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ZUM PADDELN MIT DER BAHN


Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 06.10.2021

BAHNFLÜSSE, TEIL 7

Artikelbild für den Artikel "ZUM PADDELN MIT DER BAHN" aus der Ausgabe 6/2021 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 6/2021

Die Salzach: auf den Spuren des Salzhandels

Die Salzach ist der längste Nebenfluss des Inns. Sie entspringt in den Hohen Tauern, nimmt die Krimmler Wasserfälle auf, durchquert den Zeller See, später die berüchtigten Salzachöfen und erreicht schließlich die Landeshauptstadt Salzburg. Die Untere Salzach ist ab hier Grenzfluss zwischen Bayern und Oberösterreich und mündet hinter Burghausen in den Inn. Alle Verkehrswege verlaufen hier abseits der Flussufer. In Niedrigwasserzeiten steigern großflächige Kiesbänke die Attraktivität dieser Flusslandschaft. Unterhalb von Tittmoning rücken die Hänge einer Endmoräne heran und zwingen die Salzach in eine lange Rechtskurve mit im Herbst farbenprächtigen Mischwäldern. Nach der beeindruckenden Stadt Burghausen flankieren Konglomeratwände den Fluss und sorgen kurzzeitig für echtes Canyonfeeling. Es folgt ein Naturschutzgebiet im Umfeld der ...

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... Innmündung (ein Paradies für Wasservögel). Die Altstadt von Braunau ist dann für manchen Flussfahrer noch einmal eine echte Überraschung.

ETAPPE 1: SALZBURG – OBERNDORF

In der Landeshauptstadt Salzburg, weltberühmt durch ihren Sohn Wolfgang Amadeus Mozart und die Salzburger Festspiele, verlässt die Salzach die Alpen. Die Salzburger Bischöfe waren die Hauptbetreiber und Nutznießer des gewinnträchtigen Salzhandels im Mittelalter. Die ergiebigen Bergwerke am Dürrnberg bei Hallein sorgten lange Zeit für den Machterhalt der Kirchenmänner. Der Reichtum durch den Salzhandel ist allen Städten an Inn und Salzach bis heute anzusehen. Italienische Baumeister prägten das Bild der typischen Häuserfassaden mit ihren Laubengängen. Am Südrand von Salzburg oder im Vorort Montigl kann man die Fahrt auf der Wanderstrecke der Salzach bereits beginnen. Die Landschaft ist allerdings zunächst etwas eintönig, und neben dem wuchtigen Bergeimer Katarakt gibt es auch noch einige Sohlrampen auf diesem Abschnitt. Eindrucksvoll ist allerdings der Rückblick auf die sich langsam entfernenden Berge. Andere Paddler beginnen die Fahrt an der Straßenbrücke in Freilassing auf der Saalach, zwei Kilometer vor der Mündung in die Salzach. Der Bahnhof in Freilassing liegt auf der Bahnlinie München-Salzburg, der Einstieg befindet sich allerdings etwas vom Bahnhof entfernt. Sehr schön ist der Mündungsbereich in die Salzach. Bald darauf sorgt eine aufgelöste aber in der Mitte befahrbare Sohlrampe für Gefahr. Hinweisschilder markieren die wuchtige Durchfahrt (Spritzdecke schließen). Unerfahrene Kanuten sollten vorab besichtigen und können das Hindernis auch links umtragen. Im weiteren Verlauf bis Oberndorf verläuft die Salzach schnurgerade aber nicht unattraktiv nach Norden.

ETAPPE 2: OBERNDORF – TITTMONING

Unsere Zweitages-Kanufahrt startet bahnhofsnah im oberösterreichischen Oberndorf, 200 Meter unterhalb der eisernen Jugendstilbrücke zum gegenüber liegenden Laufen (Flusskilometer 48,6). Der Ort wurde weltweit als Ursprungsort des berühmten Weihnachtsliedes »Stille Nacht, heilige Nacht« bekannt. Die eiserne Salzachbrücke wurde in den Jahren 1901 bis 1903 während der Herrschaft von Kaiser Franz I. und Kronprinz Luitpold von Bayern errichtet

und steht heute unter Denkmalschutz. Für unsere Zweitagestour haben wir einen Termin Ende August gewählt, da bei niedrigeren Wasserständen die Kiesbänke dem Fluss eine besondere Note verleihen. Dennoch sorgt die hohe Fließgeschwindigkeit der Salzach auch in dieser Zeit noch für ein zügiges Fortkommen. Bevor unsere Flussreise beginnt, statten wir noch der Wehrkirche Mariä Himmelfahrt im gegenüberliegenden bayerischen Städtchen Laufen einen Besuch ab. Die einem Kreuzgang ähnlichen, mit Fresken geschmückten Arkaden und das kunstvolle Portal der ältesten gotischen Hallenkirche Bayerns lohnen einen Besuch. Laufen besaß im Mittelalter eine Schiffslände, auf der die Ladung wegen der Stromschnellen in der Flussschleife über Land auf die andere Ortsseite umgeladen und dann in größeren Kähnen weiter transportiert wurde. Wenige Meter nach dem Start erreichen wir den Scheitelpunkt der Flussschleife, in deren Schutz die reizvolle Altstadt von Laufen erbaut wurde. Unter dem Europasteg ist etwas Vorsicht geboten, hier sollte man unbedingt im Hauptstrom bleiben, da abgeschnittene Holzpfähle knapp unter dem

Wasserspiegel bei niedrigem Wasserstand zur Gefahr werden können. Am Ende der Schleife genießen wir den weiten Blick voraus, da die Salzach auch auf der Folgestrecke bis Tittmoning fast schnurgerade nordwärts fließt. Bei Flusskilometer 46 ist erneut Konzentration erforderlich: Die 200 bis 300 Meter lange Schwallstrecke mit dem vielsagenden Namen »Laufener Inferno« mit hohen Wellen, aber geringer Verblockung ist die sportlichste Passage der gesamten Tour. Lautes Rauschen kündigt diese wuchtige Schnelle an, die je nach Wasserstand mit WW II oder II+ bewertet wird. Wir haben die Größe der Wellen etwas unterschätzt, und unser Gepäck wird völlig durchnässt. Besser also vorab alles wasserdicht verpacken und gut sichern. Anschließend geht es völlig entspannt weiter, und man hat Zeit, sich an den Rhythmus des Flusses zu gewöhnen. Mehrfach passieren wir großflächige Kiesbänke, und der Blick reicht weit über die Flussaue hinaus.

ETAPPE 3: TITTMONING – BURGHAUSEN

Tittmoning mit seinen prächtigen Bürgerhäusern und einer mächtigen Burganlage am westlichen Hochufer war früher Sitz der Salzburger Erzbischöfe. Die Stadt war immer wieder ein Zankapfel zwischen Bayern und Österreich. Ein kurzer Spaziergang über den langgezogenen und repräsentativen Stadtplatz ist eine gute Gelegenheit, um sich die Beine zu vertreten. Flusstechnisch ändert sich das Bild unterhalb von Tittmoning. Hier beginnt die historische Zillenfahrt nach Burghausen. Schon bald zieht die Salzach in eine weitere Rechtskurve, die Moränenhügel zu beiden Seiten werden steiler, die Landschaft wird immer reizvoller. Linkerhand liegt der abgelegene Weiler Unterhadermark etwas erhöht. Wenig später passieren wir das Zisterzienserkloster Raitenhaslach wenige Meter über dem Fluss. 1766 war bei einem Hochwasser ein Drittel der Klosteranlage zur Salzach abgerutscht. Prunkvolle Kirchenräume und ein Biergarten lohnen auch hier einen Besuch. Wenig später erreicht man den Gasthof Tiefenau unterhalb der Wallfahrtskirche Marienberg, der »Wieskirche« an der Salzach. Auf Anfrage soll man am Gasthof sein Zelt aufschlagen können. Da er in unserem Fall jedoch geschlossen ist, fahren wir weiter. Nun wird der Blick frei auf die mächtige Festungsanlage von Burghausen. Mit einer Länge von 1051 Metern ist sie die längste Burg der Welt. Aber auch das farbenfrohe Altstadtensemble lohnt einen Abstecher. Wenige Meter nach der zweiten Burghausener Straßenbrücke landen wir links an einer Rampe bei Kilometer 11,2 an und verstauen die Boote an einer Mauer. Zum Stadtplatz sind es nur wenige Meter Fußweg. In Burghausen findet jedes Jahr im Frühling ein großes Jazz-Festival statt. Die Stadt besitzt viele Hotels und eine Jugendherberge als weitere Übernachtungsoptionen.

ETAPPE 4: BURGHAUSEN – BRAUNAU (INN)

Die Folgestrecke auf der Salzach führt in eine bewaldete Rechtskurve und vorbei am Kreuzfelsen. Nach dem kulturellen Höhepunkt folgt nun das landschaftliche Highlight. Die spektakulären Konglomeratwände der zwei Kilometer langen Schlucht überraschen manchen Paddler. Die Verwirbelungen in der Flusskurve sind bei normaler Wasserführung kein großes Problem. Am linken Ufer erkennt man die Industriebauten der wichtigsten Firmen im »Bayerischen Chemiedreieck«mit den größten Arbeitgebern der Region. Bald nimmt die Strömung spürbar ab, je weiter wir uns dem Inn nähern. Wir durchqueren einen Teil des Naturschutzgebietes »Vogelfreistätte Salzachmündung«, ein Schutzgebiet für viele Wasservögel. Sechseinhalb Kilometer nach der Mündung in den Inn erreicht man die nicht zu übersehende Ausstiegsstelle rechts vor der Inn-Staustufe bei Ranshofen. Hier befindet sich auch ein Rastplatz. Paddler, die per Auto unterwegs sind, finden hier einen geeigneten Ausstieg. Um jedoch mit der Bahn zum Ausgangspunkt zurückfahren zu können, umtragen wir das Wehr auf der rechten Seite am besten mit Hilfe eines Bootswagens und erreichen die Straßenbrücke von Braunau nach 2,8 Kilometern Fahrt. Vom Ausstieg an der Mündung der Erknach, direkt vor der Innbrücke am rechten Ufer, sind es etwa 800 Meter bis zum Bahnhof. Die Fahrzeit nach Oberndorf beträgt rund zwei Stunden. Braunau, die größte Stadt des Innviertels, besitzt eindrucksvolle Befestigungsmauern, und der langgezogene Stadtplatz zählt zu den hübschesten im Land.

INFO

SALZACH

Charakter: wasserreicher Gletscherfluss mit einer Schwallstrecke um WW II.

Beste Zeit: Juni/Juli bis August/ September (generell ganzjährig befahrbar).

Etappen: Salzburg/Montigl-Oberndorf 16,7 km Oberndorf-Tittmoning 21,6 km Tittmoning-Burghausen 15,7 km Burghausen-Braunau 20,5 km

Bahnhöfe: Salzburg Montigl, Oberndorf und Braunau.

Befahrungsregeln: im Naturschutzgebiet »Vogelfreistätte Salzachmündung« (zwischen der Mündung und der Staustufe Simbach) Betretungsverbot der Ufer und Inseln.

Übernachten:

• Gasthof Tiefenau (Camping auf Anfrage), www.gasthaustiefenau.de

• Jugendherberge Burghausen, www.jugendherberge.de/209

Literatur:

• »Paddelland Österreich« (Alfons Zaunhuber), Thomas Kettler Verlag

• »Kanu Kompass Bayern« (Michael Hennemann), Thomas Kettler Verlag

• »Die 50 schönsten Kanu & SUP-Touren in Bayern« (Alfons Zaunhuber), DKV Verlag

• »DKV-Gewässerführer Österreich/Schweiz« (Hans Ramajzl), DKV-Verlag

Karten:

• »Wassersport Wanderkarte Österreich«, 1:450.000, Jübermann Verlag

• Falk Bundesländerkarte 2 »Oberösterreich«, 1:150.000

• Kompass Fahrradkarte 7050 »Tauernradweg«, 1:50.000

Touristikinfos:

• www.salzburg.info

• www.stillenacht-oberndorf.at

• www.laufen.bayern/ willkommen.html

• www.visit-burghausen.com

• www.tourismus-braunau.at

Weitere Infos: www.flusswandern.at/salzach