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ZUCHTPORTRÄT CHACCO-BLUE: „EINER, DER IMMER RÜBER WOLLTE“


St.GEORG - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 18.04.2019

Er war eines der größten Talente im Springsport, starb viel zu früh – und ist posthum der erfolgreichste Springpferdevererber weltweit:CHACCO-BLUE, zudem der persönliche Liebling von Paul Schockemöhle. Das will etwas heißen bei mehreren tausend eigenen Pferden


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Ein besonderes Trio: Paul Schockemöhle und Andreas Kreuzer im Sattel von Chacco-Blue. Das war 2011 in Mühlen.


Foto: www.toffi-images.de

Die Guten, so heißt es, sterben immer zu früh. Für kaum einen Hengst scheint diese Weisheit so zu stimmen, wie für Chacco-Blue. Der Mecklenburger Deckhengst ist unter den Springvererbern derzeit die ...

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... unangefochtene Nummer eins. Keiner hat mehr Nachkommen gezeugt, die auch nur annähernd so erfolgreich sind wie die Kinder des Braunen Chambertin-Sohns. Über 4,33 Millionen Euro haben sie im Sport bislang verdient, in Deutschland – also ohne die zahlreichen Erfolge aus dem Ausland. Mehr als 860.000 Euro stehen allein auf dem Konto des KWPN-Wallachs Explosion-W, dem Shooting Star in der Global Champions Tour 2018 unter Ben Maher (GBR), einer von vielen „Chaccos“ im Sport. Weitere Nachkommen sind Große Preis-Sieger, Kör-Siegerhengste, Springpferde-Weltmeister, Auktions-Preisspitzen oder trugen ihre Reiter zu Championats-Medaillen. In die Wiege gelegt wurde Chacco-Blue diese Weltkarriere nicht.

BEGINN IN NORDWEST-MECKLENBURG

So global die Erfolge von Chacco-Blues Nachkommen, so ländlich ist er selbst groß geworden. Sein Züchter Karl-Heinz Köpp arbeitete im Exportstall des Volkseigenen Gutes (VEG) Groß Stieten. Hier, zwischen Wismar und der Landeshauptstadt Schwerin, ritt Köpp „Exportpferde“, die in den Westen verkauft wurden. Er fuhr Kutsche und Kremserwagen. Nach Auflösung des VEG sattelte er um. Er wurde Maler und erwarb eine besondere Stute: Dispatcherfolge, Chacco-Blues Urgroßmutter. „Als auf dem Gut die Lichter ausgingen, konnte ich meine Lieblinge kaufen. Dispatcherfolge führte damals ein Halblutstutfohlen von Godavari xx bei Fuß, das war Godahra II, Chaccos Großmutter.“ Ihr Sportname war Dara und sie hatte genau das, was Chacco-Blue und seine Kinder auszeichnet: „Die haben alle Biss wie der Teufel, die muss man nicht anschubsen, die wollen alle gehen, sind echte Sportler und wollen keine Fehler machen.“ Mit Dara war Köpp, Spitzname Heinzi, selbst im Turniersport erfolgreich. „Die lief bis S. Ihre Tochter Godahra habe ich auch geritten, genauso viel Biss. Nach der Wende kam ich an tolle Hengste heran, wählte Contender für sie aus.“ So kam 1994 Contara zur Welt. Godahra wurde von Nationenpreisreiter André Plath, mit dem Köpp seit vielen Jahren zusammenarbeitet, bis S geritten, dann an den Pferdehändler Heckmann verkauft. Dessen Tochter Isabel ritt die schnelle Stute hocherfolgreich. Insgesamt 65 S-Platzierungen hat sie erreicht. Für ihre Tochter Contara hatte Köpp etwas ganz Besonderes im Sinn: „Der Hengst Chambertin war ein Flugzeug, der zog die Beine bis an die Ohren an. Solche Pferde wollte ich züchten.“

SCHON AUF DER WEIDE EIN „POSER“

1998 wurde Chacco-Blue geboren. „So ein Fohlen hat man nicht alle Tage im Stall. Der kam mit riesig langen Beinen und einem edlen Kopf auf die Welt. Wenn er auf der Weide war, dann wollte er posen und sich präsentieren. Auf der Fohlenschau wurde er Siegerfohlen, beim Landeschampionat zählte er zu den Besten und wurde Elitefohlen.“ Contara sammelte danach unter André Plath bis S. „Contara hatte eigentlich nur Tischhöhe drin, aber eine ungebändigte Einstellung zum Sport. Sie war sehr heiß und kribbelig, sie hat die Sprünge regelrecht gesucht und sogar Weltcup-Springen in Vilnius gewonnen“, erinnert sich Plath, der sie nach der Sportkarriere als Zuchtstute ins französische Gestüt Haras de Hus verkaufte. Dort bekam sie mit Levistan zwei Nachkommen, darunter den international unter dem Franzosen Jonathan Chabrol erfolgreichen Schimmelhengst Broker de Hus. Contaras Vollschwester Contara II brachte Chantara zur Welt, laut Abstammung blutidentisch zu Chacco-Blue. Sie hat bei Karl Heinz Köpp bereits acht Nachkommen. Zurück zu Chacco-Blue. Als Fohlen erwarb ihn Andrés Vater Georg Plath und zog ihn auf der Ostsee-Insel Poel auf dem Familienbetrieb auf. Als Junghengst ging es zur Körung. „Der sprang damals schon wie eine Maschine, klappte die Vorderbeine weg, dass man staunte und wollte immer durch die Sprungreihe, ohne dass man nachtreiben musste“, so Züchter Köpp. Doch die Mecklenburger Körkommission lehnte den körperlich noch etwas unfertigen Hengst ab.

BEI DER KÖRUNG GESCHMÄHT

„Da war ich enttäuscht und habe nach einem weiteren Erlebnis später zum OS-Verband gewechselt.“ Plath und Köpp glaubten an den Hengst und ließen sich nicht beirren. Vierjährig absolvierte er als nicht gekörter Hengst den 70-Tage-Test in Neustadt/Dosse, siegte mit 136,61 Punkten im Springindex und wurde Gesamtzweiter. Nun war der Mecklenburger Verband bereit für ein positives Körurteil. „Vier- und fünfjährig hat Chacco-Blue nur einen einzigen Springfehler gemacht, sonst hat er nie eine Latte umgehauen“, sagt André Plath. Parallel zum Turniereinsatz deckte der Hengst im Natursprung einige Stuten, fuhr trotzdem im Zwei-Pferde-Anhänger mit einem Wallach daneben los. Nächste Station: Bundeschampionat. „Bei der Quali in Cottbus war ich direkt erster Starter und die Prüfung ging früher los. Wir haben trotzdem mit 9,0 gewonnen“, so Plath. „Nur einmal verkannten die Richter seine Qualität und wir gingen kurz vorm Bundeschampionat mit 6,5 vom Platz.“ 22 Siege verzeichnete Chacco-Blue in Springpferdeprüfungen der Klassen A, L und M. Bevor Plath und Chacco-Blue nach Warendorf reisten, war Paul Schockemöhle schon im Bilde. „Hier in Mecklenburg läuft ein Hengst herum, der springt sehr gut“, bekam PS einen Anruf und ein Video geschickt. „Ich habe mir einen Preis und ein Vorkaufsrecht für Chacco-Blue einräumen lassen und ihn mir dann auf dem Bundeschampionat angesehen. Da wurde er von Tag zu Tag besser, kam dort ganz natürlich an. Im Finale wurde er Sechster und zog danach direkt von Warendorf nach Mühlen“, erzählt Schockemöhle.

SCHOCKEMÖHLES FAVORIT

„Ein Pferd mit einem solchen Kampfgeist hatte ich noch nicht gehabt“, erinnert er sich. Grinsend und mit einem „typischen Schockemöhle“ fügt er hinzu: „Ich bin auch ein bisschen ehrgeizig und vielleicht ist er deswegen auch mein Lieblingshengst geworden. Sein Charakter war einfach fantastisch.“ Sechsjährig qualifizierte sich Chacco-Blue unter PS-Bereiter Cameron Hanley erneut fürs Bundeschampionat. „Im Stechen wollte Cameron kurz vor dem Ziel eine enge Wendung einlegen, Chacco sah einen anderen Sprung und steuerte auf ihn zu. Dort stand ein Fotograf, doch Chacco-Blue sprang einfach rüber und wurde eliminiert. So war er, wenn er einen Sprung sah, dann wollte er da rüber“, denkt PS an den spektakulären Auftritt in Warendorf zurück. Nach Cameron Hanley ritt Gerardus Krijnen den Hengst. Erste S-Erfolge erzielte er mit Fritz Fervers, erste internationale S-Platzierungen unter Manuel Fernandez Saro. Ab 2007 hatte ihn Alois Pollmann-Schweckhorst unter dem Sattel. Das Paar gewann Drei-Sterne-Springen in London 2008, viele Große Preise sahen das Paar auf einem Podiumsplatz. Auch in Nationenpreisen war „Chacco“ erfolgreich. 2010 wurden „Alo“ und „Chacco“ Dritter der Deutschen Meisterschaft. Als Pollmann-Schweckhorst Mühlen verließ, waren die Bereiter gespannt, wer den Hengst übernehmen dürfe. „Chacco war damals ,das‘ Pferd in Mühlen und ich hätte nie damit gerechnet, dass ich ihn bekommen würde“, erzählt Andreas Kreuzer, damals 20 Jahre alt. Sein Trainer Norbert Nuxoll rief ihn morgens an: „Ab morgen hast Du noch ein Pferd auf Deiner Liste.“ Und das war Chacco-Blue.

HAMBURG, AACHEN …

In Hamburg ritt Kreuzer 2011 seinen ersten Großen Preis auf Fünf-Sterne-Niveau, wurde 14. Das Paar durfte beim CHIO Aachen starten, wurde dort unter dem begeisterten Jubel von rund 40.000 Zuschauern Dritter im Großen Preis. Plötzlich stand der bis dato international noch wenig bekannte Kreuzer in der Weltöffentlichkeit. „Dieses Pferd hat meinen ganzen Lebenslauf und meine Karriere geprägt und mir viele Türen geöffnet. Er war so besonders, so intelligent und gutmütig und dann dieser Kampfgeist im Parcours. Wenn man in das Stadion einritt, wuchs Chacco gefühlt einige Zentimeter unter mir. Er legte einen Schalter um und war ,an‘, dann war alles da.“ Genau dieser Kick an Extra-Kampfgeist zeichne die Chacco-Blue Kinder aus: „Ich habe viele Nachkommen gesehen, große, kleine, schöne, weniger schöne. Alle haben sie eines gemeinsam: ihre unglaubliche Einstellung und ihren Ehrgeiz, keinen Fehler zu machen. Im Parcours sind sie mutige Löwen.“

Für Kreuzer war Chacco-Blue das richtige Pferd zur richtigen Zeit. „Der Fokus lag auf einer weiteren internationalen Karriere.“ Im Winter verschlechterte sich auf einmal die Spermaqualität des Deckhengstes merklich. „Wir konnten uns nicht erklären, warum. Schließlich bekamen wir von Dr. Stiehl den Tipp, den Hengst auf Borreliose zu testen. Und tatsächlich war Chacco positiv und wurde mit starken Antibiotika behandelt“, lässt Paul Schockemöhle die ersten Tage des Jahres 2012 Revue passieren. Es gelang, die Borreliose in den Griff zu bekommen. Chaccos Samen verbesserte sich. Aufatmen nach der erneuten Blutuntersuchung: Sie zeigte keinen Borreliose-Titer mehr. „Er war wieder top in Schuss und gewann mit Andreas den Großen Preis von Neumünster.“ Doch dann kam die Deutsche Meisterschaft in Balve. In der ersten Wertung machte Chacco zwei Fehler. „Ich hatte das Gefühl, ich müsste ihn über die Sprünge tragen. Das war ganz untypisch“, denkt Kreuzer zurück. Die Meisterschaft wurde für die beiden vorzeitig abgebrochen. Da wusste noch keiner, dass dies gerade der letzte Parcours in Chaccos Leben war.

Montagmorgen stand ein Termin in der dem Stall Schockemöhle gegenüberliegenden Tierklinik an. „Kaum war er aus dem Stall heraus, begann Chacco zu straucheln, fiel um und war auf der Stelle tot“, berichtet Paul Schockemöhle. Am 5. Juni 2012 endete das Leben eines großartigen Pferdes. „Das war ein gewaltiger Schlag. Wir dachten, er hätte die Borreliose komplett überstanden. Doch sie hatte sein Herz vergrößert. Sein Tod war ein enormer Verlust, nicht nur finanziell, sondern für mich auch sehr emotional“, so PS. Für Andreas Kreuzer brach eine Welt zusammen. „Wenn so ein besonderes Pferd, zu dem ich eine sehr enge Bindung hatte, von heute auf morgen nicht mehr da ist, dann ist das ein Riesenschock. Ich bin Chacco unendlich dankbar für die fantastische gemeinsame Zeit, die leider viel zu kurz war.“

CHEFSACHE

Mit dem frühen Tod des Hengstes – er war gerade 14 Jahre alt – hatte keiner gerechnet. „Seine sportliche Karriere stand an erster Stelle. Darum haben wir auch nicht viel Tiefgefriersamen gewonnen“, so Großzüchter Schockemöhle. Rund 100 Töchter des Hengstes stehen auf seinem Gestüt Lewitz, das gerade einmal 60 Kilometer südlich von „Chaccos“ Geburtsort Groß Stieten entfernt liegt. Wie die wenigen Portionen Tiefgefriersamen verwendet werden, entscheidet allein Schockemöhle. „Es gibt nur noch wenige Pailletten. Die stehen nicht zum Verkauf und werden von mir persönlich ganz gezielt eingesetzt.“ Drei seiner Söhne hat er derzeit im Deckeinsatz: den siebenjährigen Chacfly PS, siegreich in Springpferdeprüfungen und bei seiner Hengstleistungsprüfung sechsmal mit der 10,0 ausgezeichnet. International erfolgreich ist der zwölfjährige Chacgrano. „Der kommt ihm vom Typ her am nächsten“, sagt Schockemöhle. Das Trio komplettiert der Schimmel Chacoon Blue aus der Familie des Olympiasiegers Askan. Ihn reitet Philipp Rüping erfolgreich. „Der springt fantastisch“, sagt PS. Wer ihn kennt, weiß, dass Übertreibungen nicht seine Art sind.

Mit Chacco-Blue gelang Andreas Kreuzer der Sprung in die Weltspitze, hier in Hamburg.


Foto: www.toffi-images.de


„Wenn man in das Stadion einritt, wuchs Chacco gefühlt einige Zentimeter unter mir. Er legte einen Schalter um und war ,an‘.“
Andreas Kreuzer


Gerade ein paar Stunden alt: Chacco-Blue nach der Geburt.


Fotos: privat

Urgroßmutter Dispatcherfolge


DIE NUMMER 1 DER WELT: GESTATTEN, CHACCO-BLUE …

…geb. 1998 bei Karl Heinz Köpp in Groß Stieten/Mecklenburg.…gest. 2012 an den Folgen einer Borreliose-Erkrankung.
Vater: Chambertin v. Cambridge-Cor de la Bryère, Holsteiner Stamm 18A2, fünf- und sechsjährig Sieger der Finalqualifikationen beim Bundeschampionat. Wegen eines Kreuzbandrisses nicht weiter im Sport eingesetzt.
Mutter: Contara (Mecklenburg) v. Contender-Godavari xx Mutter Contara und Großmutter Godahra II waren bis S-Springen, Urgroßmutter Dispatcherfolge bis M-Springen erfolgreich.Größte Erfolge: Dritter im Großen Preis von Aachen 2011 mit Andreas Kreuzer, Dritter im Großen Preis von Falsterbo 2010 mit Alois Pollmann-Schweckhorst, Sieger Großer Preis VR-Classics Neumünster 2012, Zweiter u. a. in Mannheim, Hachenburg, Münster, Dritter in den Großen Preisen von Balve, Nörten-Hardenberg und im Nationenpreis La Baule (FRA).Chacco-Blue lieferte als Deckhengst bislang*
1.325 sporterfolgreiche Nachkommen
412 S-Springpferde
42 gekörte Hengste
169 Pferde in der Weltrangliste der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH)**In der WBFSH-Wertung der erfolgreichsten Springpferdevererber: 2017 & 2018 Platz 1Nachkommen-Lebensgewinnsumme im deutschen Sport: 4,33 Millionen Euro*. Da etliche seiner Nachkommen wenig auf deutschen Turnierplätzen unterwegs sind, dürfte seine Gewinnsumme weltweit längst die 5 Millionen-Grenze überschritten haben. *laut Erfolgsdaten Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) **www.wbfsh.org

Großmutter Godhara II wurde genauso von André Plath geritten …


Foto: Wego

… wie Chacco-Blues Mutter Contara v. Contender.


Foto: Wego

AFP COSMIC BLUE – der erste Volltreffer

OS-Wallach, geb. 2004 aus der Jandra v. Juventus, Züchter: Jörg Hünemörder. Aus dem zahlenmäßig noch dünnen zweiten Jahrgang stammt Cosmic Blue. Mal steuert ihn Vater André Plath über die ganz dicken Sachen wie das Derby (li.) in Hamburg oder im Rahmen der Global Champions Tour in Berlin, dann wiederum Tochter Lilli in der Children-Tour.

Chacco-Blue und Andreas Kreuzer nach einer Trainingseinheit in ihrem Heimatstall in Mühlen.


Foto: www.toffi-images.de


„Er war so besonders, so intelligent und gutmütig und dann dieser Kampfgeist im Parcours.“
Andreas Kreuzer


André Plath ritt „Chacco“ auch fünfjährig auf dem Bundeschampionat.


Fotos: Wego

EXPLOSION W – zehn Jahre, knapp 900.000 Euro gewonnen

KWPN Wallach, geb. 2009 aus der Uarina v. Baloubet du Rouet Züchter: Willy Wijnen, Niederlande Ein mutiger Löwe im Parcours, ein sanfter Riese im Umgang, ein Sensibelchen beim Aufsteigen und der absolute Spitzenverdiener: Wer Explosion-W mit dem Briten Ben Maher über den Parcours fliegen sieht, seine Siege in Madrid, Rom und Doha verfolgte, weiß, was die Faszination Chacco-Blue ausmacht: Kraft, Vermögen, Mut, unbedingter Leistungswille und Ehrgeiz. „Was Explosion neunjährig geleistet hat, ist unfassbar. Er hat eine unglaubliche Einstellung und das Potenzial, zu einer echten Springsport-Persönlichkeit wie Shutterfly oder Hickstead zu reifen“, sagt sein Reiter Ben Maher. Das Paar verdiente allein 2018 in der Global Champions Tour (LGCT) über 770.000 Euro, siegte in den Großen Preisen von Madrid, Rom und Doha.

Ben Maher und sein springender Großverdiener Explosion W.


Foto: GCT/Stefano Grasso

Verrückt, aber genial: Blue Movie unter Rowan Willis (AUS). Das Paar wurde Zwölfter der WM 2018.


DIE NUMMER 1 DER WELT: WELTMEISTERSCHAFTEN TRYON 2018

Acht Chacco-Blue-Nachkommen gingen bei den Weltmeisterschaften 2018 in Tryon an den Start. Chaqui Z und Shane Sweetnam (Irland), Chacco Kid mit Eric Lamaze (Kanada), Chacna mit Enrique Gonzales (Mexiko), Chacco Blue II mit Szabolcs Kruscó (Ungarn), Chactino mit Ibrahim Hani Bisharat (Jordanien), Chacco Balou mit Reynaldo Robert Daza Cardozo (Bolivien), Chalou mit Emanuele Gaudiano (Italien) und Blue Movie mit dem Australier Rowan Willis, Zwölfte der Einzelwertung.

Blue Movie ist eine Tochter der unter John Whitaker und Nick Skelton international erfolgreichen Pilot-Tochter Showtime. Der Australier Rowan Willis, 38, sagt, sie sei eigentlich unreitbar. „Springen zu Hause? Unmöglich! Dressurmäßiges arbeiten? Geht kaum! Ich reite sie aus oder nehme sie als Handpferd mit. Auf dem Turnier geht es besser. Da kann ich auf dem Abreiteplatz ein paar Sprünge machen. Und dann rein in den Parcours”, sagt der in England ansässige Australier. Die quirlige Stute Blue Movie (übrigens Englisch für nicht jugendfreie Filme) ist beim Anglo European Studbook registriert. „Ich kenne sie schon als Fohlen. Ich wollte sie immer schon kaufen. Als sie fünf war, ist mir das mit Freunden gelungen.“ Sponsoren habe er keine. „Blue Movie ist mein Sponsor! 2018 hat sie eine halbe Million gewonnen.“

Eric Lamaze (CAN) und Chacco Kid zählen zu den internationalen Top-Verdienern.


Foto: www.hippofptp.be

Miss Untouchable mit Leopold van Asten (NED) beim Nationenpreisfinale in Barcelona 2018.


F oto: www.hippofoto.be

MISS UNTOUCHABLE –

ihr Name ist Programm
Oldenburger Stute, geb. 2007, aus der Lindauway v. Aldatus Züchterin: Manuela Lachnit Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt: Anfangs war die Stute heiß, sehr sensibel und ihr niederländischer Reiter Leopold van Asten musste viel daran arbeiten, ihr Gelassenheit zu vermitteln. Inzwischen hat das Paar über 100.000 Euro auf der GCT gewonnen, war Siebte im Preis von Europa beim CHIO Aachen 2018. „Ihre Mentalität ist unglaublich, sie will nie einen Fehler machen“, so Leopold van Asten. Achtjährig war die Oldenburger Stute mit dem Iren Michael Duffy Fünfte auf der EM der Jungen Reiter.

CHACCO’S SON I – ein „Chacco“ für Deutschland

Westfälischer Hengst, geb. 2007 aus der Lancley v. Lancer III Züchter: Wilhelm Schwenker Mit dem gekörten Hengst Chacco’s Son I holte Maurice Tebbel EM-Team-Silber, wurde Deutscher Meister der Jungen Reiter und gewann Nationenpreise, u. a. zweimal den in Aachen. „Er hat zwei verschiedene Persönlichkeiten: Zuhause ist er sehr guckig, war anfangs kaum durch einen Parcours zu bekommen. Doch auf dem Turnier beeindruckt ihn nichts, je größer, je besser und er zeigt allen, dass er Hengst ist“, so Maurice Tebbel, mit dem er neben WM-Pferd Don Diarado auch für Tryon in der Auswahl stand.

Foto: Toffi

CHACFLY PS – 6 x 10,0

Hannoveraner Hengst, geb. 2012, aus der Shentara v. Sir Shutterfly, Z.: Gestüt Lewitz Absolvierte mit Gesamtergebnis 9,49 seine HLP 2017 in Adelheidsdorf, erhielt dort sechsmal 10,0, vielfacher Sieger in Springpferdeprüfungen.


„Sein Charakter war einfach fantastisch.“
Paul Schockemöhle


CHACCON BLUE – olympische Ahnen

Mecklenburger Hengst, geb. 2009 aus der Cindina v. Cartoon Z.: Gestüt Lewitz Top-Platzierungen in Weltranglisten-Springen unter Philip Rüping.

Foto: Lafrentz

DIE PS-ZUCHT: AUS DER LEWITZ IN DIE WELT-ARENEN

Auf dem Gestüt Lewitz von Paul Schockemöhle sind viele Chacco-Blue-Kinder zur Welt gekommen. Hier eine Auswahl der erfolgreichsten:

CHACGRANO – Ebenbild seines Vaters

OS-Hengst, geb. 2007, aus der Gastona v. Grannus International unter dem Brasilianer Eduardo Menezes in der Global Champions Tour erfolgreich, mit Patrick Stühlmeyer u. a. platziert in Calgary, Hickstead, Wiesbaden, Herning etc. Unlängst Vierter im Großen Preis der Bundesrepublik in der Westfalenhalle Dortmund. Gekörter Hengst.

CHACNA – die schnellste Stute Mexikos

Hannoveraner Stute, geb. 2007, aus der Karewa v. Narew xx Neben ihrem WM-Einsatz in Tryon siegte Chacna unter dem Mexikaner Enrique Gonzales im Großen Preis von Samorin im Juli 2018, dazu in Spruce Meadows und Coapexpan. Ihr Vollbruder Chadino nahm 2014 an den Weltreiterspielen und 2016 an den Olympischen Spielen für die Ukraine teil, gewann 2018 unter dem Franzosen Simon Delestre Fünf-Sterne-Prüfungen in Bordeaux, Leipzig, Paris und Waregem.

CHACCLANA – sammelt Große Preise

OS-Stute, geb. 2009, aus der Ramilana v. Capilano Chacclana war mit dem Polen Jaroslaw Skrzyczynsk 2018 extrem erfolgreich unterwegs: Das Paar gewann die World Cup Stationen Poznan, Warschau, Pezinok und Lezno sowie die Großen Preise von Samorin, Jakubowize und Michalowice.

CHACCIANA – weltmeisterliche Tochter

OS-Stute, geb. 2005, aus der Rebecca v. Andiamo Z Weltmeisterin der siebenjährigen Springpferde 2012 unter Florian Meyer zu Hartum in Lanaken auf dem Gestüt Zangersheide.


Foto: www.toffi-images.de

Foto: www.sportfotos-lafrentz.de

Foto: Beelitz

Foto: Toffi

Foto: Lafrentz