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ZUCHT: WFFS - aktueller Stand


Mecklenburger Pferde - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 01.02.2019

Die neue Zucht-Verbands-Ordnung gilt seit dem 1. Januar 2019 und ist unzweideutig: alle Reitpferde-Hengste, die in Hengstbuch I oder Hengstbuch II eingetragen sind oder eingetragen werden, werden auf Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) mit Hilfe des Gentests untersucht. Noch vor Inkrafttreten dieser Regeln haben und hatten eine ganze Reihe von Gestüten ihre Hengste testen lassen, die entsprechenden Vermerke, ob ein Hengst WFFS-positiv oder -negativ ist, finden sich inzwischen auf vielen websiten der Verbände und Hengststationen.


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Gesunde Fohlen sind das erste Ziel aller Züchter.


(Foto: Palys)

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... jeweilige Zuchtverband wird das Ergebnis des Gentests in der Tierzuchtbescheinigung und in seiner eigenen Datenbank dokumentieren. Die Ergebnisse werden auf der Website des jeweiligen Zuchtverbandes veröffentlicht. Das Ergebnis dient nur zur Information für die Züchter, hat aber keinen Einfluss auf die Eintragung der Hengste. Warum auch.

Der letzte Satz zeigt deutlich, wohin die Reise geht. Zwar steht zu vermuten, dass Hengste, die WFFSpositiv sind, weniger zum Zuchteinsatz kommen könnten und gerade für junge Hengste macht das den Markt nicht einfacher, doch das große “Aufräumen” ist wohl nicht zu erwarten. WFFS ist kein Virus, sondern eine Genmutation, die bei erkrankten Fohlen zu Hautbrüchigkeit führt. Die unheilbare Bindegewebsstörung führt zum Tod eines Fohlens. Allerdings muss klar gesagt werden, das selten Fohlen mit dieser Krankheit lebend auf die Welt kommen. Das defekte Gen wird autosomal-rezessiv vererbt. Nur wenn beide Elterntiere Träger des Gendefektes sind, besteht eine 25-prozentige Chance, dass das Fohlen an WFFS erkrankt. Ist ein Elternteil WFFS-positiv, kann es den Gendefekt an das Fohlen vererben, das jedoch nicht an WFFS erkrankt, aber dann Träger des mutierten Gens sein kann - wie gesagt kann.

Die Erkrankung und der Zusammenhang mit der Vererbung wurde erst vor einigen wenigen Jahren in den USA entdeckt. WFFS dürfte es schon lange geben, nur wußte es niemand. Die späte Erkenntnis dürfte wesentlich damit zusammenhängen, das erkrankte Fohlen kaum jemals zur Welt kommen, sondern schon vorher als Abort abgehen. Weder das eine noch das andere ist wünschenswert. Jeden WFFS-Gendefekt-Träger jedoch aus den Zuchtbüchern zu schmeissen, wäre allerdings auch keine zielführende Reaktion.

D`OLYMPIC IST WFFSPOSITIV UND BLEIBT IM DECKEINSA TZ

Ein prominentes Beispiel ist der Redefiner Landbeschäler D`Olympic, der 1994 geborene Elitehengst, der mit einer großen Zahl an Sport- und Zuchtpferden glänzen kann. Das “Risiko” WFFS ist einschätzbar und steht in keinem Verhältnis zum Verlust des Hengstes für die Mecklenburgische Pferdezucht. Der Dunkelfuchs ist ein Aushängeschild des Landgestütes Redefin, so wie es auch Juventus oder der zuletzt bei Arno Göwe aufgestellte Methusalem waren. Das Landgestüt hat auf die Untersuchungsergebnisse für seine Hengste reagiert und eine Regelung gefunden, die dem Bedürfnis nach Transparenz gerecht wird. Hengste, die den Gendefekt tragen und damit weitergeben könnten, werden nicht per se aus der Zucht genommen.

Aber: Möchte ein Züchter oder eine Züchterin einen WFFS-positiven Hengst benutzen, dann muss die Stute zwingend auf den Gendefekt getestet werden. Bei Vorlage des negativen Testergebnisses und der Rechnung des untersuchenden Labors erhält die Züchterin/ der Züchter das Sperma für die Stute und einen Rabatt auf die Decktaxe in Höhe der Laborkosten für die WFFS-Untersuchung.

Ist die Stute positiv getestet, gibt es keine Chance zur Bedeckung mit einem WFFS-positiven Hengst des Landgestütes. Entscheidet sich der Interessent für einen anderen, negativ getesteten Redefiner Landbeschäler, so erhält er bei Vorlage des positiven Testergebnisses seiner Stute und der Rechnung des untersuchenden Labors ebenfalls einen Rabatt auf die Decktaxe in Höhe der Test-Laborkosten.

Hengsthalter und Landgestüt bieten bei Nutzung eines Hengstes, der Anlageträger ist, teilweise Verrechnung, bzw. Kostenübernahme für den Test der Stute an. Hier ist Anna Ebel-Jürgens mit Stute und Fohlen bei einer Schau zu sehen.


(Foto: Palys)

Eine salomonische Lösung. Ohnehin dürfte es auch für Züchter sinnvoll sein, ihre Stuten auf WFFS testen zu lassen, denn immerhin besteht bei einer WFFS-positiven Zuchtstute ja auch die Chance, ein Fohlen zu bekommen, das Träger des Gendefektes ist. Der Pferdezuchtverband Mecklenburg-Vorpommern ist für seine Mitglieder Ansprechpartner zum WFFS-Test.

GESTÜT LEWITZ-KEIN GRUND ZUR PA NIK

Paul Schockemöhle - der ja immer mal für Worte mit Wirkung gut ist - winkt mit Geld. Und zwar mit 10.000 Euro für den konkreten Fall, dass ein Fohlen von seinen Hengsten, so sie denn WFFS-positiv sind, nachweislich mit der Erkrankung zur Welt kommt. Der Nachweis muss abgesichert sein und zwar durch eine Tierärztliche Hochschule. In dem Fall würde der Züchter des Fohlens 10.000 Euro erhalten. Als Schadensersatz sei das nicht gedacht, unterstreicht der Lewitz-Inhaber.

Eher als Reaktion auf die Panik, die sich teilweise wegen WFFS breit gemacht habe. Diese Summe ist nicht als Schadensersatz zu verstehen. Zitat: “Sie soll vielmehr zum Ausdruck bringen, dass der durch die ausführliche Berichterstattung in den Medien entstanden Eindruck, es handle sich fast um eine Seuche und WFFS-Genträger-Hengste müssten von der Zucht ausgeschlossen werden, völlig überzogen ist.” In all den Jahren in der Lewitz, sei noch kein Fohlen an WFFS erkrankt und deshalb nicht überlebensfähig gewesen, so Schockemöhle weiter.

Recht hat er was die Schlussfolgerung betrifft, es handelt sich um einen Gendefekt, nicht um eine Seuche. Interessant wäre bestenfalls noch zu wissen, welche Medien von einer Seuche berichtet haben… Schockemöhle und die Mitarbeiter des Gestüts Lewitz haben Erfahrung mit öffentlicher Meinung und Wahrnehmung von Fakten. Als vor wenigen Jahren ein niederländischer Pharmakonzern eine auf drei Jahre angelegte Impfversuchsreihe für Fohlen mit einem genmanipulierten Lebendimpfstoff auf dem Gestüt Lewitz in einem Quarantänestall beginnen woltte, brach ein irrwitziger Sturm der Entrüstung aus. Genmanipuliert kam das Bakterium Rhodococcus Equi zum Einsatz. Das Bakterium kann eitrige Lungenentzündungen bei Fohlen hervorrufen, die oft tödlich enden, der Impfstoff war um die krankmachenden genetischen Bestandteile reduziert worden. Rings um das Gestüt Lewitz wurde protestiert. Aber wogegen eigentlich? Ob mit oder ohne Impfversuch ist Rhodococcus Equi ein “Allerweltsbakterium”, das außer in der Antarktis überall vorhanden ist….

NAC HDENKEN UND HANDELN

Zu den großen Stationen, die sich zuletzt äußerten, zählt auch das Gestüt Sprehe, das bekanntlich gute Verbindungen nach Mecklenburg-Vorpommern unterhält und dessen Hengste viel genutzt werden. Das Gestüt bietet Züchtern die Beteiligung an den Kosten für den WFFS-Test der Stute an. Sollten Züchter also einen Sprehe-Hengst nutzen, der Anlageträger ist, können die nachweislich entstandenen Kosten für den Test einer Stute in Form einer Deckgeldgutschrift berücksichtigt werden.

Hengsthalter Heiko Schmidt (Neu-Benthen), der am 15. März seine Hengstarmada in der Reithalle in neu-Benthen präsentiert, hat noch nicht alle Testergebnisse vorliegen, konnte aber bereits vermelden, dass seine Stars Cellestial und Come and Fly WFFS-negativ sind. Gut Zwei-Drittel der Hengste ist bereits getestet ohne positiven Befund, letzte Resultate erwartet die Hengststation Schmidt noch.

Elitehengst D`Olympic-Produzent sport- und zuchterfolgreicher Pferde.


(Foto: Hagemeister)