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ZU BESUCH BEI MIKAEL FRÖDIN: „ MIT SEINEN FLIEGEN SPIELTEN WIR PLÖTZLICH IN DER CHAMPIONS LEAGUE …“


FliegenFischen - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 01.06.2018

Welcher Lachsangler kennt ihn nicht, den sympathischen Lachsfischer und kreativen Lachsfliegen-Designer? Ich habe Mikael Frödin erstmals vor gut 30 Jahren getroffen und ihn in seiner Heimat Schweden wiedergesehen.


Artikelbild für den Artikel "ZU BESUCH BEI MIKAEL FRÖDIN: „ MIT SEINEN FLIEGEN SPIELTEN WIR PLÖTZLICH IN DER CHAMPIONS LEAGUE …“" aus der Ausgabe 40/2018 von FliegenFischen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FliegenFischen, Ausgabe 40/2018

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Jahr für Jahr werden an den besten Lachsgewässern in ganz Europa kapitale Lachse in die Fanglisten eingetragen, die mit Kreationen von Mikael Frödin gefangen wurden. Wer schon einmal eine Originalfliege von Mikael Frödin gefischt hat, wird wissen, wovon ich rede.

Bei unserer ersten Begegnung, 1985, besuchte ich als Neuling den Mörrum in Südschweden. Am Rosendala Pool 32 traf ich einen jungen Fliegenfischer, der offenbar ein Meister seines Fachs war. Gerade hatte er eine Meerforelle überlistet. Die Fliege hing noch im Mundwinkel. Es war eine blau-schwarz-rote Tubenfliege – ich sehe sie noch vor mir, als wäre es gestern gewesen …

Voller Bewunderung – und vielleicht mit etwas Neid – begutachteten wir, mein Freund und ich, den Fisch. Es war keine große Meerforelle, jedoch ein makelloser Absteiger. Ein paar Tage schon versuchten wir unser Glück, doch wir mussten Lehrgeld zahlen. Wir probierten alle unsere selbstgebunden Fliegen, doch wir bekamen keinen Biss.

Am Nachmittag trafen wir den jungen Schweden wieder – er stellte sich als Mikael Frödin vor. Wir kamen ins Gespräch und kauften ihm einige seiner Fliegen ab. Kurzerhand versuchten wir die Originale nachzubinden und probierten die ersten Nachbau-Tubenfliegen am frühen Morgen im Pool 4 aus. Tatsächlich bekamen wir auch zwei starke Fische an den Haken, doch die Landung blieb uns verwehrt. Unsere Fliegen waren natürlich nicht so perfekt gebunden wie die Fliegen von Mikael Frödin, doch wir spielten jetzt in der Champions League mit. Und auch der Treffer gelang noch: Am vorletzten Tag konnte ich eine schöne Meerforelle auf die Schuppen legen.

DAS WIEDERSEHEN UND DER GRÜNE SAMURAI

Vor einer unserer Nordlandfahrt hatte mein Freund Adi die Wohnadresse von Mikael Frödin herausgefunden. Ich wusste gar nicht, dass er auf dieser Fahrt den Fliegendesigner besuchen und ein paar neue Muster erwerben wollte. Kurz vor unserem Ziel bog Adi ab und etwa zehn Minuten später parkte er den Wagen oberhalb eines Sees am Ende einer Sandstraße – dead end! Eine absolute Traumlage, hier würde man gerne wohnen.

Noch bevor ich Adi fragen konnte, was wir eigentlich hier machen, stand er nach vielen Jahren wieder vor mir, der Mann, den ich zuletzt vor 30 Jahren gesehen hatte.

Mikael Frödin begrüßte uns herzlich und ich erzählte ihm, dass ich schon einmal im Mörrum mit ihm gefischt und Fliegen gekauft hatte, drei Jahrzehnte zuvor. Natürlich haben wir über die kommende Lachssaison und die momentanen Hotspots an unserem Fluss gesprochen. Er gab uns wirklich gute Tipps und dann holte er einen großen Karton aus dem Haus, darin all seine brandneuen Kreationen! Einige kannte ich noch aus keinem Katalog. Wir ergriffen die Gelegenheit beim Schopf und deckten uns mit reichlich Frödin-Fliegen für die nächsten Jahre ein. Zum Abschied schenkte mir Mikael Frödin noch eine „Green Samurai“.

FRÖDINS FLIEGEN SIND FILIGRAN UND DOCH EXTREM ROBUST

Kürzlich habe ich meine Tubes sortiert, und mir kamen die letzten beiden Originalfliegen Mikael Frödin in die Hände. Ich legte sie neben die neu Erworbenen und konnte schon optisch feststellen, was für eine Entwicklung sich in den neuen Mustern vollzogen hat. Die Meerforellenfliegen waren für die damalige Zeit das Beste, was man bekommen konnte, jedoch spielte das verwendete Material nicht so verführerisch in der Strömung wie die heute verwendeten Fuchshaare und diverses neues synthetisches Material. Für mich besteht der Unterschied zu anderen Fliegen darin, dass die Fliegen von Mikael Frödin einen optisch perfekten Gesamteindruck zeigen, ausgezeichnet gebunden sind, nur beste Qualität der Materialien verwendet wird – seine Fliegen sind filigran und doch extrem robust, haben ein farblich abgestimmtes Design und bilden im Wasser einen perfekten „Buckel“ und stehen daher 1 A in der Strömung.

Ich habe immer noch seine Visitenkarte von damals aufbewahrt und zu den Fliegen gelegt. Ein Hinweis für die ganz Schlauen: Bitte nicht diese Nummer wählen! Damals hatte Mikael Frödin noch seinen Wohnsitz in Uppsala. Heute wohnt er weit nördlicher, ich habe aber seine neuen Kontaktdaten für Sie notiert.

Ich wünsche Mikael Frödin (und den Frödin-Fans unter uns) noch eine glückliche Bindehand und viel Erfolg und Inspiration für die neuen Kreationen. Und vielleicht überleben seine neuen Muster ja weitere 30 Jahre in meiner Fliegendose!

Wiedersehen nach über 30 Jahren: Edwin Hartwich traf den bekannten Lachsfliegen-Designer Mikael Frödin in seinem Heimatland Schweden wieder.

Fragen an Frödin

Edwin Hartwich : Was waren Deine größten
Fische?
Mikael Frödin : 2 Lachse über 50 Pounds, außerdem noch 19 Lachse über 40 Pounds und 10 Meerforellen über 22 Pounds …
EH : Das klingt beeindruckend!
MF : (lächelt) Insgesamt habe ich über 1.000 Lachse, Meerforellen und Steelheads gefangen.
EH : Wo fischst Du am liebsten?
MF : Mein Lieblingsgewässer in Norwegen ist der Alta, dort fische ich meist im Juli, außerdem bin ich gerne am Bolstadelva (Vosso). In Schweden ist es, natürlich, der Emån, der legendäre Fluß von Gustav Ullsparre. Und, wenn es um große Meerforellen geht, natürlich der Rio Grande in Argentinien. Und in Russland fische ich am liebsten an der Kharlovka und Litza auf der Kola-Halbinsel sowie auf Kamchatka.
EH: Fischst Du auch im Salzwasser?
MF : Ja, natürlich, am liebsten auf Kuba, Jardines dela Reina.
EH : Das klingt nach sehr viel Angelzeit …
MF : Ich fische mittlerweile rund 100 Tage im Jahr an den verschiedensten Gewässern der Welt, auch für verschiedene Beiträge in skandinavischen TV-Sendungen und in einschlägigen Fliegenfischen-Magazinen.

Kontakt
Mikael Frödin
Talludden
SE-74144 Knivsta
www.frodinflies.com