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ZUR GELASSENHEIT BERUFEN


auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 25.08.2021

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Bildquelle: auto Test, Ausgabe 9/2021

Eisvogelblau für 855 Euro kommt in der Redaktion sehr gut an, aber auch klassisches Saphirschwarz (1020 Euro) schätzen die Kollegen

BMW gegen VW

WIR ALLE KENNEN den Disney-Klassiker „Das Dschungelbuch“. Falls nicht, dann bitte dringend nachholen. Eine Szene für die Ewigkeit: Edgar Ott singt als Balu, der Bär, „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. Unter dieser Prämisse verstehen wir auch die Nutzung eines Plug-in-Hybrids, denn ohne eine gewisse Form der Gelassenheit funktioniert dieses Konzept nicht.

BMW und VW stellen mit 520e und Arteon 1.4 eHybrid das jeweilige Maximum an hybrider Bequemlichkeit zur Verfügung. 204 PS Systemleistung schickt BMW an die Hinterräder, bei VW sind es 218 PS an der Vorderachse. Für diese Zahlen verantwortlich: im Falle des Münchners ein Zweiliter-Vierzylinder mit 163 Verbrenner- und 109 elektrischen PS, der Akku fasst 12 kWh (brutto). Im Wolfsburger kommt nur ein 1,4-Liter-Vierender mit 156 PS zum Einsatz. Der E-Motor steuert 115 PS bei, der Akku speichert 13 kWh (brutto). Lokal ...

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... emissionsfrei setzt sich der Arteon ab. Er schafft solide vier Kilometer mehr, insgesamt 48. 113 Kilogramm weniger muss sein Antriebsstrang in Bewegung setzen. Diese Werte gibt’s natürlich nur bei entsprechender Herangehensweise. Wer hüben wie drüben ständig die volle Leistung abruft, der leert nicht nur den Akku, sondern auch den Tank (46 Liter im BMW, 50 Liter im VW) im Eiltempo.

Das in Summe stimmigere Bild auf der Straße gibt der 520e ab. Sofern genug Strom im Akku steckt, überlässt der Verbrenner dem E-Motor die Arbeit. Wenn er sich nahezu lautlos zuschaltet, wirkt das Zusammenspiel eine Spur geschmeidiger. Ihren Teil trägt natürlich die famose Achtstufen- Wandlerautomatik bei, die stets mit punktgenauen Gangwechseln überzeugt. Der Arteon gibt sich hier ebenfalls keine Blöße, nutzt vor allem den E-Boost besser. Unter Last ist sein 1,4er aber präsenter, und der Sechsgang-Doppelkuppler agiert stellenweise nicht so zuverlässig wie das ZF-Räderwerk im BMW. Gleiches gilt, wenn die Akkus sich der Null-Prozent- Marke nähern und der Verbrenner deutlich häufiger mitmischt. Beim Mitschwimmen im Großstadtverkehr nehmen sich die beiden wenig, bringen ihre Masse dank der E-Unterstützung zügig in Fahrt und spulen die meisten Meter elektrisch ab. Nett: VW kann die bekannte Anfahrschwäche des DSG mit dem Elektromotor ausgleichen.

Das adaptive Fahrwerk (Serie beim 1.4 eHybrid) des VW kann Unebenheiten nicht ganz so gediegen wegbügeln wie das des BMW (1200 Euro). Dabei sei erwähnt, dass der Arteon in diesem Vergleich mit 19-Zöllern vorfährt, der 5er nur mit 18-Zoll-Bereifung. Mit dem BMW zirkelt es sich dank der Integral-Aktivlenkung (1250 Euro) in der Stadt, auf der Landstraße sowie der Autobahn entspannter. Gerade beim Rangieren in Parkhäusern ist das Extra sehr willkommen. Beim VW-Konzern liegt eine Hinterachslenkung im Regal, verfügbar für den Arteon ist sie aber nicht.

DIE SACHE MIT DER POSITIONIERUNG

In den meisten fahrdynamischen Disziplinen spüren wir einen leichten, aber nicht von der Hand zu weisenden Vorteil für den BMW. Das disqualifiziert den VW zwar nicht, immerhin kostet er knappe 5000 Euro weniger. Der Knackpunkt ist eher, dass VW den Arteon nach eigener Auffassung höher positioniert, ihn als Topmodell im Programm führt. Und damit wachsen dann auch die Erwartungen.

Etwa an die Akustik. Hier ist der BMW einen Hauch vorn, was unter anderem daran liegt, dass die Reisenden ihn durch klassische Türen entern. Der Arteon punktet hier zwar mit Doppelglas, verzichtet aber auf einen Rahmen an den vier Seitenscheiben. Die Premium- Optik ist da, von Vorteil ist sie in diesem Fall nicht.

Der Einstieg vorn gelingt in beiden Limousinen ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Fondgäste behindert beim Arteon das flache Dach. Wir müssen schon ordent lich den Kopf einziehen, sonst wird’s nichts. Im BMW passt es zwar am Kopf, aber der Türausschnitt fällt durch das ausladende Radhaus recht klein aus. Beinfreiheit schreibt VW beim Arteon groß, BMW beim 5er eher klein. Dafür stimmt beim Süddeutschen die Kopffreiheit, beim Nordlicht touchiert das Haupt schon deutlich früher den Dachhimmel. Um ein Vielfaches praktischer ist das Ladeabteil im VW mit großer Heckklappe und bis zu 1427 Liter Stauraum, beim BMW passen gerade so 410 Liter hinein.

In der ersten Reihe verwöhnen beide Kandidaten mit angenehmen Sesseln und umfangreicher Verstellmöglichkeit, natürlich nur gegen Aufpreis. Eine richtige Massage mit mehreren Programmen bietet nur BMW für 1100 Euro, VW spendiert beim Kauf des ergo­ Active-Sitzes (1250 Euro) eine pulsierende Lordosenstütze, mehr nicht.

Das wohl größte Missverhältnis zwischen 5er und Arteon, BMW und VW überhaupt: das Bedienkonzept. Während Wolfsburg klassische Tasten und Schalter mit scheinbar größtem Vergnügen einspart, bleibt BMW seinem bewährten Konzept treu. Seit der Modellpflege des Arteon finden sich am Lenkrad je ein Touchfeld pro Speiche. Die Rückmeldung ist sehr mäßig, das Gefühl beim Drücken fast schon unterirdisch. Beim Infotainment fällt unser Urteil nicht besser aus. Das VW-System braucht teils ewig, um zu starten, die Oberflächen und die Menüstruktur lassen so manchen Wunsch offen. Und die Sprachsteuerung versteht auch nur die Hälfte. Bei BMW zahlen Sie für die elektronische Unterhaltung mehr, dafür gibt’s im Gegenzug ein tadelloses System. Richtige Tasten und Schalter am Lenkrad, Bedienung wahlweise über einen Dreh-Drück-Steller oder das Touchdisplay sowie eine erstklassige Sprachbedienung.

DAS LIEBE GELD: DER 5er IST EDLER UND TEURER

Knappe 5000 Euro trennen 520e und Arteon 1.4 eHybrid in der Basis. Viele Optionen kosten bei BMW eine Spur mehr, bieten dementsprechend mehr Umfang: Beispiele sind hier das Multimediasystem, das Head-up-Display oder das Laserlicht, das bei VW gar nicht verfügbar ist.

Kaufen Sie das Auto privat, oder ist es ein Firmenleasing? Trifft Ersteres auf Sie zu, und die Kasse stimmt, tendieren Sie klar zum 5er. Brauchen Sie Platz, dann lieber einen Touring oder Arteon Shooting Brake ordern. Im Falle des Firmenleasings bei 0,5 Prozent Besteuerung für Plug-in-Hybride empfehlen wir ebenfalls den BMW.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

TESTS IEGER

1. 606 Punkte

BMW 520e Das in vielerlei Hinsicht durchdachtere Auto. Stimmiger Plug-in-Hybrid, dazu gewohnte BMW-Finessen. Klarer Sieg!

2. 587 Punkte

VW Arteon 1.4 eHybrid Nicht abgeschlagen, aber auch nicht auf Augenhöhe. Insgesamt mehr Schwächen im Detail. Solider Plug-in.

FAZIT

CHRISTOPH RICHTER, BEREND SANDERS

In puncto Verbrauch fährt sich der VW einen kleinen, aber feinen Vorteil heraus. Davon abgesehen kommt der schicke Arteon dem ausgewogenen 5er jedoch nie gefährlich nahe. Ausstattung, Komfort, technischer Umfang – hier kann der VW auf Golf-Basis dem Bayern nicht ganz das Wasser reichen.