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ZUKUNFT: Der Kübel kommt wieder


Auto Bild allrad - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 05.04.2019

VW steckt Milliarden in die Entwicklung von Elektroautos, gern mit Verweisen auf die Markengeschichte: Kübelwagen und Buggy sollen zurückkehren


Artikelbild für den Artikel "ZUKUNFT: Der Kübel kommt wieder" aus der Ausgabe 5/2019 von Auto Bild allrad. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild allrad, Ausgabe 5/2019

VW TYP 181 RETRO
Neuauflage des Kübels von 1969


E-Motoren an beiden Achsen

Es sind nicht weniger als 20 verschiedene Elektromodelle, die der VW-Konzern in einer ersten E-Welle ab 2020 auf den Markt bringen will. Es werden Alltagsautos vom Schlage eines Golf oder Passat dabei sein, aber auch Autos, die richtig Lust auf Elektromobilität machen sollen, abseits rationaler Vorzüge.

Und hier kommen wiederbelebte Kultautos aus vergangenen Zeiten ins Spiel. VW-Chef Herbert ...

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... Diess hat tief ins Firmenarchiv geschaut und drei Modelle gefunden, die die Lust am Elektroauto entfachen könnten.

Vor allem in den USA warten die Fans auf Hingucker mit Retrobezug. Dort hatte schon der bei uns nur mäßig erfolgreiche New Beetle treue Käufer, trotz der Golf-Architektur mit Motor am falschen Ende. Und in Kalifornien ist die Bulli-Dichte fast so hoch wie bei uns die des Golf. Für eine Neuauflage würde sich vor allem der Typ 181 Kurierwagen anbieten, gebaut von 1969 bis 1980. Bundeswehrsoldaten nannten ihn „Kübel“ wegen seiner engen Verwandtschaft zum Wehrmachts-Kübelwagen des Zweiten Weltkriegs, die Amerikaner verpassten ihm den Spitznamen „The Thing“. Das im Wesentlichen aus Käfer-1500-Teilen auf Karmann-Ghia-Plattformrahmen aufgebaute, in Militärwie Zivilversionen angebotene Gefährt konnte mit Heckmotor und -antrieb freilich nur eine begrenzte Geländetauglichkeit bieten, war aber in Nordamerika ein Verkaufserfolg. VW hatte das Käfer-Derivat im Spätsommer 1969 auf ersten Pressefotos als lässiges Lifestylefahrzeug inszeniert, mit jungen Menschen, langen Haaren, Gitarren. Der krude Wellblech-Beetle war wohl einer der wenigen Gegenstände jener Zeit, auf den sich Soldaten und Hippies einigen konnten.


Der Zivil-Kübel zielt auf den US-Markt – wie 1969


Beschlossen ist der Retro- Kübel noch nicht, aber Insider berichten, dass VW-Chef Diess speziell bei diesem Projekt leuchtende Augen bekomme. Denn der Erfolg in den USA bescherte dem Kübel einst hohe Absatzzahlen. Mehr als 140000 Stück sollen in elf Jahren von den Bändern gerollt sein, erst in Wolfsburg, später in Hannover, in Emden und dann in Mexiko. Dieses reduzierte, radikal offene Gefährt mit seinem bekennenden Nichtdesign hatte in Nordamerika offenbar mehr Fans als die Rolling Stones.

Mit der neuen Elektro-Plattform von VW wäre es – anders als beim historischen Vorbild – ohne konstruktive Klimmzüge möglich, den Kübel mit Allradantrieb auszustatten. Denn diese Plattform ist im Prinzip ein Riesen-Skateboard mit Akkus im Wagenboden und Elektromotoren wahlweise an einer oder beiden Achsen – einfacher lässt sich ein Allrad nicht realisieren.


Im Gelände erstmals tatsächlich brauchbar


Auf losem Untergrund wäre die batteriegetriebene Neuauflage dem Klassiker auf jeden Fall überlegen: Wer das Drehmoment von vornherein auf vier Räder verteilt, gräbt sich in Matsch oder Sand eben nicht so schnell ein wie der heckgetriebene Oldtimer, der auf losem Geläuf gern nach unten fuhr statt nach vorn. Wer den Schwung verlor, steckte schnell fest. Traktion wie Spurtreue lägen bei einem Elektro-Allradler auf ganz anderem Niveau als beim käferbasierten Vorbild. VW hat seine Elektroplattform modular konstruiert. 2WDBasismodelle erhalten ein kleines Akku-Paket mit 48 kWh Kapazität, was im Alltag für rund 330 Kilometer reichen sollen. Die mittlere Akkugröße liegt bei 60 kWh, das teuerste Modell soll mit 80 kWh rund 550 Kilometer schaffen. Es ist mit einem zusätzlichen Motor an der Vorderachse verfügbar; die gesamte Leistung liegt bei mehr als 250 kW – das sind völlig andere Leistungsdimensionen als beim historischen Vorbild, dessen stärkste Versionen gerade mal 35 kW (48 PS) geräuschvoll auf die Hinterachse stemmten. Statt mechanischer Wellen übernimmt ein Steuergerät die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Die Idee, ein reduziertes Auto zu bauen, ist morgen so modern wie gestern. Und hat für den Hersteller Vorteile: kein Firlefanz, eine Innenausstattung von extrem schlichter Machart – und niemand erwartet eine Lackierung in Concours-Qualität. Wo, außer bei Porsche, wären Kunden bereit, fürs Weglassen mehr Geld zu bezahlen?

Vollbesetzt in den Sonnenuntergang fahren, und das so leise, dass man die Klänge der akustischen Klampfe noch hören kann – der neue Kübel könnte erneut die Massen elektrisieren.

7-mal so viele PS wie 1969

Moderne Zeiten: Am Heck nun LED- statt T1- Leuchten oder „Elefantenfüße“


GLEICHE ELEKTRO-PLATTFORM, ANDERER HUT: E-BUGGY

Steve McQueen und Co. lassen grüßen: Diese elektrisch angetriebene Neuauflage des typisch kalifornischen Dune Buggys der 1960er-Jahre war der Blickfang von VW auf dem diesjährigen Genfer Salon – und der Versuchsballon in Sachen Elektroautos mit Retro-Karosserieaufbau. Das Genf-Exponat namens ID. Buggy verfügte zwar - historisch korrekt – über Heckantrieb, aber mit der ID-Plattform lässt sich eine zweite angetriebene Achse ohne viel Aufwand realisieren. Der ID. Buggy ist zudem das Retroprojekt von VW, dem Insider größte Chancen auf Serienfertigung attestieren. California Dreaming mit 62-kWh-Akku, 150 kW, 310 Nm Drehmoment, 160 km/h.


Fotos: Larson (2), Hersteller