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ZUBEHÖR:l10 Reisestative für jedes Budget


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 8/2019 vom 05.07.2019

Die Anforderungen an ein gutes Reisestativ sind hoch: Transportfreundlich und leicht soll es sein, dazu stabil und flexibel einsetzbar. Eine echte Herausforderung! Wir haben zehn kompakte Dreibeinstative von 120 bis 540 Euro unter die Lupe genommen.


IN LABOR & PRAXIS GETESTET

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Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 8/2019

Die Wahl des idealen Reisestativs hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen kann das Urlaubsziel eine Rolle spielen. Zieht es den Fotografen in die Berge, empfiehlt sich ein möglichst kleines und leichtes Stativ, da bei Rucksack-Touren jedes Gramm zählt. Wen es dagegen an Seen oder Meeresküsten lockt, der greift besser zu einem ...

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... robusteren Stativ, das im besten Fall noch mit Spikes ausgerüstet ist, damit es auf rauem Küstengestein stabil stehen kann.

Auch das Gewicht der mitgeführten Kamera-Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Die Stative und Köpfe aus unserem Testfeld sind auf unterschiedliche Belastungen ausgelegt. Bei kleinen, günstigen Stativen liegt die Belastungsgrenze häufig bei vier bis fünf Kilogramm. Das ist für eine spiegellose Systemkamera mit einem Standardzoom absolut ausreichend – und auch für so manche DSLR mit großem Objektiv. Bei schwerem Equipment empfehlen wir aber, zugunsten der Stabilität nicht an die Belastungsgrenze zu gehen und lieber zu einem Stativ zu greifen, das auf ein höheres Gewicht ausgelegt ist. Bei großen DSLRs und schweren Objektiven ist es außerdem hilfreich, vorzugsweise einen Stativkopf mit einer Friktionseinstellung einzusetzen. Damit lässt sich der Widerstand am Kugelgelenk verändern. Wählt man einen hohen Widerstand, so kippt eine Kamera nicht sofort weg, wenn der Fotograf die Feststellschraube des Kugelgelenks öffnet.

Unterschiedliche Konzepte

Wirft man einen Blick auf die Entwicklung moderner Reisestative, so hat sich vor allem in puncto Ausstattung eine ganze Menge getan. Mitgelieferte Spikes, Anschlüsse für Zubehör-Arme, robuste Taschen, kurze Mittelsäulen für niedrige Aufnahmewinkel und die Möglichkeit, ein Dreibein-in ein Einbeinstativ umzubauen, sind nur einige der Optionen, die viele Reisestative inzwischen zu bieten haben.

Doch nicht alle Hersteller springen auf diesen Zug auf. Während bei einigen Anbietern die genannten Extras zum standardmäßigen Lieferumfang gehören, konzentrieren sich andere auf die Basics und vertreiben ihre Stative mit einer einfachen Standardausstattung. Dabei kann aber manches, wie Spikes und Taschen, auch optional hinzugekauft werden. Das Argument für eine reine Basisversion ist nachvollziehbar, da nicht jeder Fotograf an solchen Extras interessiert ist.

Unser Testverfahren ist so angelegt, dass der Ausstattungsumfang für ein gutes Abschneiden mit ausschlaggebend ist. Stative mit wenig Ausstattung büßen hier Wertungspunkte ein und liegen so im Ranking weiter hinten – bei sehr guten Ergebnissen in Sachen Stabilität sind sie dennoch empfehlenswert.

Benro Slim Travel FSL09CN00

Das Benro Slim Travel FSL09CN00 gehört mit einem Packmaß von lediglich 31,5 Zentimetern und einem Gewicht von gerade mal einem Kilogramm zu den kleinsten und leichtesten Stativen im Testfeld. Eines der drei Beine ist mit einer Polsterung versehen, damit sich das Stativ bei kalten Temperaturen angenehm tragen lässt. Das gepolsterte Bein kann bei Bedarf abgeschraubt und mit dem Stativkopf zu einem Einbeinstativ umgebaut werden. Da sich solche kleinen Stative oft nicht sonderlich hoch ausfahren lassen, setzt Benro auf eine zweifach ausfahrbare Mittelsäule. Damit wird eine Arbeitshöhe von maximal 135 Zentimetern erreicht. Die Herangehensweise wirkt sich aber auf die Stabilität aus. Während das Benro im Wind-Test bei eingefahrener Mittelsäule noch sehr gute 94 Prozent erreicht, sinkt die Stabilität bei zweifach ausgefahrener Säule auf nur noch 82 Prozent. Das Stativ lässt sich aber über den Lasthaken mit einem Gewicht beschweren.

Cullmann Mundo 522TC

Das Cullmann Mundo 522TC ist mit einem Packmaß von 31,5 Zentimetern genauso klein und handlich wie das Benro Slim Travel. Auch Cullmann setzt auf eine zweifach ausfahrbare Mittelsäule, um auf eine Arbeitshöhe von maximal 135 Zentimetern zu kommen. Im Gegensatz zum Benro Slim überzeugt das Cullmann aber mit den besseren Stabilitätswerten. Selbst bei eingefahrener Mittelsäule stand es stabiler. Gut gefällt uns die im Lieferumfang enthaltene kurze Mittelsäule, die Aufnahmen aus niedrigen 16 Zentimetern über dem Boden ermöglicht. Eine Einbeinfunktion hat das Stativ nicht und auf Spikes muss man ebenfalls verzichten. Dafür ist der Kugelkopf mit gleich drei Libellen ausgestattet. Damit gelingt es leicht, die Kamera optimal ins Wasser zu stellen. Im Vergleich zum Benro-Kugelkopf fällt die Schnellwechselplatte etwas größer aus, und die Traglast wird vom Hersteller sogar mit fünf Kilogramm angegeben. Leider fehlt eine separate Panorama-Achse.

Dörr Racer CR-1700 mit CNC-40

Das Dörr Racer CR-1700 verbindet ein geringes Gewicht von nur rund 1,3 Kilogramm mit einer komfortablen Arbeitshöhe von bis zu 170 Zentimetern. Das klingt sehr gut, doch gibt’s dabei einen Haken. Um die genannte Höhe zu erreichen, besitzt das Dörr recht lange Beinsegmente. Damit das Gewicht dennoch niedrig bleibt, wird viel Kunststoff verbaut. Während etwa bei anderen Testkandidaten die Stativschulter, an der die Beine befestigt sind, aus Aluminium besteht, kommt beim Dörr viel Plastik zum Einsatz. Auch die Verschlüsse für die Beinwinkelungen wirken nicht allzu wertig. Das hat Auswirkungen auf die Stabilität des Stativs. Ganz egal, ob die Mittelsäule ein- oder ausgefahren ist – das Dörr CR-1700 kommt beim Test mit der Windmaschine nur auf maximal 86 Prozent. Bei ausgefahrener Mittelsäule wäre das in Ordnung. Doch bei eingefahrener Mittelsäule ist es zu wenig. Als Gegenmaßnahme empfiehlt es sich daher, Fototasche oder Rucksack an den Lasthaken zu hängen.

Feisol CT-3441SB Rapid mit CB-40D

Das CT-3441SB Rapid erreicht mit dem angesetzten Kugelkopf CB-40D eine Arbeitshöhe von bis zu 184,5 Zentimetern. Damit ist das Stativ-Set, das laut Hersteller auf Lasten bis 15 Kilogramm ausgelegt ist, vor allem für großgewachsene Fotografen ideal. Feisol setzt dafür auf eine lange, zweifach ausziehbare Mittelsäule. Der Nachteil: Das Stativ verliert, ganz ausgefahren, an Stabilität. Im Wind-Test fällt die Stabilität von sehr guten 95 Prozent bei eingefahrener Mittelsäule auf 87 Prozent im ganz ausgefahrenen Zustand. Wird die Säule nur einfach ausgefahren, beträgt die Arbeitshöhe immer noch beachtliche 148,5 Zentimeter, wobei das Stativ auch wieder etwas stabiler steht. Die Schraubverschlüsse der Beine lassen sich gut greifen und bedienen. Zudem sind alle drei Beine mit einer Polsterung geschützt. Schade ist der Verzicht auf eine Wasserwaage. Dafür punktet das Set mit einem stabilen Kopf samt Friktion und doppelt gesicherter Schnellwechselplatte.

FLM CP-26 Travel mit CB-32F

Das FLM CP-26 Travel gehört mit dem CB-32F-Kugelkopf zu den stabilsten Kandidaten im Testfeld. Im Labor überzeugt es bei ein- und ausgefahrener Mittelsäule mit sehr guten Stabilitätswerten von 94 bis 96 Prozent. Auch die Verarbeitung ist erstklassig. Die Schraubverschlüsse liegen gut in der Hand, und die Beine lassen sich geschmeidig ein- und ausfahren. Die maximale Höhe liegt samt Kopf bei rund 149 Zentimetern. Zusammengefaltet fällt es mit einem Packmaß von nur 39 Zentimetern sehr kompakt aus. Der Kugelkopf CB-32F ist mit einer Friktionsschraube ausgestattet. Auffällig: Der Hersteller verzichtet auf eine Schnellwechselplatte. So muss die Kamera direkt auf die Stativkopfplatte aufgeschraubt werden. Das ist etwas umständlich. Für eine bessere Platzierung fehlt es an Extras. So gibt es etwa kein Griffpolster an den Beinen und auch keine Tasche. Trotzdem ist das FLM schon aufgrund seiner Stabilität eine Top-Empfehlung!

Leofoto Urban RF-284CT Carbon mit XB-32

Mit dem Urban RF-284CT Carbon samt XB-32-Kugelkopf ist Leofoto ein hervorragendes Reisestativ gelungen, das mit sehr guten Stabilitätswerten und einer umfangreichen Ausstattung zu überzeugen weiß. Das Stativ wiegt inklusive Kugelkopf rund 1,5 Kilogramm und lässt sich bis auf eine Arbeitshöhe von 167,5 Zentimetern ausfahren. Bei eingeschalteter Windmaschine kam es in diesem Zustand auf einen sehr guten Stabilitätswert von 90 Prozent. Richtig gut sind die 98 Prozent, die bei eingefahrener Mittelsäule erreicht werden. In dem Fall beträgt die Arbeitshöhe 141 Zentimeter. Wer die Stabilität zusätzlich erhöhen möchte, kann das Stativ über den Lasthaken mit einem Gewicht beschweren. Die Verarbeitung ist top. Die Beinverschlüsse liegen angenehm in der Hand. Neben einer robusten Tasche wird das Stativ mit Spikes, einer kurzen Mittelsäule sowie einem Multitool-Werkzeug geliefert, das auch als Flaschenöffner fungieren kann.

Manfrotto Element Traveller Carbon groß

Das günstige Manfrotto Element Traveller Carbon groß punktet mit sehr guter Stabilität und einer komfortablen Arbeitshöhe von bis zu 165 Zentimetern. Zugleich lässt es sich dank des geringen Packmaßes von 41,5 Zentimetern platzsparend im Reisegepäck verstauen. Als Zubehör liefert Manfrotto einen Beutel zum Umhängen mit und packt Spikes und Werkzeug zum Nachziehen der Schrauben bei. Zusätzlich ist das Traveller Carbon so konstruiert, dass sich eines der drei Stativbeine abschrauben und in ein Monopod umbauen lässt. Ein Lasthaken eröffnet die Möglichkeit, bei Wind gezielt gegenzusteuern. Nicht ganz so gut gefällt uns das manchmal etwas hakelige Ein- und Ausfahren der Stativbeine. Das ist zwar nicht wirklich dramatisch, bei anderen Testkandidaten klappt das jedoch flüssiger. Der Stativkopf trägt bis zu acht Kilogramm und es ist eine Libelle vorhanden, um die Kamera optimal auszurichten. Alles in allem ein Top-Stativ zum kleinen Preis.

Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten

1 Stativköpfe: Reisestative sind meist mit einem Kugelkopf ausgestattet. Wenn Sie gerne Landschaften fotografieren, sollte der Kopf über eine separate Panorama-Achse verfügen. Wir empfehlen zudem einen Kopf, bei dem die Schnellwechselplatte gegen Herausrutschen gesichert ist. Hilfreich sind außerdem Libellen, wie bei einer Wasserwaage. Sie helfen, die Kamera optimal auszurichten.
2 Polsterung: Eine Schaumstoffpolsterung an zumindest einem Bein erhöht den Tragekomfort. Bei besonders kalten oder auch heißen Temperaturen lernt man eine solche Ummantelung schnell zu schätzen.
3 Lasthaken: Leichte Reisestative geraten bei Wind schnell ins Schwanken. Ist ein Lasthaken vorhanden, kann man dem Stativ, etwa per Fotorucksack oder -tasche, mehr Standfestigkeit verleihen.
4 Schnellverschluss: In der Klasse der Reisestative setzen die meisten Hersteller auf Schraubverschlüsse, da das Aufund Abbauen so schneller geht. Reisestative mit Klemmen sind die Ausnahme.
5 Stativfüße: So gut wie alle Stative sind mit gummierten Füßen ausgestattet. Manche besitzen zusätzlich noch Spikes, die auf weichem Untergrund von Vorteil sein können.

Rollei Lion Rock Traveler S Carbon

Rollei hat seine Stativserie Lion Rock um kompakte und sehr hochwertige Reisestative erweitert. Obwohl das Lion Rock Traveler S mit seinen dünnen Beinen recht zierlich wirkt, überzeugt es beim Wind-Test bei ein- und ausgefahrener Mittelsäule mit sehr guten Stabilitätswerten zwischen 94 und 95 Prozent. Alle drei Beine sind mit einer Gummierung geschützt. Die Schraubverschlüsse der Beine lassen sich angenehm greifen. Dazu kommen Gummifüße, unter denen sich speziell geformte Spikes befinden, die sich bei gespreizten Beinen im 90-Grad-Winkel in den Boden stecken lassen. Auch der Kugelkopf bietet alles, was man braucht. Zur Friktionsschraube kommt eine Schnellwechselplatte, die über einen zusätzlichen Knopf sogar doppelt gesichert ist. Auch das weitere Zubehör fällt üppig aus. Rollei liefert eine gut gepolsterte Tasche mit und legt neben Werkzeug und einer zweiten Garnitur Gummifüße sogar noch eine zweite Schnellwechselplatte bei.

Togopod Lukas

Mit einem Packmaß von handlichen 39 Zentimetern ist das Togopod Lukas eigentlich ein idealer Kandidat für die Klasse der Reisestative. Es gibt nur einen Haken. Durch sein Gewicht von fast 1,9 Kilogramm fällt es recht schwer aus. Das hat zwei Gründe. Zum einen ist es das einzige Stativ im Testfeld, dessen Beine aus Aluminium und nicht aus dem leichteren Carbon-Material gefertigt sind. Zum anderen ist es mit einer Gesamthöhe von bis zu 188 Zentimetern zugleich auch das größte Stativ im Test. Um diese Höhe bei gleichzeitig kompakten Abmessungen zu realisieren, setzt der Hersteller auf fünf Beinauszüge und eine zweifach ausfahrbare Mittelsäule. Es werden somit auch viele Aluminiumrohre benötigt, die das Gewicht letztlich in die Höhe treiben. Was die Stabilität betrifft, erreicht das Togopod Lukas im Labor sehr gute Werte von 90 bis 95 Prozent. Wir empfehlen trotzdem, die Mittelsäule für mehr Stabilität besser nur einfach auszufahren.

3 Legged Thing Punks Billy & AirHed Neo

Das Punks Billy vom Hersteller 3 Legged Thing macht durch knallig orangene Farbakzente und einen blauen Stativkopf auf sich aufmerksam. Vom Packmaß gehört es mit 45,5 Zentimetern zu den größeren Stativen im Testfeld. Dafür erreicht es aber eine gute Arbeitshöhe von bis zu 167 Zentimetern, ohne dafür, wie manch anderer Testkandidat, auf eine zweifach ausfahrbare Mittelsäule setzen zu müssen. Dadurch fällt das Gewicht mit 1.390 Gramm auch vergleichsweise gering aus. Bei der Stabilitätsmessung kommt es bei Wind zwar auf sehr gute Werte von 91 bis 93 Prozent – hier sind einige Kontrahenten aber vor allem bei eingefahrener Mittelsäule etwas besser aufgestellt. Auch im Praxistest ließen sich die Beine durch einen von uns ausgeübten Druck von oben etwas stärker verdrehen als bei anderen Testkandidaten. Gut gefallen uns die griffigen Verschlüsse sowie die zahlreichen Wasserwaagen sowohl am Kopf als auch am Stativ selbst.

Aus unserem Testlabor: So testen wir Stative

Die Vorbereitung
Die Entfernung vom Testchart bis zur Stativmittelsäule beträgt stets drei Meter. Die Beinsegmente der Testkandidaten werden bis zum Anschlag herausgezogen und die Messungen anschließend bei ein-sowie ausgefahrener Mittelsäule durchgeführt.

Auflösungsmesschart
Zur Stabilitätsmessung setzen wir auf ein Auflösungschart, das in unserem Labor auch bei Tests von Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommt. Als Erstes messen wir unter Einsatz einer Test-DSLR, welche Auflösung die Kamera auf dem Stativ ohne äußere Einflüsse erreicht. Im Anschluss wiederholen wir die Messungen in windiger Umgebung und werten mithilfe einer Software den dadurch entstehenden Schärfeverlust aus.

Simulierte Windböen
Für die Simulation einer windigen Umgebung verwenden wir eine Windmaschine, die den Stativkopf sowie die Test-DSLR Windstößen mit einer Stärke von bis zu fünf Metern pro Sekunde aussetzt. Da Windböen in unterschiedlich starken Schüben auftreten, werden pro Durchlauf zehn Bilder per Fernauslöser und mit manuellem Fokus aufgenommen – insgesamt also 40 Testbilder pro Stativ.

Das Testurteil


Mit dem Rollei Lion Rock Traveler S gewinnt ein erstklassig ausgestattetes, aber auch hochpreisiges Stativ.


THOMAS PROBST, AUTOR

Eines muss man Rollei lassen: Kaum ein anderer Hersteller gibt im Stativ-Segment derzeit so viel Gas wie Rollei. Mit der Lion Rock Traveler-Serie werden Reisestative angeboten, die kompakt, stabil und dazu auch noch umfangreich ausgestattet sind. Rollei bietet speziell gewinkelte Spikes, einen Kopf mit doppelt gesicherter Schnellwechselplatte und vieles mehr. Das Preisschild der kleinsten Variante S hat es mit 530 Euro aber in sich. Da muss jeder selbst entscheiden, ob ein solches Stativ ins Budget passt. Günstiger und ebenfalls sehr gut, dafür aber im Packmaß größer und etwas schwerer ist das Leofoto Urban RF-284CT. Als Preistipp liefert zudem das kleine Cullmann Mundo 522TC eine super Leistung zum fairen Preis.