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ZURÜCK AN DIE SPITZE


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Computer Bild - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 25.02.2022

TOP-STORY

Samsung-Neuheiten im Test

Artikelbild für den Artikel "ZURÜCK AN DIE SPITZE" aus der Ausgabe 5/2022 von Computer Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Computer Bild, Ausgabe 5/2022

… UND EIN TABLET

Mit der S22-Serie bringt Samsung auch neue Tablets. Das Tab S8 Ultra ist Samsungs erstes Ultra-Tablet mit riesigem 14,6-Zoll-Display. Den Test gibt’s ab Seite 16.

Mit der neuen Galaxy-S-Serie setzt Samsung jedes Frühjahr die Standards für die Android-Welt – spätestens seit der Vorstellung des Galaxy S2 auf dem Mobile World Congress 2011. Doch zuletzt wurde die Luft für Samsung immer dünner: Zeitweilig platzierten sich chinesische Hersteller wie OnePlus und Xiaomi sogar in der Android- Bestenliste von COMPUTER BILD vor Platzhirsch Samsung. Trumpft der mit S22-Serie jetzt wieder auf?

Design und Größe? Passen

Das Basismodell S22 und das S22 Plus sind vom Design her kaum von der S21-Serie zu unterscheiden. Doch Samsung hat den Größenwahn gestoppt und bietet diese vergleichsweise preiswerteren Modelle etwas kleiner als ihre Vorgänger an: das Galaxy S22 ...

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... mit 6,1 Zoll und das S22 Plus mit 6,6 Zoll in der Display-Diagonale. Dagegen bleibt das S22 Ultra als Topmodell bei 6,8 Zoll und lehnt sich mit seinem kantigen, klaren Design eher an die eingestellte Galaxy-Note-Serie ein. Technisch gesehen ist es sogar ein Note: Denn erstmals steckt im Gehäuse der Note-typische Bedienstift S-Pen.

Helligkeitsrekord beim Display

Die S-Klasse kommt seit jeher mit exzellenten und farbgewaltigen Displays. Ein Problem sorgte allerdings im Sommer regelmäßig für Frust: dass das Display im Sonnenlicht schlecht ablesbar war. Hier hat Samsung mit einer intelligenteren Farbjustierung und mehr Helligkeit nachgebessert: Mit maximal 1627 Candela je Quadratmeter strahlt das S22 Ultra heller als jedes andere Smartphone. Überraschend schnitt das etwas günstigere S22 Plus im Helligkeitstest insgesamt sogar noch besser ab. Denn es liefert enorme Helligkeiten von über 1500 Candela nicht nur bei HDR-Fotos oder -Filmen, sondern auch bei normalen Inhalten – hier bietet es einen Extra-Helligkeitsboost.

Verbessert hat Samsung auch die 120-Hertz-Display-Technik für die ruckelfreie Anzeige, etwa beim Scrollen oder Spielen. Damit die nicht zu stark am Akku saugt, kann das S22 Ultra die Bildwiederholrate bei statischen Inhalten auf bis zu 1 Hertz reduzieren. S22 und S22 Plus regeln ebenfalls dynamisch, aber nicht so stark. Sonderfarben im erweiterten Farbraum stellt die S22-Serie besser dar als die Vorjahresgeräte. Doch wirken die Farben in der Standardeinstellung etwas kräftig. Wer das nicht mag, kann es in den Einstellungen (Anzeige / Bildschirmmodus „Natürlich“) ändern.

Was bringt der neue Prozessor?

An der Prozessorwahl von Samsung scheiden sich seit Jahren die Geister: Bremsen die Südkoreaner ihre S-Modelle in Europa aus, weil Exynos- statt Snapdragon-CPUs drinstecken? Für die vom neuen Exynos 2200 angetriebene S22- Serie lautet die Antwort Nein. Im

Vergleich mit dem Tablet S8 Ultra, das mit dem Snapdragon 8 Gen 1 läuft, liegt der Prozessor des S22 beim Tempo auf ähnlichem Niveau. Ohnehin hilft die Betrachtung des Prozessors allein in der Sache kaum weiter, denn die Gesamt-Performance eines Smartphones oder Tablets hängt auch von anderen Dingen ab. Obwohl der Exynos 2200 je nach Test 9 bis 20 Prozent schneller als der

Exynos 2100 aus dem S21 ist, fällt die von COMPUTER BILD ermittelte praxisnahe Arbeits- und Bediengeschwindigkeit bei beiden Serien ähnlich aus. Manche Apps wie die Kamera starten auf dem S22 sogar langsamer als beim Vorgänger. Dafür zeigen sich die Touchscreens der S22-Serie reaktionsschneller. Das gilt insbesondere bei der Nutzung des S-Pen im Galaxy S22 Ultra: Das Schreiben mit dem Bildschirmstift wirkt so fließend und natürlich wie bei keinem anderen Galaxy-Smartphone zuvor.

Wird Samsung endlich effizient?

Top-Smartphones mit Android haben eine Schwäche: Fast alle gehen schluderig mit Energie um. Trotz enorm starker Akkus ist die Laufzeit im Test regelmäßig um Stunden niedriger als die vergleichbarer Modelle der iPhone- 13-Serie. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die gute Nachricht: Mit der S22-Serie ist Samsung hier einen gewaltigen Schritt vorangekommen. Obwohl die Akkus von S22 und S22 Plus kleiner als die der Vorgänger ausfällt, ist die Ausdauer deutlich länger. Damit ergattern die neuen Samsung-Modelle in der neuen COMPUTER BILD-Nachhaltigkeitswertung bereits das erste grüne Blatt. Die Laufzeiten im Einzelnen:

■ S22: 8:13 statt 6:58 Stunden wie beim S21.

■ S22 Plus: 9:46 statt 8:16 Stunden wie beim S21 Plus.

■ S22 Ultra: 9:53 statt 8:41 Stunden wie beim S21 Ultra.

Aufgeholt hat Samsung auch beim Schnellladen – aber nur ein wenig. Die größeren Modelle Plus und Ultra können erstmals Superschnellladen 2.0 mit dem neuen 45-Watt-Netzteil Samsung EP- T4510 (rund 40 Euro). Damit ist der Akku des Galaxy S22 Plus nach einer Viertelstunde bereits zu 39 Prozent gefüllt.

Im Akku-Test hat sich die neue Samsung-Generation also deutlich verbessert. Doch mancher Konkurrent ist bereits weiter: Das Xiaomi 11T Pro etwa hält nicht nur länger durch (siehe Grafik unten), sondern erreichte mit seinem 125-Watt-Netzteil im Test nach 15 Minuten schon einen Ladestand von 72 Prozent. Überhaupt nicht mithalten kann das kleine S22, das genauso langsam wie der Vorgänger lädt. Mehr als ein 25-Watt-Netzteil ist hier unnötig. Dabei ist übrigens weiterhin gar keins.

Wie erwartet ist ein Akkuwechsel bei den wasserdicht verklebten Galaxys in Eigenregie nicht so leicht möglich – anders als bei Fairphone & Co. (siehe Seite 98). Doch immerhin hat Samsung seit Android 12 tief in den Menüs die Einstellung „Akku schützen“ versteckt, die die Lebensdauer des Akkus verlängern kann. Ist die aktiviert, wird er stets nur bis 85 Prozent geladen. Weil ein Ladestand zwischen 20 und 80 Prozent als schonend gilt, soll der Akku so langsamer abbauen. Gigaset oder Sony bieten Ähnliches an und gehen hier ebenfalls einen kleinen Schritt in die Nachhaltigkeit. Samsung macht noch einen weiteren: Mit der Vorstellung der neuen Geräte hat das Unternehmen seine Garantie für Updates auf neue Android-Versionen für S21, S22 und viele künftige Galaxys auf vier Jahre erweitert; Sicherheitspatches gibt’s sogar fünf Jahre lang. Ein weiteres grünes Blatt in der Nachhaltigkeitswertung!

Mehr Pixel für bessere Fotos

Galaxy S22 und S22 Plus kommen mit einer Triple-Kamera, das S22 Ultra mit einer Vierfach-Kamera. An Bord sind Hauptkamera, Ultraweitwinkel und Tele (dreifach optisch) – das S22 Ultra hat zusätzlich noch eine zweite Tele- Kamera mit zehnfacher optischer Vergrößerung. Außerdem verbaut Samsung unterschiedliche Sensoren. Bei der Hauptkamera von S22 und S22 Plus wächst die Auflösung auf 50 Megapixel (MP; S21: 12 MP), dafür setzt Samsung hier beim Tele statt vieler Megapixel (64 MP beim S21) wieder auf ein „echtes Tele“ mit optischem Zoom – diesmal in Verbindung mit 10 MP. Die 108-Megapixel-

Hauptkamera des S22 Ultra hat einen neuen, größeren Sensor.

„ Nightography“ und KI für Fotos

Auf dem Unpacked-Event versprach Samsung, dass die Kamera besser ist, vor allem bei Nacht. Dafür setzt der Hersteller mehrere Hebel in Bewegung. Zum einen soll der neue 108-Megapixel- Sensor mit größeren Sensorpixeln (2,4 statt 1,8 Mikrometer bei der S21-Serie) mehr Licht einfangen. Zum anderen ist die Bildoptimierung leistungsfähiger, insbesondere beflügelt durch eine Einheit zur „neuronalen“ Signalverarbeitung im Exynos 2200. So nimmt die Kamera bei jeder einzelnen Aufnahme bis zu 20 Fotos direkt hintereinander auf. Künstliche Intelligenz (KI) soll helfen, aus all diesen Einzelbildern ein optimales Ergebnis zu bilden.

Klingt in der Theorie super, aber wie gut sind die Fotos in der Praxis? Klare Sache: Unterm Strich schießen alle S22-Modelle richtig gute Bilder. Doch im Detail fallen die Ergebnisse durchaus unterschiedlich aus:

■ Tagesaufnahmen: Das Galaxy S22 Ultra knipst die besten Bilder der Normalserie. Doch zumindest unter Laborbedingungen schneiden der Vorgänger Galaxy S21 Ultra und das S21 noch besser ab

■ Nachtaufnahmen: Die S22-Kameras schießen im Dunkeln Fotos mit mehr Helligkeit und weniger Rauschen als die Vorgänger. Teils aber werden feine Strukturen zu stark geglättet. So erreicht hier am Ende das erst vor wenigen Monaten eingeführte günstige Galaxy S21 FE die beste Note. Im längeren Praxistest gefielen die S22-Modelle aber bei Zoom-Aufnahmen mit Schummerlicht besser als die des S21 – bei wenig Licht spielt der optische Zoom offenbar seine Stärken aus.

■ Zoom bis vierfach: Die meisten Menschen schießen im Alltag lediglich mit kleineren Vergrößerungsstufen Zoom-Fotos – in der Regel, um dem Motiv näher zu kommen. Daher hat diese Zoom-Stufe in der Benotung ein hohes Gewicht. Sämtliche S22-Modelle bieten einen dreifachen optischen Zoom und lieferten im Test dabei eine ähnlich gute Leistung. Allerdings übertrumpft auch hier das S21 Ultra alle Galaxy-Modelle der Jahrgänge 2021 und 2022.

KAMERAS IM PRAXIS-VERGLEICH

Der Kameratest gehört zum umfangreichsten Prozedere im Rahmen des Labortests. Zunächst entstehen Fotos von einem standardisierten Motiv bei unterschiedlichen Belichtungsverhältnissen. Anschließend bewertet eine Analyse-Software die Bilder. Zusätzlich machen die Experten eine Reihe von Bildern und prüfen diese im Sichttest. Diese Tests bestimmen am Ende die Note für die Geräte. Die Redakteure prüfen die Handy-Kameras aber auch in der Praxis, um Besonderheiten besser auszuloten. Hier finden Sie einige Beispiele.

„Das S22 Ultra macht starke Fotos! Doch insgesamt gewinnt der Vorgänger.“

Christian Just Ressortleiter

Zoom ab zehnfach: Wer sein Smartphone als eine Art Fernrohr benutzen will, braucht ein Ultra-Modell mit Zehnfach-Teleobjektiv. Im Praxistest zeigte hier das neue S22-Modell etwa bei 30-facher Vergrößerung bessere Ergebnisse (siehe Bilder auf Seite 13), vermutlich weil hier die stärkere Bildoptimierung des S22 Ultra stärker zum Tragen kommt.

Neues Glasgehäuse mit Alu

Apropos Tragen: Beim Anfassen der S22-Geräte fällt auf, dass Samsung auf neue Materialien setzt. Das günstigste S-Modell, das S22, wird aufgewertet – es kommt jetzt wie alle anderen Varianten mit Glasgehäuse. Erstmals verwendet Samsung für alle S22-Modelle das neue Gorilla Glass Victus+. Im Kratztest bot das aber keinen messbaren Vorteil, erreichte wie üblich eine Kratzfestigkeitsstufe von 7 Mohs. Rahmen und Korpus sind aus dem verwindungssteiferen Armor-Aluminium, das auch die neuen Samsung-Tablets (siehe Seite 16) stabilisiert. Gegenüber dem Edelstahlrahmen der Vorgängerserie erwies sich das Aluminium erwartungsgemäß als kratzempfindlicher.

Neue Funktechnik an Bord

So schnell wie das Galaxy S22 Ultra und das Galaxy S22 Plus war noch kein Smartphone im WLAN unterwegs: Beide kommen mit dem brandneuen Standard Wifi 6E in einer gegenüber dem S21 Ultra noch mal verbesserten Tempostufe. Zudem sind beide mit Ultrabreitband-Nahfunk (UWB) etwa für die Ortung per Galaxy SmartTag+ ausgestattet. Ein 5G- Modem hat jedes S22.

[cj]

FAZIT

Zweimal „sehr gut“ – die Galaxy S22-Serie überzeugte im Test und setzt sich vor der Android-Konkurrenz an der Spitze der Bestenliste. Der Überraschungssieger ist dabei das Galaxy S22 Plus! Es bietet mit Ausnahme von Zehnfach-Zoom und S-Pen alle Extras des S22 Ultra, ist aber deutlich günstiger. Wer es lieber klein und noch günstiger mag, bekommt mit dem S22 das beste handliche Samsung seit Langem.

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