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Zum Mitwedeln schön! Mei n bester Freu nd au s dem Tierheim


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 42/2018 vom 12.10.2018

Sehen Sie diesen Vierbeinern doch mal genau ins Fellnasen-Gesicht: So fröhlich bellen nur glückliche Hunde! Nach schlimmen Zeiten haben sie endlich ein eigenes Körbchen gefunden – und einen Menschen, dem sie aus ganzem Hundeherzen vertrauen können


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 42/2018

Das ist „Lotte“ aus Hamburg

Als Web-Designerin Lisanne Ballin (26) mit ihrem Freund Justin (29) ins Hamburger Tierheim Süderstraße fährt, steht schon so gut wie fest: „Wir retten dort eine arme Seele. Meine Mutter hatte einen eigenen Tierschutzverein, ich bin mit Hunden aufgewachsen.“ Einzige Bedingung: „Er muss sich mit Katzen verstehen – wir haben nämlich ...

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... eine.“ Ein Mitarbeiter zeigt ihr Labrador-Mix „Lotte“. Die Hündin wurde ausgesetzt, ist seit wenigen Wochen im Heim. Lisanne lacht: „Mein Freund hat sich sofort in sie verliebt. Wir haben dann noch mal einen Tag nachgedacht – und „Lotte“ zu uns geholt. Sie gehört jetzt zur Familie, ist oft albern, bringt mich ständig zum Lachen!“ Und die Hundedame ist überall dabei – darf mit ins Restaurant, in den Urlaub. „Wer sich für einen Hund aus dem Tierschutz entscheidet“, sagt Lisanne, „bekommt das größte Geschenk. Mit, Lotte‘ haben wir unseren Traumhund gefunden.“

Das ist „Tamu“ aus München

Zu viel Arbeit, zu viel Hektik: Irgenwann spürt Christine Färber (56) aus Bayern, dass sie die Notbremse ziehen muss, Auszeiten braucht. Und sie liebt Hunde! Also meldet sich die Risiko-Managerin als Gassigeherin beim Tierheim München. Dort bekommt sie „Tamu“ (6) an die Leine, eine Argentische Dogge: „Ich wollte einen großen Hund.“ Der Rüde ist ein Trennungshund, wurde außerdem zwei Jahre lang in einem Zwinger gehalten. Fast täglich ist Christine mit der Dogge unterwegs: „Er wurde mein Therapie-Hund, durch die Spaziergänge mit ihm bekam ich den Kopf frei.“ Und mit jedem Meter, den sie gemeinsamen gehen, wird die Bindung enger. Nach zehn Monaten zieht „Tamu“ bei Christine ein: „Die beste Entscheidung meines Lebens!“

Das ist „Ruby“ aus Schönbrunn

Fünf Jahre lang wird Mischling „Ruby“ (7) von einem Bauern im Schweinestall gehalten, auch misshandelt. „Man sieht ihm heute noch an, was er durchgemacht hat“, sagt Elfriede Salzer (59) aus Schönbrunn, Baden-Württemberg. Seine traurigen Augen berühren die Altenpflegerin so sehr, dass sie „Ruby“ aufnimmt – in ihr Zuhause, in ihr Herz. „Dieser Hund ist unglaublich: Er hat so schlechte Erfahrungen gemacht, aber er liebt Menschen immer noch. Nur bei fremden Männern ist er vorsichtig.“ Elisabeth Salzer lächelt. „Wenn ich mit ihm morgens eine Runde drehe und am See stehe, dann tanke ich Kraft für den Tag. Dann bin einfach nur glücklich.“ Und „Ruby“ bestimmt auch.

„Diese Hunde haben eine Chance so sehr verdient“

BILD der FRAU sprach mit Kate Kitchenham, Biologin, Hundebuch-Autorin und TV-Moderatorin.

Warum haben Tierheim-Hunde ein schlechtes Image?
Kate Kitchenham:
Viele denken, dass sie sich nicht mehr neu binden oder einen Makel haben, dass niemand einen perfekten Hund weggeben würde.
Aber ich finde auch im Tierheim den perfekten Hund?
Nein – aber nicht, weil im Tierheim nur die schrecklichsten Hunde sind. Sondern weil es den perfekten Hund genauso wenig wie den perfekten Menschen gibt. Perfekt ist langweilig. Aber es gibt hier vielleicht den Hund, der richtig gut zu Ihnen passt!
Was spricht für einen Tierheim-Hund?
Im Prinzip sehr viel. Eine Studie hat gezeigt, dass Hunde sich sehr wohl neu binden – wenn der Mensch sich mit dem Hund beschäftigt und ihm Zeit schenkt. Es sind viele tolle Hunde dabei, die eine Chance verdient haben. Der Vorteil: Die meisten sind schon stubenrein, kennen das Grund-ABC der Erziehung. Und oft können die Tierheimmitarbeiter viel über den Hund erzählen und wissen, was zum ihm passt – und was nicht.
Was für Hunde landen am häufigsten im Tierheim?
Die ganze Bandbreite, es zeigen sich aber zwei Trends. Zum einen der Junghund, sehr aktiv, durchaus überdreht – bei ihm hat seine Familie unterschätzt, dass Hunde eben auch immer Arbeit bedeuten. Diese Tiere brauchen nicht nur Liebe, sondern müssen auch noch viel lernen. Und ältere Hunde, oftmals sind dort die Besitzer verstorben oder erkrankt. Sie sind meist unkompliziert, gut erzogen – haben aber eben auch bereits das erste Zipperlein.
Dafür ist ein Tierheim-Hund mir ewig dankbar, oder?
(Lacht.) Nein, erwarten Sie das lieber nicht. Aber er wird ein glücklicher Hund bei Ihnen, bestimmt.

Das ist „Randy“ aus Berlin

Der Husky wurde von seiner Familie ausgesetzt. „Als ich im Internet von seiner Geschichte gelesen habe“, sagt Boukje Ehlen (42), „sind mir fast die Tränen gekommen.“ Mit Freund Otto (35) fährt sie ins Berliner Tierheim, möchte „Randy“ kennenlernen: Es ist Liebe auf den ersten Hundeblick. Und der sonst so scheue Rüde will gar nicht aufhören, mit Boukje zu kuscheln. Die Geschäftsfrau adoptiert „Randy“ und bereut es bis heute keine Sekunde: „Ich bin selbstständig, habe oft Zeitdruck, gerate in Stress., Randy‘ erdet mich. Er sorgt dafür, dass ich regelmäßig Pausen mache. Und wenn er im Büro liegt, dann tut er einfach gut – er ist maximales Glück auf vier Pfoten.“

KOMMENTAR: Das Herz neu öffnen

Haben Sie von dem Ehepaar aus Sachsen gelesen, das seine verstorbene englische Bulldogge „Marlon“ in Südkorea für fast 90000 Euro klonen lässt?

Verrückt, oder? Ich kann wirklich verstehen, dass einem der Abschied vom geliebten Haustier das Herz zerreißt. Aber ich finde, man kann sich den besten Freund nicht mit Geld zurückkaufen. Jeder Hund ist einmalig, die Erinnerungen bleiben. Wie glücklich es aber machen kann, sein Herz für ein neues Tier zu öffnen, für eines, das unsere Liebe dringend braucht – das zeigen die Geschichten auf dieser Seite.


Fotos: A.Friese, U.Schacht, M.Vogel, F.Boxler, K.Heim, ZDF / Hans-Jürgen Wege