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Zubehör: Weihnachtsbäume auf großer Fahrt


eisenbahn magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2019 vom 14.11.2019

Heute werden die als Weihnachtsbäume vorgesehenen Fichten, Tannen und Kiefern ausnahmslos mit Lastkraftwagen befördert. In früheren Epochen dienten auch Rungenwagen der Eisenbahn dazu. Das Thema reizte uns zum Nachbau


Monatbezogene Landschaftsgestaltung: Dezember

Artikelbild für den Artikel "Zubehör: Weihnachtsbäume auf großer Fahrt" aus der Ausgabe 12/2019 von eisenbahn magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: eisenbahn magazin, Ausgabe 12/2019

em -Serie

Weihnachtsbaumlieferung auf der Schiene: Mit seiner speziellen Ladung sorgt der Rungenwagen an der Ladestraße für neugierige Interessenten, die gleich die Gelegenheit zum Direktkauf nutzen

Die Drahtrohlinge werden nach der ersten Formung in einen Hartschaumklotz gesteckt. In einem kleinen Schraubstock lässt sich die künftige Tanne mit ...

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... Stammfarbe bemalen

Dirk Kuhlmann (5)

Die zuverlässige „dritte Hand” hilft bei der Beflockung der Nadelbaum-Modelle, was von unten vorgenommen werden sollte

Nun sind wir schon im letzten Monat unserer Bastel-Serie zum Thema monatsbezogener Landschaftsbau und somit beim Ende dieser Serie angekommen. Der Dezember weckt bei uns Modellbahnern die übliche vorweihnachtliche Stimmung, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Hersteller den Bastler mit vielen Produkten rund um das Thema versorgen. Das beliebte Weihnachtsdorf, beleuchtete Nadelbäume oder unterschiedliche Möglichkeiten der Schneenachbildung – alles das ist erhältlich. Bei der Findung des Themas für diese letzte Folge landeten wir anfangs natürlich bei einer nostalgischen Winterlandschaft. Auf Vorbild-Fotosuche für eine passende Anregunge fanden wir jedoch ein Bild mit einer solch hohen Ausstrahlungskraft, dass das Motiv zwingend ins Modell umgesetzt werden sollte: der Transport künftiger Weihnachtsbäume auf der Schiene während des Umschlags auf einem Freiladegleis, gepaart mit einem Direktverkauf an der Ladestraße.

Baumbau als Selbstbauprojekt

Der Bau der H0-Dioramenbasis war schnell erledigt. Der Rungenwagen, ein Tempo-Hanseat- Transporter und passende Preiser-Figuren lagen auch vor – aber die Tannenbäume? Exemplare in der gewünschten Größe von zwei bis vier Zentimetern gibt es eigentlich nur in der typischen Optik der „Pfeifenputzer”, doch deren Äste sind leider nicht biegsam. Andere Kauftannen sahen nach dem Zurechtbiegen recht gewöhnungsbedürftig aus. Also blieb nur der Selbstbau der Nadelbäume. Für den schnellen Bastelerfolg gibt es beiwww.austromodell.atgut geeignete Drahtrohlinge. Die Version von fünf Zentimetern Länge unter Artikelnummer 167 kam unseren Vorstellungen recht nah. Beim Zurechtbiegen der Zweige ist viel Geduld gefragt. Der Einsatz einer Pinzette ist hierfür empfehlenswert. Nach dem Vorbereiten der Rohlinge erfolgt im nächsten Schritt eine mit zeitlichem Abstand zweifache Behandlung mit mattem Sprühlack für Metallgrund. Entgegen der normalen Vorgehensweise beim Bau von Nadelgewächsen kann der Rohling bereits gleich mit seiner Stammfarbe versehen werden. Hierfür empfiehlt sich ein angemischter Farbton auf Dispersionsbasis. Aber auch matter Sprühlack in Braun und Grau sowie nass in nass aufgetragen ist dafür geeignet.

Ladegut für einen Rungenwagen

Während der Trocknungsphase wird ein kleines Stück Hartschaum als Basisplatte für die künftige Tannenbaum-Ladung hergestellt – natürlich passend zum herausgesuchten Rungenwagen. Ein wenig braune Farbe und dunkle Grasfasern reichen hier schon zur späteren Andeutung von „Masse” aus. Eine sogenannte „dritte Hand” ist bei den folgenden Arbeitsschritten ein probates Mittel, um die erste Schicht von grünen Zwei- Millimeter-Grasfasern von ModelScene aufzuschießen. Dazu wird der Baum auf dem Kopf stehend mit mattem Klarlack besprüht und entsprechend behandelt. Eine zweite Schicht Grasfasern ergibt ein wenig mehr Volumen und sollte gut dosiert sein. Während in der heutigen Zeit Weihnachtsbäume in einem Netz verpackt zum Transport vorbereitet werden, wurden in früheren Zeiten dazu Seile oder Jutesäcke benutzt. Bei Massenanlieferungen steckten die Tannen zumeist ineinander verkeilt auf dem Wagen.


Mit dem Tannenbaumverkauf frisch vom Rungenwagen sorgen wir für vorweihnachtliche Stimmung


Unsere künftigen Weihnachtsbäume sehen in ihrer finalen Version etwas merkwürdig aus, denn die einzelnen Äste werden zur Astspitze hin verbogen, was die gebundene Ware andeuten soll. Ein dünner Faden um die Bäume genügt hierfür. In der Folge sollten die Tannen regelrecht ineinandergedrückt auf der Basisplatte mit wenigen Tropfen UHU-Hart verklebt werden. Dieser Frachteinsatz wird schließlich in den Rungenwagen eingelegt, bevor die Äste mit der Pinzette etwas zurechtgezupft werden. Der Bastler kann diesen speziellen Güterwagen in den Zugverband einreihen und hat damit eine besondere Beladung. Die gesamte Szenerie kann aber auch mit ein wenig Pulverschnee garniert für vorweihnachtliche Stimmung sorgen.

Das wilde Durcheinander der aufgeklebten Miniaturbäume als Ladegut für den Rungenwagen kommt der Vorbildvorlage durchaus nahe


Beitrag desem- Dioramenbau-WettbewerbesFeldbahnbetrieb in der Baumschule

Feldbahnbetrieb mit Traktor statt einer Lok zum Abtransport einer großen Tanne


Unser Leser Jürgen Petrik hat sich im vergangenen Jahr ebenfalls dem Thema Weihnachtsbaum- Transport gewidmet und sich beim Bau seines H0e- Dioramas an Vorbild- Gegebenheiten der Schinznacher Baumschulbahn orientiert

In einer Schweizer Fachzeitschrift fand ich einen Beitrag über die Schinznacher Baumschulbahn und darin ein Bild, auf dem eine riesige Tanne auf einer winzigen Feldbahnlore transportiert wird. Das wollte ich nachbauen. 600-Millimeter-Gleise gab es bei der Baumschule in Schinznach praktisch von Anfang an, die Loren wurden allerdings ohne Lokomotiven bewegt. Der Lokbetrieb mit Personenbeförderung wurde erst zum 100-jährigen Jubiläum 1979 aufgenommen und blieb ein gutes Nebengeschäft. Basis des Dioramas ist eine zehn Millimeter dicke Sperrholzplatte, die auf beiden Längsseiten mit Leisten von zehn mal zehn Millimetern unterfüttert wurde. An einer der Leisten ist der Hintergrund angeschraubt.

Die Sperrholzplatte wurde mit dunkelbrauner Dispersionsfarbe grundiert. Danach klebte ich ein Roco-H0e-Feldbahngleisstück leicht schräg und außerhalb der Mitte auf die Grundplatte. Eingeschottert wurde das Gleis mit feinem Seesand, der auch den Wirtschaftsweg neben dem Gleis bildet. In den feuchten Leim wurden noch ein paar Grasflocken von Woodland-Scenics eingestreut. Die restliche Fläche des Dioramas wurde mit Parabraunerde von Minitec gestaltet.

Die Feldbahnlore entstand aus einem Roco- H0e-Langholzwagen. Der Drehschemel wurde entfernt und aus Lindenholzleisten ein neuer Aufbau gebastelt und mit Holzbeize „ausgebleichtes Holz” von H0fine eingefärbt. Der Wurzelballen ist ein Stück Styrodur, das mit einer grünen Bastschnur umwickelt wurde. Die Tanne ist ein Produkt von Freon Modelarstwo aus Polen. Dieser Baum wurde in den Wurzelballen gesteckt und mit Klebstoff gesichert: Das komplette Gewächs wurde anschließend auf die Feldbahnlore geklebt.

Da die Arbeitsbahn der Baumschule über keine Lokomotiven verfügt, werden die Loren von Traktoren gezogen. Ich habe dafür einen MAN-Traktor von Wiking verwendet, der mit den Patinierungsfarben von H0fine behandelt wurde. Die Kuppelstange entstand aus einem Buchenrundstab und etwas Messingdraht.

In einer Baumschule stehen die Bäume in Reih und Glied, alle Bäume sehen ganz gleichmäßig aus. Das wollte ich auch so nachbilden. In regelmäßigen Abständen bohrte ich Löcher in die Grundplatte und leimte die Bäume ein. Die heute beim Anlagenbau eher verpönten „Flaschenputzer-Bäume” sind genau richtig für eine Baumschule – sie stammen von Heki. Im Vordergrund am Feldweg stehen noch einige Plantagen-Laubbäume von Noch.Jürgen Petrik