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Zwei feine Italiener


ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 08.02.2019

In Italien, dem Mutterland des modernen Forellenangelns, wurde nicht nur mit Bienenmaden zur Perfektion entwickelt. Auch Kunstköder kommen dort mit Erfolg zum Einsatz. Sebastian Hiebsch stellt zwei raffinierte Montagen für Gummiköder vor, mit denen die Italiener ihre Forellen verführen. Jan Fischer hat ihn mit der Kamera begleitet.


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Bildquelle: ANGELSEE aktuell, Ausgabe 20/2019

Diese zwei Gummiköder- Montagen kommen aus Italien – und fangen auch an deutschen Gewässern.


Kunstköder bieten im Vergleich zu ihren „echten“ Vorbildern den Vorteil, dass sie auch nach einem Biss bzw. einem gefangenen Fisch sofort wieder einsatzbereit sind. Eine Bienenmade oder ...

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... einen Wurm hingegen muss man erneuern – und das kostet Zeit. Ein Gummiköder wird einfach wieder richtig auf den Haken geschoben und schon kann weitergeangelt werden. Von italienischen Forellenanglern habe ich mir zwei Montagen abgeschaut, die ich nun schon länger mit Erfolg einsetze. Man kann sie aus wenigen Zubehörteilen ziemlich einfach selbst herstellen.

MONTAGE 1: MIT WIRBEL IM ÖHR

Für den Bau der ersten Montage benötigt man einen Fliegenhaken der Größe 4 oder 6 mit einem relativ großen Öhr, eine etwa 0,25 Gramm leichte Tungsten- Perle (Durchmesser 2,8 Millimeter) und einen sehr kleinen Dreifachwirbel. Man sollte auf keinen Fall einen großen Dreifachwirbel verbauen, weil dieser zu schwer ist und den Lauf des Köders negativ beeinflussen würde.

Die beiden Montagen ohne Köder: Bei der unteren Montage wird ein Dreifachwirbel im Öhr des Fliegenhakens befestigt. Bei der oberen Montage befindet sich zwischen Haken und Wirbel ein kurzes Stück Monofilschnur mit Bleischrot.


Im ersten Schritt wird mit Hilfe einer Zange das Hakenöhr vorsichtig aufgebogen. In das offene Öhr schiebt man den Dreifachwirbel. Danach wird die Tungsten-Perle auf den Haken bis zum Öhr geschoben. Man sollte darauf achten, dass der Haken nur einen kleinen Widerhaken hat, sonst kann die Perle nicht darüber rutschen. Ich verwende für die Montage sogar gerne widerhakenlose Haken. Die Angst vor überdurchschnittlich vielen verlorenen Fischen bei der Verwendung von widerhakenlosen Greifern, ist in meinen Augen unbegründet. Denn der leichte Gummiköder wird von den Fischen meist richtig eingesaugt und kann im Maul der Forelle viel Fleisch greifen. Wichtig ist, dass man die Schnur während des Drills immer auf Spannung hält.

Gummiköder bieten den Vorteil, dass sie am Haken haltbarer sind als Naturköder.


Es gibt Angler, die die Perle mit Sekundenkleber am Öhr fixieren. Das ist meiner Meinung nach nicht notwendig, denn der später aufgezogene Gummiköder hält die Perle in Position. Außerdem lässt sich eine festgeklebte Perle nicht mehr gegen ein schwereres oder leichteres Gewicht auswechseln.

Im nächsten Schritt verschließt man mit der Zange das Hakenöhr wieder. Danach wird der Gummiköder aufgezogen und die Montage ist einsatzbereit.

Als Köder eignen sich L-förmige Gummis, die sich beim Einholen des Köders verführerisch um die eigene Achse drehen. Spätestens jetzt wird auch der Sinn des Dreifachwirbels klar: Er wirkt Schnurdrall entgegen, der beim Angeln mit rotierenden Ködern ganz besonders droht. Auch Mini-Twister sorgen mit ihrem Schwanz für lockende Druckwellen im Wasser.

Für die Köderfarben gilt die bekannte Faustformel: Bei klarem Wasser und sonnigem Wetter Köder in gedeckten Farben einsetzen. Ist das Wasser trüb und der Himmel bedeckt, greift man besser zu Ködern in auffälligen Farben.

Nach dem Auswerfen wird der Köder mit Spin-Stopps wieder eingeholt. Dabei bewegt sich der Gummiköder wie schon beschrieben im Wasser. Vorteil der Montage: Man ist nicht auf eine bestimmte Wassertiefe festgelegt, sondern kann die gesamte Wassersäule befischen – von der Oberfläche bis zum Gewässergrund. Die Tiefe, in der der Köder läuft, wird dadurch bestimmt, wie lange man ihn absinken lässt. Bei einem Spinstopp schwebt der Köder geradezu im Wasser – und das macht die Forellen oft so richtig heiß.

MONTAGE 2: MIT EXTRA-VORFACH

Auch bei der Herstellung dieser Montage kommen ein Fliegenhaken der Größe 4 oder 6 und ein Dreifachwirbel zum Einsatz. Allerdings wird zwischen Haken und Dreifachwirbel ein zwei bis drei Zentimeter langes Stück 0,16er Monofilschnur geschaltet. In der Mitte dieses kleinen Vorfachs platziert man ein Bleischrot. Achtung: Das Bleischrot nicht zu stark festklemmen, denn man sollte es bei Bedarf noch austauschen können.

Ist das Wasser kalt, sollte man die Montage in Grundnähe anbieten. Dann braucht man ein 1,2 bis 2,2 Gramm schweres Bleischrot, um auf Tiefe zu kommen. Im Sommer, wenn das Wasser warm ist, stehen die Forellen flach. Dann sollte das Bleischrot nur etwa 0,4 bis 0,8 Gramm wiegen. Mehr Gewicht würde dafür sorgen, dass der Köder zu schnell absinkt und sich so aus dem Blickfeld der Forellen bewegt.

So kommen Tungsten-Perle und Wirbel an den Haken

Nachdem man das Hakenöhr mit Hilfe einer Zange aufgebogen hat, schiebt man den Dreifachwirbel ins Öhr. Die Tungsten-Perle lässt sich über die Hakenspitze (mit kleinem Widerhaken!) auf den Hakenschenkel befördern (1).


Mit der Zange wird das Hakenöhr wieder geschlossen (2). Fertig ist der Haken mit Perle und Dreifachwirbel (3). Wenn man den Gummiköder aufgezogen hat, ist die Montage einsatzbereit (4).


Das Bleischrot auf dem Vorfach lässt den Köder beim Twitchen seitlich sowie nach oben und unten ausbrechen.


Der Haken hat sicher im Maul der Forelle gegriffen und lässt sich auch schnell wieder lösen.


Diese Forelle konnte dem aggressiv geführten Gummi nicht widerstehen.


Man kann hier die gleichen Köder einsetzen, die ich bereits für die erste Montage beschrieben habe. Im Gegensatz zur ersten Montage, die man mit Stopps einkurbelt, wird die zweite Montage deutlich aggressiver geführt: Beim Einholen führt man mit der Rute leichte Schläge aus. Diese Technik wird auch „twitchen“ genannt. Dabei bewegt sich nicht nur der Köder bzw. der Schwanz des Köders, das zwischengeschaltete Vorfach lässt den Köder auch seitlich sowie nach oben und unten ausbrechen. Man präsentiert den Forellen also ein echtes Reiz- Feuerwerk.

Um die Montagen auswerfen und aufreizend führen zu können, braucht man eine kurze Ultraleicht- Rute. Und die krümmt sich im Drill bis ins Handteil.


Der Gummiköder am Haken mit integriertem Dreifachwirbel wird mit Stopps eingekurbelt.


Sebastian Hiebsch mit dem Beweis, dass die italienischen Montagen auch an deutschen Forellenseen funktionieren.


Wie Sie bestimmt schon gemerkt haben, fallen die Gewichte dieser Montagen ziemlich leicht aus. Man muss also die passende Rute wählen, um den bzw. die Köder richtig führen zu können. Eine 1,80 bis 2 Meter kurze Ultralight-Rute ist genau richtig für diese Angeltechnik. Ich verwende die Herakles 1,80 Meter lange Elisium Ultralight-Spinnrute (von Herakles). Dabei handelt es sich um eine einteilige Rute. Sie ist zwar etwas komplizierter zu transportieren, weist aber eine sehr gute Aktion auf.

Die zu dieser Rute passende Rolle sollte sehr leicht sein und eine Spule mit hohem Spulenkern aufweisen. Denn auf die Rolle kommt wegen des besseren Ködergefühls eine 0,04 bis 0,06 mm dünne Geflechtschnur. Setzt man eine Rolle mit tiefem Spulenkern ein, muss man massig (teure) Leine aufspulen, um die Spule zu füllen. Und eine gut gefüllte Spule ist Pflicht, um die leichten Montagen gut auswerfen zu können.

Bei beiden Montagen sollte man zwischen die geflochtene Hauptschnur und den Dreifachwirbel ein 50 bis 70 Zentimeter langes Vorfach aus 0,16er Fluorocarbon schalten. So können die Forellen nicht erkennen, dass der Köder an einer Schnur befestigt ist und beißen herzhaft zu. Und dann geht an der leichten Rute so richtig die Post ab.

Mehr über das Angeln mit Fliegenhaken, Tungstenperle und ‚Zombie‘-Gummiködern im nächsten Heft.

Sebastian Hiebsch angelt gerne in Bienes Angelparadies bei Bergkamen im Ruhrgebiet. Die Anlage bietet zwei Teiche, einen Imbiss mit leckeren Gerichten und sogar ein Fischgeschäft mit großer Auswahl.Adresse und Kontakt: Bienes Angelparadies Ostenhellweg 5 59192 Bergkamen Tel.: 0177-5919262 Website: www.bienes-angelparadies.de


Fotos: Jan Fischer (Spider Monkey Pictures)

Text: Sebastian Hiebsch und Gregor Bradler