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Zorin OS: Linux für Windows-Umsteiger: Fliegender Wechsel


LinuxUser - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 20.02.2020

Umsteiger von Windows müssen sich in der Regel erst mit den Linux-Desktops vertraut machen. Zorin OS minimiert diesen Einarbeitungsaufwand.


Artikelbild für den Artikel "Zorin OS: Linux für Windows-Umsteiger: Fliegender Wechsel" aus der Ausgabe 3/2020 von LinuxUser. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LinuxUser, Ausgabe 3/2020

© Grafner, 123RF

README

Zorin OS legt Wert auf eine möglichst einfache Bedienbarkeit, um so auch Umsteiger von anderen Betriebssystemen für sich zu gewinnen. Ob das klappt, klärt unser Test.

Das aus Irland stammende Zorin OS • hat sich inzwischen dank seiner eingängigen Bedienphilosophie eine feste Fangemeinde erarbeitet. Distrowatch • listet das Ubuntu-Derivat mittlerweile unter den Top Ten. In Großbritannien und den Niederlanden gibt es inzwischen auch Computersysteme ...

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... mit vorinstalliertem Zorin OS zu kaufen.

Im Dezember 2019 gaben die Entwickler die neue Version 15.1 frei, die weiterhin auf Ubuntu 18.04 LTS basiert und damit auch dessen Langzeitunterstützung bis 2023 (mit Extended Security Maintenance bis 2028) genießt. Diese Version steht ausschließlich für 64-Bit- Architekturen bereit.

Die Distribution Zorin OS 15.1 kommt wie seine Vorgänger in den Spielarten Ultimate, Core, Lite und Education. Die Education-Version steht zusätzlich für leistungsschwächere Hardware als Lite- Variante zur Verfügung. Sie umfasst mehrere Applikationen zum Verwalten und Steuern eines Computerkabinetts in Schulen, bringt jedoch auch Anwendungen für den Unterricht mit.

Für die kostenpflichtige Ultimate-Version fällt einmalig 39 Euro an. Sie enthält sechs verschiedene Oberflächen-Layouts, zahlreiche Applikationen speziell für den Unternehmenseinsatz sowie einige Spiele. Darüber hinaus bringt sie das vorkonfigurierte Mediacenter Kodi mit und umfasst ein kostenfreies Support- Angebot. Für leistungsschwächere Hardware bietet die Ultimate-Version zudem eine integrierte, leichtgewichtige Variante des Betriebssystems.

Datenschutzproblem?

Auf der Webseite des Projekts nehmen die Entwickler ausführlich Stellung zu den jüngst erhobenen Vorwürfen, Zorin OS „telefoniere nach Hause“ und gäbe ohne Wissen und Zustimmung der Anwender deren Daten weiter•. Hintergrund dieser Befürchtungen war die Entdeckung, dass Computer mit installier-tem Zorin OS stündlich Pings an die Server der Entwickler in Irland übermittelten.

Die Entwickler legten den Inhalt der Pings offen, die der Ermittlung der tatsächlich aktiven Installationen des Ubuntu- Derivats dienen, und beschrieben auch eine im Betriebssystem vorhandene Deaktivierungsmöglichkeit: Nutzer, die an dieser Erhebung nicht teilnehmen möchten, können den automatisierten, verschlüsselten Datenversand bereits bei der Installation des Betriebssystems im grafischen Assistenten durch Setzen eines Häkchens vor der Option Nimm nicht an der Volkszählung teil deaktivieren. Zudem kann man das entsprechende Paket namens Zorin-os-census jederzeit via Paketmanager deinstallieren.

Qual der Wahl

Sie erhalten das neue Zorin OS in allen Varianten über die Projektseite. Das Hybrid- Image lässt sich entweder auf einen USBStick mit mindestens 4 GByte Kapazität oder einen optischen Datenträger transferieren. Für die Core-, Ultimate- und Education- Version geben die Entwickler als minimale Hardware-Voraussetzungen einen mit 1 GHz getakteten Zweikern-Prozessor sowie 2 GByte Arbeitsspeicher an. Außerdem sollte das System für die Versionen Core und Education über 10 GByte freien Festplattenplatz verfügen, für Ultimate über 20 GByte.

Die Lite-Version benötigt dagegen lediglich einen Einkern-Prozessor mit mindestens 700 MHz Taktfrequenz und 512 MByte RAM. Auch der benötigte Massenspeicherplatz fällt mit mindestens 8 GByte deutlich moderater aus.

Start frei!

Nach der Installation auf einem Wechseldatenträger starten Sie das System neu und gelangen in ein Grub-Bootmenü. Hier stehen drei Optionen bereit, die jeweils sowohl eine Installation als auch den Live-Betrieb ermöglichen.

Der Unterschied liegt in der Grafikunterstützung: Während sich die erste, voreingestellte Startoption für die meisten Rechner eignet, bietet die zweite einen abgesicherten Modus für den Fall, dass bei der voreingestellten Startvariante Grafikprobleme auftreten. Die dritte Option wendet sich dagegen an Nutzer, die ein System mit einer Grafikkarte von Nvidia betreiben.

Nach Auswahl einer der Optionen blendet das Betriebssystem einen Desktop ohne Bedienelemente ein, in dem lediglich der Installationsassistent Ubiquity erscheint. Er erlaubt in seinem Ein-stiegsdialog die Wahl zwischen dem Betrieb als Live-System oder der Installation und bietet in einem Auswahlfeld die Lokalisierung in verschiedene Sprachen. Entscheiden Sie sich an dieser Stelle für den Live-Betrieb, startet Ubiquity einen optisch und funktionell modifizierten Gnome-Desktop 1.

1 Sowohl der Desktop als auch das Startmenü von Zorin OS wirken aufgeräumt und erfordern beim Benutzer keine speziellen Kenntnisse der Applikationslandschaft.


2 Die Core-Variante benötigt schon im Leerlauf mit 1,5 GByte vergleichsweise viel Arbeitsspeicher.


3 Der Einstellungsdialog ermöglicht die Konfiguration nahezu des kompletten Systems.


Der orientiert sich optisch unverkennbar an der aktuellen Oberfläche von Microsoft Windows, wirkt aber durch das helle Erscheinungsbild nicht nur freundlicher, sondern auch ergonomischer. Umsteigern, die bisher das Microsoft- System nutzten, erleichtert das den Einstieg in Linux deutlich. Auch das Startmenü, das Sie links unten in der Panelleiste über den entsprechenden Button aufrufen, orientiert sich am Layout des Microsoft-Pendants. Die Untermenüs benennt Zorin allerdings ähnlich wie in anderen Linux-Distributionen.

4 Mit wenigen Mausklicks wechseln Sie in Zorin OS das Erscheinungsbild des Desktops über vordefinierte Parameter.


Der Software-Bestand entspricht ebenfalls jenem anderer Linux-Spielarten. Die üblichen Standardanwendungen wie LibreOffice, Gimp und Firefox finden sich ebenso vorinstalliert wie zahlreiche kleinere Applikationen aus dem Gnome-Fundus. Die im Untermenü Spiele vorhandenen Programme orientieren sich an den unter Windows installierten Spielen.

Auf der Arbeitsoberfläche finden Sie im Live-Modus lediglich einen Starter für die Installation mithilfe von Ubiquity. Ein Assistent führt Sie dann in kurzer Zeit zu einem fertig installierten System. Er erkennt bereits vorhandene Betriebssysteme und berücksichtigt sie zuverlässig im Grub-Bootmenü.

Zorin OS bootet nach der Installation erstaunlich schnell in den voll ausgestatteten Gnome-Desktop. Der Arbeitsspeicherbedarf fällt allerdings mit rund 1,5 GByte in der Core-Variante bereits im Leerlauf recht üppig aus 2.

Einstellungssache

Im Gegensatz zu vielen anderen Distributionen bündelt Zorin OS die Konfigurationsdialoge und entrümpelt damit die Menüstruktur. So finden Sie im Hauptmenü unten rechts ein Zahnradsymbol namens Einstellungen, hinter dem sich ein Einstellungsmanager befindet 3. In dessen Menü nehmen Sie alle relevanten Konfigurationen vor.

5 Dank des Tools Zorin Connect verbinden Sie den PC ohne Mühe mit einem Android-Device, um Daten auszutauschen.


Das Untermenü Systemwerkzeuge, in dem Sie ebenfalls den Starter Einstellungen finden, gestaltet sich im Vergleich zu anderen Distributionen sehr übersichtlich, da es die Konfigurationsoptionen nicht noch einmal einzeln vorhält. Daher finden Sie im Menü Systemwerkzeuge lediglich rund ein gutes halbes Dutzend zusätzlicher Programme, die primär das äußere Erscheinungsbild und das Verhalten des Desktops anpassen. Dabei fassten die Entwickler im Tool Zorin Appearance alle relevanten Optionen zur Anordnung von Taskleiste und Icons, aber auch zur Farbund Schriftgestaltung der Arbeitsoberfläche zusammen 4.

Ein überaus nützliches Werkzeug aus eigener Entwicklung stellt Zorin Connect dar, das Sie ebenfalls im Menü Systemwerkzeuge finden. Das Tool stellt bei Bedarf eine Verbindung zwischen einem Android-Smartphone und dem Zorin-PC her. Dadurch lassen sich nicht nur bequem Daten zwischen beiden Geräten austauschen, sondern sogar der PC vom Smartphone aus fernsteuern oder auf SMS-Nachrichten vom Rechner aus antworten. Für Android-Smartphones finden Sie die entsprechenden Apps in Googles Play-Store oder dem F-Droid- Repository 5.

Software

Auch bei der Paketverwaltung nehmen die Zorin-Entwickler für sich in Anspruch, alles so einfach und einsteigerfreundlich wie möglich zu gestalten. So glänzt das verbreitete grafische Paketverwaltungsfrontend Synaptic durch Abwesenheit. An seine Stelle tritt das Programm Software, das Sie im Hauptmenü unten rechts finden.

Dieser App-Store listet die erhältlichen Applikationen in mehreren Kategorien auf und installiert sie nach einer entspre-chenden Markierung samt Abhängigkeiten vollautomatisch. Die Dependencies tauchen allerdings nicht wie bei Synaptic in den Paketlisten auf, sondern werden im Hintergrund bei der Installation mit bezogen.

Zorin OS 15.1 Core bootfähig auf Heft-DVD

Dateien zum Artikel herunterladen unter www.linux-user.de/dl/44021

6 Selbst bei der Software-Verwaltung bleibt Zorin OS seinem Credo treu: „Keep it simple as possible.“ So bleibt die Einstiegshürde für Wechselwillige sehr niedrig.


7 Die Lite-Version unterscheidet sich optisch kaum von den ausgewachsenen Zorin-OS-Varianten, benötigt aber deutlich weniger Ressourcen.


Das Werkzeug zeigt nach einem Klick auf die Schaltfläche Installiert eine Liste aller auf dem System eingerichteten Anwendungspakete an und erlaubt in dieser Ansicht zugleich deren Deinstallation. Über die Schaltfläche Aktualisierungen erreichen Sie darüber hinaus die Aktualisierungsverwaltung 6.

Wer es weniger bunt wünscht, der installiert das altbekannte Synaptic über den vorhandenen Paketmanager aus den Repositories nach. Dieser Vorgang aktiviert auch gleich alle Software-Archive, sodass insgesamt über 65 000 Pakete in Synaptic bereitstehen. Die Entwickler von Zorin OS stellen dabei zusätzliche eigene Repositories zur Verfügung.

Leichtgewichtig

Die Lite-Variante von Zorin OS setzt auf den schlanken XFCE-Desktop als Arbeitsumgebung. Die abgespeckte Version verzichtet zudem auf verschiedene Desktop-Layouts, die Spielesammlung und außerdem einige Multimedia- und Büroanwendungen. Zudem fehlt ihr Zorin Connect für die Verbindung zwischen Smartphone und dem Zorin-PC zwecks Datenaustausch, wie etwa dem Zugriff auf Bilder und Kurznachrichten auf dem Mobilgerät.

Da der Desktop jedoch dem des Gnome- Pendants sehr ähnelt und lediglich die Menüstruktur leichte Modifizierungen erfuhr, lässt sich die leichtgewichtige Version ebenso intuitiv bedienen. Der Ressourcenverbrauch fällt bei der Lite- Variante deutlich geringer aus 7.

Fazit

Mit Zorin OS erhalten Sie ein sorgfältig angepasstes Ubuntu-Derivat, das sich dank des ergonomisch gestalteten Desktops intuitiv bedienen lässt. Dabei glänzt die Distribution durch sinnvoll gruppierte Konfigurationswerkzeuge und die Option, auf einfache Weise Daten mit Android-Geräten auszutauschen. Sowohl Windows-Umsteiger als auch Newcomern ebnet diese durchdachte Distribution den Weg zu Linux. (tle) ■

Weitere Infos und interessante Links www.linux-user.de/qr/44021