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Zum Lächeln geboren – zum Schweigen verdammt!


Adel aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 15.05.2019

Die Geschichte eines zarten Schmetterlings, der niemals fliegen durfte


Artikelbild für den Artikel "Zum Lächeln geboren – zum Schweigen verdammt!" aus der Ausgabe 6/2019 von Adel aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Adel aktuell, Ausgabe 6/2019

Im Herbst ihres Lebens lässt Kaiserin Michiko mit ihrem Lächeln alle Herzen aufblühen


Prinzessin Michiko im Jahr 1965: Seit über 20 00 Jahren ist sie die erste Bürgerliche in Japan, die einen künftigen Kaiser heiraten dar f


Michiko 1960 mit Akihito und dessen Eltern, Kaiser Hirohito (l.) und Kaiserin Kojun (r.) – Hirohito akzeptiert die Braut, die Schwiegermutter leider nicht


Es geschah am 20. Oktober 1993. An diesem Datum – ihrem 59. Geburtstag – verlor Japans Kaiserin Michiko ihre Stimme. Dieses eigenartige Symptom folgte einem ...

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... plötzlichen Zusammenbruch, der die Ärzte auf den Plan rief. Doch sie konnten nicht erklären, warum die Monarchin nicht mehr sprechen konnte.

Manche vermuteten, dass Michikos Krankheit den Zustand ihrer Seele abbildete. Die sensible und gebildete Kaiserin litt unter ihrer Rolle am Hof, die vor allem eines verlangte: stumm zu bleiben. Zwar erlangte Michiko langsam ihr Sprachvermögen zurück. Doch gestand sie später ein, dass ihr Leben von „Trauer und Angst“ geprägt sei.

Die Romanze beginnt auf einem Tennisplatz

Dabei hatte alles so romantisch begonnen: 1957 begegnete die 23-jährige Michiko Shoda auf dem Tennisplatz zu Karuizawa einem jungen Mann, den sie zum Match herausforderte. Sie wusste sehr wohl, wen sie über den Platz jagte. Es war Japans Thronfolger Akihito. An diesem Tag verlor er nicht nur das Spiel – sondern auch sein Herz.

Doch Akihito musste um Michiko kämpfen. Denn die junge Frau hatte einen „Traumprinzen“ nicht nötig. Ihr Vater war ein reicher Unternehmer, und sie selbst hatte 1957 einen Abschluss in englischer Literatur erworben. Doch Akihito blieb hartnäckig, und schließlich eroberte er Michikos Herz. Das ganze Land schwärmte von der „Tennisplatz-Romanze“. Als das Paar 1959 heiratete, kauften sich Millionen von Japanern erstmals ein TV-Gerät, um das Ereignis verfolgen zu können.

Das Thronfolger-Paar 1966 mit seinen Söhnen Naruhito und Akishino (im Wagen): Michiko legt wert darauf, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern


Der Sport hat sie zusammengebracht: Akihito und Michiko spielen seit ihrer Jugend mit Leidenschaft Tennis


Am 30. April 2019 dankt Akihito (85) ab und geht mit Michiko in den verdienten Ruhestand


Royale Pflichten: Japans Kaiserin 1997 zu Besuch in Dänemark bei Königin Margrethe (79)


Das Kaiser-Paar (M.) Ende 2018 mit Kindern und Enkeln. Zur Rechten Akihitos sitzt sein Nachfolger Naruhito (59) mit Ehefrau Masako (55), die wie Michiko unter dem Leben am Hof leidet


Michiko gelingt im Palast eine kleine Revolution

Akihito hatte seiner Braut versprochen, dass sie auch als Prinzessin ihre Unabhängigkeit bewahren könne. Doch er hatte die Macht des „Hofamtes“ unterschätzt, das mit über 1000 Beamten die Einhaltung der strengen Tradition erzwang. Michiko musste feststellen, dass sie gefangen war: Sie hatte kein eigenes Geld, kein Telefon – und wenn sie Tokio besuchen wollte, musste sie zwei Wochen im Voraus um Erlaubnis bitten. Schlimmer noch war, dass sie von ihrer Schwiegermutter Kojun „ gemobbt“ wurde. Angeblich ließ diese Michiko über eine Hofdame ausspionieren. Trotzdem gelang der jungen Prinzessin eine kleine Revolution: Ihre Söhne Naruhito und Akishino sowie ihre Tochter Sayako zog Michiko selbst auf, anstatt sie, wie bisher üblich, an Ammen und Kindermädchen abzugeben.

Als Akihito und Michiko 1989 den Chrysanthementhron bestiegen, bezauberte die neue Kaiserin ganz Japan mit ihrem Lächeln – das ihr angeboren schien. Doch im Stillen litt Michiko unter der Last des Amtes. Ihre Gefühle goss sie in Gedichte, die von Kennern bewundert werden. Zu Akihitos Abschied schrieb die Kaiserin: „Auf deine Schultern/ergießt sich das Sonnenlicht des Frühlings/ weich und sanft/oh, welch eine schwere Last/du ertrugst sie, und sagtest dabei so wenig.“ Am Ende spricht sie damit über sich selbst – in ihrer eigenen Stimme.


Fotos: action press (3), dana press (2), Getty Images, imago images/Kyodo News, imago images/United Archives International, picture alliance, pixabay