gehen, ohne nach Luft schnappen zu müssen. Er war bei einer Körpergröße von 1,77 Meter 125 Kilogramm schwer und litt damit unter Adipositas Grad III. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird von einer Adipositas gesprochen, wenn Menschen einen sogenannten Body-Mass-Index (BMI) – der aus Körpergröße und Gewicht berechnet wird – über 30 aufweisen.

Der erfolgreiche niederländische Unternehmensberater buchte immer einen Gangplatz im Flugzeug, da er sich nicht an anderen Passagieren ...

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... vorbeiquetschen konnte. „Ich bin mir sicher, die haben mich gehasst“, sagt er. „Ich habe stark geschwitzt, und immer wenn ich eingenickt bin, habe ich geschnarcht. Und zwar laut.“

Tilburgs schlug die Warnungen seiner Ärzte in den Wind, dass sein Gewicht die Ursache für seine zahlreichen gesundheitlichen Probleme sei. Er schaffte es nicht, abzunehmen. Stattdessen aß er, um sich besser zu fühlen. Manchmal dauerte das Stimmungshoch einen ganzen Nachmittag, manchmal nur wenige Minuten. Der 58-Jährige verhielt sich wie ein Süchtiger, gedankenlos und voller Selbsthass. „Es war, als ob ich in einer grauen Welt ohne Farben lebte“, erinert sich Tilburgs, der in Helmond in Südholland lebt.

Doch 2015, Wim Tilburgs aß gerade eine Tüte Kartoffelchips, kommentierte sein jüngster Sohn, der damals im Teenager alter war, dass sein Vater seinen Schulabschluss wohl nicht erleben würde. Diese Aussage weckte Tilburgs auf. Wenn er nicht für sich selbst sorgen konnte, wie sollte er dann für seine Familie sorgen? Sein Lebenswandel beeinflusste alles und jeden um ihn herum, die Passagiere im Flugzeug sowie seine Familie und das überlastete Gesundheitssystem.


ADIPOSITAS IST VERANTWORTLICH FÜR 5 PROZENT ALLERTODESFÄLLE WELTWEIT


ER WAR EINE ZAHL in der Statistik eines Landes, eines Kontinents, einer Welt, die voll von Übergewichtigen ist. Die Weltgesundheitsorganisation nennt Adipositas ein dringendes Gesundheitsproblem. Sie zählt mit Rauchen und Krieg weltweit zu den drei größten selbst verursachten gesellschaftlichen Belastungen.

Seit 1980 hat sich die Zahl der Betroffenen fast verdoppelt. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass allein in Europa knapp ein Drittel der Jungen und ein Fünftel der Mädchen zwischen sechs und neun Jahren fettleibig sind, da sie zu viele zuckerhaltige Produkte anstelle von Obst und Gemüse essen.

Insgesamt sind 2,1 Milliarden Menschen, also rund 30 Prozent der Weltbevölkerung übergewichtig. Gut ein Drittel davon wiederum gilt als adipös: Ihr Body-Mass-Index beträgt 30 oder mehr. Berücksichtigt man, dass ein BMI zwischen 18,5 und 24,9 als gesund gilt, leuchtet ein, warum Tilburgs mit einem BMI von 40 solche Probleme hatte. Es war, als ob er stets einen Anzug aus Ziegelsteinen trug, der Druck auf seine Organe, seine Gelenke und seine Muskeln ausübte.

Adipositas ist jedes Jahr für 5 Prozent aller Todesfälle weltweit verantwortlich und für 1,8 Billionen Euro direkte und indirekte Kosten, zum Beispiel durch Ausgaben im Gesundheitswesen oder für Erwerbs unfähigkeit. „Adipositas ist kein medizinisches Problem, sondern ein gesellschaftliches, für das unsere Gesundheitssysteme nicht ausgelegt sind“, sagt Dr. Pijl, Professor für Innere Medizin an der Universität Leiden. „Sie sind für die Behandlung von Infektionskrankheiten ausgerichtet.“

Diabetes Typ II, Depressionen und die zwölf Krebsarten, die mit Adipositas in Verbindung gebracht werden – darunter Brust-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrebs –, haben eines gemeinsam: Man kann sie nicht einfach mit Pillen heilen. Ebenso wenig Arthrose, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Demenz oder die „Fettzunge“, bei der Fettablagerungen an diesem Organ das Atmen behindern.

ENTSPRECHEND EINES WHO-BERICHTS, der im September 2018 erschien, ist bereits einer von drei Jugendlichen in Europa übergewichtig oder fettleibig. Beinahe so dick wie die Menschen in der Türkei und Malta – die beiden Länder führen die Liste an – sind die Bewohner Großbritanniens mit ihrer Vorliebe für Alkohol und frittiertes Essen sowie ihrem Mangel an körperlicher Bewegung.

62 Prozent der erwachsenen britischen Bevölkerung sind übergewichtig. Davon haben 28,1 Prozent einen BMI von mehr als 30. Das staatliche Gesundheitssystem (NHS) gibt jährlich knapp sieben Milliarden Euro allein für adipöse Menschen aus, etwa für den Kauf von Rettungswagen mit speziellen Tragen.

Kein Land ist davor gefeit, nicht einmal Schweden. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen über 20 Jahren sind übergewichtig und 18,6 Prozent von ihnen gelten offiziell als adipös. Trotzdem gibt es bislang keine politischen Maßnahmen, die das Problem bewältigen könnten. „Es wird viel darüber geredet, aber nichts getan“, erklärt Dr. Carl-Erik Flodmark, Experte für Adipositas bei Kindern, der an der Universität Lund, Schweden, lehrt.

Besonders besorgt ist Dr. Flodmark über die Zahl von Fettleber-Erkrankungen bei jüngeren Patienten. Verursacht werden sie durch Fettablagerungen, die zu Vernarbungen und schließlich zu Krebs führen. „Wir müssen Adipositas nicht nur mit medizinischen, sondern mit gesellschaftlichen Maßnahmen begegnen, die die Ernährungs- und Werbeindustrie mit einbinden“, erklärt er.

IM FRÜHJAHR 2015 pendelte Glenn McMullin, ein 50-jähriger Fluglehrer und Pilot, regelmäßig zwischen Toronto und Neufundland, Kanada. Er wog 154 Kilogramm und brauchte jede Nacht ein spezielles Atemgerät (CPAP). Eines Morgens kaufte er sich auf dem Weg zur Arbeit ein Sandwich zum Frühstück. Er biss ab, kaute, konnte aber nicht schlucken. Ihm blieb der Bissen in der Speiseröhre stecken, woraufhin McMullin umgehend seinen Arzt aufsuchte.


FETT REGT DIE ZELLTEILUNG AN.SO ENTWICKELN KREBSZELLEN TUMORE


Er diagnostizierte Speiseröhrenkrebs, was McMullin einen Schock versetzte. „Der Zustand hielt allerdings nicht lange an. Denn in meinem Job habe ich gelernt, dass Panik dein Feind ist“, sagt er. „Ich wollte das Leben in vollen Zügen genießen und keinen Tag mit Angst verschwenden.“

Um den Tumor vor der Operation zu verkleinern, unterzog sich McMullin 23 Bestrahlungen und fünf Chemotherapie-Sitzungen. Außerdem begann er zu joggen. Zu Beginn waren es lediglich ein paar Minuten. Doch das genügte, um jeden Tag ein Stück weiter laufen zu können. McMullin wollte so viel abnehmen, dass er das CPAP-Gerät nicht mehr brauchte.

„Der Arzt hatte mir erklärt, dass ich es nach der Operation nicht mehr benutzen könne. Notfalls würde ich intubiert bleiben“, erinnert er sich. „Das wäre ein Albtraum gewesen.“ Zum Zeitpunkt der Operation hatte er 27 Kilogramm abgenommen. Seitdem frühstückt er morgens Haferbrei und joggt weiter. Inzwischen zeigt seine Waage noch 107 Kilogramm.

Susannah Brown, wissenschaftliche Leiterin einer gemeinnützigen Hilfsorganisation für Krebsprävention in London, erklärt, dass überschüssiges Fettgewebe das Hormonprofil verändert, was wiederum die Physiologie des Körpers verändert. Das führt zur Produktion von Wachstumsfaktoren, die Zellen dazu anregen, sich zu teilen. Für Krebszellen ist das ideal, um einen Tumor zu entwickeln.

Laufen und die radikale Veränderung seiner Essgewohnheiten haben Macmillan zu einem neuen Leben verholfen. Mittlerweile krebsfrei sagt er: „Selbst wenn ich durch mein Beispiel nur einem Menschen zeige, dass man sich zum Besseren verändern kann, macht mich das glücklich.“

WER FETTLEIBIG IST und Arthrose hat, bei dem schreitet die Zerstörung des Knorpels, der die Gelenke schützt, schneller voran, da er auf Veränderungen der Gangart und Druck reagiert. Der Fortschritt der Krankheit kann nur verlangsamt werden, indem man sich weiter bewegt, so Dr. Sarah Kingsbury, Leiterin des Strategischen Arthrose-Projekts am Institut für Rheumatische und Muskuloskelettale Medizin in Leeds, Großbritannien. Das wiederum fällt bei Übergewicht schwer. „Zur Zeit gibt es keine Möglichkeit, Knorpel neu zu bilden“, sagt sie. Aus diesem Grund ist die bariatrische (magenverkleinernde) Chirurgie bei schweren Fällen von Adipositas manchmal die beste Option.

Marianne Lund Kristofferson, 60, Mutter von drei Kindern, aus Tønsberg, Norwegen, wog rund 120 Kilogramm. Sie litt unter schmerzempfindlichen, geschwollenen Gelenken. 2006 entschied sie sich, eine magenverkleinernde Operation durchführen zu lassen. „In der ersten Woche nach der Operation habe ich zehn Kilogramm, und im Laufe des darauffolgenden Jahres 47 Kilogramm abgenommen“, berichtet sie.

Obwohl sie noch immer leichte Schmerzen hat, geht sie jeden Tag spazieren oder wandern. Dank des Gewichtsverlusts genießt sie ihr Leben wieder. „Alles ist leichter geworden“, sagt sie. „Das ist toll.“

Jahrelang kämpfte Claudine Canales aus Saulx-les-Chartreux bei Paris mit ihrem Gewicht. Die heute 58-jährige Unternehmensberaterin wog 140 Kilogramm. Sie bekam die Pfunde, die sie 27 Jahre zuvor während ihrer Schwangerschaft zugelegt hatte, nie los. Eine schnell fortschreitende Arthrose erschwerte ihr das Gehen.

2010 konnte sie sich kaum noch fortbewegen und war stets außer Atem. Dann sah sie eines Abends im Fernsehen einen Bericht über medizinische Zentren mit multidisziplinären Teams, die auf Adipositas und Gewichtsabnahme inklusive Chirurgie spezialisiert waren.

Im September 2011 wurde ihr Magen verkleinert. Seitdem hat Canales 45 Prozent ihres ursprünglichen Gewichts abgenommen. Sie hat nach wie vor Schmerzen, geht aber viel spazieren und belegt Fitness-Kurse. „Man wird nicht vollkommen gesund, wenn man einmal fettleibig war. Meine Gelenke bleiben geschädigt. Aber mithilfe meines Trainers komme ich damit klar“, sagt Claudine Canales.

IM FEBRUAR 2018 forderte Dr. Carlos Piñero die Bewohner seiner Heimatstadt Narón im Nordwesten von Spanien auf, innerhalb von zwei Jahren gemeinsam insgesamt 100000 Kilogramm abzunehmen. Knapp ein Viertel der Bewohner war übergewichtig und weitere 3000 galten als adipös.

Um das zu erreichen, sollten die Teilnehmer ihren Lebensstil grundlegend verändern. Sie sollten sich regelmäßig bewegen, täglich fünf kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen sowie regelmäßig zum Arzt gehen. Und sie brauchten sehr viel Unterstützung von der Gemeinschaft.

„Als die Menschen verstanden hatten, dass es sich dabei um ein ernsthaftes Projekt handelte, mit dem Ziel, ihre Lebensqualität zu verbessern, kam es ins Rollen“, berichtet Dr. Carlos Piñero.

Teresa Rodríguez Fernández ist eine der Teilnehmerinnen. Die 56-jährige Hausfrau und Großmutter ist 1,53 Meter groß, und im März 2018 wog sie 84 Kilogramm. Sie war immer müde, hatte Diabetes Typ II sowie zwei Leistenbrüche und Probleme beim Gehen. „Ich fühlte mich wertlos und musste Hosen Größe 50 tragen!“, erzählt sie. Deshalb stimmte sie Dr. Piñeros Vorschlag zu.


UM DAS GESUNDHEITSSYSTEM ZU RETTEN,MÜSSEN WIR JETZT HANDELN


Das Schwierigste war für sie, auf fettiges, salziges Essen wie Chorizo-Wurst und auf Milchprodukte zu verzichten. Stattdessen aß sie Fisch, Obst und Toast ohne Butter. So verlor sie etwa 20 Kilogramm.

„Ich gehe zwar immer noch zum Arzt, um mich wiegen zu lassen. Er sagte mir aber inzwischen, dass ich keine Medikamente mehr nehmen muss, um meinen Blutdruck zu regulieren“, berichtet Teresa Rodriguez Fernández stolz.

Die 56-Jährige hat ihre Freiheit neu entdeckt, seit sie wieder gehen und tanzen kann. „Ich habe Freunde, mit denen ich dreimal die Woche 90 Minuten laufe, und wir treten gegeneinander an, wer am meisten abnimmt“, erzählt sie. „Neulich haben wir sogar einen Wettbewerb in der Nachbarschaft gestartet.“

Nach einem Jahr hatten die Bewohner von Narón das Ziel, 100000 Kilogramm Gewicht abzubauen um 2020 Kilo übertroffen. Dr. Piñero stellte zufrieden fest, dass die Teilnehmer immer noch rund 2,5 Kilogramm pro Monat abnehmen. „Das spart der Gemeinschaft mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr an Gesundheits- und Sozialkosten. Wenn Orte im ganzen Land das Gleiche täten“, sagt er, „würden diese Ersparnisse dazu beitragen, das öffentliche Gesundheitssystem zukunftsfähig zu machen.“

Professor Pijl von der Universität Leiden warnt davor, dass die Gesundheits kosten ins Unermessliche steigen, wenn jetzt keine Maßnahmen ergriffen werden. „Das heißt, für die Mehrheit der Bevölkerung werden die Kosten unerschwinglich“, sagt er. „Millionen Menschen werden an vermeidbaren chronischen Krank heiten leiden.“

AM 3. JUNI 2015 begann Wim Tilburgs eine ketogene Diät, bei der er auf fast alle Kohlenhydrate verzichtete. Innerhalb von zwei Tagen brauchte er keine Insulinspritze mehr, und im ersten Monat verlor er zehn Kilogramm. Seither ist er mehr oder weniger bei dieser Diät geblieben und hat weitere 30 Kilogramm abgenommen.

Inzwischen treibt Tilburgs begeistert Sport und hat seinen Lebensstil komplett umgestellt. „Früher habe ich mich wie ein Kind ernährt. Ich habe nie Salat gegessen, bis ich 55 Jahre alt war“, gibt er zu. „Nun versuche ich, anderen Menschen zu helfen, ihr Leben ebenfalls zu ändern.“

Selbst ist der Mann

Einer der Abteilungsleiter in unserer Firma galt als sehr zerstreut. Einmal bat ich ihn, auf seinem Heimweg einen Brief aufzugeben. Ich betonte, dass es sehr wichtig sei, worauf er erklärte, er sei durchaus imstande, den Auftrag zu erledigen.

Am nächsten Morgen fragte ich nach dem Brief. „Zum Kuckuck!“, entfuhr es ihm. Er knallte das Kuvert auf den

Tisch und sagte: „Wenn Sie mir nicht vertrauen, machen Sie es doch selbst!“


ILLUSTRIERT VON MARILEE LAMARQUE

FOTOS: (VORHERIGE DOPPELSEITE): © LUKIYANOVA NATALIA FRENTA/SHUTTERSTOCK; © LEOLINTANG/SHUTTERSTOCK; (RECHTS) © DIMA MOROZ/SHUTTERSTOCK; © ALEX ZABUSIK/SHUTTERSTOCK