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ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT


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Startup Valley News - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 29.10.2021

FOOD START-UPS

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Bildquelle: Startup Valley News, Ausgabe 6/2021

Die Welt löst sich langsam und behutsam von der Corona-Starre. Einige Wirtschaftszweige müssen sich neu sortieren und organisieren, um wieder auf die Beine zu kommen. Andere, wie der Food-Sektor, gehen immer. Menschen brauchen Nahrung und – einen entsprechenden monetären Wohlstand vorausgesetzt – das sind nicht irgendwelche Lebensmittel.

Eine Welt der Paradigmenwechsel

Trendforscher weisen darauf hin, dass der Wunsch nach gesunden und nachhaltigen Nahrungsmitteln längst kein exklusives Feigenblatt mehr ist. Nein, sie sind zur Forderung geworden. Gerade die jüngeren Generationen sehnen sich nach einem Essen, was ihre Sehnsüchte und Visionen befriedigt. Träumten sich die Genießer der 1950er-Jahre noch mit einem Toast Hawaii in eine schönere Welt aus Palmen und Sandstränden, sind es heute gesunde, nachhaltige Lebensmittel. Einher geht dieser Wunsch mit der weltweit angekündigten „neuen ...

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... Normalität“, die die Post-Covid-Phase einläutet. Sie wird von einem Paradigmenwandel diktiert, in der Gesundheit, Sicherheit und Hygiene Hand in Hand mit Fairness und Ethik gehen. Für das Essen bedeutet das: Die Ernährung soll gut für den Organismus Mensch und gut für die Welt sein. Vor diesem Hintergrund verstärken sich Food Trends, die sich schon seit Jahren abzeichnen: Zero Waste, Vegourmets, lokale Exoten, E-FOOD und Real Omnivores. Und genau an diesen Zukunftstrends setzen einige innovative Start-ups an.

Trend 1: Gegen die Verschwendung

Verschwendung könnte eine der biblischen Todsünden sein und für umweltbewusste Genießer ist sie dies auch. Längst werben Sternegastronomen damit, von Nahrungsmitteln möglichst ALLES zu verwenden, um so wenig Lebensmittelabfall wie möglich zu produzieren. Angelehnt an dieses Konzept gibt es Unverpackt-Läden und Reste-Apps. Einen vergleichbaren Ansatz verfolgt das Start-up BRüSLi mit seinen aus überproduziertem Brot mit natürlichen Früchten, Gewürzen und Nüssen hergestelltem Knuspermüsli. Das Unternehmen bezeichnet sein Produkt selbst als „Müsli for future“, da es einen einzigartigen Geschmack mit einer einfachen Lösung für mehr Nachhaltigkeit kombiniert: Überproduziertes Brot aus großen Bäckereien wird geröstet, mit Nüssen, Gewürzen und weiteren Zutaten vermengt und zu einem Frühstückserlebnis verfeinert. Das Knuspermüsli aus hochwertigem Brot für unsere Zukunft.

Ein anderer Umgang mit Ressourcen und Lebensmitteln

Die Vision von BRüSLi ist einfach. So soll ein neuer Umgang mit Ressourcen und Lebensmitteln her, um die Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Hierbei muss verdeutlicht werden, dass die Stadt Graz täglich so viel Brot entsorgt, wie die Stadt Graz isst. Genau da lässt sich ansetzen und den Überschuss mit einer Weiterverwendung verknüpfen. Um Zero Waste geht es auch bei dem Start-up Organic Labs. Das Unternehmen bietet einen Haferdrink zum Selbermachen, der gut für den Genießer und die Umwelt ist. Organic Labs entwickelt sehr nachhaltige Konsumgüterprodukte, die vom Kauf, über die Zubereitung bis hin zum Konsum und darüber hinaus ein neues Nutzungserlebnis ermöglichen sollen. Ganz konkret bedeutet dies für den Haferdrink, dass mit ihm der Verpackungsmüll für Getränkekartons entfällt. Das Pulver setzt sich aus enzymatisch aufgeschlossenem Hafermehl zusammen, das sich allein durch die Zugabe von Wasser zu Haferdrink vermengen lässt. Dank des zu 90 % reduzierten Transportgewicht wird erheblich an Transportemissionen eingespart. Gleichzeitig wird der Verpackungsmüll dank der Papierverpackung um 94 % minimiert.

Zero CO2-Ausstoß

Bereits ohne jeglichen CO2-Ausstoß kommt Paddies aus. Dahinter verbirgt sich ein salziges Knabbergebäck, bei dem der Dip bereits im Snack ist. Er wird komplett ohne CO2-Ausstoß und nur mit Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen, produziert. Schon jetzt produziert das Start-up Selectum seine Paddies somit völlig ohne CO2-Ausstoß, wodurch das junge Unternehmen etablierten Snackherstellern einiges voraus hat.

Trend 2: Vegourmets

Vegetarische und vegane Ernährung ist längst kein Einhorn mehr. Sie hat sich fest in unser Leben integriert und geht mit dem Trend gegen die Verschwendung sowie für einen sorgsameren Umgang mit unserer Umwelt einher. Durch die Corona-Krise haben sich diese Ernährungsformen sogar noch verstärkt. Die Menschen hatten mehr Zeit, daheim in der Küche selbst vegetarische und vegane Gerichte auszuprobieren. Jetzt zieht es die Menschen wieder in die Restaurants und auch dort möchten sie vegane sowie vegetarische Speisen vorfinden – auch die Alles-Esser. Große Fastfood-Ketten haben sich dem Trend längst angeschlossen und bieten vereinzelt in ihren Filialen fleischlose Alternativen zu ihren herkömmlichen Burgern an.

Tierwohl im Fokus

Mit dieser zukunftsweisenden Entwicklung auf dem Food-Markt geht das Start-up GREENFORCE, welches Pflanzenfleisch zum Selbstmixen anbietet. Was bitte? Ja, das Food-Tech-Start-up hat dafür sogar den internationalen Green Product Award sowie den PETA Vegan Food Award erhalten. Alle Produkte von GREENFORCE und das Unternehmen selbst sind zu 100 % klimaneutral. Es ersetzt geschickt tierische Proteinquellen durch pflanzliche. Damit möchte das Unternehmen zeigen, dass Fleisch und Fisch nicht tierischer Herkunft sein müssen. Es geht auch pflanzlich und das sogar gesünder und aromatischer. Im Fokus steht dabei das Wohl der Tiere und damit die Nachhaltigkeit. Die Produkte werden in wiederverschließbaren, nachhaltigen Kraftpapier-Verpackungen geliefert, denn auch GREENFORCE steht für Zero Waste ein. Gefertigt werden die Produkte aus heimischen Erbsen und den daraus gewonnenen pflanzlichen Proteinen. Durch die Produktion in Deutschland werden lange Transportwege vermieden.

Die Pflanzen haben das Sagen

Ähnlich wie GREENFORCE bietet auch feelfood seinen Konsumenten 100 % pflanzliche Produkte an. Das Start-up Plant Based Power GmbH stellt unter dem Markennamen feelfood vollwertige Instant-Mahlzeiten in Bioqualität her, die den Körper mit allen essenziellen Nährstoffen versorgen. Die Mahlzeiten im Becher werden vor dem Verzehr nur noch mit heißem Wasser aufgegossen und sind dann in sechs Minuten fertig. Im Unterschied zu den bekannten Instantprodukten sind diese Mahlzeiten vollwertig und nachhaltig. Alle Zutaten sind zu 100 % bio, vegan und zum Großteil regional. Diesen Weg geht auch Tasty plant Food mit seinen gesunden und abwechslungsreichen Snacks, die vegane Leckerbissen in Bioqualität sind. Das Start-up verfolgt die Mission, seinen Kunden eine bessere Ernährung bieten zu können. Zu dieser sollen leckere und gesunde Snacks gehören, die im Unterschied zu den regulären Riegeln mehr Ballaststoffe und weniger Zucker enthalten. In der Tat ist der glykämisch Index der SpiceBit-Produkte deutlich besser als der von vergleichbaren Snacks. Kurzum: „Die Return to Calory“ stimmt.

Trend 3: Lokale Exoten

Es zeichnet sich ein kulinarisches Paradoxon ab: Auf der einen Seite wünschen sich Konsumenten Regionalität, die vor allem während der starken Corona-Beschränkungen an Wichtigkeit gewonnen hat. Auf der anderen Seite schlummert in den Verbrauchern die Sehnsucht nach dem Neuen. Vereinen lassen sich diese Gegensätze durch eine Rückbesinnung auf die Vergangenheit. Ob vergessene Gemüsesorte oder alte Tierrasse: Hierzulande gibt es Exotisches, was sich in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts findet. Eine andere Möglichkeit ist, Altbekanntem ein neues Antlitz zu geben – natürlich nachhaltig und den neuen Ernährungsformen entsprechend. Da wäre das Start-up uptea. Das Unternehmen bringt geschmackvolle Tees mit einer extra Dosis natürlichem Koffein heraus. Der soll nicht nur besser wach machen als Kaffee, sondern ist auch besser verträglich und gesünder. Kaffee kann mit seiner Säure den Magen und Darm reizen. Tee hingegen gilt es besser verträglich. Zudem werden ihm vielerlei gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Damit die Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommt, setzt uptea auf Zutaten natürlichen Ursprungs und Tee aus kontrolliertem Anbau.

Milcheis ohne Milch

Eis kennt jeder. Eis mag jeder. Doch lässt sich Milcheis auch laktosefrei genießen? Ja, das funktioniert, denn das Start-up Eisbrunnen macht es vor. Es stellt ein veganes Eis her, welche frei von Laktose, Cholesterin und tierischen Hormonen ist. Dennoch soll es wie reguläres Milcheis schmecken. Erhältlich ist es in Form von Eisbechern und Eis-Erlebnissboxen. Die Milch wird bei dem laktosefreien Eis durch Pflanzen ersetzt, weswegen das Start-up auch von einem „Beyond Eis“ spricht. Damit möchten die Gründer aufzeigen, dass eine vegane Ernährung kein Verzicht, sondern ein Zugewinn ist. Und ganz nebenbei würde damit jede Menge CO₂ eingespart und Tierleid vermieden werden.

Revival der Pilze

Beim Start-up Revival geht es nicht um Eis, sondern das Unternehmen läutet eine Renaissance der Pilze ein und verknüpft diese mit dem Hype um Superfoods. Hierfür geben die Gründer Kaffee und Kakao ein Upgrade in Form von „magischen Zutaten“ wie pflanzlichen Ballaststoffen, Adaptogenen und Vitalpilzen. Auch hier sind die Heißgetränke stets zu 100 % bio, vegan und gesünder als Altbekanntes. Durch den bewussten Verzicht von Wasser und Milch werden unnötige Transportwege und CO₂ eingespart. Obendrauf spendet das Start-up jedes Jahr 1 % seiner Umsätze an Non-Profit-Partner zum Schutz des Planeten Erde. Zur Firmenphilosophie gehört die Vision, die Pilz-Phobie zu stoppen. Die Vitalpilze sind laut Unternehmensangabe ein Superfood, welches einzeln sehr bitter schmeckt. Mithilfe der Bitterstoffe im Kaffee und Kakao gehen die Extrakte jedoch unter. Kaffee und Kakao plus Vitalpilze werden so zu einem perfekten Match.

Trend 4: E-Food

Um die Phase der strengen Corona-Einschränkungen überhaupt irgendwie überleben zu können, setzte die Gastronomie auf Lieferservice und Essensmitnahme. Für viele Gastronomen war dies ein Nullsummenspiel, aber sie blieben so im Gespräch und sicherten sich ihre Existenz. Nichtsdestotrotz ist der Lieferservice ein bedeutender Trend der Food-Branche. Der Essensverkauf über die digitalen Kanäle ist längst Teil der neuen Normalität. Die Digitalisierung nur auf den Verkauf zu reduzieren, wäre jedoch ein Frevel. Sie erlaubt auch neue Vernetzungen von unterschiedlichsten Akteuren im Foodbereich. Beispiel dafür ist das Foodsharing. Auch bäuerliche Vermarktungsgemeinschaften und Online-Tastings zählen dazu. Zweifelsohne schafft die Digitalisierung eine revolutionäre Konnektivität, die für drastische Umstrukturierungen für die Landwirtschaft, die Lebensmittelproduzenten und die Gastronomie steht. Zahlreiche positive Effekte lassen sich daran erkennen. Den Gästen und Konsumenten eröffnen sich ungeahnte Handlungsspielräume, die sich auf das Ess- und Kochverhalten auswirken.

Weil es einfacher ist

Wieso ist E-Food so beliebt? Weil es bequemer ist. Menschen lieben es, Pakete zu empfangen und sich bekochen zu lassen. Sie möchten sich auf ihr eigenes Alltagsgeschäft konzentrieren und sich mit dem E-Food zeitlich entlasten – und manchmal auch verwöhnen. Ein Verwöhnprogramm für Picknicker bietet das Start-up PicnicPals. Es ist ein Familienprojekt, bestehend aus zwei Brüdern, die ihre Leidenschaft fürs Essen mit ihrer griechischen Gastfreundschaft verbinden. Sie offerieren derzeit Picknicks an vier Standorten: zwei in touristischen Gebieten in Griechenland (Rhodos und Chalkidiki) und zwei in Baden-Württemberg (Raum Stuttgart und Bruchsal). Mehr Standorte sollen künftig dazukommen. Die Brüder möchten das Picknick stärker etablieren und auch in Deutschland zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung machen. Ihre Kunden kaufen bei ihnen ein Picknick der Extraklasse, welches individuell zusammengestellt wird. Spezielle Wünsche und Unverträglichkeiten finden selbstverständlich Beachtung. Da in Deutschland das Wetter nicht immer mitspielt, gibt es auch Indoor-Picknicks für die heimische Terrasse oder das Wohnzimmer.

Weil es vielfältiger ist

Auf den E-Food-Trend springen auch die Macher von Abonauten auf. Das Food-Start-up aus München geht aber noch einen Schritt weiter, denn es bietet E-Food von unbekannteren Marken an. Unternehmensziel ist, „den Menschen zu zeigen, dass es neben all den großen Marken mit ihren Produkten, Platzierungen und Supermarktlistungen noch viel mehr zu entdecken gibt. Somit bietet das junge Unternehmen kleinen Herstellern und Manufakturen eine Plattform, um ihre qualitativ hochwertigen Produkte bekannt zu machen.“ Tätig ist Abonauten derzeit in den Sparten Gin, Whisky, Espresso, Filterkaffee, Käse, Champagner und Wein. Das läuft über ein Abosystem. Der Kunde erhält somit über eine von ihm gewünschte Laufzeit jeden Monat Genussboxen, die immer wieder mit neuen Produkten gefüllt sind. Diese von Abonauten kuratierten Produkte können die Kunden in kleinen Abfüllungen verkosten. Bei Bedarf lässt sich jedes Produkt im Anschluss in Originalgröße bestellen. Diese Idee geht direkt in einen weiteren Food-Trend über: Real Omnivores.

Trend 5: Real Omnivores

Den Menschen steht der Sinn nach dem Neuen – auch in der Kulinarik. Die wahren Allesesser bzw. Real Omnivores frönen diesem Trend, ohne Verzicht, aber mit einer Fokussierung auf eine ausgewogene und nachhaltige Ernährung. Sie sind stets offen für Neues und haben somit keine Berührungsängste in puncto Food-Tech-Innovationen. Lebensmittel mit außergewöhnlichen Zutaten werden neugierig probiert. Damit sind die real Omnivores die Avantgarde. Sie prüfen die aktuelle Esskultur und treiben sie mit ihrer Neugierde voran. Dabei gehen sie nicht rücksichtslos vor, sondern haben das Wohlbefinden der Umwelt und der Gesellschaft immer im Hintergrund. Verantwortung und Vielfalt lassen sich somit vereinen. Bewusst werden Ernährungsgewohnheiten aufgebrochen, um den Neuen einen Platz einzuräumen. Ein gutes Beispiel dafür sind Insekten als Proteinquelle. Und auch das Angebot der Abonauten spricht die real Omnivores an. Immerhin können sie so Produkte kennenlernen, die sonst nie entdeckt werden. Auch die Abonauten-Devise „Try before you buy“ fällt genau in dieses Raster.

Esskultur im steten Wandel

Die Esskultur befindet sich in einem steten Wandel. Das liegt vor allem daran, dass sich die Esskultur auf gesellschaftlichen Megatrends gründet, die einen lang fristigen Wandel in allen gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Bereichen einläuten. Zu diesen Blockbustern gehören die Globalisierung und Digitalisierung. Auch die Individualisierung, das Homeoffice, der Gender Shift und die Neo-Ökologie finden Eingang. Nicht zu vergessen sind mittelfristige Veränderungsprozesse, die ebenfalls Einfluss auf unsere Esskultur nehmen. Welche Lebensstile gibt es? Wie sieht es mit der Werteorientierung aus? Wie sind die Bedürfnisstrukturen? Die Antworten auf diese Fragen beeinflussen unsere Essenskultur. Aus ihnen ergeben sich soziokulturelle Trends und Konsumtrends.

Die Vorantreiber

Trends nur als Erfüller der Bedürfnisse, Wünsche und Werte der Verbraucher anzusehen, ist zu kurz gedacht. Stattdessen übertreffen sie die Konsumentenwünsche. Sie sprengen sie förmlich. Die vorgestellten Start-ups sind damit keine reinen Trendfolger. Sie erweitern die Essenstrends und treiben sie voran. Sie ermöglichen, dass der Kunde zur Lösung der aktuellen Probleme im Zusammenhang der Food-Industrie und Ernährung selbst beitragen kann. Die Start-ups liefern damit Lösungsvorschläge und präsentieren Alternativen, um die Zukunft ein bisschen besser zu gestalten. Das macht sie zur Antwort auf kulturspezifische Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse. Sie sind ein Spiegel davon, der gleichzeitig eine Orientierung bei alltäglichen Entscheidungen bietet. Vielleicht erstmals in der Menschheitsgeschichte erhält der Genießer eine erweiterte Funktion. Er kreiert bewusst die Zukunft der Welt mit und wünscht sich das auch. Das befriedigt sein Verlangen, dem Planeten etwas zurückzugeben, was aufgrund der immer komplexeren Strukturen im Alltag ansonsten nur schwer möglich ist.